Fotos: Ochsenfoto

DERBYSIEGER! HEROES OF TOMORROW gewinnen mit 94:84 in Bamberg

medi bayreuth überholt Brose in der Tabelle und klettert auf Position 4

“Diese Mannschaft ist ganz besonders”, resümierte De’Mon Brooks den Auftritt seines Teams nach dem 94:84 (43:43) Auswärtssieg bei Brose Bamberg am 14. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga. In der Tat: Es war eine großartige Teamvorstellung der Mannschaft von Head Coach Raoul Korner, die ihr tolles Spiel beim oberfränkischen Nachbarn am Ende mit dem insgesamt neunten Saisonsieg und dem damit verbundenen Sprung auf Position vier der Tabelle belohnte.

Lange, richtig lange hatten Bayreuths Basketballfans auf diesen Moment warten müssen. Kein Wunder also, dass die sehr zahlreich mitgereisten Anhänger der HEROES OF TOMORROW den ersten Bundesligaauswärtssieg in Bamberg seit fast 21 Jahren, genauer gesagt seit dem 14. Februar 1998, am Donnerstagabend in der Brose Arena nach Spielende noch lautstark und ausgiebig feierten.

Was sie in den 40 Minuten zuvor von ihrem Team zu sehen bekamen, war einfach stark. In welcher Art und Weise die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner das 77. Oberfrankenderby gegen Brose Bamberg in Angriff nahm, beeindruckte. Hoch konzentriert und voll motiviert, dabei aber dennoch mit der nötigen Ruhe und Abgeklärtheit, stellte man sich in der mit 6.150 Zuschauern bestens gefüllten Brose Arena dem neunmaligen deutschen Meister entgegen. Auch der frühe Ausfall von Topscorer Hassan Martin (Fussverletzung) schien nahezu spurlos an den HEROES OF TOMORROW vorbeizugehen und so entwickelte sich ein packendes und spannendes Oberfrankenderby.

Angeführt von De’Mon Brooks, der in seinem dritten Jahr in Bayreuth die Bedeutung dieser Derbys gegen Bamberg natürlich bestens kennt, gelang es den HEROES OF TOMORROW nach ausgeglichener erster Halbzeit dann im dritten Viertel, den Gastgebern vermehrt ihr Spiel aufzudrücken und sich so mit bis zu zwölf Zählern abzusetzen. Im Schlussviertel verstand man es gleich zwei Mal, ein Comeback der Bamberger kaltschnäuzig abzuwehren und so durfte medi bayreuth einen verdienten Sieg im Oberfrankenderby gegen Bamberg feiern.

Das sagt De’Mon Brooks:

“Wir haben alle zusammen ein Riesenspiel gemacht. Vor allem haben wir die kleinen Sachen richtig gemacht. Ich habe vor dem Spiel noch zu allen gesagt, dass wir uns gegenseitig vertrauen müssen, um hier zu gewinnen. Genau das haben wir gemacht. Als dann auch noch Hassan schon so bald im Spiel nicht mehr spielen konnte, hieß es für jeden nochmals einen Schritt nach vorne zu machen. Diese Mannschaft ist ganz besonders!

Wir hatten einen schweren Start in die Saison und haben da auch einige Spiele liegen lassen, die es nicht gebraucht hätte. Dann aber kam diese Siegesserie mit neun Erfolgen am Stück und da konnte man schon sehen, was in uns steckt. Jeder in der Mannschaft arbeitet extrem hart und das Tag für Tag. Das neue Jahr hat gut begonnen und jetzt ist vieles möglich.”

Der Spielverlauf:

Das 77. Oberfrankenderby gegen Brose Bamberg begann für medi bayreuth wie die letzten Spiele in der easyCredit Basketball Bundesliga auch, nämlich mit einer unveränderten Starting Five. Dies änderte sich allerdings nach nicht einmal zwei gespielten Minuten als Hassan Martin verletzungsbedingt die Partie vorzeitig verlassen musste. Doch diese offensichtliche Schwächung beeindruckte die HEROES OF TOMORROW in keinster Weise. Obwohl die oberfränkischen Nachbarn den besseren Start erwischten und sich schnell eine kleine fünf Punkte Führung erspielten, kamen die Bayreuther noch im ersten Viertel zurück. Angeführt vom bärenstarken De’Mon Brooks, konnte man beim 16:15 sogar selbst das erste Mal die Führung übernehmen. Dass die Bamberger trotzdem mit 22:20 in die Viertelpause gehen konnten, lag an 7:3 Fouls und damit verbundenen 8:0 Freiwürfen, von denen Brose sieben verwandelte.

Hatte der Anfang des ersten Spielabschnittes noch Brose Bamberg gehört, so startete medi bayreuth besser in das zweite Viertel. Die HEROES OF TOMORROW konnten sich jetzt ihrerseits einen fünf Punkte Vorsprung herauswerfen. Aber so wie die Bayreuther zurückkamen, ließen auch die Bamberger keinen größeren Lauf zu und drehten das Spiel wieder zu ihren Gunsten. medi agierte aber weiterhin absolut auf Augenhöhe. So gelang es, durch tolles Mannschaftsspiel und einem in diesem Abschnitt gut aufgelegten Adonis Thomas, das Spiel bis zur Halbzeit ausgeglichen zu gestalten. In einem spannenden und intensiven Derby ging es mit 43:43 in die Kabinen.

