Fotos: Rauchensteiner

HEROES OF TOMORROW mit starker Leistung im Gastspiel beim FC Bayern

Drei etwas schwächere Minuten machen bei 79:91 Niederlage den Unterschied

Toll gespielt, aber dennoch ohne Punkte kehrt medi bayreuth nach dem 8. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga aus der Landeshauptstadt zurück. Mit 79:91(40:42) unterlag das Team von Head Coach Raoul Korner am Sonntagnachmittag vor 5.505 Zuschauern im Audi Dome dem amtierenden Deutschen Meister.

Wer anfangs befürchtete hatte, die Bayern würden nach der jüngsten und doch auch recht deutlichen Niederlage in der EuroLeague ihren Frust an den HEROES OF TOMORROW auslassen können, sah sich getäuscht. Zwar hätte der Favorit genau dies gerne getan, wie an einem nahezu die gesamte Spielzeit an der Seitenlinie extrem unzufrieden herum springenden Dejan Radonjic unschwer zu erkennen war, doch medi bayreuth verstand es extrem gut, dem Münchner Star-Ensemble engagiert entgegenzutreten.  

Wie es Head Coach Raoul Korner von seinem Team gefordert hatte, begegnete man dem ungeschlagenen Tabellenführer frech und mit der nötigen Unbekümmertheit. Auch ohne den vorsorglich geschonten Andreas Seiferth, fand medi sehr schnell zu seinem Rhythmus und spielte gegen den haushohen Favoriten toll auf. Vor allem Reid Travis zeigte im Duell mit der Center-Garde der Bayern immer wieder seine Klasse und hatte bereits zur Pause 15 seiner letztlich 26 Punkte erzielt.

Spielentscheidend war eine kurze Schwächephase im dritten Viertel, in der medi bayreuth dem amtierenden Meister eine 11:0-Serie gestattete.

Das sagt Reid Travis (medi bayreuth): 

“Wir haben hart gekämpft und alles gegeben. Unsere Einstellung hat uns einen wesentlichen Schub gebracht. Uns war natürlich klar, dass der FC Bayern München eine sehr gute Mannschaft ist und sie nicht ohne Grund an erster Stelle der Tabelle stehen. Unser Ziel war es, so viel Gegenwehr wie möglich zu leisten und ich denke, dass uns das auf jeden Fall gelungen ist. Ich bin stolz darauf, wie wir uns hier verkauft haben. Es gibt natürlich noch Aspekte, die wir verbessern müssen, um so ein Spiel zu gewinnen, aber insgesamt war es ein gutes Spiel von uns.”

Das sagt Bastian Doreth (Kapitän medi bayreuth):  

„Am Ende können wir zufrieden sein, wie wir hier über lange Strecken gespielt haben. Gegen einen Spitzenverein wie München sieht man, dass kleine Fehler ausschlaggebend sind. Daran müssen wir uns ganz einfach auch ein Beispiel nehmen. Wir hatten heute einfach zu viele Phasen im Spiel, in denen wir zu viele Fehler gemacht haben. Trotz der Niederlage wird uns dieses Spiel aber den nötigen Rückenwind für das schwierige Spiel am Mittwoch im FIBA Europe Cup in Pristina geben.“

Warum es so lief, wie es lief:

Beim Blick auf den gesamten Spielverlauf sind es die drei Minuten zwischen der 25. und 28. Spielminute, die letztlich den Unterschied machten. Ein kurzer Hänger von medi bayreuth erlaubte es den Bayern von 52:52 (25.) auf 63:52 (28.) davonzuziehen.

Auch unter den Brettern hatten die Münchner einen kleinen Vorteil, welcher sich in Zahlen mit 35:26 im Rebound-Duell zeigt.

Zwar erlaubte sich medi bayreuth in der gesamten Partie nur ganze vier Ballverluste (FCBB 10), doch machten die Bayern dies mit ihren in allen Bereichen besseren Wurfquoten wieder wett.

Natürlich spielte am Ende auch die exzellent besetzte Bank der Bayern ein Rolle. Star-Center Greg Monroe hatte gegen Reid Travis zwar keinen guten Tag, doch Mathias Lessort und Leon Radosevic konnten hier von der Bank kommende ebenso gute Akzente für den Meister setzen, wie auch der Italiener Diego Flaccadori im Spielaufbau.

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Ich bin enttäuscht, weil ich denke, dass die Chance heute sehr gut war, München nicht in Bestbesetzung und Bestform zu erwischen. Am Ende hat es nicht gereicht, da wir auf dem oberen Limit hätten agieren müssen, und das haben wir nicht gemacht. Wir haben defensiv etwas improvisieren müssen, was immerhin etwas das Tempo der Bayern genommen hat. Aber wir hatten nie den nötigen Energieschub, um einen entscheidenden Run zu starten und so Bayern mit dem Rücken zur Wand zu bringen. Deshalb bin ich enttäuscht. Letztendlich hat die Münchner Qualität den Ausschlag gegeben. ”

Dejan Radonjic (Head Coach FC Bayern München Basketball): “Nur 40 Stunden nach einem EuroLeague-Spiel zu haben, ist natürlich schwierig. Außerdem haben wir weiterhin mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und Bayreuth hat ein gutes Spiel gemacht. Sie haben viel gewechselt zwischen Zonenpresse und Zone, aber am Ende haben wir 91 Punkte erzielt, was gut ist. Für uns war es heute wichtig, die Minuten zu verteilen, da nicht nur das Spiel gegen Valencia 40 Stunden zurücklag – denn am Dienstag kommt auch schon Olympiakos in der EuroLeague. Maodo war nicht zu 100 Prozent fit, deshalb hat er nicht gespielt; für Dienstag werden wir dann sehen, ob es reicht; dasselbe gilt für Nihad, der nach dem Spiel in Valencia wieder Probleme hatte. Aber die Reaktion des Teams war gut. Diego hat heute seine Minuten gut genutzt.”

FC Bayern München Basketball vs. medi bayreuth 91:79 (21:20 - 21:20 - 26:18 - 23:21)

FC Bayern München Basketball:  King 7, Koponen 8, MONROE 4 (5 Assists), LUCIC 17, Lo, ZIPSER 20 (6 Rebounds), NELSON 2, Flaccadori 6, BARTHEL 13, Lessort 8, Radosevic 6.

medi bayreuth: ROBINSON 4, WOODARD 7, Doreth 5 (6 Rebounds), Meisner 5, Alford 3, TRAVIS 26 (6 Rebounds), Raffington 5, BRUINSMA 12, LINHART 12, Grüttner Bacoul.

Der Ausblick

Zeit zum Erholen bleibt den HEROES OF TOMORROW erneut nicht, denn bereits am kommenden Mittwoch kommt es zum entscheidenden Spiel im FIBA Europe Cup. Um in die nächste Runde so gut wie sicher aufzusteigen, muss das Team von Head Coach Raoul Korner bei Sigal Prishtina gewinnen. Jump in der Palace of Youth and Sports Arena im Kosovo ist um 20:00 Uhr.