Gerne im November nach Teneriffa und natürlich auf jeden Fall wieder Playoffs!

medi-Center Andreas Seiferth im ausführlichen Sommer-Interview

Für die Heroes Of Tomorrow lief die vergangenen Bundesligasaison nahezu perfekt. Platz vier nach der Hauptrunde und die damit verbundene Playoff-Teilnahme hätte dem Team von Head Coach Raoul Korner im Vorfeld der Serie wohl keiner zugetraut.

Eine nahezu perfekte Saison hatte dann aber letztlich doch einen Pechvogel: Center-Spieler Andreas Seiferth. Kurz vor den Playoffs zog sich der längste Bayreuther eine Ellenbogenverletzung zu, die ihn in der entscheidenden Saisonphase auf Eis legte.

Jetzt knapp zwei Monate nach dem letzten Playoff-Spiel haben wir mal nachgefragt …

Andreas, was macht denn dein rechter Arm?

Der Arm fühlt sich gut an und auch von Seiten der Ärzte ist alles wieder in Ordnung. Ich bin jetzt seit so ein, zwei Wochen wieder im Training und in der Reha mit unserem Physo Kevin Schneider vor allem, aber auch mit unserem Athletiktrainer Richi Latzel. Nachdem der Arm ja acht Wochen ohne Belastung war, trainiere ich jetzt wieder was ran und ich bin wirklich froh, dass es vorangeht. Natürlich trainiere ich noch ohne Kontakt, also kein eins-gegen-eins oder zwei-gegen-zwei, nur werfen und vor allem Sachen für die Beinschnelligkeit. Manche Bewegungen müssen noch ein wenig eingeschliffen werden, aber ich bin guter Dinge, schließlich habe ich zum Glück ja noch etwas mehr als vier Wochen bis es wieder losgeht.

James Robinson heißt unser erster Neuzugang. Was hältst du von ihm?

Ich habe ein paar Videos von ihm gesehen, was man halt so im Netz findet auf den ersten Klick. Auch seine Stats habe ich mir einmal angeschaut und auch die Presseberichte. Das hat sich alles doch ganz ordentlich gelesen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den jungen Mann. Kontakt hatten wir aber noch nicht.

Mit dir, Nate, De’Mon, Assem, Basti, Steve und Robin sind ja gleich sieben Spieler aus der letztjährigen Mannschaft noch an Bord. Wie groß kann dieser Kontinuitäts-Vorteil sein?

Unser Ziel muss natürlich erst einmal sein, dass wir das, was wir letzte Saison aufgebaut haben, um zwei bis drei Schritte verbessern. Natürlich wird es einige Zeit dauern, bis wir da sind, wo wir am Ende der Serie waren, aber dann können wir dank der Kontinuität genau darauf aufbauen. Den Neuen müssen wir vermitteln, wie wir arbeiten, wie es gut funktioniert hat und wie wir erfolgreich waren. Da vertraue ich aber voll und ganz auf den Coach, dass er genau die Typen holt, die perfekt ins Team passen und bereit sind, mit uns am selben Strang zu ziehen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Coach wie im letzten Jahr alle bis zum Start der Vorbereitung zusammen hat. Das würde es noch ein wenig einfacher machen, auch wenn wir wahrscheinlich wieder auf Basti und auch noch ein paar Tage auf Robin verzichten müssen, der mit der A2-Nationalmannschaft noch unterwegs sein wird.

Seid ihr im Anschluss ans Fanfest auf dem Herzogkeller alle euren eigenen Weg gegangen, oder habt ihr in den letzten beiden Monaten doch auch immer mal wieder Kontakt gehabt?

Natürlich halten wir Kontakt. Zu manchem mehr, zu manchem weniger, auch klar. Zu Basti, Robin und Nate natürlich am meisten, aber auch mit Assem, De’Mon und Trey habe ich noch ein bisschen geschrieben. Also man schickt sich da schon immer mal wieder ein paar Fotos oder ein kleines Video was man gerade so macht und bleibt so in Kontakt. Bei mir ist der Sommer durch die Verletzung diesmal natürlich auch ein wenig anders verlaufen, da ich ja schon recht früh wieder hier in Bayreuth in der Halle und im Kraftraum stand. Da habe ich vielleicht diesmal mit den Jungs ein wenig mehr geschrieben, als wenn ich erst einmal zwei oder drei Wochen in den Urlaub gefahren wäre. Ja und Steve sehe ich jetzt hier schon wieder beim Training.

