Fotos: Ochsenfoto

Heroes Of Tomorrow fahren gegen den Tabellenletzten den 14. Saisonsieg ein

medi bayreuth gewinnt in eigener Halle mit 85:71 gegen die WALTER Tigers Tübingen

Mit einer durchweg soliden Leistung hat medi bayreuth seine Partie des 21. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga gewonnen. Gegen den Tabellenletzten, die WALTER Tigers Tübingen, siegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner letztlich ungefährdet mit 85:71 (44:36) und konnte so den 14. Saisonsieg verbuchen und Tabellenposition vier verteidigen.

3.079 Zuschauer in der Oberfrankenhalle sahen zunächst ein ausgeglichenes erstes Viertel. Im zweiten Abschnitt konnten sich die Heroes Of Tomorrow dann jedoch leicht absetzen und gaben ab diesem Zeitpunkt die Führung auch nicht wieder ab. Zwar bleiben die Tübinger auch im weiteren Spielverlauf immer in Reichweite, doch sobald der Abstand etwas geringer wurde, gaben Bastian Doreth & Co. wieder Gas. Erst in den letzten Minuten der Partie gelang es, den Vorsprung zu vergrößern. Am Ende stand ein verdienter und ungefährdeter Sieg für die Heroes Of Tomorrow zu Buche, die so erfolgreich in die dicht mit wichtigen Begegnungen gefüllte Woche vor der Länderspielpause gestartet sind.  

Das sagt Robin Amaize:

"Tübingen war auf jeden Fall ein ernstzunehmender Gegner, auch wenn sie auf dem letzten Platz stehen. Man hat gesehen, wie sie ihre Dreier treffen, wenn sie heiß laufen. Dann sind sie richtig schwer zu verteidigen. Tübingen hat ja auch auf gar keinen Fall schlechte Spieler. Ich denke, wir haben es vor allem am Ende wieder gut hinbekommen und als Team gespielt. Wir haben viel über das Inside-Spiel gemacht, weil wir gesehen haben, dass wir hier dominanter sind. Das haben wir ausgenutzt und solide gemacht. Ich bin zufrieden, dass wir als Team gewonnen haben, jeder hat heute seinen Teil zum Sieg beigetragen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Beide Teams begannen mit hohem Tempo und es entwickelte sich ein ausgeglichenes und unterhaltsames erstes Viertel. Während die Gäste dabei häufig aus der Distanz zum Erfolg zu kommen versuchten, konzentrierte man sich bei medi bayreuth auf das Inside-Spiel. So dominierte zunächst Andreas Seiferth, ehe dann Assem Marei nahtlos übernahm. Der Ägypter war es auch, der nach einer schönen Kombination über Bastian Doreth und Robin Amaize zum 16:14 traf. Beim Stand von 19:18 für medi ertönte die Schlusssirene nach dem ersten Abschnitt.

In der ersten Hälfte des zweiten Viertels machte das Spiel der Läufe seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Zunächst waren die Heroes Of Tomorrow dran, die nach einem 10:0 Lauf in der 13. Minute mit 31:21 in Führung gingen. Nun folgte jedoch der Run der Gäste. Binnen zwei Minuten kamen die Neckarstädter unter anderem durch Dreier von Malcolm Lee, Jared Jordan und Reggie Upshaw auf 32:33 wieder heran. Doch medi bayreuth konterte vor der Pause nochmals. Ein 11:4 Lauf brachte das Team von Raoul Korner wieder mit acht Zählern in Führung.

Zerfahren war die Partie nach dem Wiederbeginn, es dauerte zweieinhalb Minuten, ehe Reggie Upshaw, natürlich per Dreier, die ersten Punkte erzielte. Gerade als Tübingen wieder auf Schlagdistanz heran gekommen war, sorgten Körbe von James Robinson und Robin Amaize zur rechten Zeit wieder für etwas Luft. Ein krachender Brooks-Dunking zum 52:43 (27.) war der optische Höhepunkt des dritten Viertels, das unentschieden endete.

Ein Dreier von Mannschaftskapitän Bastian Doreth sorgte in der 33. Minute erstmals für eine Bayreuther Führung von mehr als zehn Punkten. John Cox, der von der Bank kommend das Spiel wieder mit guten Impulsen bereicherte, markierte mit dem 68:54 von der Freiwurflinie die höchste Führung der Partie. Vier Minuten vor dem Ende brachte Jared Jordan die Gäste beim 66:75 noch einmal auf neun Zähler Rückstand heran, doch nach einer Auszeit von Raoul Korner und dem Dreier von De’Mon Brooks war die Partie spätestens beim 80:66 (38.) entschieden.

Die spielentscheidenden Faktoren

Andreas Seiferth & Assem Marei: Die Center der Heroes Of Tomorrow waren zu fast keinem Zeitpunkt der Partie durch die Tübinger Defense zu stoppen. Mit 21 (Marei) bzw. zwölf (Seiferth) Punkten bildeten die Big Men das Gerüst zum 14. Bayreuther Saisonerfolg. Nur drei Fehlwürfe aus dem Feld (13/16), dazu sieben von zehn Freiwürfen und neun Rebounds gingen auf das Konto des Duos.

