Fotos: Ulf Duda

100. BBL-Spiel von Head Coach Raoul Korner für medi leider ohne Happy End

HEROES OF TOMORROW präsentieren sich stark beim Zweiten in Oldenburg

Es hat für medi bayreuth leider nicht für die Sensation des 28. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga gereicht. Vor 6.000 Zuschauern in der EWE Arena zeigte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner in dessen 100. Bundesligapartie als medi-Head Coach zwar eine vor allem kämpferisch sehr starke Leistung gegen die EWE Baskets Oldenburg, am Ende mussten sich die HEROES OF TOMORROW aber dennoch mit 81:90 (40:42) dem Tabellenzweiten geschlagen geben.

Die HEROES OF TOMORROW brauchten einige Zeit, um in die Partie zu finden. Nach einem völlig missglückten Start und keinen Zählern in den ersten fast vier Minuten, war man dann aber quasi von Null auf 100 da und bot den Niedersachsen ein Spiel auf Augenhöhe. Vor allem der große Einsatz der HEROES OF TOMORROW beim Offensivrebound bereitete den Gastgebern in der gesamte ersten Halbzeit große Probleme. Da die Donnervögel bis zur Pause zudem ihrerseits keinen einzigen Dreier verwandeln konnten, lagen beide Teams nach der ersten Hälfte nahezu gleichauf.

Nach dem Seitenwechsel lief es dann aber deutlich besser beim Team von Mladen Drijencic. Mitte des dritten Viertels fingen Paulding und Schwethelm von jenseits der 6,75-Meter-Linie Feuer und die Oldenburger konnten sich absetzen. medi aber zeigte Charakter und ließ sich nicht abschütteln. 6:30 Minuten vor dem Ende kam man erneut auf 70:73 heran. Dass medi das Spiel letztlich nicht doch noch drehen konnte, lag an Kleinigkeiten, wie Kapitän Bastian Doreth nach dem Spiel bei MagentaSport analysierte.

Das sagt Bastian Doreth:

“Wir haben am Ende Kleinigkeiten falsch gemacht, Freiwürfe daneben geworfen, Offensivrebounds zugelassen. Vielleicht ist es auch das Glück, was nicht auf unserer Seite war. Im dritten Viertel hätten wir das Spiel eigentlich abpfeifen können, denn da wollten es die Schiedsrichter mehr den Oldenburgern schenken. Aber wir müssen es uns natürlich auch erarbeiten, dass die Refs wieder auf unserer Seite sind und von daher geht der Sieg für Oldenburg auf jeden Fall in Ordnung.”

Der Spielverlauf:

Für das Auswärtsspiel bei den EWE Baskets Oldenburg musste Head Coach Raoul Korner verletzungsbedingt seine Starting Five umbauen. Den angeschlagenen Hassan Martin ersetzte Eric Mika. Der Start in die Begegnung des 28. Spieltags in der easyCredit Basketball Bundesliga gehörte ganz klar den Gastgebern. Bis auf 12:0 konnten sich die Oldenburger bereits absetzten, ehe Adonis Thomas die ersten Punkte für medi an der Freiwurflinie erzielen konnte. Wollte medi bayreuth am Anfang so gar nichts gelingen, waren die HEROES OF TOMORROW nach diesem völlig verkorksten Start plötzlich das bessere Team. Durch intensivere Verteidigung und gute Abschlüsse in der Offensive lag man nach dem ersten Viertel sogar mit 21:20 vorne.

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Keines der beiden Teams konnte sich entscheidende Vorteile erarbeiten. Mal lag Oldenburg in Führung, dann konterte medi und ging seinerseits wieder in Front. Zum Ende der ersten Halbzeit hatten dann die Niedersachsen mit 42:40 knapp die Nase vorne. Während die HEROES OF TOMORROW Vorteile beim Rebound verzeichneten und von der schlechten Dreierquote (0/6) der EWE Baskets profitierten, hatte die Mannschaft von Mladen Drijencic mit Rasid Mahalbasic und Will Cummings die besseren Einzelspieler in ihren Reihen.

