Fotos: Ochsenfoto

HEROES OF TOMORROW mit zwei total unterschiedlichen Halbzeiten in Berlin

medi bayreuth verliert nach 39:38 Halbzeitführung mit 68:86 - Brooks verletzt

Leider nur für eine Halbzeit hat den HEROES OF TOMORROW am 19. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga die Luft im Gastspiel bei ALBA BERLIN gereicht. Nachdem das Team von Head Coach Raoul Korner vor 10.778 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena zur Pause noch mit 39:38 in Führung gelegen hatte, zogen die Albatrosse nach dem Seitenwechsel auf und davon und gewannen die Partie mit dem nahezu identischen Ergebnis wie schon das Aufeinandertreffen im Achtelfinale des MagentaSport BBL Pokals Anfang Oktober.

Beide Mannschaften mussten in dieser Partie eine bittere Pille schlucken. Während sich Berlins Spielmacher Stefan Peno in der 14. Minute eine Knieverletzung zugezogen hatte und vom Spielfeld getragen werden musste, erwischte es nur wenig später auf Bayreuther Seite auch De’Mon Brooks. Bei einer Verteidigungsaktion unter dem eigenen Korb rutschte der Power Forward in der 17. Spielminute mit einem Bein weg und zog sich dabei eine Verletzung im Adduktorenbereich zu. Eine genaue Diagnose der Verletzung werden die morgen in Bayreuth folgenden Untersuchungen erbringen.

Das sagt Gregor Hrovat:

„ALBA hat in der zweiten Halbzeit viel aggressiver verteidigt und wir haben uns einfach viel zu viele Ballverluste geleistet. Gegen Berlin kann man sich keine 19 Ballverluste erlauben. Jeden unserer Fehler haben sie mit Fast Breaks und leichten Korberfolgen bestraft. Wir hatte einfach keine Antwort wie wir das hätten stoppen können. Das war in diesem Spiel der Hauptgrund für dieses Ergebnis.

Die Verletzung von De’Mon hat uns natürlich auch schwer getroffen. Zunächst einmal hoffe ich, dass es nichts schlimmes ist und er schnell wieder zurück ist, aber natürlich war das nicht gut für uns.

Jetzt geht es für uns erst einmal zu Neptunas. Wir werden versuchen dort noch einmal in der BCL zu gewinnen. Dann werden wir uns auf das Heimspiel gegen Vechta vorbereiten, die aktuell einen ganz hervorragenden Lauf haben, aber auch da werden wir wieder alles geben und versuchen, dass der Sieg in Bayreuth bleibt.”

Der Spielverlauf:

Im Auswärtsspiel der easyCredit Basketball Bundesliga bei ALBA BERLIN konnte Head Coach Raoul Korner wieder auf Andreas Seiferth zurückgreifen. Für die Starting Five reichte es noch nicht, dafür erhielt Kapitän Bastian Doreth den Vorzug vor David Stockton. Die HEROES OF TOMORROW starteten sehr gut in die Partie des 19. Spieltags. In der Offensive fanden sie die richtige Mischung aus Zug zum Korb und Würfen von außen. In der Defensive zwangen sie die Albatrosse zu sechs Turnovern, so dass man sich bis kurz vor Ende des Viertels eine sieben Punkte Führung erspielte. Zwei Dreier durch Rokas Giedraitis und Stefan Peno in den letzten 20 Sekunden (der zweite mit Ablauf der Uhr von der Mittellinie) machten diesen Vorteil aber fast zunichte.

Im zweiten Viertel bestimmten zunächst weiter die HEROES OF TOMORROW das Geschehen. Zwei Minuten waren gespielt, als Kassius Robertson durch einen Dreier wieder eine sieben Punkte Führung herauswarf. Doch damit schien medi sein Pulver erst einmal verschossen zu haben. In den folgenden Minuten wollte offensiv nichts mehr gelingen. ALBA verkürzte den Rückstand immer weiter und ging Mitte des Viertels schließlich erstmals selbst in Front. Sogar eine schwere Verletzung ihres letzten verbliebenen etatmäßigen Aufbauspielers Stefan Peno (nach den Ausfällen von Peyton Siva und Joshiko Saibou) konnte die Berliner nicht aufhalten. Auch medi bayreuth musste in dieser Phase einen verletzungsbedingten Ausfall verkraften: De’Mon Brooks rutschte bei einer Verteidigungsaktion unglücklich aus und konnte daraufhin nicht mehr weiterspielen. Erst nach einem 0:11 Lauf und einer Auszeit von Raoul Korner erzielte Adonis Thomas wieder Punkte für seine Mannschaft. Jetzt konnten die HEROES OF TOMORROW an ihre gute Leistung aus den ersten zehn Minuten anknüpfen und holten sich bis zur Halbzeit ihre ein-Punkt-Führung zurück.

