Fotos: Ulf Duda

Grandiose Saison endet im Playoff Viertelfinale in Oldenburg

Heroes Of Tomorrow unterliegen in Spiel vier mit 86:94 und in der Serie mit 1:3

Was für eine Playoff-Serie! Auch wenn es am Ende für die Heroes Of Tomorrow in Spiel 4 im Playoff Viertelfinale bei den EWE Baskets Oldenburg nicht ganz gereicht hat, die Serie nochmals nach Bayreuth zurück zu holen.

Auf das Erreichte darf das Team, dürfen die Fans, darf die gesamte Organisation mehr als stolz sein! Wie im gesamten Saisonverlauf, so gaben die Heroes Of Tomorrow auch im vierten Playoff Viertelfinalspiel in der mit 6.000 Zuschauern erneut ausverkauften EWE Arena zu keinem Zeitpunkt der Partie auf und hatten ein durchaus gute Chance, den in Spiel eins der Serie verlorenen Heimvorteil durch einen Auswärtssieg in Niedersachsen wieder zurückzuholen.

Am Ende waren es allerdings verschiedene Kleinigkeiten, die den Ausschlag zugunsten der Donnervögel gaben. In einer packenden Partie setzten sich die EWE Baskets mit 94:86 (47:46) durch und zogen so als erstes Team in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ein.

Den Abschluss unter eine eindrucksvolle Saison, in der die Heroes Of Tomorrow sensationelle 22 Siege erspielten und nach 21 Jahren einmal wieder die Playoffs erreichten, bildet am Freitag, 19. Mai, ab 17 Uhr das Fanfest auf dem Herzogkeller. Dabei verabschiedet sich das gesamte Team von den Fans - und dank der Aktion “Jeder Rebound a Worscht” gibt es über 700 Paar Bratwürste, zusammen mit einem Seidla Bier.

Das sagt Trey Lewis

“Es sind so viele verschiedene Gefühle, die mir gerade durch den Kopf gehen. Zum einen bin ich natürlich traurig, dass die Saison zu Ende ist, aber auf der anderen Seite bin ich auch sehr sehr stolz auf jeden einzelnen meiner Mannschaftskameraden. Ich liebe diese Mannschaft und es ist einfach hart, dass unsere Saison zu Ende gegangen ist. Natürlich bin ich aber auch stolz auf diese Saison, die wir gespielt haben.

Der eine Dreier kurz vor Schluss, den ich verworfen habe, hätte das Spiel wieder ausgeglichen. Nate hat das ganz hervorragend gemacht, mich ganz frei gefunden. Normalerweise ist das ein Wurf, den ich mache. Insofern tut es schon ein wenig weh, dass ich nicht getroffen habe. Wir haben aber immer weiter gekämpft und niemals aufgegeben. Genau das hat diese Mannschaft in diesem Jahr zu einer großartigen gemacht. Genau das ist der Grund, warum wir in den Playoffs standen, warum wir so viele Spiele in dieser Saison gewonnen haben. Wir haben die gesamte Saison über gekämpft. Heute hat es zwar nicht ganz gereicht, aber wir können stolz darauf sein, wie wir gespielt haben.”

Die Partie kurz zusammengefasst

Spiel 4 begann - wieder einmal - mit einer Führung der Heimmannschaft: Oldenburg legte in Person von Maxime de Zeeuw vor, der Power Forward erzielte neun Punkte, 11:4 (4.) für die EWE Baskets. Dann kam medi ins Spiel. Nach einem Linhart-Dreier hieß es nur noch 10:14 (5.). Oldenburg konterte, auch Rickey Paulding traf von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Auch in der Folge hatten die Donnervögel die Nase immer leicht vorne und bauten die Führung aus. 26:17 (9.) hieß es nach Punkten von Philipp Schwethelm - der größte Vorsprung des Abends. Noch vor der Pause verkürzten die Heroes Of Tomorrow, Kyan Andersons Freiwürfe bedeuten das 22:26.

medi blieb zu Beginn des zweiten Abschnitts auf Erfolgskurs. Punkt um Punkt holte medi bayreuth auf, De’Mon Brooks verkürzte auf 28:30 (12.). Aber auch nun antwortete Oldenburg passend - Dreier De Zeeuw. Die Partie blieb offen und kippte sogar kurzzeitig. Zwei Dreier in Serie durch Robin Amaize und Nate Linhart brachten die 44:43 Führung (18.) der Heroes Of Tomorrow. Erst kurz vor der Halbzeit konnten die Niedersachsen durch zwei Lockhart-Freiwürfe eine knappe 47:46 Pausenführung erzielen.

Zurück aus der Pause blieb die Partie mehr als spannend. Die Gastgeber konnten sich zunächst mit 53:48 (14.) absetzen, aber medi steckte nicht auf. Vier Minuten vor dem Viertelende verkürzte Kapitän Bastian Doreth auf 59:61, doch erneut folgte die Oldenburger Antwort im Gegenzug. Maxime de Zeeuw war einmal mehr erfolgreich. Nun kamen die Heroes Of Tomorrow jedoch allmählich in Foulprobleme auf den großen Positionen. De’Mon Brooks musste sein viertes Foul hinnehmen. Trotzdem blieben die Burschen von Head Coach Raoul Korner offensiv dran. Robin Amaize setzte per Dreier den Schlusspunkt zum 65:66.