Wieder war es medi bayreuth, das nach der Pause den besseren Start erwischte. Hochkonzentriert und mit der richtigen kämpferischen Einstellung ging man nun zu Werke und eroberte auch schon verloren geglaubte Bälle. Besonders Kassius Robertson, der zuvor kaum in Erscheinung getreten war, riss das Spiel nun zunehmend an sich. Mit einem Dreier nach knapp vier Minuten im dritten Viertel brachte er sein Team sogar zweistellig in Führung. Bamberg konterte jetzt durch zwei Distanztreffer von Nikolaos Zisis und Ricky Hickman. Da auf Bayreuther Seite aber auch die wildesten Würfe (2x Gregor Hrovat) durch die Reuse fielen, konnten die HEROES OF TOMORROW eine zehn Punkte Führung zum Ende des dritten Viertels behaupten. Mit 70:60 ging es in den letzten Abschnitt.

Zunächst schien es so, als ob sich mit Beginn des letzten Viertels die größere Erfahrung und individuelle Klasse von Brose Bamberg durchsetzen könnte. Bis auf vier Zähler konnten die Gastgeber ihren Rückstand verkürzen. Eine Auszeit von medi Coach Raoul Korner, der seine Mannschaft hervorragend eingestellt hatte, beendete aber den Bamberger Lauf, so dass sich seine Burschen wieder etwas Luft verschaffen konnten. Es war in dieser Phase beeindruckend zu sehen, mit welcher Ruhe und spielerischen Klasse es das Team um David Stockton und Bastian Doreth schaffte, jeden Versuch der Bamberger, dem Spiel noch eine Wende zu geben, abzuwehren. Immer wieder fand man Andreas Seiferth unter dem Korb oder konnte sich auf den besten Bayreuther, De’Mon Brooks, verlassen, um die Nerven der zahlreich mitgereisten medi-Fans zu beruhigen. Am Ende stellte man an der Freiwurflinie den historischen 94:84 Derbysieg in der Brose Arena sicher.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Nach zwei Minuten mussten wir auf Hassan Martin verzichten, trotzdem ist es uns gelungen, das Spiel über 40 Minuten diszipliniert und körperlich zu gestalten. Wir haben Bamberg regelrecht überpowert, das verdient wirklich mein Kompliment und Respekt. Manchen ist noch gar nicht die Dimension des Sieges bekannt, der letzte in Bamberg ist ganze 21 Jahre her. Die Voraussetzungen waren heute nicht die besten, trotzdem haben wir es geschafft, Kontrolle über das Spiel zu erlangen und auch bis zum Ende zu behalten. Heute bin ich wirklich fast sprachlos, Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft.“

Ainars Bagatskis (Head Coach Brose Bamberg): “Es ist heute keine gutes Gefühl nach dem Spiel hier zu sitzen. Wir haben viel über Bayreuth gesprochen und wie gut diese Mannschaft ist. Im Basketball ist Einsatz und Aggressivität wichtig, das lassen wir vermissen. Wir haben in 19 Minuten ganze drei Fouls gemacht und Bayreuth hat uns 27 Punkte in der eigenen Zone eingeschenkt. Das passt nicht zusammen. Das zweite Spiel in Folge sind wir jetzt schon schlecht ins dritte Viertel gestartet. Da kommt Robertson mit Punkten in Serie und dann ziehen andere Spieler nach. Sie haben schnell und smart gespielt. Wir waren in ein paar Situationen dran, aber haben es nicht geschafft vorbei zu ziehen.”

Brose Bamberg vs. medi bayreuth 84:94 (22:20 - 21:23 - 17:27 - 24:24)

Brose Bamberg: Hickman 17, Rice 9 (6 Assists), ZISIS 8 (2 Steals), Jelovac 19 (8 Rebounds), Stuckey 0, Schmidt 0, Harris 8, RUBIT 7, ALEXANDER 2, HECKMANN 11, TAYLOR 3.

medi bayreuth: THOMAS 10 (3 Steals), ROBERTSON 15, Wenzl, STOCKTON 5 (6 Assists), Doreth 3, Seiferth 18, MARTIN 0, Wachalski 0, Hrovat 13, Meisner 4, BROOKS 26 (9 Rebounds), Raivio 0.

Der Ausblick:

Nach dem Sieg im Oberfrankenderby wartet gleich der nächste harte Brocken auf die HEROES OF TOMORROW. Bereits am kommenden Sonntag, 6. Januar, geht es erneut auswärts gegen den amtierenden deutschen Meister, den FC Bayern Basketball. Spielbeginn bei den bislang in 13 Saisonspielen noch ungeschlagenen Münchnern ist um 15:00 Uhr.