Fotos: Ochsenfoto

Herber Dämpfer im Playoff-Rennen: medi bayreuth unterliegt Ludwigsburg 81:109

HEROES OF TOMORROW gestatten den MHP RIESEN 68 Punkte in Halbzeit zwei

Am 22. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga hat es für medi bayreuth nicht mit dem Sprung auf einen Playoffplatz geklappt. Im Duell mit den vor der Partie punktgleichen MHP RIESEN aus Ludwigsburg hatte man letztlich klar mit 81:109 (38:41) das Nachsehen. Während sich die Gäste in der Tabelle auf Rang sieben verbessern konnten, belegen die HEROES OF TOMORROW nun mit zehn Siegen und elf Niederlagen Position zwölf.

Fast wie eine Kopie des Spiels vom Freitag gegen Jena begann auch die Partie zwischen medi bayreuth und den MHP RIESEN Ludwigsburg. Wieder waren es die Gäste, die vor 3.158 Zuschauern in der Oberfrankenhalle den weitaus besseren Start in die Partie erwischten. Und auch der Verlauf des zweiten Abschnitts verlief wie im Spiel nicht einmal 48 Stunden zuvor. medi bayreuth fand besser zu seinem Rhythmus und fightete sich diesmal vor allem dank eines toll spielenden und sehr stark kämpfenden Nik Raivio zurück in die Partie. Der diesmal sogar bereits 21 Punkte betragende Rückstand (11.) wurde mit dem ersten Angriff der zweiten Halbzeit beim 41:41 durch einen Dreier von Kyan Anderson egalisiert und alles schien plötzlich wieder möglich.

Was folgte war die nächste Parallele zum Freitagsspiel, in dem die HEROES OF TOMORROW in der zweiten Halbzeit unglaubliche 64 Punkte erzielten. Diesmal waren es sogar 68 Punkte eines Teams in Durchgang Nummer zwei. Leider waren es am Sonntagabend jedoch die Gäste aus Ludwigsburg, die in der zweiten Hälfte vor allem aus der Distanz hervorragend trafen und ihren 41 Zählern zur Pause stolze 68 zum Endstand von 109:81 folgen ließen.

Das sagt Nik Raivio:

„Ich bin einfach enttäuscht, denn wir haben uns nach einem schlechten Start zurück ins Spiel gekämpft und die Partie eng gehalten. Das haben wir bis ins dritte Viertel geschafft. Es ging hin und her, aber wir hielten das Spiel eng. Es war ein großartiger Einsatz meines Teams, sich wieder so zurück zu kämpfen. Allerdings war es sehr ernüchternd, wie wir am Ende des dritten Viertels eingebrochen und fast innerhalb eines kurzen Momentes auf minus 20 Punkte gekommen sind. Es war wahnsinnig schwer sich davon wieder zu erholen.”

Der Spielverlauf:

Das Heimspiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg begann Head Coach Raoul Korner mit der gleichen Starting Five wie schon zwei Tage zuvor gegen Jena. Auch der Anfang dieser Partie ähnelte dem Spiel vom Freitagabend, denn medi bayreuth erwischte erneut einen schlechten Start in die Begegnung und ließ die Ludwigsburger früh enteilen. Offensiv taten sich die HEROES OF TOMORROW gegen die aggressive Verteidigung sehr schwer, während sie defensiv oft zu passiv agierten. Sieben Offensivrebounds gestattete man hier den RIESEN und brockte sich damit einen 10:29 Rückstand nach dem ersten Viertel ein.

Aber wie schon gegen Jena kämpfte sich medi bayreuth wieder zurück in das Spiel. Durch eine Zonenverteidigung konnte man den offensiven Rhythmus der Ludwigsburger zunehmend brechen. Gleichzeitig schafften es die HEROES OF TOMORROW sich auch offensiv zu steigern und somit den Rückstand sukzessive zu verringern. Insbesondere Nik Raivio wurde im zweiten Viertel zum X-Faktor im Bayreuther Spiel. Er war von den Ludwigsburgern nie zu kontrollieren, spielte folgerichtig das komplette Viertel durch und trug mit acht Punkten und sechs Rebounds entscheidend zur Aufholjagd bei, so dass die Partie zur Halbzeit beim 38:41 fast schon wieder ausgeglichen war.

