Fotos: Marcus Förster

Derbysieg! Heroes Of Tomorrow gewinnen gegen s.Oliver Würzburg

medi bayreuth feiert achten Saisonsieg mit 86:80 gegen unterfränkischen Rivalen

Einen Derbysieg hat medi bayreuth am 11. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga verbuchen können. Im Frankenderby besiegten die Heroes Of Tomorrow in der mit 3.300 Zuschauern ausverkauften Oberfrankenhalle s.Oliver Würzburg mit 86:80 (35:39) und bringen es somit nun auf eine Bilanz von acht Siegen und drei Niederlagen.

In einem packenden Spiel zweier auf Augenhöhe agierender Mannschaften gaben zunächst die Würzburger den Ton in diesem Frankenderby an. Bis auf 13 Punkte waren die Gäste bereits davon gezogen, ehe das Team von Head Coach Raoul Korner ein weiteres Mal in dieser Saison damit begann, sich wahrlich in eine Partie hinein zu arbeiten. Punkt um Punkt kämpfte man sich zurück und ließ sich dabei auch nicht dadurch aus dem Konzept bringen, dass die Würzburger mehrfach auf eigene gute Phasen ihrerseits mit eigenen Läufen antworteten und so die Führung nahezu über die gesamte Spielzeit hinweg behaupten konnten. Außer beim 28:28 (17.) durch Basti Doreth und beim 72:72 (36.) durch einen Dunking von Nate Linhart führten bis zur 37. Spielminute ausschließlich die Gäste aus Würzburg. Der erste und auch einzige Führungswechsel der Partie beim 76:75 durch Gabe York setzte dann jedoch nochmals Kräfte bei den Heroes Of Tomorrow frei, die sich, getragen von der unbeschreiblichen Atmosphäre in der Oberfrankenhalle, den Sieg in den letzten Minuten nicht mehr nehmen ließen.

Mit 51 erzielten Punkten sowie nur noch zwei begangenen Ballverlusten in der zweiten Halbzeit holten sich Bastian Doreth & Co. einen auch im Hinblick auf die Qualifikation für den BBL-Pokal immens wichtigen Sieg, der vor den restlichen Spielen des 11. Spieltages am Sonntag erst einmal Tabellenposition drei für medi bayreuth bedeutet.

Das sagt Gabe York:

"In der ersten Hälfte hat Würzburg heute großartig verteidigt. Sie haben mich aus dem Spiel genommen, ich bin eigentlich nur auf und ab gelaufen. Der Coach hat in der Pause großartige Arbeit gemacht, und eine Lösung gefunden. Er hat in der zweiten Halbzeit einige Spielzüge angesagt, die auf mich zugeschnitten waren. Hier hat mich das Team freigespielt. Wir haben offensiv nur kleine Sachen geändert, einige davon kamen mir zu Gute. Außerdem hat Würzburg in der Defense nicht mehr so gut kommuniziert. Heute Abend waren unsere Fans noch etwas lauter als sonst. Sie haben uns am Ende den letzten Push gegeben, den wir gebraucht haben! Ich freue mich auf die nächsten drei Heimspiele, die nun anstehen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Nach dem dritten Heimsieg in Serie sah es für medi bayreuth zunächst einmal nicht aus. Die Gäste aus Unterfranken trafen hochprozentig von Außen (4 von 7 Dreier im ersten Viertel) und gingen gleich durch zwei erfolgreiche Distanzwürfe von Vytenis Lipkevicius und Maurice Stuckey in Führung. Bis zum 5:18 (7.) folgten weitere Dreier, erneut durch den quirligen Stuckey sowie Robin Benzing. Nun aber kam medi langsam ins Spiel und verkürzte trotz einiger leicht vergebener Chancen auf 10:20.