In der zweiten Halbzeit konnte ALBA BERLIN das Fehlen von Stefan Peno wesentlich besser kompensieren, als Bayreuth das von De’Mon Brooks. Ihre gefürchtete Defense stand nun kompakter und machte es medi immer schwerer, gute Abschlüsse zu kreieren. Auch ihre Offensive fand jetzt mehr Möglichkeiten, um sich gute Würfe zu erarbeiten. Da sie sich nun zudem viel weniger Turnover leisteten und leichte Vorteile beim Rebound hatten, setzten sich die Hauptstädter Punkt um Punkt ab. medi hatte aber durchaus seine Chancen weiter im Spiel zu bleiben, doch die entscheidenden Würfe wollten einfach nicht mehr fallen. So gewann ALBA das dritte Viertel mit 22:11 und ging mit einer zehn Punkte Führung in den letzten Spielabschnitt.

Hier zogen die Berliner ihr Spiel weiter konsequent durch und machten schnell klar, dass für medi bayreuth nichts zu holen sein wird. Durch variables Angriffsspiel und druckvolle Verteidigung ließen sie die HEROES OF TOMORROW nicht mehr zurück in die Partie kommen. Die Überlegenheit der Albatrosse zeigt sich auch anhand der Tiefe des Kaders. Alle zwölf Spieler kamen zu Einsatzzeiten, gleich sechs von ihnen scorten zweistellig. Am Ende hatte medi dem zu wenig entgegenzusetzen und verlor in der Hauptstadt mit 68:86.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Letztendlich ein deutlicher und verdienter Sieg für ALBA. 20 Minuten lang haben wir sehr gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Und das trotz der Tatsache, dass im zweiten Viertel wohl unser konstantester Spieler ausgefallen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir aber nicht mehr die gleiche Disziplin und Konsequenz gezeigt. ALBA kam ins Laufen und was dann passiert, mussten schon viele Teams hier erleben. Ich wünsche beiden Spielern von Herzen, dass sie schnell wieder zurückkommen. Das ist noch wichtiger als das Ergebnis heute.”

Alejandro Garcia Reneses (Head Coach ALBA BERLIN): “Verletzungen sind das Schlimmste, was im Basketball passieren kann. Die Spieler können nichts dagegen tun und müssen unheimlich geduldig sein. Ich bin froh, dass wir trotzdem heute einen guten Rhythmus in der Defense gefunden haben – ähnlich wie in Monaco. Von den 34 Spielen, die wir in dieser Saison gespielt haben, hat Peyton Siva 14 mitgespielt, Joshiko Saibou 18, Martin Hermannsson und Dennis Clifford 24 und Johannes Thiemann 28. Dazu kamen noch einige kleinere Verletzungen. Und wenn die Spieler zurückkommen, müssen sie erstmal durch eine schwierige Phase gehen. Sie müssen ihren Rhythmus wieder finden und auch das Team muss sich wieder umstellen. Wenn man diese Schwierigkeiten berücksichtigt, bin ich wirklich überrascht, dass wir immer noch in allen drei Wettbewerben vertreten sind und unsere Chancen haben.”

ALBA BERLIN vs. medi bayreuth 86:68 (18:19 - 20:20 - 22:11 - 26:18)

ALBA BERLIN: GIFFEY 11, Mattisseck 7, Schneider 0, HERMANNSSON 10, Wagner 0, Ogbe 2, Giedraitis 11, Thiemann 17, Clifford 2, NNOKO 12 (8 Rebounds) , SIKMA 11 (7 Assists), PENO 3.

medi bayreuth: MIKA 9, THOMAS 9 (9 Rebounds, 3 Assists), ROBERTSON 19, Stockton 11 (3 Assists), DORETH 6 (3 Assists), Seiferth 3, Hrovat 7, Meisner 0, BROOKS 4, Raivio 0, Krug.

Der Ausblick:

Viel Zeit bleibt Head Coach Raoul Korner nicht, um sein Team wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Bereits am kommenden Mittwoch bestreiten die HEROES OF TOMORROW ihr letztes Champions League Spiel dieser Saison bei Neptunas Klaipeda. Spielbeginn in Litauen ist um 18:30 Uhr.