Fotos: Basketball Champions League / Ochsenfoto

23 medi-Ballverluste letztlich einfach zu viel gegen Promitheas Patras

HEROES OF TOMORROW unterliegen den Griechen mit 70:75

Die Spiele der HEROES OF TOMORROW gleichen gefühlstechnisch nach wie vor einer wilden Achterbahnfahrt. Immer wieder geht es in den Spielen des Teams von Head Coach Raoul Korner rasant nach oben und das immense Potential des Teams blitzt auf, auf der anderen Seite produziert man unerklärlich viele Fehler, wirkt überrascht von der Aggressivität des Gegners und hat so leider noch immer deutlich längere nach unten führende Strecken im Spiel.

Auch in der Partie des dritten Spieltages in der Basketball Champions League gegen den griechischen Vertreter, Promitheas Patras, war dies so. Mit 70:75 (30:43) verlor medi bayreuth seine dritte Partie in der neuen Champions League Saison und steht mit dem ebenfalls noch sieglosen Team von Petrol Olimpija Ljubljana am Ende der Tabelle der Gruppe D.

Im Spiel gegen Patras legten Bastian Doreth & Co. einen klassischen Fehlstart aufs Parkett. Nach nicht einmal fünf gespielten Minuten lag man bereits zweistellig in Rückstand und sorgte im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts mit insgesamt zehn zum Teil haarsträubenden Ballverlusten für ungläubiges Augenreiben bei den 1.667 Zuschauern in der Oberfrankenhalle.

Warum man aber völlig zurecht in der Champions League an den Start gehen darf, zeigten die HEROES OF TOMORROW dann in der zweiten Halbzeit. Einen zwischenzeitlichen Rückstand von 16 Punkten verkürzte man gut acht Minuten vor dem Ende auf nur noch drei Zähler. Alles schien auf einmal wieder möglich, doch die Griechen behaupteten über die gesamte Spielzeit ihre Führung. Vor allem Leonidas Kaselakis war in den engen Phasen des Spiels auf Seiten der Gäste besonders auffällig. Mit starken Aktionen sicherte er Promitheas in deren dritten Spiel den letztlich auch verdient dritten Erfolg.

Das sagt Hassan Martin:

“Wir kamen am Anfang schlecht ins Spiel und haben dann die Partie nicht so beendet, wie wir uns das vorgestellt haben. Das sind einfach noch die Anfangsschwierigkeiten zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison. Ich bin etwas enttäuscht, aber wir haben noch eine lange Saison vor uns! Trotzdem bin ich stolz darauf, wie wir am Ende gespielt haben. Wir haben alles gegeben und hart gekämpft, aber leider war das noch nicht genug.”

Der Spielverlauf:

Das zweite Champions League Heimspiel der HEROES OF TOMORROW begann, wie das letzte Bundesligaspiel gegen Braunschweig geendet hatte. medi bayreuth war unkonzentriert und spielte überhastet. Auch frühe Wechsel der Starting Five änderten daran zunächst nichts. Die Griechen, die von Beginn an wacher und auch spritziger waren, nutzten dies konsequent aus. Insbesondere Tony Meier profitierte hiervon mit elf Punkten. Schon nach fünf Minuten konnten die Griechen einen zweistelligen Vorsprung herausspielen, den sie bis zum Viertelende auch halten konnten.

Im zweiten Viertel schien sich medi bayreuth etwas gefangen zu haben. Stück für Stück verringerte die Mannschaft von Raoul Korner den Rückstand. Die kämpferische Einstellung stimmte jetzt. Allerdings kam man nie entscheidend in Schlagdistanz. Immer wenn die Möglichkeit bestand, noch näher heran zu kommen, vergab man diese durch überhastete Aktionen oder Ballverluste. So überstand Promitheas Patras die Druckphase der HEROES OF TOMORROW Mitte des Viertels und konnte seinerseits die Führung bis zur Halbzeitpause auf komfortable 13 Punkte ausbauen.

Zum Start in die zweite Halbzeit erzielte die Mannschaft von Head Coach Makis Giatras zunächst die höchste Führung des Abends (46:30). Danach begann aber nun die stärkste Phase im Spiel von medi bayreuth. Es gelang zwar bei weitem nicht alles, aber Einsatz und Kampf stimmten zu 100 Prozent. Besonders Gregor Hrovat ging mit guten Beispiel voran und verkürzte, mit sieben Punkten in Folge, den Rückstand auf fünf Zähler. Wie schon im zweiten Viertel wurde die gute Arbeit jedoch durch unnötige Ballverluste wieder zunichte gemacht und die Griechen konnten mit einer neun Punkte Führung in den Schlussabschnitt gehen.

