Fotos: Daniel Löb

76. Oberfrankenderby: medi bayreuth am Mittwoch Gast bei Brose Bamberg

Heroes Of Tomorrow wollen in der Tabelle vor dem amtierenden Meister bleiben

Die Partien, in denen medi bayreuth als das besser platzierte Team in das Oberfrankenderby gegen Brose Bamberg gegangen ist, lassen sich höchstwahrscheinlich an einer Hand abzählen. Beim Nachholspiel des 18. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga am Mittwoch um 20:30 Uhr in der Brose Arena ist genau das der Fall, denn die Heroes Of Tomorrow reisen als Tabellenfünfter mit 17 Saisonsiegen zum aktuellen Siebten nach Bamberg.

Der amtierende deutsche Meister liegt aktuell einen Sieg hinter medi bayreuth und befindet sich wie das Team von Head Coach Raoul Korner noch vollends im Kampf um die Playoffs. Seit der Verpflichtung von Trainer Luca Banchi Anfang März zeigt die Formkurve der Bamberger in der Bundesliga zuletzt klar nach oben. Fünf seiner letzten sechs Spiele gewann der Meister, der mit zehn Siegen aus zwölf Spielen zudem sehr heimstark ist.

Dennoch wollen die Heroes Of Tomorrow auch nach dem Spiel beim Meister in der Tabelle weiter vor dem oberfränkischen Rivalen stehen. Die Ausgangssituation dafür ist nicht schlecht, zumal man das Hinspiel in der Oberfrankenhalle mit 85:75 für sich entscheiden konnte.

Obwohl das Nachholspiel unter der Woche angesetzt wurde, werden viele Fans der Heroes Of Tomorrow den Weg in die Domstadt antreten, um ihrem Team in der Brose Arena lautstark den Rücken zu stärken. Spielbeginn am Mittwochabend ist um 20:30 Uhr.

Das sagt Raoul Korner:

“Der Druck auf uns in diesem Spiel ist relativ gering, denn wir fahren nach Bamberg zu einem Euroleague-Team und zum regierenden Meister. Ein Sieg dort wäre für uns ein riesen Bonus, aber eine Niederlage auf der anderen Seite auch kein Beinbruch. Im Kampf um die Playoffs und eine entsprechende Platzierung wäre ein Erfolg in Bamberg sehr hilfreich. Eine Drucksituation hatten wir vor dem Frankfurt-Spiel, jetzt aber nicht.

Um in Bamberg zu gewinnen, muss man nahezu alles richtig machen. Es geht darum, physisch dagegen zu halten. Bamberg ist ein Team, das aus qualitativ sehr hochwertigen Spielern besteht, die alle Basketball spielen können und jeden Fehler sofort bestrafen. Daher müssen wir es schaffen, Fehler zu limitieren, dabei aber das eigene Tempo hochzuhalten. Zudem muss es uns gelingen, den Rebound zu beherrschen und sie vom Korb fern zu halten.

Die Tatsache, dass sie am Sonntag noch in Bremerhaven antreten mussten, spielt glaube ich keine Rolle, denn sie sind diesen Spielrhythmus gewohnt.”

Die Top-Performer der Bamberger

Punkte, Effektivität: Der 549-fache NBA-Spieler Dorell Wright (Nr. 3), der Ende Oktober als Ersatz für den langzeitverletzten Elias Harris verpflichtet wurde, hat sich zum absoluten Schlüsselspieler der Domstädter entwickelt. Mit seiner enormen Erfahrung aus der NBA (Meister 2006 mit Miami), China und zuletzt Bosnien half er dem Meister vom ersten Tag an. In der easyCredit Basketball Bundesliga ragt er aus einem homogen scorenden Team - sechs Spieler erzielen im Schnitt mehr als 9,2 Punkte - mit 13,1 Zählern heraus. Der US-Power Forward holt zudem 5,8 Rebounds, gibt 1,4 Assists und stiehlt 0,9 Mal den Ball, was eine Effektivität von 15,6 ergibt. Dies ist ebenfalls der Bestwert im tief besetzten Bamberger Kader.

