“Ein unvergesslicher Abend” - medi feiert 6. Sieg in Serie

Heroes Of Tomorrow begeistern beim 98:96-Krimi gegen ALBA BERLIN

Der Six-Pack ist perfekt! Die Bundesliga Basketballer von medi bayreuth holen sich den sechsten Sieg in Folge, aber viel spannender hätte es nicht sein können! Bis in die letzte Sekunde hatten sowohl medi bayreuth, als auch ALBA BERLIN in der ausverkauften Oberfrankenhalle die Möglichkeit, die erste Partie des 7. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga für sich zu entscheiden. 39 hochklassige und packende Minuten lagen hinter beidem Mannschaft, als es in die letzten 60 Sekunden ging.

Engin Atsür hatte die Gäste mit einem Dreier zum 96:95 gerade in Front geworfen und damit für den mittlerweile 15. Führungswechsel der Partie gesorgt. Die Heroes Of Tomorrow konterten mit Nate Linhart, der 48 Sekunden vor dem Ende von der Freiwurflinie ausgleichen konnte. Nachdem Peyton Siva gleich zwei Chance zur erneuten ALBA-Führung ausgelassen hatte, kam 10 Sekunden vor dem Ende der Partie der große Moment für medi-Kapitän Bastian Doreth. Nach Foul von Atsür ging er an die Freiwurflinie, wo er beide Würfe zum 98:96 verwandelte. Dieser 16. Führungswechsel sollte auch der letzte bleiben, denn der anschließende Dreier von Engin Atsür Sekunden vor dem Ende verfehlte sein Ziel.

Was dann folgte war kollektiver Jubel: Frenetisch feierten die 3.300 Fans ihr Team, das in 40 spektakulären Minuten gegen das Spitzenteam von ALBA BERLIN wahrlich über sich hinausgewachsen war und mit dem festen Glauben an den sechsten Sieg in Serie aufgespielt und genau diese Ziel auch umgesetzt hat.

Dabei war auch gegen den Hauptstadtclub einmal mehr eine geschlossene Mannschaftsleistung Trumpf bei medi bayreuth. Über die gesamte Spielzeit ließ sich das medi-Team nicht aus dem Konzept bringen, hielt zusammen, blieb zielstrebig, hellwach, stark und triumphierte letztlich mit einem knappen - aber verdienten 98:96 (46:48) Erfolg.

Das sagen Bastian Doreth und Steve Wachalski

Bastian Doreth: “Ich glaube, wir können auf jeden Fall mit unserer Leistung zufrieden sein, auch wenn ich denke, dass es defensiv ein Rückschritt war. Das haben wir diese Saison schon besser gemacht, aber ALBA BERLIN spielt offensiv auch nicht so verkehrt. Von daher haben wir ein paar Punkte zu viel zugelassen. Vor allem Innen haben die Großen einen super Job und zusammen 60 Punkte gemacht. Ich habe nicht ganz verstanden, warum ich am Ende gefoult wurde. Den ersten Freiwurf habe ich mit Glück reinbekommen, aber das haben wir uns heute auch verdient gehabt. Beim zweiten war ich mir dann relativ sicher. Es ist ein schönes Gefühl und war an der Zeit, dass wir auch einmal einen großen Gegner schlagen! Jetzt haben wir das Wochenende frei und ab Montag geben wir wieder Vollgas. Hier muss ich auch einmal das Team loben: Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach fünf Siegen in Folge in jedem Training so hart arbeitet. Das macht uns definitiv besser!”

Steve Wachalski: “Als Engin Atsür am Ende abgedrückt hat, habe ich mir fast in die Hose gemacht, denn er hat vorher alle seine Dreier getroffen. Aber manchmal muss man halt auch Glück haben, und das Glück haben wir uns heute verdient. Wir haben wieder als Einheit gespielt und nie aufgegeben. Außerdem haben wir viel Selbstvertrauen, ohne aber zu überdrehen. Der Trainer und wir als Team schaffen es sehr gut, nicht abzuheben, aber dadurch zu profitieren.”

medi startet gut, ALBA zieht nach

Die Heroes Of Tomorrow begannen hochkonzentriert und profitierten von den Anlaufschwierigkeiten, die ALBA zunächst hatte. Vor allem ein Bayreuther war anfangs Dreh- und Angelpunkt: De’Mon Brooks. Elf Punkte steuerte der Power Forward zum 15:9 (5.) bei. Erst danach wurden die Gäste aktiver und fanden besser zu ihrem Spiel (17:15/7.). Dem 19:15 von Assem Marei folgte eine Berliner Auszeit. Hier fand Trainer Ahmet Caki offensichtlich die richtigen Worte. Ein Dreier von Dominique Johnson brachte die Gäste 39 Sekunden vor Viertelende beim 20:19 erstmals in Führung.

Im zweiten Abschnitt blieben die Albatrosse zunächst hauchdünn vorne. Mit vier Zählern in Serie sorgte Robin Amaize für das 27:26 (13.), doch Berlin schlug eindrucksvoll zurück. Einen 7:0 Lauf der Gäste schloss Niels Giffey mit dem 35:30 (15.) ab, die höchste ALBA-Führung der Partie. Dies reichte den Albatrossen, um mit einem knappen Vorsprung in die Pause zu gehen, denn auch auf  zwei Lewis-Dreiern zum 43:43 (19.) wusste der Pokalsieger die passende Antwort. Im Endspurt vor der Pause war es erneut der reboundstarke Niels Giffey, der die 48:46 Pausenführung für ALBA einnetzte.