Mit viel Energie brachte Javon McCrea die Heroes Of Tomorrow wieder ins Spiel. Erst verteilte er zwei Assists, dann verwandelte er selbst zum 16:22 (12.) - Auszeit Würzburg. Nur noch drei Punkte betrug der Rückstand zwei Minuten später, als erneut der Rückkehrer per Dunking den Ball zum 21:24 durch den Korb stopfte. Die Heroes Of Tomorrow schienen die Partie in den Griff bekommen zu können, als nach zwei erfolgreichen Linhart-Freiwürfen Kapitän Bastian Doreth per Dreier das 28:28 (17.) markierte. In der nächsten Würzburger Auszeit fand Trainer Dirk Bauermann jedoch die richtigen Worte. Nach fünf Punkte in Serie von Robin Benzing blieben die Würzburger auch weiterhin in Front und gingen mit einer 39:35 Pausenführung in die Kabine.

Nach dem Wechsel profitierten die Unterfranken erneut von ihren Distanzwürfen. Maurice Stuckey und Kresimir Loncar sorgten für das 49:39 (25.). Zwar fielen nun auch auf Bayreuther Seite die Dreier, Gabe York konnte hier zu alter Stärke finden, doch Würzburgs Routinier Kresimir Loncar traf erneut zweimal von jenseits der 6,75 Meter, so dass die Würzburger ihren zweistelligen Vorsprung halten konnten. Eine Minute vor Viertelende läutete der dritte York-Dreier einen 6:0 Lauf ein, so dass der Rückstand vor dem Schlussabschnitt nur noch sechs Zähler betrug.

So richtig spannend wurde es nun im letzten Viertel, als medi zunächst durch Freiwürfe Punkt um Punkt aufholen konnte. Per Dreier verkürzte dann James Robinson auf 69:72 und die Heroes Of Tomorrow waren wieder auf Schlagdistanz. Würzburg konnte zwar erneut vorlegen, doch 201 Sekunden vor dem Ende war es dann soweit: Gabe York sorgte mit dem 76:75 für die erste Bayreuther Führung des Abends. Dies war gleichzeitig auch der letzte erfolgreiche Feldkorb der Partie, der Rest wurde an der Freiwurflinie entschieden. Hier bewiesen die Heroes Of Tomorrow Nervenstärke. Gleich fünf Spieler durften an die Linie, doch Bastian Doreth, Andreas Seiferth, De'Mon Brooks, James Robinson und Nate Linhart gaben sich keine Blöße. Unter dem eigenen Korb stand das Team zudem nun bärenstark und schnappte den Gästen nicht nur wichtige Rebounds, sondern auch den Derbysieg auf der Zielgerade doch noch weg.

Die spielentscheidenden Faktoren

Nate Linhart: Einmal mehr war der erfahrene Small Forward einer der Garanten für den Sieg der Heroes Of Tomorrow. Im Spielverlauf nahm er nur fünf Würfe aus dem Feld - traf aber drei davon. Die restlichen sechs seiner insgesamt 13 Punkte erzielte der US-Amerikaner ohne Fehlwurf an der Freiwurflinie. Zudem hatte Nate Linhart einmal mehr ein hervorragendes Auge für seine Mitspieler und verpasste mit neun Vorlagen nur knapp das seltene Double Double aus Punkten und Assists. Dazu holte Bayreuths Nummer 8 insgesamt sieben, vor allem am Ende wichtige, Defensiv-Rebounds.

Robin Benzing: Der Kapitän der Nationalmannschaft wurde auch beim Derby seinem Ruf als Würzburger Topscorer gerecht. In den ersten 30 Minuten erspielte sich Benzing viele Freiräume und kam so zu freien Dreiern und einfachen Korblegern. Mit der Zeit wurde ihm das Leben aber immer schwerer gemacht, so dass er am Ende nur fünf seiner 14 Feldwürfe im Korb unterbringen konnte. Wie Nate Linhart, blieb auch Robin Benzing an der Freiwurflinie bei seinen insgesamt neun Versuchen ohne Fehler und kam so am Ende auf 21 Zähler. Dazu war er nach dem gebürtigen Bayreuther Leon Kratzer (8) mit sechs eingesammelten Rebounds zweitbester Würzburger.