Der Ausgleich gelang dann kurz nach der Pause durch einen Dreier von Kyan Anderson. Jetzt entwickelte sich ein offensiver Schlagabtausch. Kaum ein Angriff, der nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Beeindruckend war dabei die hohe Ludwigsburger Dreierquote, mit der sie jeden Versuch der HEROES OF TOMORROW, die Führung zu übernehmen, abwehren konnte. Bis zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels lag medi nur mit zwei Zählern zurück. Aber drei, teils fragwürdige, Fouls in kurzer Folge von Andreas Seiferth brachten die Bayreuther aus dem Konzept. Die MHP RIESEN nutzen dies zu einem 11:0 Lauf und damit einer komfortablen 80:67 Führung nach dem dritten Spielabschnitt.

Von diesem Rückschlag erholte sich das medi Team nicht mehr. Ähnlich wie Jena im letzten Spiel, hatten diesmal die HEROES OF TOMORROW nichts mehr entgegen zu setzen. Offensiv blieb vieles Stückwerk und defensiv fand man kein Mittel mehr, um die Ludwigsburger Offensive nachhaltig zu stoppen. So setzte sich die Mannschaft von Gästetrainer John Patrick schließlich bis zum Endstand von 109:81 immer weiter ab.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

John Patrick (Head Coach MHP RIESEN Ludwigsburg): “Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Ein Sahnetag von der Dreipunktelinie, denn normalerweise werfen wir nicht so gut. Jedoch war es heute gegen die Zone wichtig, die offenen Dreier zu treffen. Ich bin sehr stolz auf mein Team und freue mich besonders für Aaron Best und Konstantin Klein, die wenig bzw. gar nicht gespielt haben, aber heute wichtige Impulse gebracht haben. Wir hatten Probleme Nik Raivio zu kontrollieren, er hat im zweiten Viertel das Spiel eng gemacht. Am Ende waren wir vielleicht etwas frischer, schließlich musste Bayreuth ja bereits am Freitag spielen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Glückwunsch zum hochverdienten Sieg. Wir sind ganz schwach in die Partie gestartet. Das hatte zwei Gründe: Zum einen konnten wir den Rebound nicht kontrollieren. Ich glaube, es waren 7 Offensivrebounds allein im ersten Viertel für Ludwigsburg. Das gegen eine Mannschaft, die hochprozentig trifft, führt unweigerlich zu vielen Punkten des Gegners. Wir hingegen auf der anderen Seite haben nichts getroffen, was zum Teil sicherlich der guten und aggressiven Verteidigung des Gegners geschuldet war. Wir haben uns dann zurück ins Spiel gekämpft, etwas mit der Zone hantiert und haben so etwas das Momentum auch auf unsere Seite bekommen. Das zweite Viertel hat dann sehr stark an das Spiel gegen Jena erinnert, wo wir wirklich mit viel Energie, mit viel Teambasketball es geschafft haben, uns in die Partie zurück zu kämpfen. Wir konnten es auch ein paar Minuten im dritten Viertel halten, aber dann war es, als würde uns jemand den Stecker rausziehen. Emotional waren wir nicht mehr vorhanden. Ludwigsburg hat drei, vier Dreier getroffen, wo wir schlecht in der Defensive kommuniziert haben und dann war plötzlich der große Frust da und wir waren nicht mehr in der Lage das negative Momentum in irgendeiner Weise aufzuhalten und dann ging es einfach dahin. Wie gesagt, wir konnten dann weder psychisch noch physisch irgend etwas dagegen setzen. 109 Punkte sprechen hier eine deutliche Sprache. Ich denke, darüber brauchen wir uns nicht weiter zu unterhalten.”

medi bayreuth vs. MHP RIESEN Ludwigsburg  81:109 (10:29 - 28:12 - 29:39 - 14:29)

medi bayreuth: MIKA 17, THOMAS 12, ROBERTSON 16 (4 Assists), ANDERSON 9, Doreth 0, Seiferth 2, Hrovat 7, Meisner 0, BROOKS 5, Raivio 13 (7 Rebounds), Krug 0.

MHP RIESEN Ludwigsburg: CRAWFORD 17, Best 12, McCray, Klassen 9 (8 Rebounds), Klein 12, KNIGHT 4, WALESKOWSKI 14 (5 Assists), Jones 8, VON FINTEL 3, MARTIN 23, Jallow 7.

Der Ausblick:

Das nächste Heimspiel der HEROES OF TOMORROW lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am kommenden Freitag sind die GIESSEN 46ers zu Gast in der Oberfrankenhalle. Spielbeginn ist um 20:30 Uhr. Tickets sind im Fanshop, in der Brunnenstraße 7,  sowie online unter tickets.medi-bayreuth.de noch buchbar.