Fotos: Ochsenfoto

Großartiger Europapokalabend! Heroes Of Tomorrow besiegen AEK mit 80:73

medi bayreuth bleibt im Playoff-Rennen in der Champions League weiter dick im Geschäft

Ganz offensichtlich in Topform hat medi Head Coach Raoul Korner sein Team in den von ihm selbst so bezeichneten “Wochen der Entscheidung”. Wenige Tage nach dem eindrucksvollen Derbysieg gegen s.Oliver Würzburg, siegten die Heroes Of Tomorrow auch am Mittwochabend in der Basketball Champions League. Zum Abschluss der Hinrunde bezwang man vor 2.726 Zuschauern in der Oberfrankenhalle den griechischen Traditionsclub AEK Athen mit 80:73 (44:35). Saisonsieg Nummer vier in der BCL war am Ende der Lohn für eine kämpferisch ausgezeichnete Mannschaftsleistung. Nachdem zunächst ein aus allen Lagen treffender Gabe York sein Team im ersten Viertel mit 15 Punkten auf Kurs gebracht hatte, steuerten alle medi Akteure ihren Teil zum Erfolg bei. Exemplarischen seien hier Robin Amaize, John Cox und Bastian Doreth genannt, die extrem wichtige Impulse von der Bank lieferten.  

Wie wichtig dieser Sieg im Rennen um das Erreichen der Playoffs gewesen ist, zeigt der Blick auf die Tabelle in der Gruppe C, in der nach dem Sieg von Estudiantes Madrid gegen Umana Reyer Venezia alles nochmals enger zusammengerückt ist.

Während in allen anderen drei Gruppen aktuell sogar eine negative Bilanz von drei Siegen und vier Niederlagen für Platz vier und somit das Erreichen der Playoffs reichen würde, sieht es in der extrem ausgeglichenen medi-Gruppe hingegen ganz anders aus: Mit vier Siegen und drei Niederlagen stehen die Heroes Of Tomorrow hier mit elf Zählern “nur” auf Platz fünf, wobei der Rückstand auf Spitzenreiter Venedig lediglich einen einzigen Zähler beträgt. Straßburg (12), Banvit (11) und Estudiantes (11) liegen auf den Rängen zwei bis vier, die Griechen von AEK (10) belegen Position sechs.

Auch Minuten nach Spielende wollten die Griechen die Niederlage nicht akzeptieren und legten beim BCL Kommissar sogar Protest ein. Gründe des Einspruchs waren zum einen der Dreier von Steve Wachalski zum 74:63 (37.), bei dem die Griechen Bayreuths Nummer 14 auf der Dreier-Linie stehen gesehen haben wollen. Nach Zuhilfenahme des Instant Replays bestätigten die Schiedsrichter jedoch schon während des Spiels den Dreier. Ein weiterer Grund des Protests war eine Ausball-Entscheidung kurz vor Spielende. Hier hatten Spieler und AEK-Verantwortlichen vehement auf den Einsatz des Instant Replays bestanden, was in dieser Situation von Seiten der Schiedsrichter jedoch als nicht notwendig erachtet wurde.

Das sagt Gabe York:

“Wir sind heute sehr gut vorbereitet ins Spiel gegangen. Wir wussten, dass wir diesen Sieg brauchen, nachdem wir in der Champions League zuletzt dreimal in Folge verloren haben. Ich denke, es war wichtig, mit vollem Einsatz aufs Feld zu gehen. In den letzten Spielen haben wir gezeigt, dass wir das können. Wir haben das Spiel heute als Team gewonnen!”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Hochkonzentriert und gleich mit dem ersten York-Dreier eröffnete medi bayreuth ein fulminantes erstes Viertel gegen AEK. Während die Griechen noch versuchten, ins Spiel zu kommen, zappelte ein Bayreuther Distanzwurf nach dem anderen im Gästekorb. Immer wieder war es Gabe York der Akzente setzte. Beim 17:7 (4.) verwandelte er bereits seinen vierten Dreier (einen davon sogar mit Foul) und hatte bereits 15 Punkte auf seinem persönlichen Konto. Bei medi gelang so gut wie alles und so endete dieses Wahnsinns-Viertel mit einer 25:11 Führung für die Heroes Of Tomorrow.

