Fotos: Basketball Champions League

Dezimiertes medi-Team liefert großen Kampf beim BCL-Spiel in Bandirma

Heroes Of Tomorrow fehlt beim 74:85 bei Banvit BK am Ende ein wenig die Kraft

Am 4. Spieltag in der Basketball Champions League hat medi bayreuth seine erste Niederlage hinnehmen müssen. Im Gastspiel bei Banvit unterlag das Team um Kapitän Bastian Doreth am Mittwochabend im türkischen Bandirma mit 74:85 (38:38).

Dabei waren die Heroes Of Tomorrow über weite Strecken der Partie das klar bessere Team. Auch ohne die verletzten Assem Marei und Robin Amaize zogen die Bayreuther ihr toll anzuschauendes Offensivspiel auf und erspielten sich teils wunderschön heraus kombinierte Korberfolge. In der Verteidigung stand man zudem gut und konnte die anfangs sehr schnell herausgespielte Führung lange behaupten. Wie schon kurz vor der Halbzeit gingen die Türken durch Adonis Thomas auch am Ende des dritten Abschnitts in Führung und die 2.000 Zuschauer glaubten die Partie zugunsten ihres Teams kippen zu sehen.

Doch weit gefehlt: Die Heroes Of Tomorrow hatten noch Power und lieferten dem Champions League Finalisten der Vorsaison einen weiterhin offenen Schlagabtausch. Sechs Minuten vor dem Ende trennten beide Mannschaften ganze zwei Punkte. Doch jetzt musste medi bayreuth der hohen Intensität des Spiels Tribut zollen. Es waren zwar nur wenige Angriffe, in denen den Heroes Of Tomorrow ein wenig die Konzentration fehlte, aber diese Momente nutzten die Türken eiskalt aus. In weniger als drei Minuten zogen sie sieben Punkte davon und ließen sich das Spiel letztlich nicht mehr nehmen.

Das sagt Nate Linhart

“Wir hatten einen sehr guten Start in das Spiel, haben unsere Offensive aber nicht besonders gut ausgespielt. Vor allem im dritten Viertel hat uns das Probleme bereitet. Anfang des letzten Viertels haben wir das Momentum verloren und Banvit konnte die Führung übernehmen. Am Ende hat uns die Kraft gefehlt und wir haben das Spiel leider verloren.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Wie schon in Ljubljana begannen die Heroes Of Tomorrow mit Andreas Seiferth unter dem Korb - diesmal blieb Raoul Korner aufgrund der Verletzung von Assem Marei aber auch nur diese Möglichkeit. Und wie sie begannen! medi war an beiden Enden des Feldes konzentriert und spielte sich, auch dank zweier Steals in dieser Phase von James Robinson, eine 7:1 (3.) Führung heraus. Bis zur ersten Auszeit von Banvit (5.) gelang es sogar, beim 14:3 die erste zweistellige Führung zu erspielen. In der Folge kamen die Türken aber besser ins Spiel und konnten aufholen. medi hielt aber ganz hervorragend dagegen. Immer wieder wurde De’Mon Brooks gesucht und gefunden und beschäftigte die Verteidiger von Banvit immer wieder.

Mit 22:18 für medi bayreuth ging es in den zweiten Abschnitt, in dem neben De’Mon Brooks nun auch Gaspar Vidmar in den Fokus rückte. Der slowenische Nationalspieler nutzte seinen körperliche Überlegenheit und verschaffte sich so Freiräume. Im Abschluss war er aber schwach. Nach einem unsportlichen Foul gegen Bandirmas Neuzugang Andy Rautins konnte James Robinson erneut auf zehn Zähler Vorsprung, 18:28 (14.), erhöhen.  Das Tempo im Spiel blieb hoch und obwohl die Hausherren in der ersten Halbzeit die Bretter mit 19:13 dominierten, blieb medi weiter vorne, vor allem durch die sehr gute Feldwurfquote von 58% (Banvit 41%). In der Schlussphase der ersten Hälfte wurde es aber eng. Dies lag vor allem an Adonis Thomas, der Banvit kurz vor der Pause mit einem And One mit 38:36 in Führung warf. James Robinson konnte aber sofort im Gegenzug zum 38:38 Pausenstand kontern.

