Fotos: Basketball Champions League / Ochsenfoto

Heroes Of Tomorrow kommen gegen Petrol Olimpija nie richtig in Tritt

Mit 78:79 verliert medi bayreuth die Champions League Partie gegen Ljubljana

Über die gesamte Spielzeit gesehen, so bilanzierten nach Spielende medi-Kapitän Bastian Doreth und auch Head Coach Raoul Korner, war es eine verdienter Sieg der Gäste aus Sloweniens Hauptstadt. Mit 78:79 (37:45) unterlagen die Heroes Of Tomorrow vor 2.265 Zuschauern in der Oberfrankenhalle am 10. Spieltag in der Basketball Champions League gegen Petrol Olimpija Ljubljana und konnten so den Anschluss in der Tabelle auf den nächsten Gegner und aktuellen Spitzenreiter der Gruppe C, Banvit BK Bandirma (17 Punkte), nicht halten. Punktgleich mit 16 Zählern belegen die Heroes Of Tomorrow hinter Movistar Estudiantes und Umana Reyer Venezia derzeit Platz vier.

Die ersten beiden Minuten des Spiels gehörten medi bayreuth, doch dann kamen die von ihrem neuen Trainer Zoran Martic gut eingestellten Gäste immer besser ins Spiel. Schnell spürten die Slowenen, dass es an diesem Abend in Bayreuth etwas zu holen gibt.

medi bayreuth tat sich schwer. Vor allem in der Verteidigung ließ man es in der ersten Halbzeit an der nötigen Bissigkeit vermissen. Auch im Angriff konnte man sich nur selten gute Würfe herausspielen, was sich in der schwachen Trefferquote sowie nur 37 Zählern zur Pause niederschlug.

Nach der Halbzeit wurde das Spiel der Heroes Of Tomorrow dann besonders in der Verteidigung zwar besser, aber die Slowenen hatten ihren Rhythmus gefunden und konterten nahezu jeden medi-Lauf mit einer eigenen guten Phase. In einer spannenden Schlussphase hatten dann beide Teams die Chance das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, doch wie schon die gesamte Spielzeit zuvor, waren es auch in den letzten Sekunden der Partie erneut eigene Fehler, die Bastian Doreth & Co. letztlich den Sieg kosteten.

Das sagt Bastian Doreth:

"Ljubljana hat heute ein exzellentes Spiel gespielt. Sie haben uns sehr gut verteidigt und wir haben erst sehr spät damit angefangen, sie zu verteidigen. Am Ende haben wir einige blöde Fehler gemacht. Ich denke, wir haben es heute nicht verdient gehabt, zu gewinnen, daher geht mein Glückwunsch an Ljubljana.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Die Heroes Of Tomorrow hatten in ihrem zehnten Spiel in der Basketball Champions League den besseren Start und konnten durch zwei Dreier von Nate Linhart und Gabe York schnell mit 6:2 in Führung gehen. Nach knapp zwei Minuten, beim Stand von 8:4, nahm der neue Coach der Gäste, Zoran Martic, bereits seine erste Auszeit. Die Ansprache trug Früchte, denn die Slowenen spielten auf einmal ganz anders. Mehr Druck in der Defense zwang medi zu Fehlern, die Talor Battle in der sechsten Minute beim 13:12 zur ersten Führung für Ljubljana nutzte. Auch in der Folge blieben die Gäste jetzt am Drücker und bauten ihre Führung bis auf acht Zähler aus.

Auch im zweiten Viertel spielten die Gäste stark. Nach zwei Minuten ging man beim 28:17 erstmals zweistellig in Führung. Dann kamen die Heroes Of Tomorrow ins Spiel zurück. Ein von einem Marei-Dunk abgeschlossener 7:0 Lauf verkürzte auf 26:31 (14.) und bedeutete die nächste Auszeit der Gäste. In der Folge wurde die Defensivarbeit beider Teams besser, allerdings waren die Burschen von Head Coach Raoul Korner immer wieder nachlässig, was der slowenische Meister ausnutzte. So wuchs der Vorsprung der Gäste in der 17. Minute wieder auf 13 Punkte an. Mit einem York-Dreier zum 33:43 begann dann der Schlussspurt der ersten Hälfte, in dem die Heroes Of Tomorrow auf unter zehn Punkte Rückstand verkürzen konnten.

Sehr zerfahren war der Beginn der zweiten Halbzeit, in der beide Teams nicht so richtig in Tritt kamen. Bei den Gästen fielen zunächst die Körbe nicht mehr wie in der ersten Hälfte, was medi aber erst nach einigen Minuten nutzen konnte. Erneut war es ein Dreier von Gabe York, der medi bayreuth Mitte des Viertels beim 45:49 auf Schlagdistanz heran brachte. Ljubljana antwortete mit einem 5:0 Lauf, der wieder für Ruhe im Spiel sorgte. Clever verstanden es die Gäste, trotz Foulproblemen (Erjon Kastrati hatte in der 27. Minute bereits sein fünftes persönliches Foul begangen) ihren Vorsprung nach 30 Minuten auf sechs Punkten zu halten - 59:53.