Die Geschichte dieses Spiels setzte sich auch vierten Viertel fort. Die HEROES OF TOMORROW kämpften aufopferungsvoll, ohne sich jedoch für ihre harte Arbeit auch zu belohnen. Die Mannen um Kapitän Bastian Doreth konnten den Rückstand noch einmal bis auf drei Zähler verkürzen (57:60), schafften es jedoch durch zu viele Ballverluste (am Ende 23!) nie die Führung zu erobern. Somit verließen die Griechen, obwohl man diesmal den Rebound kontrollierte und Kassius Robertson seine Klasse aus der Distanz aufblitzen ließ, am Ende als Sieger das Parkett.

Teamvergleich:

Trainerstimmen:

Makis Giatras (Promitheas Patras): “Glückwunsch an Bayreuth für die Atmosphäre und die tolle Organisation. So sollte Sport sein. Ich werde alles daran setzen, dass wir die gleiche Atmosphäre in Patras haben werden. Wir hatten zuletzt ein schlechtes Spiel in der griechischen Liga und unser Ziel war es, mit Selbstvertrauen und Kampfgeist hier aufzutreten. Für unsere Mannschaft ist dieser duale Spielbetrieb eine neue Situation. Es war ein schweres Spiel für uns. Bayreuth hatte uns alles abverlangt. Jeder in unserem Team hat 100 Prozent gegeben, egal ob Bankspieler oder Starter. Das ist unsere Philosophie, das macht unseren Verein aus.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Zuerst Glückwunsch an Patras. Wir haben sehr sehr schlecht begonnen. Sie haben von der ersten Sekunde an gekämpft und genau das haben wir zum Anfang der Partie eben nicht getan und ihnen damit das Momentum und das nötige Selbstvertrauen geschenkt. Dann haben wir gesehen, was passieren kann, wenn wir die Fehler vergessen und einfach so spielen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben nie wirklich gut gespielt, nie schönen Basketball gezeigt, aber wir haben schließlich doch noch gekämpft. Allerdings haben wir den Ball 23 (!) Mal hergeschenkt und verlieren dann mit 5 Punkten. Wir geben ihnen 23 Mal den Basketball und erlauben ihnen 75 Punkte. Es ist extrem schwer Ballverluste zu verteidigen, aber wenn man dem Gegner nur 75 Punkte bei 23 Ballverlusten eingesteht, dann zeigt das, was eigentlich möglich gewesen wäre, wenn wir auf den Basketball aufgepasst hätten. Wenn man so beginnt, ist es sehr schwer ein Spiel noch zu gewinnen. Wir haben wieder gezeigt, dass wir uns ins Spiel zurückkämpfen können, aber das wissen wir bereits. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir in der Lage sind von Anfang an konstant zu spielen. Daran müssen wir arbeiten.”

medi bayreuth vs. Promitheas Patras (16:25 - 14:18 - 18:14 - 22:18)

medi bayreuth: THOMAS 10, ROBERTSON 9, Stockton 7 (5 Assists), DORETH 0, SEIFERTH 6, Martin 11 (11 Rebounds), Wachalski 3, Hrovat 16, Meisner, BROOKS 8, Raivio 0, Krug.

Promitheas Patras: Hall 2 (2 Assists), LYPOVYY 11, GKIKAS 7, Tsairelis 6, Geromichalos, Kaselakis 17 (2 Assists), Saloustros 7 (2 Assists), MEIER 17, BROWN 2 (5 Rebounds), Lanaris 0, ELLIS 6 (5 Rebounds).

Ausblick:

Der Blick nach dem Champions League Spiel geht voraus in Richtung Würzburg. Dort ist man am kommenden Sonntag um 18 Uhr zu Gast bei s. Oliver Würzburg, wenn in der easyCredit Basketball Bundesliga der 5. Spieltag auf dem Programm steht. Das nächste Champions League Match wartet dann am kommenden Dienstag auf die HEROES OF TOMORROW. Dann ist man in Italien zu Gast beim noch ungeschlagenen Tabellenführer der BCL-Gruppe D, Virtus Segafredo Bologna. Spielbeginn ist dann um 20:30 Uhr.