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Ein Hauch von Playoffs: medi bayreuth zu Gast bei ALBA BERLIN

Heroes Of Tomorrow sind bereit für einen heißen Tanz in der Hauptstadt

Auf einen Hauch von Playoffs darf man sich am 27. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga freuen, wenn am Freitag ab 19 Uhr die Heroes Of Tomorrow in der Bundeshauptstadt bei ALBA BERLIN zu Gast sein werden. Das Duell zwischen medi bayreuth und dem achtfachen deutschen Meister dürfte sicherlich einen Vorgeschmack auf die in wenigen Wochen beginnende und alles entscheidende Saisonphase bieten, denn würden die Playoffs heute beginnen, stünden sich beide Teams im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft gegenüber. Soweit ist es aber noch lange nicht. Nach wie vor sind alle Teams bestrebt, Sieg um Sieg einzufahren, um sich am Ende eine möglichst gute Ausgangsposition für die Postseason zu erspielen.

Während die Heroes Of Tomorrow am letzten Spieltag ihre vierte Position weiter festigen konnten und mit einem Polster von vier Niederlagen weniger auf ALBA in das Spiel in Berlin gehen, können sich die Albatrosse kaum noch einen Ausrutscher leisten, wollen sie in der Tabelle nicht noch zurückfallen. Doch genau die Tatsache, ALBA BERLIN mit einem Sieg definitiv hinter sich lassen zu können, gibt dem Team um Kapitän Bastian Doreth zusätzliche Motivation.

Motiviert und mit der schon zum Markenzeichen gewordenen Leidenschaft und Intensität will medi bayreuth den bereits neunten Sieg in fremder Halle in dieser Saison einfahren und nach über 23 Jahren einmal wieder einen Bayreuther Sieg in Berlin verbuchen.

Das sagt Raoul Korner

“Natürlich ist das Spiel in Berlin für uns ein extrem wichtiges, denn wir haben in dieser Partie die Möglichkeit, ALBA im Kampf um Platz vier vorentscheidend auf Distanz zu halten. Ihr Saisonverlauf war bislang ein wenig up and down. Klar hat es etwas gedauert, bis sie den Wegfall von Peyton Siva als Kollektiv kompensieren konnten. Siva ist ein Spieler, der sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und ein wichtiger Faktor in ihrem Spiel war. Wenn so ein Spieler herausbricht, dann dauert das naturgemäß einfach eine Zeit, bis sich die Mannschaft neu konsolidiert. Diese Phase scheinen sie jetzt weitestgehend abgeschlossen zu haben, wie die Partie zuletzt in Ulm gezeigt hat.

Insgesamt ist Berlin ein Team, in dem die Spieler eher offensiv geprägt sind, die aber dennoch in der Defensive intensiv verteidigen. Wenn es einem gelingt, diese Aggressivität zu brechen, dann ergeben sich auch Chancen zu scoren. Für uns wird der Schlüssel genau darin liegen, gegen diese Aggressivität keine Fehler zu machen, den Ball gut zu bewegen und auf unsere Chancen, die kommen werden, zu warten.

Ihre ersten Optionen in der Offensive sind nach wie vor Elmedin Kikanovic im Inside-Spiel oder Dragan Milosavljevic aus verschiedensten Situationen heraus. Mit Spielern wie Carl English haben sie aber auch Werfer im Kader, die aus Blöcken heraus sehr schnell abschließen können. Alles in allem ist Berlin eine Mannschaft, die über eine Reihe guter offensiver Waffen verfügt und vor allem auf den Flügelpositionen sehr athletisch ist.” 

Die Stützen im Team von ALBA BERLIN

Der easyCredit BBL-Allstar Elmedin Kikanovic ist mit 17,0 Punkten pro Partie der korbgefährlichste Berliner. Auch bei den Rebounds führt der 28-jährige Bosnier sein Team mit 4,8 eingesammelten Abprallern knapp vor Tony Gaffney (4,7) an. Durch seine guten Wurfquoten (59% aus dem Feld, 78% Freiwürfe) sowie den ein oder anderen Assist und Steal, weist der Center einen Effektivitätswert von 17,0 auf - der sechstbeste Wert der gesamten Liga!