Mit vier Punkten von John Cox begann das zweite Viertel, in dem es nach einem weiteren erfolgreichen Distanzwurf, diesmal von Robin Amaize, 34:18 (14.) stand. Mit dem ersten AEK-Dreier erzielte Dusan Sakota das 25:37 (16.) und begann eine kleine Aufholjagd der Gäste. medi kam nun nicht mehr zu seinem anfänglichen Spiel, denn die  Athener verteidigten härter und kamen nun selbst in der Offensive häufiger zu Zählbarem. Erneut war es kurz vor der Pause der griechische Nationalspieler Sakota, der mit dem 35:44 den Rückstand auf unter zehn Punkte brachte.

Und auch zu Beginn der zweite Halbzeit verkürzten die Griechen weiter. Einen 5:0-Lauf konterte De’Mon Brooks zunächst mit vier Punkten, doch nun drehte AEK-Topscorer Manny Harris auf. Zwei Körbe durch ihn läuteten einen 8:0 Lauf ein, der den 48:48-Ausgleich (25.) bedeutete. Zwei Minuten später gingen die Gäste nach einem Dreipunkt-Spiel von Mike Green sogar mit 53:50 in Führung. Die Heroes Of Tomorrow schlugen aber zurück. Kapitän Bastian Doreths Dreier bescherte medi einen 7:0 Lauf und die 57:53 Führung (29.).

Beim Stand von 60:55 ging es in den letzten Abschnitt, in dem medi seinen Vorsprung verwalten konnte. Egal, was die Gäste versuchten, die Heroes Of Tomorrow fanden eine Antwort. Ein weiterer Doreth-Dreier war es, der die Führung in der 35. Minute beim 71:59 erneut zweistellig machte. Das Spiel war aber noch lange nicht durch. Nochmals wurde es brenzlig, als Dusan Sakota mit zwei schnellen Dreiern zum 69:74 (38.) verkürzte. 50 Sekunden vor dem Ende hieß es sogar nur noch 75:73 aus Bayreuther Sicht, nachdem Manny Harris einen Fehler im Bayreuther Spielaufbau eiskalt bestrafte. Head Coach Raoul Korner nahm seine letzte Auszeit und brachte sein Team nochmals auf Kurs. Im darauf folgenden Angriff war es Nate Linhart, der exakt 35 Sekunden vor dem Ende mit seinem einzigen erfolgreichen Korb des Abends, natürlich einem Dreier, für die Entscheidung sorgte.

Die spielentscheidenden Faktoren

Dreier: Gleich von Beginn an setzte die Bayreuther Offensivabteilung die Gäste aus Griechenland mit Distanzwürfen unter Druck. Vor allem Gabe York erzielte mit vier Dreiern in den ersten vier Minuten große Wirkung. Als die Athener den Bayreuther Shooting Guard besser in den Griff bekamen, übernahmen andere von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Kapitän Bastian Doreth netzte gleich zweimal von jenseits der Dreier-Linie ein, als die Griechen jeweils das Momentum an sich zu reißen schienen. Ganz groß war aber natürlich auch der das Spiel entscheidende Dreier von Nate Linhart zum 78:73. Am Ende landeten zwölf der 22 Dreierversuche im Korb, was starke 55 Prozent bedeutete. Die Gäste drückten gleich 27 Mal von jenseits der 6,75 Meter ab, verwandelten aber nur vier ihrer  Versuche (15 Prozent).

