Fotos: Ochsenfoto

HEROES OF TOMORROW mit 64 Punkten nach der Pause nicht mehr zu stoppen

medi bayreuth gewinnt Nachholpartie gegen Science City Jena mit 103:78

Mit einem Sieg im Nachholspiel des 2. Spieltages gegen Science City Jena hat sich medi bayreuth am Freitagabend den 10. Saisonsieg gesichert und sein Punktekonto in der easyCredit Basketball Bundesliga somit bei zehn Siegen und zehn Niederlagen wieder ausgleichen können. In einer Partie mit zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten siegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner vor 3.217 Zuschauern in der Oberfrankenhalle am Ende klar und völlig verdient mit 103:78 (39:45). 

Zunächst sah es aber alles andere als rosig für die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner aus. Die Gäste aus Jena hatten vor allem dank Reggie Williams und Ronald Roberts den bei weitem besseren Start in die Partie und trafen zudem anfangs extrem gut von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Bei den HEROES OF TOMORROW wollte hingegen zu Beginn nur sehr wenig gelingen, doch man biss sich in die Partie hinein und konnte den bis zu 14 Punkte betragenden Rückstand zur Pause bis auf sechs Zähler eindampfen.

Und medi bayreuth biss auch nach dem Seitenwechsel weiter. Einem Dreier von De’Mon Brooks folgte die Aktion des Abends, die die Partie zugunsten der HEROES OF TOMORROW kippen ließ. Nein, es war kein Dunking oder Alley-Oop, kein Dreier und auch kein blindes Anspiel hinter dem Rücken: es war eine knallharte Verteidigungssequenz von Adonis Thomas, der Reggie Williams auf Jenaer Seite innerhalb weniger Sekunden mehrfach derart hart zusetzte, dass dieser durch ein Rückspiel einen Ballverlust produzierte.

Von diesem Moment an wuchs das Selbstvertrauen der HEROES OF TOMORROW mit jeder Situation und es folgten 32 Zähler im dritten und weitere 32 Punkte im vierten Viertel. Und auch in der Verteidigung zeigte medi bayreuth nach dem Seitenwechsel nun sein eigentliches Gesicht. Hatte man dem Team von Head Coach Björn Harmsen allein im ersten Viertel 28 Punkte gestattet, waren es in der gesamten zweiten Halbzeit nur noch 33 und so durfte das Team von Kapitän Bastian Doreth, der an diesem Abend sein 250. Bundesligaspiel absolvierte, nach zuletzt sechs Niederlagen in Serie wieder einmal einen Sieg feiern.

Das sagt Andreas Seiferth:

„Die Partie war auf jeden Fall in zwei unterschiedliche Halbzeiten geteilt. Die erste Hälfte verlief für uns etwas schleppend. Einige Abläufe funktionierten zu diesem Zeitpunkt nicht so, wie wir sie gerne gehabt hätten. In der zweiten Halbzeit sind wir mit mehr Intensität aus der Kabine gekommen. Es gab dann ein paar defensive Aktionen, die die Mannschaft mitgerissen haben. In der Offensive sind Würfe gefallen, die vielleicht sonst nicht fallen, die wir aber heute definitiv gebraucht haben, um in diesen Lauf zu kommen. Danach war es ein komplett anderes Spiel. Wir konnte uns relativ schnell absetzten und hatten Jena schon früh im dritten Viertel geschlagen.”

Der Spielverlauf:

Nach rund drei Wochen ohne Heimspiel ging es für die HEROES OF TOMORROW in der Nachholpartie gegen Science City Jena wieder auf das Parkett der Oberfrankenhölle. Zu Beginn schienen allerdings die Thüringer die lange Länderspielpause besser genutzt zu haben. Durch fünf erfolgreiche Dreipunktewürfe in Serie konnten sie sich Mitte des ersten Viertels bereits eine acht Punkte Führung herauswerfen. Zwar verkürzte medi den Rückstand schnell wieder auf zwei Zähler, doch die Schlussphase gehörte dann wieder den Gästen. Ein 9:0 Lauf in den letzten drei Minuten bescherte ihnen einen 28:17 Vorsprung nach dem ersten Viertel.

Auch im zweiten Spielabschnitt hakte es im Spiel der HEROES OF TOMORROW noch gewaltig. Eigene Punkte mussten hart erarbeitet werden, während man in der Verteidigung nicht den richtigen Zugriff auf die stark aufspielenden Jenaer Ronald Roberts und Reggie Williams bekam. So wuchs der Rückstand gut vier Minuten vor der Halbzeit bis auf 14 Punkte an. Doch so wollte sich die Mannschaft von Kapitän Bastian Doreth den eigenen Fans nicht präsentieren und besann sich ihrer wahren Stärken. Mit Kampf, Intensität und Leidenschaft arbeiteten sie sich zurück in die Partie. Dank eines Buzzer Beaters von Adonis Thomas lag medi bayreuth zur Halbzeit „nur“ noch mit sechs Punkten zurück.

