medi Bayreuth – Interview mit Raoul Korner über Spielersuche

Auf Spielersuche im Spielerparadies

Nicht einmal mehr vier Wochen sind es, dann beginnt Basketball Bundesligist medi bayreuth mit der Saisonvorbereitung auf die am 27. September beginnende neue Spielzeit. Bis es aber soweit ist, hat Head Coach Raoul Korner noch einiges zu erledigen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Philipp Galewski ist der medi-Trainer von heute an in den USA, um im Rahmen der NBA Summer League in Las Vegas die letzten Puzzleteile für sein neues Team zu finden.

Nicht einmal mehr vier Wochen sind es, dann beginnt Basketball Bundesligist medi bayreuth mit der Saisonvorbereitung auf die am 27. September beginnende neue Spielzeit. Bis es aber soweit ist, hat Head Coach Raoul Korner noch einiges zu erledigen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Philipp Galewski ist der medi-Trainer von heute an in den USA, um im Rahmen der NBA Summer League in Las Vegas die letzten Puzzleteile für sein neues Team zu finden.

Mit den Verpflichtungen von Moritz Trieb, Robin Amaize, Assem Marei und zuletzt auch Nate Linhart hat das Team zwar schon konkrete Formen angenommen, ein neuer Point Guard … für viele ja die wichtigste Position eines Teams schlechthin ... ist allerdings noch nicht verpflichtet. Müssen wir uns Gedanken machen?

Raoul Korner: “Der Point Guard ist eine absolute Schlüsselposition in jeder Mannschaft. Dementsprechend sorgfältig muss man auch bei der Auswahl sein. Ich bin jemand, der sehr genaue Vorstellungen von seinem Spielmacher hat und da auch sehr kritisch ist. Da gerade auf dieser Position Qualität Geld kostet und viele andere Clubs auch noch einen Aufbauspieler suchen, wird es da vermutlich nicht so schnell eine Entscheidung geben. Ich habe eine Liste mit Kandidaten, die meine sportlichen Kriterien erfüllen, aber im Moment für uns noch nicht erschwinglich sind. Erfahrungsgemäß fallen die Preise ab Mitte Juli dramatisch und man braucht hier einfach etwas Geduld. Ich habe bis jetzt noch jeden Sommer jemanden gefunden, und werde das auch diesen wieder hinbekommen. Man kann sich also gerne Gedanken, braucht sich aber keine Sorgen zu machen.“

Welche Positionen beziehungsweise welche Spielertypen suchst du jetzt noch?

Raoul Korner: “Es fehlen zunächst einmal noch drei Spieler:

1. Ein reiner Point Guard, der das Team auf dem Feld anführt. Hier suche ich jemanden mit schon etwas Erfahrung.

2. Ein Shooting Guard, der in Richtung Combo gehen soll, also auch auf der Spielmacherposition aushelfen können muss, um im Falle einer Verletzung mehrfach abgesichert zu sein. Dieser muss ein kreativer Scorer sein und ein gewisses Maß an Athletik mitbringen.

3. Ein Power Forward, der einerseits Athletik und Rebounding mitbringt, andererseits im Idealfall auch durch seinen Wurf von Außen das Feld weit machen kann.

Die letzten beiden Positionen könnten durchaus auch mit Rookies besetzt werden, da wir auf diesen Positionen bereits Erfahrung im Team haben.”

Die Beschreibung des Power Forward klingt wie Horton. Ist eine Rückkehr von Ken nach Bayreuth möglich?

Raoul Korner: “Kenneth Horton haben wir ein Angebot gemacht, das er allerdings abgelehnt hat. Ich bin also auf der Suche nach einer Alternative und rechne nicht mit seiner Rückkehr.”

Wie viele potentielle Kandidaten gehen täglich so über deinen Schreibtisch beziehungsweise liegen aktuell noch drauf?

Raoul Korner: “Ich habe mittlerweile auf jeder Position eine recht stattliche Liste potenzieller Kandidaten und werde täglich mit unzähligen neuen Namen bombardiert. Da muss man im Vorfeld allein aufgrund des Profils schon filtern, wen man sich genauer ansieht, sonst verliert man leicht den Überblick. Ich habe mir mittlerweile auf jeder Position rund 100 Spieler genauer angesehen, etwa fünf bis sieben davon kommen dann pro Position in einen engeren Kandidatenkreis. Da wir diesen Sommer ja jede Position neu besetzen müssen, kommt da schon was zusammen.”

Mit welchen konkreten Aufgabenstellungen geht es für dich und Philipp Galewski zur Summer League nach Las Vegas?

Raoul Korner: “Da gibt es mehrere Dinge:

=> Zunächst haben wir eine Liste potenzieller Kandidaten, die wir uns bei der NBA Summer League live anschauen wollen.

=> Mit einigen Spielern werden wir vor Ort persönliche Gespräche führen, um uns von ihnen ein besseres Bild machen zu können.

=> Dann werde ich drei bis vier sogenannte "Free-Agent-Camps" besuchen, wo Agenturen ihre Spieler anbieten und man mit diesen bei Bedarf auch kurze Trainings absolvieren kann.

=> Philipp und ich werden uns außerdem mit einigen Agenten verabreden. Dieser persönliche Kontakt ist aus meiner Erfahrung sehr wichtig, denn letztendlich haben die Agenten meistens einen sehr großen Einfluss auf ihre Spieler.

=> Letztendlich geht es auch um allgemeines Networking, da sich zu dieser Jahreszeit fast die ganze Basketballwelt in Las Vegas trifft. Es ist immer gut, in jedem Land zumindest einen Coach oder Sportdirektor näher zu kennen, den man bei Bedarf nach Insider-Infos zu einem bestimmten Spieler fragen kann.”

Dann wünschen wir eine gute Reise und viel Erfolg bei der Spielersuche!