Bayreuther Defense im letzten Viertel: Lange hatten die Würzburger, vor allem durch Robin Benzing und Maurice Stuckey, sichere Optionen, um zu Punkten zu kommen. Im Spielverlauf fanden die Bayreuther jedoch nicht nur selbst besser zu ihrem Offensivrhythmus, sondern sie wurden auch in der Verteidigung immer stärker. Ab der 33. Minute, als Abdul Gaddy für die Gäste zum 63:71 traf, stand die Defense der Heroes Of Tomorrow wie eine Mauer. Ab diesem Zeitpunkt glückte den Würzburgern bei acht Versuchen kein erfolgreiche Wurf aus dem Feld mehr. Ihre letzten neun Punkte der Partie sammelten die Unterfranken allesamt an der Freiwurflinie (bei zwölf Versuchen).

Trainerstimmen

Dirk Bauermann (s.Oliver Würzburg): “Glückwunsch an Bayreuth. Wir hätten das Spiel heute gewinnen können, haben über 36 Minuten sehr gut gespielt. Am Ende hilft dann eben oft der sechste und siebte Mann. Bayreuth hat heute hervorragend von Außen geworfen, viel besser als in vergangenen Spielen. Gerade wenn sie die Dreier brauchten, haben sie diese getroffen. Das zeigt auch eine mentale Stärke. Meiner Mannschaft ist überhaupt kein Vorwurf zu machen, im Gegenteil. Sie ist hier mit viel Qualität aufgetreten. Dass wir nun ohne einen Sieg und mit einer Niederlage nach Hause fahren, ist sicher enttäuschend, aber kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Die Leistung war, alles in allem, sehr gut.”

Raoul Korner (medi bayreuth): "Danke für die Glückwünsche. Ich seh es genauso, es war ein Spiel auf Augenhöhe. Der sechste und siebte Mann, also unser Publikum, hat massiv dazu beigetragen, dass das Spiel heute zu unseren Gunsten ausgegangen ist. Es hat uns am Ende die Energie gegeben. Heute hat die Mannschaft gewonnen, die in den letzten Minuten variabler aufgetreten ist. Wir hatten Big Plays von mehreren Spielern. Gabe ist in der zweiten Halbzeit stark herausgekommen, nachdem er in der ersten Halbzeit exzellent verteidigt wurde. Durch smarte Aktionen ist er dann, ohne es zu forcieren, ins Spiel gekommen und das Team hat ihn gefunden. Wir hatten im Saisonverlauf nun schon viele enge Partien um am Ende zu wissen, wie man ganz gut mit so einer Situation umgehen muss. Das haben wir heute auch gemacht. Nochmals Kompliment an Würzburg, beide Teams waren gleichwertig und es wird, so denke ich, für beide Teams in die richtige Richtung gehen.”

medi bayreuth vs. s.Oliver Würzburg 86:80 (10:20 - 25:19 - 25:27 - 26:14)

medi bayreuth:

Robinson 13, LINHART 13 (7 Rebounds, 9 Assists) , SEIFERTH 12, YORK 11, DORETH 9, BROOKS 9, McCrea 7, Cox 6, Wachalski 5, Amaize 1.

Dreier: York 3, Robinson 2, Brooks 1, Cox 1, Linhart 1, Doreth 1, Wachalski 1.

s.Oliver Würzburg:

BENZING 21, STUCKEY 18, Loncar 14, Gaddy 7, KRATZER 7 (8 Rebounds, 3 Blocks), Duggins 7, HAMMONDS 3 (4 Assists), LIPKEVICIUS 3, Singler 0, Olisevicius, Kovacevic, Hoffmann.

Dreier: Loncar 3, Stuckey 3, Benzing 2, Hammonds 1, Lipkevicius 1.

Ausblick

Schon am Mittwoch werden erneut die Pforten der Oberfrankenhalle geöffnet. Dann geht es auf internationalem Parkett weiter. Die Heroes Of Tomorrow empfangen am Nikolaustag ab 20:00 Uhr im letzten Hinrundenspiel der Basketball Champions League die Mannschaft von AEK Athen. Karten gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de und an der Abendkasse.