In der Kabine muss Head Coach Raoul Korner offensichtlich die richtigen Worte gefunden haben. Wie ausgewechselt kamen seine Burschen zurück auf das Parkett der Oberfrankenhölle. Durch Dreier von De’Mon Brooks und Kassius Robertson war mit den ersten beiden Angriffen schnell der Ausgleich hergestellt und kurze Zeit später wurde, durch einen weiteren Dreier von De’Mon Brooks, die erste Führung seit dem 2:0 notiert. Diese sollten die HEROES OF TOMORROW auch nicht mehr abgeben, denn sie spielten nun wie entfesselt. Insbesondere Eric Mika war in dieser Phase unstoppable. Er glänzte nicht nur mit wichtigen Punkten, sondern auch mit einem spektakulären Assist auf Kyan Anderson. Zusätzlich half eine wesentlich intensivere Defense und eine starke Quote jenseits der 6,75m Linie, um den Vorsprung nach einem bärenstarken dritten Viertel auf 71:58 anwachsen zu lassen.

Wer jetzt dachte, dass die Bayreuther ihr Pulver verschossen hätten, sah sich getäuscht. Das Offensivfeuerwerk der HEROES OF TOMORROW setzte sich nahtlos fort. In den letzten zehn Minuten war es vor allem De’Mon Brooks, der mit elf Zählern und insgesamt sechs Dreiern bei neun Versuchen, das Ergebnis immer weiter in die Höhe schraubte. Jena hatte, auch bedingt durch einige angeschlagene Spieler, dieser Angriffswelle nichts mehr entgegenzusetzen. Angeführt von Topscorer Eric Mika (23 Punkte) und einem geschickt Regie führendem Kyan Anderson (10 Assists) besiegte medi bayreuth am Ende Science City Jena noch deutlich mit 103:78.

Der Teamvergleich:



Die Trainerstimmen:

Björn Harmsen (Head Coach Science City Jena): “Glückwunsch an Bayreuth. Sie haben vor allem in der zweiten Halbzeit mit 64 Punkten eine überragende Offensive gespielt. Insbesondere von außen haben sie hervorragend getroffen. Am Ende standen 16 von 27 Dreiern auf dem Scouting, das ist natürlich eine außergewöhnliche Trefferquote. Wir hatten leider mit einigen Verletzungen zu kämpfen. In der Halbzeit fiel auch noch Mauricio Marin aus, dann auch noch Williams und Jenkins. So war es dann natürlich schwierig für uns dagegenzuhalten. Wir müssen das Spiel jetzt abhaken, denn am Sonntag steht schon die nächste Partie auf dem Plan.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Zunächst vielen Dank für die Glückwünsche. Ich möchte meiner Mannschaft ein riesen Kompliment aussprechen. Es war für uns ein sehr wichtiges Spiel, denn es war mit Sicherheit keine leichte Situation. Generell waren die letzten Wochen alles andere als einfach für uns. Man hat auch gesehen, dass uns die Leichtigkeit in den letzten Wochen abhanden gekommen ist. Wir hatten jetzt zwar sehr gute Trainingswochen, wenn auch leider nicht mit dem ganzen Team. Nichtsdestotrotz, die Reaktion, die die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, war ausgezeichnet. Es war auf beiden Seiten des Feldes hervorragend. Natürlich hilft es, wenn man seine Dreier trifft, aber auch in der Defensive haben wir einen Zahn zugelegt. Wir haben das Tempo über die gesamte Spielzeit hochgehalten. Aber im ersten Viertel haben wir auch die unglaubliche Qualität von Jena gesehen. Wir waren in dieser Phase nicht in der Lage Williams zu stoppen, obwohl er sichtlich nicht 100 prozentig fit war, aber er schafft das auch noch auf einem Fuß. Weiterhin konnte man erkennen, dass die zwei neuen Spieler Jena zu einer komplett neuen Mannschaft machen, die sich mit Sicherheit nicht lange unten im Tabellenkeller aufhalten wird. Ich wünsche ihnen, dass sie ihre Spieler schnell wieder fit bekommen, denn wir kennen diese Problematik ja nur zu gut. Ich hoffe, dass wir gesund bleiben und ein wenig Stabilität einkehren wird.”

medi bayreuth vs. Science City Jena  103:78 (17:28 - 22:17 - 32:13 - 32:20)

medi bayreuth: MIKA 23 (6 Rebounds), THOMAS 17 (6 Rebounds), ROBERTSON 18, ANDERSON 9 (10 Assists), Doreth 4, Seiferth 4, Hrovat 8, Meisner 0, BROOKS 20, Raivio 0, Krug 0.

Science City Jena: Reyes-Napoles 2, Theis 2, WOLF 6, JENKINS 3, ROBERTS 16, Allen 12, Marin 2, McElroy 6, JOYCE 12, Heber 2, Mackeldanz 0, WILLIAMS 15.

Der Ausblick:

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Burschen von Head Coach Raoul Korner nicht, denn bereits am kommenden Sonntag sind die MHP RIESEN aus Ludwigsburg zu Gast in der Oberfrankenhalle. Jump zum “Faschingsspiel” ist um 18:00 Uhr. Tickets sind unter tickets.medi-bayreuth.de erhältlich. Für die ersten 150 Fans, die kostümiert in die Halle kommen, gibt es eine Freigetränk. Zudem hat Maskottchen Richie verschiedenste Leckereien für alle kleinen medi-Fans vorbereitet.