Zwei Teams auf absoluter Augenhöhe

Die zweite Halbzeit war eine Werbung für den Basketball in der easyCredit BBL! Mit fast jedem Angriff wechselte nun die Führung. Beide Teams schenkten sich nichts und spielten mit viel Körpereinsatz. Bis zum 54:55 von Engin Atsür war das Spiel ausgeglichen, ehe Assem Marei mit zwei schnellen Körben für das 59:54 (25.) sorgte. ALBA antwortete durch einen Siva-Dreier, doch Nate Linhart legte doppelt zum 63:57 (26.) nach. Beide Mannschaften trafen nun hochprozentig. medi verteidigte seinen knappen Vorsprung. Nach dem 72:66 (28.), das De’Mon Brooks an der Freiwurflinie sicher stellte, waren wieder die Gäste am Drücker. Noch in der gleichen Minute verkürzte Peyton Siva auf 70:72. Dennoch blieben die Heroes Of Tomorrow vorne, Trey Lewis schloss das Viertel mit dem 77:73 ab.

Dreieinhalb Minuten benötigte ALBA, um den Rückstand erneut wettzumachen. Dominique Johnson ließ die kleine mitgereiste Fankolonie beim 80:80 jubeln - doch kurz darauf feierten wieder die medi-Fans: Ein Dreier von Nate Linhart sorgte für das 87:82. ALBA ließ sich nicht abschütteln. Ganz im Gegenteil: nun trafen auch die Berliner gut von jenseits der 6,75 Meter und 53 Sekunden vor dem Ende dreht Engin Atsür mit einem weiteren Dreier das Spiel nochmals und erzielte den 96. und damit auch letzten Punkt der Albatrosse, während medi noch insgesamt drei Zähler durch Linhart und Doreth zum 98:96 Endstand im Berliner Korb versenken konnte.

Trainerstimmen

Ahmet Caki (ALBA BERLIN): “Ich möchte beiden Teams zu ihrer Leistung gratulieren. Sie haben bis zur letzten Sekunde am Limit gespielt. Bis zum Ende war das Spiel vollkommen offen, beide hätten gewinnen können. Wir hatten nur wenig Zeit, um uns auf das Spiel vorzubereiten und wussten, dass Bayreuth ein gutes Trainerteam und einen guten Kader hat. Sie haben schon vor diesem Spiel gute Leistungen gezeigt. Wir wollten eine etwas bessere Defensive spielen, nicht 98 Punkte zulassen. Meine Spieler haben ihr Bestes gegeben, vor allem Dragan Milosavljevic, dem übel war, der aber das Team als Kapitän geführt hat. Wir haben guten Charakter gezeigt, auch wenn wir nicht gewonnen haben. Wir sind nach der Niederlage im Eurocup gut zurückgekommen und das hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Ich möchte mich meinem Kollegen anschließen. Auch von meiner Seite Gratulation an beide Teams! Es war ein harter Fight, es waren zwei Teams, die sich nichts geschenkt haben. Wenn man auf den Statistikbogen sieht dann sieht man fast identische Statistiken. Hohe Intensität, hohe Trefferquoten auf beiden Seiten. Beide Teams haben gezielt die Schwachstellen des Gegners attackiert. Es war ein sehr attraktives Spiel, vor allem für Offensivliebhaber. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Zuschauern bedanken, es war eine ganz fantastische Atmosphäre. Vielleicht hat das am Ende den Unterschied ausgemacht, dass der eine Wurf fällt und der andere nicht. Es war ein unvergesslicher Abend für alle, die hier waren. Ich gehe davon, dass wir die Halle demnächst wieder voll bekommen. Meinem Team muss ich ein riesiges Kompliment machen, wie sie die Nerven bewahrt hat. Es war nicht immer leicht, die Contenance zu wahren in diesem Spiel. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und einen Sieg errungen, der letztendlich dem Team gelungen ist, das das Glück auf seiner Seite hatte. Aber das Glück kommt immer zu dem, der es verdient hat. Die fünf Siege in Folge waren uns anzumerken, das Team hat eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Meine Aufgabe ist es nun, dass das Selbstvertrauen nicht zum Übermut auswächst. Da mache ich mir bei meinen Burschen aber keine Sorgen!”

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN 98:96

( 21:22 - 25:26 - 31:25 - 21:23 )

medi bayreuth: BROOKS 20, Marei 14 (8 Rebounds), SEIFERTH 14, LINHART 14 (8 Rebounds), LEWIS 10, ANDERSON 10 (5 Assists), Wachalski 8, Doreth 4, Amaize 4. Nicht eingesetzt: Trieb, Dejworek, Adler.

Dreier: Linhart 2, Wachalski 2, Lewis 2, Anderson 1.

ALBA BERLIN: KIKANOVIC 19, Giffey 14 (9 Rebounds), Siva 14 (6 Assists), JOHNSON 14, Atsür 13, Radosavljevic 8, CARTER 6, AKPINAR 5, MILOSAVLJEVIC 3. Nicht eingesetzt: Malu, Schneider, Vargas.

Dreier: Atsür 3, Johnson 2, Siva 2.

Schiedsrichter: Madinger, Krause, Kindervater.

Alle Statistiken unter http://www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2016-10-28-bay-ber

Fotos: Ochsenfoto.de