Fotos: Ochsenfoto

Geschafft! HEROES OF TOMORROW fahren ersten Saisonsieg ein

medi bayreuth gewinnt im FIBA Europe Cup gegen Sigal Prishtina mit 97:89

Die Erleichterung war allen im Team von medi bayreuth nach Spielende anzusehen, nachdem am Mittwochabend im FIBA Europe Cup der erste Sieg der Saison eingefahren werden konnte. Mit 97:89 (56:45) besiegten die HEROES OF TOMORROW vor 2.183 Zuschauern in der Bayreuther Oberfrankenhalle den amtierenden kosovarischen Meister Sigal Prishtina und glichen ihre europäische Bilanz nach der Auftaktniederlage vergangene Woche in Ventspils somit wieder aus.

Insgesamt konnten die Gäste aus Prishtina zwar drei der vier Viertel für sich entscheiden, doch bis auf die letzten Sekunden des ersten sowie den Start ins zweite Viertel lag das Team von Head Coach Raoul Korner permanent in Führung. Bis auf 16 Zähler (51:35) konnte sich medi zwischenzeitlich sogar absetzen, ehe die Gäste in der 25. Minute auf 62:60 wieder bedrohlich heran kamen. Hier aber behielt medi kühlen Kopf. Angeführt von James Robinson, Bastian Doreth und Nate Linhart behauptete man die Führung und zog durch einen fulminanten Dunking von Lukas Meisner (inklusive Bonusfreiwurf) wieder auf 71:61 (27.) davon.

Am Ende stand ein verdienter Heimsieg für medi bayreuth, der nicht nur beim Blick auf die Punkteverteilung als gute Mannschaftsleistung bewertet werden darf.

Das sagt Reid Travis (medi bayreuth):

“Es fühlt sich wirklich toll an, endlich den ersten Sieg geschafft zu haben. Ich bin der Meinung, dass wir die komplette Saison über schon sehr hart trainiert haben, jedoch bisher leider nicht in der Lage waren, es im Spiel in einen Sieg umzuwandeln. Es ist gut zu wissen, dass die harte Arbeit, die wir Tag für Tag leisten, sich endlich auch einmal auszahlt. Jetzt müssen wir wieder trainieren, wieder das machen, was uns verbessert, damit wir weiterhin diese enorm wichtigen Siege einfahren können. Wir müssen die Vergangenheit hinter uns lassen und weiter nach vorne schauen. 

Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich so gut ins Spiel gekommen bin. Meine Teamkollegen haben mich gut gefunden. Ich habe einfach versucht so hart zu arbeiten, wie es mir möglich war, mich gut frei zu spielen und mich einfach unter dem Korb präsent zu machen. Uns war durchaus bewusst, dass Prishtina eine eher etwas unorthodoxe Defensive spielen würde. Manchmal war es wirklich schwer zu sagen, ob sie gerade Zonen- oder Mann-Mann-Verteidigung spielten. Wir wurden aber im Training gut darauf vorbereitet!”

Warum es so lief, wie es lief:

Gut wollte das Team von Head Coach Raoul Korner in die Partie gegen die Kosovaren starten und mit der Umstellung in der Startformation (Seiferth gemeinsam mit Travis auf dem Parkett) gelang dies auch (11:2/5.). Vor allem Reid Travis schien es neben Andreas Seiferth besonders gut auf dem Feld zu gefallen und so sammelte der Center bereits bis zur Pause starke 14 Zähler. Insgesamt spielten die HEROES OF TOMORROW im Angriff gut zusammen. Der Ball lief und das Scoring verteilte sich auf viele Schultern. 

So blieb es über die gesamte Spielzeit, so dass medi bayreuth am Ende gleich sechs Spieler mit zweistelliger Punktausbeute hatte. Neben Woodard 17, Seiferth 16, Travis 16 und Linhart 12 taten vor allem die Punkte von der Bank durch Lukas Meisner (11) und Evan Bruinsma (15) dem medi-Spiel sehr gut.  

Bei den Gästen aus Prishtina war es in der ersten Halbzeit hingegen nur ein Spieler, der in der Offensive permanente Gefahr ausstrahlte. Dardan Berisha hatte bereits zur Pause 22 seiner letztlich 30 Punkte auf dem Konto. Auch Center Fahro Alihodzic konnte mit 15 Punkten und 15 Rebounds sein zweites Double Double in dieser FIBA Europe Cup Saison auflegen, ansonsten hatte das medi Team den kosovarischen Meister aber gut im Griff.