Das Schlussviertel begann mit zwei 3-Punkt-Spielen von Rickey Paulding und Brian Qvale, nun hatte auch Assem Marei vier Fouls. In der 35. Minute verkürzte der Topscorer der Partie, Nate Linhart, per Dreier auf 72:77, doch im Gegenzug stand Philipp Schwethelm am Perimeter frei - 80:72. In der Folge war es Kyan Anderson, der medi im Spiel hielt, doch die Gastgeber agierten clever. Assem Marei war mittlerweile ausgefoult und so konnte Brian Qvale die Freiräume unter dem Korb nutzen. 84 Sekunden vor dem Ende netzte der Center zum 87:82 ein. In den letzten Sekunden ließen sich die Donnervögel dann an der Freiwurflinie den Sieg und den damit verbundenen Einzug ins Playoff Halbfinale nicht mehr nehmen.

Drei Fakten zum Spiel

Nate Linhart: Auch im vierten Playoffs-Spiel gehörte der Small Forward, der auch im kommenden Jahr das medi-Trikot tragen wird, zu den Stützen der Mannschaft. Mit einigen Zauberpässen setzte er sechsmal seine Mitspieler in Szene, dazu holte er neun Rebounds. Mit insgesamt 19 Punkten war der 30-Jährige im letzten Spiel der erfolgreichen Saison bester Werfer der Mannschaft und erhielt dafür Sekunden vor Spielende bei seiner Auswechslung ein Sonderlob von Raoul Korner.

Foulproblematik: Erstmals in der Serie hatte medi mit den persönlichen Fouls zu kämpfen. Clever setzten sich die Oldenburger ein ums andere mal in Szene und zwangen die Oberfranken zu Fouls. Vor allem Assem Marei und De’Mon Brooks hatten in der entscheidenden Phase der Partie Foultrouble. Der Ägypter musste sogar vorzeitig vom Parkett. Auch Trey Lewis musste im Schlussviertel sein viertes Foul hinnehmen und so in der Verteidigung vorsichtiger agieren. Die EWE Baskets nutzten diesen Vorteil zu wichtigen Punkten in der Crunchtime.

Heimvorteil: Dreimal in vier Spielen war der Heimvorteil ein entscheidender Faktor in dieser engen Viertelfinalserie. Lediglich der Auswärtssieg der EWE Baskets in Spiel 1 machte am Ende den Unterschied im Vergleich Vierter gegen Fünfter. Mit 6.000 Fans in der ausverkauften EWE Arena hatten die Donnervögel im vierten Spiel einen entscheidenden und lautstarken Faktor im Rücken. Immer, wenn die Heroes Of Tomorrow eine Aufholjagd starteten, sorgten die Anfeuerungsrufe von den Rängen dafür, dass sich Oldenburg wieder einen Vorteil verschaffen konnte.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwünsche an Coach Drijencic, an die Mannschaft und die ganze Stadt Oldenburg zum Sieg in der Viertelfinal-Serie. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der zum richtigen Zeitpunkt seinen besten Basketball gespielt hat. Wir haben im ersten Spiel den Heimvorteil nicht halten können und nun die Chance auf ein fünftes Spiel verpasst. Worauf ich sehr stolz bin: Wie meine Burschen sich über eine ganze Saison hinweg verkauft haben, wie sie eine ganze Organisation und Stadt aus dem Dornröschenschlaf geweckt haben und diesen Spirit auch in die Liga transportiert haben. Dafür gebührt jedem einzelnen Spieler - aber nicht nur denen, denn da hängt ja noch ein bisschen mehr dahinter - allergrößter Respekt!”

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): “Viele haben gedacht, diese Serie wird eventuell einfacher, weil Andreas Seiferth ausgefallen war. Coach Korner hat das aber mit seinen taktischen Maßgaben aufgefangen und seine Jungs haben diese sehr gut umgesetzt. Nur Bamberg und Ulm haben in Bayreuth gewonnen. Daran kann man sehen, wie schwer diese Aufgabe für uns war. Die Serie war extrem hart, die Spieler haben sehr viel investieren müssen. Wir wurden dafür belohnt und stehen nun im Halbfinale.”

EWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth 94:86 ( 28:22 - 19:24 - 19:19 - 28:21 )

EWE Baskets Oldenburg: DE ZEEUW 18, PAULDING 18 (6 Assists), Schwethelm 16, QVALE 15, C. KRAMER 8 (12 Rebounds, 6 Assists), MASSENAT 8, Duggins 7, Freese 2, Lockhart 2, D. Kramer 0, Mädrich, Wimberg.

Dreier: Schwethelm 3, De Zeeuw 2, Paulding 1.

medi bayreuth: LINHART 19, LEWIS 18, Anderson 16, Amaize 12, MAREI 10, BROOKS 9, DORETH 2, Gonzalvez 0, Adler 0, Wachalski 0, Trieb.

Dreier: Amaize 2, Lewis 2, Linhart 2.

Schiedsrichter: Lottermoser, Krause, Simonow.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-05-16-old-bay/