Die meiste Spielzeit im ALBA-Team, nämlich im Schnitt etwas mehr als 29 Minuten, erhält der serbische Shooting Guard Dragan Milosavljevic. Dieses Vertrauen rechtfertigt der 27-Jährige, der im zweiten Jahr in Berlin spielt, mit beeindruckenden Werten in allen Statistiken: 12,7 Zähler, 3,2 Rebounds, 4,0 Vorlagen und 0,9 Steals machen den gefährlichsten Dreierschützen im Team zu einem schwer zu stoppenden Spieler, der aus allen Lagen sicher scoren kann.

Im umkämpften Hinspiel war Niels Giffey mit 14 Punkten einer der besten Albatrosse. Der 25-jährige Nationalspieler, der mit seinem Collegeteam, der University of Connecticut, zweimal die NCAA-Meisterschaft holen konnte, spielt nach der Rückkehr nach Deutschland im dritten Jahr für seinen Heimatverein. Im Schnitt ist Giffey für 7,7 Punkte und 4,0 Rebounds gut. Zudem verfügt er über ein gutes Auge und Ballhandling und weist so die wenigsten Turnover unter den Stammkräften auf.

ALBA im Kampf um Platz vier unter Zugzwang

Der achtfache Meister und neunfache Pokalsieger peilt nach Hauptrundenplatz sechs im Vorjahr und dem 0:3 gegen Frankfurt im Playoff-Viertelfinale auch in diesem Jahr die Teilnahme an der Postseason an. Seit der Premierensaison 1990/1991 hat ALBA in jedem Jahr die Playoffs erreicht - eine mehr als beeindruckende Serie.

In den letzten Wochen musste das Team von Trainer Ahmet Caki auf Spielmacher Peyton Siva verzichten, der an einer Adduktorenzerrung laboriert und zudem zur Geburt seines zweiten Kindes in die USA gereist war. Nachdem unter seiner Führung eine Serie von zehn Siegen in Folge gefeiert wurde, ging zuletzt ohne Siva nicht mehr viel.

Nur eines der letzten sechs Spiele (99:75 gegen Würzburg) wurde gewonnen. Niederlagen gab es hingegen gegen München (Liga und auch Pokal), Jena, Göttingen oder zuletzt Ulm. Im Kampf um Platz vier, den die Heroes Of Tomorrow seit mehreren Wochen eindrucksvoll verteidigen, war dies ein herber Rückschlag für ALBA. Durch das schwere Restprogramm (u.a. Oldenburg, Bamberg, Ludwigsburg) steht der Hauptstadtclub, der schon ein Spiel mehr als medi absolviert hat, am Freitag schon unter Zugzwang - falls er Platz vier und somit das Heimrecht im Viertelfinale noch erreichen will.

Das Hinspiel

Am siebten Spieltag trafen beide Teams in der ausverkauften Oberfrankenhalle aufeinander. 3.300 Zuschauer sahen ein bis in die letzte Sekunde extrem spannendes Spiel. Nach erfolgreichen Freiwürfen von Kapitän Bastian Doreth lag medi bayreuth zehn Sekunden vor dem Ende mit 98:96 in Front. Die Albatrosse hatten noch eine Chance zu antworten, doch der Dreier von Engin Atsür mit der Schlusssirene verfehlte den Korb und die Heroes Of Tomorrow konnten ihren sechsten Sieg in Serie feiern. Hinter De’Mon Brooks mit 20 Zählern scorten Nate Linhart, Andreas Seiferth und Assem Marei mit je 14 sowie Kyan Anderson und Trey Lewis mit je zehn Punkten zweistellig. Elmedin Kikanovic war mit 19 Zählern bester Werfer des Hauptstadtclubs.

Ewige Bundesliga-Bilanz

64 Spiele – 24 Siege / 39 Niederlagen / 1 Unentschieden!

in Bayreuth: 15-15 / in Berlin: 9-24

Letzter Auswärtssieg:

11. März 1994 - ALBA BERLIN vs. Steiner Bayreuth 87:95 (46:51)

Live dabei in der Mercedes-Benz Arena

Das SPiel von medi bayreuth bei ALBA BERLIN wird wie gewohnt bei Telekom Basketball im HD-Stream übertragen. Auch Radio Mainwelle und Radio Galaxy Bayreuth berichten live und in voller Länge.