FOtos: Dennis Fischer / Michael Schwartz

HEROES OF TOMORROW gewinnen Kampfspiel bei den Hamburg Towers mit 95:81

medi bayreuth holt sich vierten BBL-Saisonsieg aus den letzten fünf Spielen

Es war letztlich ein teilweise sogar überharter Fight, den die 3.400 Zuschauer in der ausverkauften edel-optics.de Arena im Spiel zwischen den Hamburg Towers und medi bayreuth zu sehen bekamen. Neun Offensiv-Fouls, fünf unsportliche und vier technische Fouls sowie eine Disqualifikation standen am Ende neben dem 95:81 (41:41) Auswärtssieg der HEROES OF TOMORROW auf dem Anschreibebogen.

Nachdem die Hanseaten den klar besseren Start in die Partie gefunden hatten, dauerte es bis zum Ende des ersten Viertels, ehe medi bayreuth so langsam die Energie der Gastgeber matchen konnte. Bis zur Pause konnte man den Rückstand aufholen, bei weitem aber nicht überzeugen.

Nach der Halbzeit zeigten die HEROES OF TOMORROW dann aber ihr wahres Gesicht und übernahmen unter dem Jubel der vielen medi-Fans in der Halle das Kommando. Vor allem in der Verteidigung stand man nun gut und ermöglichte den Towers keine leichten Abschlüsse und zog dank eines 18:4-Runs auf 64:49 davon.

Mit allen Mittel versuchten die Hamburger den ersten Bundesliga-Heimsieg ihrer Vereinsgeschichte nun doch noch möglich zu machen. Dabei überstieg ihr gezeigter Einsatz jedoch zu oft das Maß des Erlaubten. Bastian Doreth & Co. behielten in der teils extrem hitzigen Atmosphäre hingegen kühlen Kopf und brachten aufgrund einer großartigen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte einen verdienten Sieg ins Ziel.

Das sagt Lars Masell (Assistant Coach medi bayreuth): 

“Es war gut, dass wir die Kontrolle gegen eine Mannschaft, die alles daran gesetzt hat das Spiel zu gewinnen, behalten konnten. Zum Glück haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nach der ersten, sehr guten, Halbzeit der Hamburg Towers, haben wir endlich unsere Mittel und Wege gefunden, die wir anpassen mussten, um die Partie dann doch letztendlich sehr deutlich für uns entscheiden zu können.”

Das sagt Nate Linhart (medi bayreuth): 

”Es war ein hart erkämpfter Sieg. Hamburg ging sehr aggressiv in die Partie, aber wir wussten dagegen zu halten. Es ist schön zu sehen, dass wir die benötigte Energie, zumindest in der zweiten Halbzeit, aufgebracht haben, um das Spiel für uns entscheiden zu können.”

Das sagt Lukas Meisner (medi bayreuth):

”Das ganze Spiel war ein harter Kampf, was man auch an den vielen unsportlichen Fouls gesehen hat und allgemein an der hohen Intensität. Wir waren am Anfang etwas verunsichert, haben den Kampf dann aber angenommen und uns darauf eingestellt. Zunächst haben wir ein paar Minuten gebraucht, um die Vehemenz der Hamburger zu realisieren. Letztendlich denke ich, sind wir das bessere Team. Es war ein guter Fight, aber kein schönes Spiel.”

Warum es so lief, wie es lief:

Zu Beginn des Spiels war auf Seiten der HEROES OF TOMORROW nur sehr wenig von Intensität zu spüren. Die Quittung: ein 5:16-Fehlstart (7.). Doch bereits Mitte des ersten Viertels waren durch die Einwechslungen von Lukas Meisner und Bastian Doreth erste Lichtblicke zu erkennen. Noch immer präsentierte sich die medi Defensive oftmals löchrig und gestattete dem Gegner leichte Punkte oder zweite Wurfchancen. Die Bayreuther Offensive kam jedoch, wenn auch nur sehr langsam, etwas besser ins Spiel und so ging man mit einem Unentschieden in die Kabine.

