Fotos: FIBA

HEROES OF TOMORROW bleiben im FIBA Europe Cup auf Playoffkurs

medi bayreuth gewinnt sein Auswärtsspiel bei Spirou Basket Charleroi mit 97:90

Nach dem dritten Spieltag in der 2. Gruppenphase im FIBA Europe Cup bleibt medi bayreuth weiter auf Playoffkurs. Im Gastspiel beim zehnfachen belgischen Meister, Spirou Basket Charleroi, siegte das Team von Head Coach Raoul Korner am Mittwochabend vor rund 500 Zuschauern im Spirou-Dome mit 97:90 (44:44) und zog damit in der Tabelle mit den Teams von Benfica Lissabon und den Bakken Bears, mit jeweils zwei Siegen und einer Niederlage, wieder gleich.

Nach einer insgesamt recht ausgeglichenen ersten Halbzeit konnten sich die HEROES OF TOMORROW im dritten Viertel erstmals richtig von den Belgiern absetzen. 15 Zähler betrug der Vorsprung für das Team um Kapitän Bastian Doreth, ehe die Gastgeber nochmals verkürzen konnten. Während Topscorer Anthony Beane an diesem Abend aufgrund der guten medi-Bewachung kaum zur Geltung kam, trug Kenneth Smith mit einem Triple-Double aus 20 Punkten und je zehn Rebounds beziehungsweise Assists seine Mannschaft. Doch auch seine Performance reichte den Belgiern am Ende nicht zum Sieg gegen ein sehr fokussiert auftretendes medi-Team, das in Reid Travis (22 Punkte) seinen besten Werfer hatte.

Das sagt Nate Linhart (medi bayreuth):

“Wir wussten, dass es ein schweres Spiel für uns werden würde. Alle Gegner, die bisher nach Charleroi gekommen sind, hatten hier einen schweren Stand. Als wir nach der Halbzeit aus der Kabine kamen, spürte man sichtlich, wie wir an uns glaubten und uns sicher waren, dass wir vor allem auch in der Defensive besser werden könnten. Mit diesem Selbstvertrauen im Rücken fiel es uns leichter, das physische Spiel der Belgier anzunehmen. Wir konnten nun mehr Offensivrebounds abgreifen und taten eben, was getan werden musste, um den Sieg zu holen. 

Es ist auch etwas die DNA unserer Mannschaft, dass nicht immer die gleichen Jungs zum Matchwinner werden, sondern stets jemand anders performen kann, das macht uns nicht so berechenbar!”

Warum es so lief, wie es lief:

Nach dem Heimsieg von Benfica Lissabon über die Bakken Bears (90:79) war klar, dass medi einen Sieg in Charleroi holen musste, um an diesen beiden Teams in der Tabelle der Gruppe I dranzubleiben. Mit Doreth, Woodard, Linhart, Meisner und Seiferth begann Raoul Korner die Partie erneut mit drei Deutschen in der Startformation und das auch richtig stark. Zwar hatte es zunächst den Anschein, als würden die Gastgeber schneller zu ihrem Rhythmus finden, doch medi ließ sich durch das hohe Anfangstempo von Spirou nicht aus dem Konzept bringen und zog sein Spiel auf. Dies bestand im ersten Viertel immer wieder aus der Option “Andreas Seiferth”. Der medi-Center stellte seinen Gegenspieler Josh Sharma vor große Problem, hängte ihm zwei Fouls an und sammelte bereits elf Zähler im ersten Abschnitt. Dennoch führten die Belgier meist knapp. Nachdem man es in den letzten Sekunden des ersten Viertels verpasste, Kenneth Smith zu foulen (medi hatte die Teamfoulgrenze noch nicht erreicht), nutzte der US-amerikanische Spielmacher diese Chance mit einem Dreier zum 26:21 Viertelstand.

In weniger als 60 Sekunden hatten die HEROES OF TOMORROW den Rückstand zu Beginn des zweiten Abschnitts schnell wieder aufgeholt und es entwickelte sich in der Folge ein völlig offenes Spiel. Während die medi-Verteidigung Spirous Topscorer, Anthony Beane, recht gut im Griff hatte (29:00 Minuten Spielzeit,  8 Punkte, 0/7 Dreier) übernahm bei den Belgiern Kenneth Smith. Wie schon im ersten Viertel beendete er den Spielabschnitt mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf zum 44:44 Pausenstand.

Zweifelsohne war der 26-Jährige mit seinem Triple Double am Ende der Partie der auffälligste Spieler auf dem Parkett, der Sieg ging jedoch an medi bayreuth. Nach Andreas Seiferth im ersten Viertel, übernahmen in der medi-Offensive in der zweiten Halbzeit zunächst James Woodard und dann Reid Travis. Dieses Trio stellte am Ende auch die erfolgreichsten Bayreuther Scorer: Seiferth 17 (11 im 1. Viertel), Woodard 18 (11 im 3. Viertel) und Travis 22 (13 im vierten Viertel).

Wie auch in den letzten Bundesligaspielen zogen die HEROES OF TOMORROW direkt nach der Pause deutlich an und drehten die Partie hier zu ihren Gunsten. Aus dem zur Pause noch ausgeglichenem Reboundduell machten Seiferth, Travis & Co. am Ende ein  44:33 unter den Brettern und holten sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den insgesamt verdienten Auswärtserfolg.

Die Trainerstimme:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, denn erfahrungsgemäß sind Auswärtsspiele nach langen Anfahrten immer sehr schwierig. In der ersten Halbzeit haben wir etwas gebraucht, um in die Partie zu kommen, aber es war dennoch ein gleichwertiges Aufeinandertreffen. Im zweiten Spielabschnitt hatten wir dann die Runs, mit denen wir eigentlich davon gezogen sind, allerdings gelang es uns zu diesem Zeitpunkt nicht, den Deckel drauf zu machen. Letztendlich haben wir aber dennoch das Spiel souverän zu unseren Gunsten entschieden.

Allerdings habe ich vor allem zwei Punkte in der Kabine angesprochen: Nämlich “Clockmanagement” und die Kontrolle der Emotionen. Diese Lektionen müssen wir lernen und uns darin verbessern.”

Spirou BC Charleroi vs. medi bayreuth 90:97 (26:21 - 18:23 - 19:26 - 27:27)

Spirou BC Charleroi: BEANE 8, Greenwood 10, LIBERT 13, Hervelle 10, Botuli, DELALIC 16, Samardzic, Bronchart 0, SHARMA 13, Creppy 0, SMITH 20 (10 Rebounds / 10 Assists).

medi bayreuth: Robinson 5, Jones 2, WOODARD 17, DORETH 3, SEIFERTH 18, MEISNER 4, Alford 6, Travis 22 (8 Rebounds), Bruinsma 12, Pryszcz, LINHART 8 (5 Assists), Grüttner Bacoul.

Der Ausblick:

Auf Grund des vorzeitigen Ausscheidens im Magenta Sport BBL Pokal, haben die Burschen von Head Coach Raoul Korner nun ein spielfreies Wochenende vor sich, ehe es am Freitag, den 17. Januar, wieder in der easyCredit Basketball Bundesliga zur Sache geht. Die HEROES OF TOMORROW sind dann zu Gast in der ratiopharm arena, wo sie um 20:30 Uhr auf ratiopharm ulm treffen werden.