Deutsche Nationalmannschaft vor dem ersten EM-Testspiel gegen Belgien

"Trainingsgast" Johannes Voigtmann im Interview über die EM, NBA und Mannschftskollegen Basti Doreth

Für die deutsche Basketball Nationalmannschaft beginnt heute der nächste Vorbereitungslehrgang für die Europameisterschaft (31. August bis 17. September in Finnland, Israel, Rumänien und der Türkei). In Erfurt kommt das Team um Bundestrainer Chris Fleming zusammen. Mit dabei sind auch medi bayreuth Kapitän Bastian Doreth und Johannes Voigtmann, die in der vergangenen Woche noch gemeinsam hier in der Bayreuther Oberfrankenhalle trainiert haben.

 

 

Johannes, was hat dich und deinen Bruder Georg denn hier nach Bayreuth verschlagen?

Wir kennen Lars (Masell) aus Jena. Er war dort mein erster Basketball-Trainer in der U16. Gemeinsam hatten wir einmal überlegt im Sommer ein kurzes Trainingslager, so vier, fünf Tage,  zu machen, um noch ein bisschen an verschiedenen Feinheiten zu arbeiten und so hat sich das ergeben.

 

In knapp einem Monat beginnt die Basketball-EM. Wenn man sich eure Gruppengegner so ansieht (Ukraine, Georgien, Israel, Italien und Litauen) - was geht da?

Ich glaube schon, dass es eine machbare Gruppe ist, aber natürlich jeder Gegner respektiert werden muss. Auch die vermeintlich leichten Gegner, wie zum Beispiel Georgien, haben eine sehr starke Mannschaft. Wir müssen auf jeden Fall unser Maximum abrufen, um die Vorrunde zu überstehen. Sollte sich unser Kader jetzt nicht noch weiter ausdünnen, sollte das aber durchaus machbar sein.

 

Ist es von Vorteil, dass euer EM-Spielplan die Mannschaft, zumindest was die Platzierung in der Weltrangliste angeht, immer ein wenig stärker werden lässt und ihr euch so quasi auch ins Turnier hinein spielen könnt?

Natürlich ist das gut, weil wir doch erst etwas später mit der Vorbereitung begonnen haben, so dass wir Spieler alle ein wenig mehr Zeit hatten uns zu regenerieren nach der harten Saison. Kann sein, dass wir daher etwas länger brauchen um reinzukommen und da kommt das natürlich gelegen, wenn wir die stärkeren Gegner erst am Ende der Gruppenphase haben und wir vielleicht ja sogar schon für die nächste Runde qualifiziert sind.

 

Du hast die harte Saison angesprochen. Es war dein erstes Jahr in Spanien bei Saski Baskonia. Wie fällt dein persönliches Fazit aus?

Es war eine gute Saison, obwohl wir leider immer irgendwie nur knapp dran waren und unser Ziel, einen Titel zu gewinnen, nicht erreicht haben. Wir standen im Pokalhalbfinale, im Ligahalbfinale, sind in der  EuroLeague in den Playoffs kurz vor dem Final Four ausgeschieden … das war schon schade. Ich persönlich habe mich sehr schnell an das Niveau gewöhnen können, zwar mit einigen Hochs und Tiefs, aber insgesamt war es eine gute Saison.

 

Lass uns über dier NBA sprechen: Schröder, Zipser sind in den letzten Jahren nach Amerika gewechselt. Jetzt folgen Kleber und auch Theis. Wenn geht Johannes Voigtmann in die NBA?

Keine Ahnung, ob das überhaupt der Fall sein wird. Natürlich beschäftigt man sich ein wenig damit, aber ich habe das schon mehrfach gesagt, dass ich mir da überhaupt keinen Stress mache und sollte es irgendwann so sein, dann ist es soweit. Ich konzentriere mich jetzt erst einmal darauf, eine gute nächste Saison zu spielen.

 

Am Sonntag steht das erste Test-Länderspiel vor der EM auf dem Plan. In Erfurt geht es für euch gegen Belgien. Unser Kapitän, Bastian Doreth, ist da dann natürlich auch mit dabei. Wie siehst du ihn und seine Rolle in der Nationalmannschaft?

Basti ist einfach ein guter Typ. Er war in der Nationalmannschaft immer dabei und ist von seiner Einstellung her immer ein Vorbild. Die Mannschaft und die Trainer wissen, dass sie sich immer auf ihn verlassen können. Es ist immer schön ihn dabei zu haben!