Fotos: Christian Haberkorn

BÄMberg! medi gewinnt in der Brose Arena gegen SIG Strasbourg

Heroes Of Tomorrow gewinnen auch ihr zweites Spiel in der Basketball Champions League

Nach dem Auftaktsieg bei Rosa Radom hat medi bayreuth am 2. Spieltag in der Basketball Champions League nachlegen können. Gegen den französischen Vizemeister SIG Strasbourg siegte das Team von Head Coach Raoul Korner mit 82:80 (36:33, 74:74) nach Verlängerung und ist somit in Gruppe C neben den Spaniern von Movistar Estudiantes Madrid eines von nur noch zwei ungeschlagenen Teams.

Die 2.111 Zuschauer in der Brose Arena in Bamberg sahen von Beginn an eine hochklassige und heiß umkämpfte Partie, in der beide Teams nahezu über die gesamte Spielzeit auf einem Level agierten. Während bei den Heroes Of Tomorrow einmal mehr das Zusammenspiel hervorragend funktionierte und man so gute Abschlussmöglichkeiten kreieren konnte, lebten die Franzosen häufig von der individuellen Klasse ihrer Topspieler Louis Labeyrie, Michael Dixon und David Logan, die letztlich für knapp 64 Prozent der Punkte der Gäste verantwortlich zeichneten.

Auch in der Verteidigung bot medi bayreuth eine überzeugende und sehr starke Leistung. Zwar ging das Rebound-Duell mit 36:35 knapp an die Gäste aus Frankreich, doch bei den Ballgewinnen hatten die Heroes Of Tomorrow am Ende mit 12:9 die Nase vorn. Drei dieser Steals, allein in den ersten beiden Minuten der Verlängerung, halfen medi bayreuth in der Extraspielzeit schnell in Führung zu gehen und so diesen Ausflug in die Heimat des deutschen Basketball Meisters erfolgreich abzuschließen.

Das sagt Gabe York

“Wir haben das ganze Spiel über als Team hart und gut gearbeitet. Wir haben über weite Strecken sehr gut verteidigt und konnten uns einige wichtige Steals erarbeiten. Das Team hat einen großartigen Job gemacht. Wir waren eine Einheit und ich denke, das war von der Leistung her der beste Sieg, den wir bislang geholt haben. Wir haben bis zum Ende gekämpft. Ich bin stolz auf meine Jungs! Auch hatten unsere Fans großen Anteil am Sieg. Sie haben uns viel Energie gegeben und haben heute, wie der Coach und wir, einen tollen Job gemacht!”

Das Spiel kurz zusammengefasst

In einer zu jeder Zeit offenen Partie gingen zunächst die Gäste in Führung. Dann aber übernahmen die Heroes Of Tomorrow das Kommando. Ein sehenswertes Anspiel von Nate Linhart auf Assem Marei bedeutete die zwischenzeitliche 10:7 Führung. Während medi über das Inside-Spiel zu guten Quoten kam, blieb Straßburg zunächst über erfolgreiche Dreier im Spiel. Zudem gelang es dem französischen Vizemeister, mehrere Bayreuther Ballverluste in schnelle Punkte umzumünzen.

Eng und intensiv blieb die Partie auch im zweiten Viertel. Beide Teams punkteten nahezu im Gleichschritt, wobei die Führung insgesamt fünfmal wechselte. In der 19. Minute gelang den Heroes Of Tomorrow durch Gabe York der viel umjubelte erste Dreier zum 34:31. Während auf Straßburger Seite bis zur Pause Nationalspieler Louis Labeyrie (12 Punkte, sechs Rebounds) besonders auffiel, war es Gabe York für medi, der bis zur Pause schon 16 Punkte für seine Farben verbuchen konnte. Stiller Regisseur bei den Heroes Of Tomorrow war an diesem Abend wieder einmal Nate Linhart, der beim 36:33 zur Pause bereits fünf Assists verteilt hatte.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Heroes Of Tomorrow, die ihre Führung nach einem Robinson-Dreier in der 24. Minute auf 44:37 ausbauen konnten - der größte Vorsprung der Partie. Die Franzosen konterten jedoch mit einem 15:4-Lauf und gingen selbst wieder in Führung. In dieser durchaus kritischen Situation hielt Andreas Seiferth sein Team im Spiel. Ein Wachalski-Dreier bedeutete nach 30 Minuten die erneute Bayreuther Führung vor dem Schlussabschnitt (54:52).

Zu Beginn des letzten Viertels rissen die Gäste das Spiel erneut an sich und konnten ihren herausgespielten Vorsprung über mehrere Minuten halten und sogar ausbauen. Knapp vier Minuten vor dem Ende traf Louis Labeyrie zum 61:67 und das Momentum schien nun auf Seiten der Franzosen zu sein. Jedoch nur bis zum nächsten Angriff, den Steve Wachalski mit einem weiteren Dreier abschloss. 51 Sekunden vor dem Ende brachte Gabe York medi bayreuth per Dreier mit 72:69 in Front, doch Labeyrie konnten ebenso wie wenig später Michael Dixon die Bayreuther Führung wieder ausgleichen: Verlängerung!