Benchscoring: Raoul Korner weiß genau, welches Potential seine Mannschaft hat. Sollte ein Spieler der Starting Five einmal einen etwas schwächeren Tag haben, dann gibt es auf dieser Position ein Äquivalent auf der Bank. So war es auch im Spiel gegen Tübingen: Diesmal kam gar 60 Prozent aller Punkte von den Bankspielern, die auch fünf der insgesamt acht Dreier erzielten. Egal ob Assem Marei, John Cox, Steve Wachalski, Robin Amaize oder Bastian Doreth - jeder trug seinen Teil zur geschlossenen Mannschaftsleistung bei. 

Wurfquote: Die Tatsache, dass die Gäste bis in die Schlussminuten ein gefährlicher Gegner waren, lag am Samstagabend an den Dreipunkt-Würfen. Hier fanden die WALTER Tigers ihr Mittel, um im Spiel zu bleiben. Mit zwölf erfolgreichen Dreiern bei 29 Versuchen (41,4%) fielen fast so viele Würfe, wie aus dem Zweierbereich. Hier trafen die Tübinger 14 Mal, benötigten dabei aber auch 41 Versuche (34,1%). Auf der Gegenseite dauerte es lange, bis die Dreier der Heroes Of Tomorrow fielen. Am Ende waren es aber 42,1% (8/19). Gewohnt zielsicher präsentierte man sich innerhalb der 6,75 Meter-Linie. 24 der 39 Versuche (61,5%) fanden hier den Weg durch die Maschen.

Trainerstimmen

Mathias Fischer (WALTER Tigers Tübingen): “Glückwunsch an Bayreuth zum Sieg. Sie haben ihn verdient und waren auch die bessere Mannschaft. Unser Ziel war es, Bayreuth nur möglichst schwere Dreier zu erlauben. Ich denke, das haben wir gut gelöst. Es hat sich jedoch leider ein anderes Problem eröffnet: Wir konnten Marei nicht in der Zone kontrollieren. Dazu noch andere Spieler, die 42 Punkte in der Zone erzielt haben. Wir dagegen haben natürlich auch versucht, den Ball nach innen zu bringen. Aber man muss auch sagen, dass die Kontakte von den Schiedsrichtern nicht auf beiden Seiten gleich beurteilt wurden. Es ist traurig, dass bereits eine Vorverurteilung stattfindet. Ich kann mit meiner Mannschaft verlieren und Bayreuth war heute besser, aber wenn ein Spieler foult und die Hand hebt, um das Foul anzuzeigen, der Schiedsrichter aber nicht pfeift, weil er denkt, der Spieler hat den Ball ja immer noch in der Hand, dann aber statt zwei Freiwürfen ein Ballverlust passiert, dann ist das sehr interessant. Aber es ist wie es ist, und damit müssen wir leben.”

Raoul Korner (medi bayreuth): "Danke für die Glückwünsche. Alles in allem bin ich nicht unzufrieden mit dem heutigen Spiel. Wir haben es über weite Strecken kontrolliert, auch wenn wir es nie dominiert haben. Unsere Schwächephasen haben wir immer ganz gut ausgemerzt.  Vor allem dann, wenn wir den Ball weggeschmissen haben und Tübingen durch die frühen Dreier in der Transition ins Laufen gekommen ist. Wir wussten, dass wir einen Größenvorteil unter dem Korb haben, das haben wir bewusst ausgenutzt. Ich denke, das haben wir über weite Strecken diszipliniert gemacht. So konnten wir letztendlich mit zehn Mann schön aufgeteilt spielen, es gab keinen Leistungsabfall. Ganz im Gegenteil: Ich fand, dass die Spieler, die von der Bank gekommen sind, uns einen Push gegeben und die Disziplin erhöht haben, den Ball zum Abschluss nach innen zu bringen. So gesehen war es ein solider und wichtiger Sieg gegen sehr gefährliche Tübinger.”

medi bayreuth vs. WALTER Tigers Tübingen 85:71 (19:18 - 25:18 - 16:16 - 25:19)

medi bayreuth:

Marei 21, SEIFERTH 12 (6 Rebounds), Cox 12, BROOKS 9, Wachalski 9, Amaize 6, YORK 5, ROBINSON 4, LINHART 4, Doreth 3 (5 Assists), Adler.

Dreier: Wachalski 3, Cox 2, Doreth 1, Brooks 1, York 1.

WALTER Tigers Tübingen:

Lee 18, UPSHAW 13, JORDAN 9 (6 Assists), STEWART 7, HEYDEN 6 (6 Rebounds), MÖNNINGHOFF 6, Theis 5, Brooks 5, McCrea 2, Mampuya 0, Zinn 0.

Dreier: Lee 4, Upshaw 3, Brooks 1, Theis 1, Jordan 1, Mönninghoff 1, Stewart 1.

Ausblick

Bereits am Mittwoch, 14. Februar, steht um 19 Uhr in der Oberfrankenhalle das nächsten Heimspiel an, wenn der direkte Verfolger, die Telekom Baskets Bonn, in Bayreuth zu Gast sein werden. Die Rheinländer, die das Hinspiel gewinnen konnten, verloren parallel zum Spiel der Heroes Of Tomorrow gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg vor eigenem Anhang nach regulärer Spielzeit mit 105:109. Karten für das im Kampf um Tabellenposition vier sehr wichtige Spiel gegen Bonn gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de.