Sowohl das Duell unter den Brettern (39:36 Rebounds) sowie die geringere Fehlerquote (11:15 Ballverluste) sprachen am Ende des Spiels zugunsten von medi bayreuth.

Die Trainerstimmen:

Bujar Loci (Head Coach Sigal Prishtina): „Ich denke, dass es insgesamt kein schlechtes Spiel von uns war und ich bin trotz der Niederlage stolz auf meine Spieler. Es war keine leichte Reise für uns nach Bayreuth, denn wir waren über 12 Stunden unterwegs. Meine Spieler erschienen mir müde, was natürlich der langen Reise geschuldet war. Das war aber natürlich nicht der einzige Grund, weshalb wir die Partie verloren haben. medi bayreuth ist eine gute Mannschaft, die es absolut verdient hat, heute zu gewinnen. Ich will auch gar keine Ausreden finden, warum meine Mannschaft die Partie verlor hat, aber ich bin der Meinung, dass uns die lange Reise in den Knochen gesteckt und wir deshalb sehr müde agiert haben.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Herzlichen Glückwunsch an meine Mannschaft, die in einer nicht einfachen Situation, in der wir uns gerade befinden, es heute von Anfang an geschafft hat, mental und physisch im Spiel zu sein. Wir haben eigentlich vom Beginn des Spiels an das gemacht, was wir uns auch vorgenommen hatten. Prishtina ist ein sehr unangenehm zu spielender Gegner, der eine ganz klar definierte Rollenverteilung hat. Sie besitzen einen überragenden Scorer, der uns auch heute vor schwierige Aufgaben gestellt hat. Uns unterliefen vor allem in der ersten Halbzeit in der Defensive ein paar Schlampigkeiten, im zweiten Spielabschnitt gelang es uns dann aber besser, diese abzustellen. Ansonsten war es sowohl defensiv als auch von der Intensität her in Ordnung. Unser Schlüssel in der Offensive lag darin, den Ball zu bewegen. Ihnen ist sicherlich nicht entgangen, dass Prishtina defensiv stark variiert und damit der Offensive sehr viele verschiedene Aufgaben gibt. Hier geht es dann wirklich darum, den Ball zu bewegen, den freien Mann zu finden und nicht zu ungeduldig zu sein, was uns eigentlich ganz gut gelungen ist. 28 Assists sprechen auch eine eindeutige Sprache. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um ein riesen Dankeschön an unsere Fans zu richten. Es ist absolut nicht selbstverständlich in so hoher Zahl, gerade da das Spiel unter der Woche war, den Weg in die Halle zu finden. Danke an alle, die uns gerade jetzt in dieser schwierigen Phase unterstützen, dies ist für uns enorm wichtig, denn letztendlich gibt es zwei Optionen: Entweder die Fans unterstützen uns, oder man haut auf die Mannschaft. Wer sich hier noch unschlüssig ist, dem sei gesagt, dass man uns mehr hilft, wenn man uns unterstützt. Danke an alle, die das tun, schon getan haben, oder noch tun werden. Für uns ist es ein Beginn, aber es kann im Moment noch nicht mehr sein, das heißt, unsere Entwicklung muss weiter in eine positive Richtung gehen und dann werden wir auch wieder in ruhigere Gewässer gelangen.”

medi bayreuth vs. Sigal Prishtina 97:89 (25:26 - 31:19 - 19:21 - 22:23)

medi bayreuth: ROBINSON 3 (8 Rebounds / 11 Assists), WOODARD 17, Doreth 3, SEIFERTH 16, Meisner 11, Alford 0, TRAVIS 16, Raffington, Bruinsma 15, LINHART 12, Grüttner Bacoul 4.

Sigal Prishtina: MYLES 14, Wade 5, AZEMI 8, Ismaili, Memeti, Rugova 6, TMUSIC 11, Jakupi, BERISHA 30 (7 Assists), ALIHODZIC 15 (15 Rebounds).

Der Ausblick:

Schon am kommenden Samstag, 2. November, bietet sich für die HEROES OF TOMORROW die nächste Möglichkeit, ihren Aufwärtstrend zu bestätigen. In der easyCredit Basketball Bundesliga geht es für medi bayreuth dann zu den FRAPORT SKYLINERS nach Frankfurt. Jump in der FRAPORT Arena zur Partie des 6. Spieltages für das Team von Head Coach Raoul Korner ist um 18:00 Uhr.