Im letzten Viertel präsentierten sich die Heroes Of Tomorrow wie gewohnt. Das Passspiel wurde besser, durch gute Assists wurden einfache Punkte herausgespielt wie der von Steve Wachalski aufgelegte Dunk zum 59:62 durch Assem Marei in der 33. Minute. Schon im Gegenzug fiel aber ein weiterer Dreier der Gäste, Roko Badzim erzielte diesen ganz wichtigen Korb der Gäste. Trotz eines technischen Fouls gegen Nate Linhart blieb medi aber konzentriert und wurde belohnt. Die Heroes Of Tomorrow legten einen 8:1 Lauf aufs Parkett und lagen nach einem Marei-Dunk in der 37. Minute sogar mit 67:66 in Führung. Von nun an entwickelte sich ein packendes Spiel, in dem sich das medi-Team nach einem unsportlichen Foul von De’Mon Brooks und dem daraus resultierenden 76:79, 33 Sekunden vor dem Ende, selbst in extreme Schwierigkeiten brachte.

Dennoch hatte medi durch Bastian Doreth mit dem letzten Wurf der Partie sogar noch die Chance zum Sieg. Den Dreier des Kapitäns lenkte jedoch Assem Marei letztlich in den Korb, das allerdings erst nach dem Ablauf der Spielzeit.

 

Die spielentscheidenden Faktoren

Freie Würfe: Groß war der Unterschied zwischen beiden Teams am Ende nicht. Das Rebounding, bei dem die Gäste zunächst Vorteile hatten, war mit 29:30 und je neun Offensivrebounds ausgeglichen. Womit sich Ljubljana aber einen Vorteil erspielte, war das Passspiel, welches auch Kapitän Domen Lorbek nach Spielende lobte. Durch 16 Assists, oft wanderte der Ball durch viele Hände, suchten und fanden die Slowenen den freien Mann. Oft konnte man sicher unbedrängt Maß nehmen und treffen. Schon im ersten Viertel drehten die Gäste so die Partie zu ihren Gunsten und immer dann, wenn die Heroes Of Tomorrow dazu ansetzen, den Spielstand auszugleichen, erspielte und traf Ljubljana wieder einen freien Wurf.

Freiwürfe: 26 gegenüber 17 Fouls war ein Vorteil, der am Ende auf dem Spielberichtsbogen zu Gunsten der Heroes Of Tomorrow stand. Dies führte auch dazu, dass die Gastgeber 29 Mal an die Freiwurflinie durften, Ljubljana nur neunmal. Doch im Gegensatz zu medi (22 Treffer) blieben die Slowenen von der Linie aus fehlerfrei und ließen hier keinen einzigen Zähler in der am Ende hauchdünn gewonnenen Partie liegen.

Trainerstimmen

Zoran Martic (Petrol Olimpija Ljubljana): “Ich freue mich sehr für mein Team. Es hat diesen Sieg verdient. Wir haben von Beginn an gekämpft und lagen über die fast gesamte Spielzeit hinweg in Führung. Rebounding und Defense waren heute unsere Prioritäten und über die meiste Zeit haben wir es geschafft, unsere Ziele zu erreichen. Ich möchte meinen Spielern ein Kompliment aussprechen und glaube daran, dass sie künftig so weiter spielen und trainieren.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch an Ljubljana zum Sieg. Wir waren defensiv nicht aggressiv genug, wir konnten sie und ihre Wurfquote, vor allem von der Dreierlinie, nicht stoppen. Sie haben ein exzellentes Offensivspiel und wir wussten, dass sie es haben, wenn sie frei zum Wurf kommen. Wir waren zu Beginn nicht physisch genug. Erst in der zweiten Halbzeit ist uns das gelungen. Wir sind dann zu unseren Chancen gekommen, Fehler in der Schlussphase haben es uns aber nicht erlaubt, das Spiel zu gewinnen. Auf 40 Minuten gesehen haben wir es nicht verdient zu gewinnen, denn Ljubljana war heute die bessere Mannschaft. Die Anzahl unserer Fehler war zu hoch, um ein Spiel auf diesem Niveau zu gewinnen.”

medi bayreuth vs. Petrol Olimpija Ljubljana 78:79 (17:23 - 20:22 - 16:14 - 25:20)

medi bayreuth:

YORK 24 (6 Rebounds), Marei 15 (6 Rebounds), BROOKS 11 (6 Rebounds), LINHART 8, SEIFERTH 6, Amaize 5, Wachalski 3, Doreth 2 (4 Assists), ROBINSON 2, COX 2.

Dreier: York 4, Linhart 1, Wachalski 1.

Petrol Olimpija Ljubljana:

Morgan 15, Battle 13, HROVAT 13, LORBEK 10, Badzim 9 (5 Assists), Bubnic 9, OLIVER 6 (6 Rebounds), SPAN 4, Tratnik 0, RADULOVIC 0, Kastrati 0.

Dreier: Hrovat 3, Badzim 3, Lorbek 2, Bubnic 1, Battle 1.

Ausblick:

Am Wochenende hat der Großteil der Heroes Of Tomorrow frei. Nicht so Head Coach Raoul Korner sowie Nate Linhart, Assem Marei und Andreas Seiferth, die das Team beim traditionellen Allstar Day, der am Samstag in Göttingen ausgetragen wird, vertreten. Um wichtige internationale Punkte geht es dann am kommenden Mittwoch, 17. Januar. Um 20 Uhr gibt dann der Tabellenführer der Gruppe C in der Basketball Champions League, Banvit BK Bandirma, seine Visitenkarte in der Oberfrankenhalle ab.