Ob es dort laut gewesen sein könnte? Womöglich, denn nach der Pause zeigten die HEROES OF TOMORROW nun mehr Biss und kamen immer besser in Schwung. Vor allem von der Bank kam in Person von Bastian Doreth (12 Zähler), Bryce Alford (19 Punkte) und Lukas Meisner, der mit 18 Punkten einen neuen Karrierebestwert aufstellte, immer wieder Zählbares sowie gute Impulse.

Leider aber wurde das in der ersten Hälfte schon sehr kampfbetonte Spiel nun von Minute zu Minute immer härter und überschritt mehrfach die Grenzen des Erlaubten. Nachdem Lukas Meisner, der an diesem Abend in Galaform unterwegs war, bei einer Restspielzeit von 4:41 Minuten einen Dreier zum vorentscheidenden 79:63 für medi einnetzte, brachen alle Dämme.

Insgesamt leisteten sich die Towers in dieser Partie vier unsportliche, drei technische plus die Disqualifikation vom Neuzugang Michael Carrera nach einer Tätlichkeit gegen Nate Linhart, exakt nach eben jenem Dreier von Lukas Meisner. Die Blessuren im Gesicht von Evan Bruinsma sowie die Platzwunde an der rechten Augenbraue von James Robinson, die mit vier Stichen genäht werden musste, noch nicht einmal mitgezählt, da von den Schiedsrichtern nicht geahndet.

Am Ende war es kein schönes Spiel und auch keine wirklich überzeugende Leistung von medi bayreuth im letzten Spiel von Center Justin Raffington, dessen Vertrag mit diesem Spiel abgelaufen ist. In manchen Spielen muss man eben über den Kampf zum Sieg finden und das ist medi bayreuth an diesem Abend hochverdient gelungen.

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Glückwunsch an meine Jungs, die in hitziger Atmosphäre einen kühlen Kopf bewahrt haben. Für circa zehn Minuten haben wir die Qualität gezeigt, die wir abrufen können. Allerdings haben wir sehr schlecht begonnen, waren viel zu inkonstant. Am Ende war es Kampf. Ich habe volles Verständnis für Abstiegskampf, das ist jedoch eine schmale Linie, und diese wurde heute von einigen Spielern überschritten, sodass wir froh sein können, dass nichts passiert ist.”

Mike Taylor (Head Coach Hamburg Towers): “Über den Kampfgeist meiner Mannschaft bin ich sehr froh. Michael Carrera hat einen starken ersten Eindruck vermittelt, uns zu Beginn mitgerissen. Im zweiten Viertel hat sich Bayreuth zurückgekämpft, wir haben jedoch geduldig reagiert und weiter gut zusammengespielt. Auf diesen 20 Minuten lässt sich aufbauen. Leider haben wir unsere emotionale Disziplin nach der Halbzeit verloren und zu häufig falsche Reaktionen zu den Schiedsrichtern und Gegnern gezeigt”

Hamburg Towers vs. medi bayreuth 81:95 (18:15 - 23:26 - 14:25 - 26:29)

Hamburg Towers: Franke 7, IBEH 7, BEECH 8 (6 Rebounds), WALKER 0, GUTIERREZ 23, Schaffartzik 12 (6 Rebounds / 5 Assists), Kindzeka, Müller 0, Freese 6, Hollatz 6, CARRERA 8, Ogunsipe 4.

medi bayreuth: ROBINSON 12 (5 Assists), WOODARD 7, Doreth 12, SEIFERTH 6, Meisner 18, Alford 19, TRAVIS 10, Raffington 0, Bruinsma 4, LINHART 6 (7 Rebounds), Grüttner Bacoul 1.

Der Ausblick:

Nach einem eng getakteten Spielplan, hat Head Coach Raoul Korner nun nach langer Zeit endlich einmal wieder die Chance, eine komplette Trainingswoche mit seinen HEROES OF TOMORROW zu absolvieren, denn die nächste Partie für medi bayreuth steht erst am kommenden Sonntag, 8. Dezember, auf dem Programm. Um 15:00 Uhr gastieren dann die Albatrosse aus Berlin in der Oberfrankenhölle.