Nach der Pause behielten die Oldenburger zunächst ihren knappen Vorsprung. medi gelang es jetzt nicht mehr selbst in Führung zu gehen. Hauptverantwortlich war dafür vor allem die verbesserte Dreipunktquote der Hausherren. Insbesondere Rickey Paulding und Philipp Schwethelm strahlten in dieser Phase Gefahr aus der Distanz aus. Bei den HEROES OF TOMORROW dagegen blieb der Erfolg jenseits der 6,75m weiter dürftig, so dass die Donnervögel im Laufe des dritten Viertels wieder zweistellig in Führung gehen konnten. medi zeigte sich aber im Vergleich zu den letzten Spielen deutlich verbessert und hielt mit viel Leidenschaft und großem Kampfgeist dagegen. Dennoch hieß es nach den dritten zehn Minuten 58:68.

Im finalen Spielabschnitt zeigten die HEROES OF TOMORROW noch einmal, dass sie die weite Reise nicht angetreten hatten, um die zwei Punkte einfach nur abzugeben. Durch schnelle fünf Punkte war man wieder an den Oldenburgern dran. Bis auf 72:75 konnte medi den Rückstand 4:29 Minuten vor dem Ende verkürzen. Durch verworfene Freiwürfe verpassten es die Burschen von Head Coach Raoul Korner jedoch noch näher heranzukommen oder vielleicht sogar wieder in Führung zu gehen. Kleinigkeiten gaben schließlich den Ausschlag zu Gunsten der Gastgeber, die in der zweiten Halbzeit konstant in Führung lagen und in der Schlussphase durch den sehr starken Will Cummings den 90:81 Sieg sicherstellten.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Es stimmt mich positiv, dass wir einem Top-Team so lange Paroli geboten haben. Wir haben aber sehr ängstlich und lethargisch begonnen, es hat gebraucht, bis wir in die Gänge kamen. Wir haben wieder nicht von der Drei-Punkte-Linie getroffen, dabei waren wir über einen längeren Zeitraum in dieser Saison das beste Dreier-Team der Liga. In den letzten vier Spielen haben wir diese Vorreiterrolle abgegeben. In der entscheidenden Phase haben wir zu viele Ballverluste gehabt und keine Big Plays gemacht, so dass wir heute die Sensation, die Überraschung nicht schaffen konnten.”

Mladen Drijencic (Head Coach EWE Baskets Oldenburg): “Das war ein ansehnlicher Basketball, den beide Teams geboten haben. Es war ein umkämpfter Sieg für uns, das haben wir auch vorher erwartet. Bayreuth hat heute sehr viel aus seinen Möglichkeiten herausgeholt. Mika hat uns heute sehr oft beim Rebound den Ball abgenommen. Mit der Pick & Roll-Defense bin ich zufrieden, denn die Bayreuther spielen das oft mit einem Backscreen. Das haben wir ganz gut gelöst. In der zweiten Halbzeit haben wir den Defensiv-Rebound dann besser unter Kontrolle gekriegt. Marcel Keßen hat - als wir in Foul-Probleme kamen - einen großartigen Job gemacht und mein Vertrauen zurückgezahlt. Vojdan Stojanovski in die Erste Fünf zu stellen, hat sich ausgezahlt. Sein Gegenspieler Robertson hat in der ersten Halbzeit nur fünf Punkte gemacht.”

EWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth  90: 81 ( 20:21 - 22:19 - 26:18 - 22:23)

EWE Baskets Oldenburg: CUMMINGS 21, Hujic, Massenat 7, Hollatz, Drijencic, Bacak, Keßen 4, STOJANOVSKI 6, PAULDING 13, MAHALBASIC 14 (13 Rebounds / 3 Assists), SCHWETHELM 14, Boothe 11.

medi bayreuth: MIKA 17 (7 Rebounds), THOMAS 9, ROBERTSON 12 (3 Assists), ANDERSON 3, Doreth 4, Seiferth 6, Wachalski, Hrovat 11, Meisner 5, BROOKS 10, Raivio 4.

Der Ausblick:

Am Ostersonntag, 21. April, gastieren die Telekom Baskets aus Bonn um 15:00 Uhr in der Oberfrankenhalle. Beim Wiedersehen mit Nate Linhart kommen auch die kleinen YOUNG HEROES OF TOMORROW voll auf ihre Kosten, denn am Familientag gibt es viele Überraschungen, die auf die Fans von medi bayreuth warten. Tickets für die Partie sind online unter tickets.medi-bayreuth.de oder im Fanshop in der Brunnenstraße 7 in Bayreuth erhältlich.