John Cox und Robin Amaize: Immer dann, wenn Energie von der Bank notwendig war, waren im siebten Champions League-Spiel von medi bayreuth John Cox und Robin Amaize zur Stelle. Routinier Cox beendete das erste Viertel mit einem Dreier und legte zu Beginn des zweiten Viertels vier Punkte nach. Zudem holte er vier wichtige Rebounds. In der zweiten Halbzeit war es dann Nationalspieler Amaize, der mit seinen erfrischenden Offensivaktionen die Athener Hintermannschaft aushebelte. Bei vier Dreierversuchen traf er dreimal und war mit 13 Punkten und einer Feldwurfquote von 71 Prozent am Ende zweitbester Bayreuther Schütze.

Trainerstimmen

Sotiris Manolopoulos (AEK Athen): “Wir hatten einen sehr schlechten Start. Bayreuth hat uns mit seinen Treffern überrascht. Als wir uns auf das Spiel vorbereitet haben, haben wir darüber gesprochen, dass sie sehr gute Schützen haben. Wir wollten ihnen keine offenen Würfe geben. Im ersten Viertel haben wir vor allem in der Defensive nicht gut gespielt. In den weiteren 30 Minuten haben wir sehr intensiv gespielt. Ich bin stolz darauf, was meine Mannschaft aufs Parkett gebracht hat. Am Ende haben wir etwas müde gewirkt. Wir haben einige Chancen ausgelassen und daher haben wir verloren. Ich wünsche Bayreuth viel Glück, es liegen noch einige Spiele vor uns.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Ich möchte meiner Mannschaft zum Sieg über ein sehr gutes Team gratulieren. Heute war der Beginn etwas ungewöhnlich, denn normalerweise brauchen wir etwas, um ins Spiel zu kommen. Diesmal war es anders herum. Wir haben das Feuer gespürt, vor allem Gabe York. Das war die Geschichte des ersten Viertels. Ab dem zweiten Viertel war das Spiel ausgeglichen. Athen hat einiges umgestellt und versucht, das Spiel zu drehen. Wir haben daraus heute gelernt, dass Gegner ihre Spielweise auf unsere anpassen. Wir wissen, dass wir dann unsere Vielseitigkeit nutzen müssen, um dem entgegenzuwirken. Am Ende war es ein enges Spiel. Athen hat uns mit wechselnder Verteidigung das Leben schwer gemacht, wir es Athen mit der Zonenverteidigung. Das Team, das die Big Plays gemacht hat, hat zuletzt gewonnen. Nate Linhart kann für 39 Minuten unsichtbar sein, in der letzten Minute war er aber sehr deutlich sichtbar und sein Wurf hat für Athen das Schicksal besiegelt.”

medi bayreuth vs. AEK Athen 80:73 ( 25:11 - 19:24 - 16:20 - 20:18)

medi bayreuth:

YORK 22, Amaize 13, BROOKS 9 (7 Rebounds), ROBINSON 7, Cox 7, Doreth 7, SEIFERTH 5, Wachalski 5, LINHART 3 (3 Assists), McCrea 2.

Dreier: York 4, Amaize 3, Doreth 2, Cox 1, Wachalski 1, Linhart 1.

AEK Athen:

HARRIS 22, Sakota 19 (8 Rebounds), GREEN 7, Elonu 6, Mavroeidis 5, JAMES 4 (3 Assists), Xanthopoulos 4 (5 Steals), LARENTZAKIS 2, KAVVADAS 2, Barlow 2, Moratis 0, Atic 0.

Dreier: Sakota 3, Harris 1.

Ausblick

Auch in den nächsten Tagen bleibt dem Team von Head Coach Raoul Korner der Reisestress erspart. Am kommenden Sonntag um 18:30 Uhr findet das nächste Heimspiel in der easyCredit Basketball Bundesliga gegen den Aufsteiger Oettinger Rockets statt. Drei Tage später gastiert zum Start der Rückrunde in der Basketball Champions League Rosa Radom ab 20 Uhr in der Oberfrankenhalle. Karten für beide Spiele gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de.