Zwei umstrittene Offensivfouls gegen Andreas Seiferth brachten medi Mitte des dritten Viertels ein wenig in Foulprobleme. Zunächst aber lief es weiterhin gut für die Heroes Of Tomorrow, bei denen De’Mon Brooks und Gabe York nun die treibenden Kräfte in der Offensive waren. Die beiden US-Amerikaner hatten großen Anteil am zwischenzeitlichen 54:48 (27.). Bei den Hausherren rückte neben Adonis Thomas, der mit der Viertelsirene zum 57:56 einnetzte, auch Damian Kulig in den Mittelpunkt. Der Pole sorgte dafür, dass Banvit die letzten drei Minuten für sich entscheiden konnte.

Auch zu Beginn des letzten Viertels schenkten sich beide Mannschaften nichts. Sechs Minuten vor dem Ende lagen beide Teams nahezu Kopf an Kopf. Während in Reihen der Türken Damian Kulig nun zum Schlüsselspieler unter den Körben avancierte und der letztjährige Finalist aus fast allen Lagen hochprozentig traf, ging die Trefferquote der Bayreuther allmählich zurück. Zudem baute Banvit Druck auf den dezimierten Kader der Heroes Of Tomorrow auf, die ab der 36. Minute letztlich abreißen lassen mussten. Mit einem 11:2 Lauf wuchs der Vorsprung der Türken vorentscheidend auf 85:72 (39.) an.

Die spielentscheidenden Faktoren

Rebounds: Es war klar - über die Rebounds sollte die Partie entschieden werden. Schon vor dem Spiel war Banvit eines der Teams, das die meisten Rebounds holt. Durch den Ausfall von Assem Marei wurde die Aufgabe, die Bretter zu kontrollieren, zur Mammutaufgabe. Am Ende holte Banvit zwar mit 36:29 nur sieben Rebounds mehr, zehn davon allerdings in der Offensive, was meist zu Punkten aus zweiten Chancen genutzt wurde. Gaspar Vidmar und Angelo Caloiaro waren mit je neun Rebounds dominierend.

Dreier: In den ersten 23 Minuten verwandelten die Türken nur zweimal von jenseits der 6,75 Meter. Danach folgten jedoch weitere sieben erfolgreiche Distanzwürfe, vier davon im letzten Abschnitt. Diese halfen Banvit, das Momentum zu übernehmen und die Partie gegen medi entscheidend zu ihren Gunsten zu drehen. Außerdem gelang es den Hausherren, ihre neun Dreier (insgesamt 50% Trefferquote) auf sieben Spieler zu verteilen. Auf Bayreuther Seite fielen am Mittwochnachmittag nur vier Dreier (25%), drei davon gingen auf das Konto von Gabe York.

Trainerstimme

Raoul Korner (medi bayreuth): “Gratulation an das Team von Banvit. Es ist immer schwer hier in ihrer Halle gegen sie zu spielen. Wir haben sehr gut begonnen. Ab dem dritten Viertel konnten wir aber unser Spiel nicht mehr so durchziehen. Sie haben vor allem in der zweiten Halbzeit Härte ins Spiel gebracht. Dadurch konnten sie sich zurückkämpfen und im letzten Viertel die Führung übernehmen. Sie haben ihre Führung dann bis zur Schlusssirene verteidigen können.”

Banvit BK vs. medi bayreuth 85:74 (18:22 - 20:16 - 19:18 - 28:18)

Banvit BK:

Thomas 23, Kulig 17, TAYLOR 16, VIDMAR 13 (9 Rebounds), Altintig 5, CALOIARO 5 (9 Rebounds), GECIM 3, RAUTINS 3 (5 Assists), Senel, Akyel, Öncel.

Dreier: Taylor 2, Thomas 2, Caloiaro 1, Rautins 1, Kulig 1, Gecim 1, Altintig 1.

medi bayreuth:

BROOKS 26 (7 Rebounds), YORK 19, ROBINSON 15, SEIFERTH 6 (7 Rebounds), LINHART 4 (8 Assists), Doreth 2, Wachalski 2, Cox 0, Amaize, Adler.

Dreier: York 3, Brooks 1.

Ausblick

Nach der Rückkehr nach Bayreuth beginnt für medi bayreuth die Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel. Auch hierfür wartet wieder eine extrem weite Anreise auf das Team von Head Coach Raoul Korner, denn es geht in den hohen Norden nach Bremerhaven. Die Partie bei den Eisbären beginnt am Sonntag, 5. November, um 15:00 Uhr in der Stadthalle Bremerhaven.