Foto: Viktor Meshko

Heroes Of Tomorrow empfangen s.Oliver Würzburg zum Frankenderby

Wer kann am Samstag in der Oberfrankenhalle tatsächlich überraschen?

In den Vorberichterstattungen rund um das Frankenderby am 11. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga zwischen medi bayreuth und s.Oliver Würzburg ist ein Wort immer wieder zu lesen: Überraschungsteam.

Dass dieser Begriff in der letzten Saison im positivsten nur denkbaren Sinn auf die Heroes Of Tomorrow zutraf, steht wohl außer Frage. Nachdem Head Coach Raoul Korner sieben seiner Akteure aus dem letztjährigen Kader in Bayreuth halten konnte, ist es in dieser Spielzeit hingegen keine großartige Überraschung, dass das Team an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen kann. Lediglich einen Hauch von Verwunderung darf einem die Tatsache ins Gesicht zeichnen, dass das verletzungsbedingte Fehlen von Centerspieler Assem Marei, wie zuletzt beim Heimspiel gegen ALBA BERLIN, dank eines im Moment bärenstark aufspielenden Andreas Seiferth beinahe nicht zu spüren ist.

Überraschungsteam Würzburg? Kommt es denn wirklich unerwartet, dass sich die Unterfranken nach einer schwachen Vorsaison mit Tabellenposition 14 in dieser Saison wieder gefangen haben? Wohl eher nicht.

Lassen wir uns also überraschen, wer am Samstag ab 20:30 Uhr in der hoffentlich einmal wieder ausverkauften Oberfrankenhalle tatsächlich zu überraschen weiß!

Das sagt Head Coach Raoul Korner:

"Nach den beiden Abstiegsplätzen stehen die Würzburger mit Position neun aktuell auf dem wohl unbeliebtesten Tabellenplatz. Mit einem Sieg könnten wir etwas Distanz zwischen uns und Würzburg bringen, natürlich auch im Hinblick auf die Pokalqualifikation. Genau das ist unsere Mission für Samstag und selbstverständlich ist uns allen bewusst, dass wir dafür eine gute Leistung brauchen.

Robin Benzing hat dieser Mannschaft von Beginn an seinen Stempel aufgedrückt. Durch seine späte Verpflichtung hat er allerdings das vielleicht ursprünglich gedachte Gesicht der Mannschaft auf den Kopf gestellt, was die recht zahlreichen Änderungen in der Mannschaft unterstreichen. Er hat dieses Team von Beginn an zu seiner Mannschaft erklärt und das auch mit beeindruckenden Leistungen untermauert. Sicherlich ist Robin Benzing der Schlüsselspieler, aber ganz bestimmt auch nicht der einzige. Klar ist das Spiel der Würzburger sehr auf ihn zugeschnitten, aber sie haben schon noch andere hochkarätige Akteure neben ihm, die man nicht außer acht lassen darf. Durch die Nachverpflichtung von Duggins und zuletzt Singler ist Würzburg für uns allerdings noch schwerer einschätzbar geworden.”

Die Key-Player der Würzburger

Robin Benzing: Robert Garrett war in der Saison 1999/2000 der letzte deutsche Topscorer der Basketball Bundesliga - er spielte für Würzburg. Auch in dieser Saison könnte der beste Werfer der Liga wieder aus Unterfranken kommen, denn mit bislang 18,9 Punkten pro Spiel ist der Kapitän der Nationalmannschaft, Robin Benzing, ligaweit der erfolgreichste Schütze. Die Rückkehr des 28-jährigen Small Forward nach Deutschland dürfte der Königstransfer der Saison sein. Nach zwei Jahren in der spanischen ACB bei Saragossa ist Benzing zurück und hat eine ähnliche zentrale Rolle wie in Ulm, wo er von 2009 bis 2011 spielte. Anschließend verbrachte er vier Jahre beim FC Bayern München, das erste gemeinsam mit seinem neuen, alten Coach Dirk Bauermann.

Maurice Stuckey: Abgesehen von der Saison 2014/2015, als Mo Stuckey (27) für die EWE Baskets Oldenburg spielte, hält der Shooting Guard den s.Oliver Baskets bereits seit 2012 die Treue. Somit hat der Nationalspieler die meisten seiner bislang 217 Spiele in der easyCredit BBL absolviert. Der sichere Freiwerfer (20/21) ist einer der Spieler, der in engen Situationen oder der Crunchtime mit seinen Aktionen das Team mit- und ein Spiel herumreißen kann. Mit 10,5 Zählern ist er drittbester Schütze der Würzburger.

Kresimir Loncar: Mit 34 Jahren ist Kreso Loncar einer der erfahrensten Spieler der Unterfranken. Der gebürtige kroatische Center kehrte vor der abgelaufenen Saison nach 14 Jahren nach Würzburg zurück, wo er zwischen 2000 und 2002 seine internationale Karriere begann. Es folgten Stationen und Titel in Italien (Treviso, Teramo), der Ukraine (Kiew), Russland (Rostow, Kasan, Khimki) und Spanien (Valencia). 2015 kehrte der 209 cm-Mann nach Deutschland zurück und spielte ein Jahr für ALBA BERLIN. Für Würzburg ist der Rountinier (11,5 PpS.) doppelt wichtig, denn er hat mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft.

Das haben die Würzburger zudem noch zu bieten

Hinter dem deutschen Trio, das die drei besten Werfer im Team stellt, folgen fast gleichauf die beiden Point Guards der s.Oliver Baskets. Für Abdul Gaddy (25) ist Würzburg die erste Station in Deutschland, er spielte zuvor im lettischen Riga. Mit 8,6 Punkten und 4,4 Assists liegt er im Scoring knapp vor seinem US-Landsmann Clifford Hammonds.

Der 31-Jährige Clifford Hammonds, der 2008 erstmals in Europa unter Vertrag stand, spielte bislang in sechs Ländern und auch bei zwei anderen deutschen Teams. 2013-2015 für ALBA BERLIN und im Vorjahr für die MHP Riesen Ludwigsburg. Er hat bislang die meiste Spielzeit im Team (fast 32 Minuten) und kommt auf 8,4 Zähler und 3,0 Vorlagen.

Erst zweimal trug der nachverpflichtete Vaughn Duggins das Würzburger Trikot. Der 30-Jährige Shooting Guard war bislang ohne Team und ersetzt D.J. Richardson. In den letzten beiden Jahren war Duggins Teil des Oldenburger Erfolgsteams und hatte, nach längerer Verletzung zur Saisonmitte mit 18 bzw. zehn Punkten großen Anteil an den ersten beiden Playoff-Siegen der Donnervögel gegen medi. In den beiden bisherige Partien für die Unterfranken steuerte er 6,0 Punkte und 5,0 Rebounds bei.

Live dabei in der Oberfrankenhalle

Für das erste von vier Heimspielen in Serie gibt es noch einige, wenige Sitzplätze sowie ausreichend Stehplatzkarten. Diese können, wie gewohnt, unter tickets.medi-bayreuth.de erworben werden. Aus der Oberfrankenhölle berichten auch diesmal Telekom Sport im Stream und bei Entertain sowie Radio Mainwelle in Liveeinblendungen.