Mit zwei in Schnellangriffe umgewandelten Steals brachten Gabe York und James Robinson die Heroes Of Tomorrow mit vier Zählern in Front. Nach dem vierten Foul von Assem Marei kam Andreas Seiferth zurück ins Spiel, der nach einem Offensivrebound in der 43. Minute trotz Foul traf und auch den Bonusfreiwurf zum 81:75 nutzte. Abermals kamen die Gäste heran und verkürzten nochmals auf 81:80, doch medi hatte letztlich auch das nötige Glück auf seiner Seite und durfte am Ende über den durchaus verdienten Sieg jubeln.

Die spielentscheidenden Faktoren

Bankspieler: Während Straßburgs Coach Vincent Collet die Partie größtenteils mit nur sieben Spielern bestritt, verteilte sein Bayreuther Gegenüber Raoul Korner die Spielanteile seines Teams auf neun Akteure. Die Bankspieler der Heroes Of Tomorrow (Doreth, Seiferth, Wachalski, Amaize) sorgten so nicht nur für die auf dem Feld immens wichtige Frische, sondern sie entschieden das Bench-Scoring mit 30:13 auch klar für sich. Allen voran Andreas Seiferth hatte hier mit 14 Punkten und acht Rebounds großen Anteil.

Freiwurfquote: Im Vergleich zu den vergangenen Spielen präsentierte sich medi bayreuth an der Freiwurflinie stark verbessert. Bei insgesamt 20 Versuchen, konnten Assem Marei (6 von 7) und Co. diesmal 17 Punkte erzielen (=85%).

Trainerstimmen

Vincent Collet (SIG Strasbourg): “Wir hatten im letzten Viertel die Chance, das Spiel zu entscheiden, als wir mit sechs Punkten in Führung lagen. Aber wir haben keinen Stopp erreichen können. Bayreuth hatte einen Fast Break und kam zurück ins Spiel. Wir konnten am Ende das Spiel ausgleichen und in die Verlängerung gehen. Wir haben hier, wie sehr oft, keine freien Würfe bekommen. Beim letzten erfolgreichen Angriffe denke ich, hätten wir einen Bonus-Freiwurf bekommen müssen. Das hätte die Dinge vielleicht verändert. Bayreuth hatte einen Vorteil bei den Freiwürfen mit 20 zu elf und wenn ein Spiel so eng wie dieses ist, dann ist dies ein wichtiger Teil zum Sieg.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Das war ein wichtiger Sieg für uns! Wir wussten, dass Straßburg einen starken Backcourt mit Euroleague-erfahrenen Spielern hat. Außerdem haben sie einige gute französische Spieler. Wir wussten, dass wir eine besonders gute Leistung abrufen müssen, um dieses Spiel zu gewinnen. Was uns in der ersten Halbzeit etwas zurückgehalten hat, waren unsere Dreier. Wir hatten einige offene Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Würfe getroffen, aber auch einige leichte Fehler in der Defensive gemacht. Diese haben weh getan und Straßburg konnte einen Run starten. Ich denke, wir haben die Geschwindigkeit der Partie vollständig kontrolliert. Außerdem haben wir wieder einmal einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Wir haben gekämpft und unsere Chance gesucht. Am Ende haben wir einige wichtige Würfe getroffen, Gabe York hat einen vorentscheidenden Dreier verwandeln können. Außerdem konnten wir einige entscheidende Stopps machen, durch die wir das Spiel schon in der regulären Spielzeit hätten gewinnen müssen. Bei drei Punkten Führung hätten wir ein Foul machen müssen. So hatte Straßburg die Chance zum Dreier nutzen können. Aber aus solchen Fehlern lernt man. Ich bin froh, dass wir heute in Bamberg gewonnen haben, diese Chance hat man nicht zu oft. Es war ein besonderes Spiel und ich muss unseren Fans ein besonderes Kompliment aussprechen. Es ist großartig, dass so viele hierher gekommen sind. Sie haben uns die Atmosphäre wie in einem Heimspiel gegeben und das kann in so einem engen Spiel den Ausschlag geben.”

medi bayreuth vs. SIG Strasbourg 82:80 n.V. (16:16 - 20:17 - 18:19 - 20:22 - 8:6)

medi bayreuth:

YORK 21 (3 Steals), MAREI 16, Seiferth 14 (8 Rebounds), Wachalski 11, ROBINSON 9 (3 Steals), BROOKS 6, Doreth 4, Amaize 1, LINHART 0 (7 Assists), Adler, Perschnick, Cox.

Dreier: Wachalski 3, York 3, Robinson 1.

SIG Strasbourg:

LABEYRIE 20 (9 Rebounds), DIXON 17 (5 Assists), LOGAN 14, ATKINS 11, Sy 7, LELOUP 5 (3 Steals), Wright 3, Otule 3, Beyhurst 0, Cortale 0.

Dreier: Logan 2, Atkins 1, Labeyrie 1, Leloup 1, Sy 1, Dixon 1.

Ausblick

Nach dem Champions League Ausflug nach Bamberg geht es für medi bayreuth am kommenden Sonntag wieder in der easyCredit Basketball Bundesliga weiter. Am 6. Spieltag steht dann für die Heroes Of Tomorrow das Gastspiel bei den FRAPORT SKYLINERS auf dem Programm. Das nächste Mal international wird es für das Team von Head Coach Raoul Korner in einer Woche. Am Mittwoch (25.10.) gastiert man beim slowenischen Titelträger Petrol Olimpija in Ljubljana.