Wie groß, glaubst du, wird der Erfolgsdruck nach der letzten Saison mit Platz vier sein?

Natürlich wird man immer am letzten Jahr gemessen und klar ist auch, dass wir genauso erfolgreich spielen wollen. Ich glaube, wir werden auch in diesem Jahr so in die Saison gehen, wie wir das im letzten Jahr getan haben und Spiel für Spiel angehen, vor allem natürlich in der Champions League, was ja noch Neuland für uns ist. Gerade, weil es in dieser Saison so viele Spiele sind, müssen wir einfach schauen, dass wir in keinen Negativ-Strudel kommen, wenn es einmal nicht so gut laufen sollte. Aber auch da bin sehr zuversichtlich, dass wir das mit unserer guten Teamchemie ähnlich schnell wieder in den Griff bekommen, wie im letzten Jahr nach dem Spiel in Braunschweig. Deshalb machen wir uns selbst keinen großen Druck.

Was wird drin sein für medi bayreuth in der BBL?

Es ist vielleicht noch ein wenig früh um das abzusehen, da ja viele Teams noch gar nicht stehen. Für mich persönlich steht auf jeden Fall fest, dass wir wieder Playoffs spielen müssen, weil ich sie letztes Jahr ja verpasst habe. Da führt kein Weg drumherum! Zum anderen müssen wir schauen, dass wir wieder unsere Heimstärke aus der letzten Saison finden.

Viele Top-Teams wie Bamberg, Ulm, Bayern oder auch Oldenburg werden ein komplett neues Gesicht haben in der neuen Saison. Wer sind für dich die Favoriten?

Alle die du gerade genannt hast muss man dazurechnen. Vor allem aber Bamberg und Bayern wird es wieder zu schlagen gelten. Auch Ulm mit Ryan Thompson oder Oldenburg mit Mahalbasic haben schon erste sehr gute Nachfolger gefunden. Also die muss man auch immer auf der Rechnung haben, wie auch Bonn mit Julian Gamble. Ich glaube aber auch, dass wir uns da nicht verstecken brauchen, gerade weil wir eben den Kern unserer erfolgreichen Mannschaft gehalten haben.

Kommen wir zum internationalen Geschäft: was ist möglich in der Basketball Champions League?

Wir werden sehen. Jetzt bin ich erst einmal gespannt auf die Auslosung in der nächsten Woche und hoffe, dass wir nicht nach Sibirien fliegen müssen. Ansonsten sind natürlich viele interessante Mannschaften dabei und ich freue mich auf die Spiele unter der Woche.

Am Dienstag wird in Genf ausgelost. Sportlich, oder vielleicht auch nur vom Land oder der Stadt ausgehend, wen würdest du dir als Gruppengegner wünschen?

Diese ganzen Traditionsvereine, wie zum Beispiel Aris oder PAOK Thessaloniki wäre schön. Nach Teneriffa fliegt man so im späten November aber sicherlich auch gerne einmal hin. Aber auch Italien oder die gesamte Balkanregion wäre auch gut. Wenn es Russland sein muss, dann vielleicht nur nach St. Petersburg und nicht nach Krasnoyarsk. 

Bundesliga und Champions League … insgesamt also 48 Spiel … permanente englische Wochen. Das wird was die Belastung angeht doch eine ganz andere Nummer als letzte Saison!

Genau. Das Mehr an Spielen wird durch etwas weniger Training kompensiert, aber gerade die weiten Reisen zu den Auswärtsspielen werden schon anstrengend. Egal. Ich freue mich sehr auf die neue Saison und die Champions League!

Foto: Tom Schwarz

Foto: Christian Haberkorn

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Foto: Ochsenfoto

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