Rebounds: Führender Rebounder im Team des Meisters ist Power Forward Luka Mitrovic (Nr. 9). Der Serbe kam wegen einer längeren Oberschenkelverletzung und der Tatsache, dass die Bamberger neun ausländische Akteure in ihren Reihen haben, erst in zwölf Ligaspielen zum Einsatz. Nach der Genesung und durch den Trainerwechsel spielte der Serbe zuletzt dreimal in der Liga für die Bamberger, wobei er allerdings noch nicht ganz in der Form vor seiner Verletzung war. In Bremerhaven gelangen Mitrovic vier Punkte und drei Rebounds in knapp 18 Minuten, im Schnitt sind es 9,3 Zähler und 5,9 Rebounds (=Mannschaftsbestwert).

Assists: Der mittlerweile 34-jährige, griechische Aufbauspieler Nikos Zisis (Nr. 6) ist nach dem Umbruch vor der laufenden Saison eine der wenigen verbliebenen Stützen aus dem erfolgreichen Meisterteam des Vorjahres. Der sichere Freiwürfschütze (89%, 58/65) ist mit seiner enormen Erfahrung einer der wichtigsten Spieler im Team. Der Europameister von 2005 konnte in vier Ländern Europas (Griechenland, Italien, Russland, Deutschland) insgesamt neun Meistertitel sammeln. Bei den Bambergern führt er die Mannschaftswertung bei den Assists mit 4,1 Vorlagen pro Spiel an. Hinzu kommen 7,8 Punkte und 2,2 Rebounds.

Der bisherige Saisonverlauf

Nach drei Meisterschaften in Folge müssen die Bamberger in dieser Saison noch um den Einzug in die sonst abonnierten Playoffs kämpfen. Sportlich lief es - auch nach dem großen personellen Umbruch im vergangenen Sommer - nicht wie gewohnt und so trennte sich der Meister Mitte Februar von Cheftrainer Andrea Trinchieri, der seit 2014 an der Seitenlinie stand.

Die Saison begann zwar mit einer Niederlage in Würzburg (73:76), dann gab es jedoch bis Mitte November sechs Siege aus acht Spielen, nur in Ludwigburg (74:91) und gegen Berlin (75:77) verließ das Team als Verlierer das Parkett. Nach einer Derbyniederlage in München (68:77) begannen unruhige Zeiten in der Domstadt. Playoff-Aspiranten wie Oldenburg (74:81) oder medi bayreuth (75:85) konnten gegen den Meister gewinnen.

Mit dem 97:101 nach Verlängerung in München (Pokalqualifikation) begann das Ende der Ära Trinchieri. In der Liga folgten vier Niederlagen am Stück: In Bonn (69:106), in Berlin (75:81), gegen München (63:71) und in Jena (68:85). Unter dem neu verpflichteten Head Coach Luca Banchi läuft es nun wieder beim Meister, der zwei Tage nach dem letzten Euroleague-Spiel, nach großer Aufholjagd bei den Eisbären Bremerhaven mit 83:76 gewinnen konnte.

Live dabei in der Brose Arena

Zum zweiten Mal in dieser Saison treten die Heroes Of Tomorrow in der Brose Arena an. Das erste Spiel war das nach Bamberg verlegte erste Heimspiel in der Basketball Champions League, in dem am 18. Oktober nach Verlängerung ein 82:80 über SIG Strasbourg gelang. Jump in der Domstadt ist am Mittwoch, 11. April, um 20:30 Uhr. Wer das Team von Head Coach Raoul Korner nicht vor Ort anfeuern kann, hat wie immer die Möglichkeit, den Stream bei Telekom Sport oder Entertain einzuschalten oder live bei Radio Mainwelle dabei zu sein.