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Heroes Of Tomorrow spielen groß auf und gewinnen Spitzenspiel gegen Berlin

medi bayreuth holt sich in der ausverkauften Oberfrankenhalle den siebten Saisonsieg

Am 9. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga hat medi bayreuth das Spitzenspiel gegen ALBA BERLIN gewonnen und sich in der Tabelle auf Position drei verbessert. 83:76 (38:30) hieß es am Ende in der mit 3.300 Zuschauern ausverkauften Oberfrankenhalle für das Team von Head Coach Raoul Korner, das den Hauptstädtern somit deren erste Saisonniederlage in fremder Halle beibringen konnten.

Mit Mannschaftskapitän Bastian Doreth in der Startformation starteten die Heroes Of Tomorrow hellwach in die Partie und boten in der ersten Halbzeit eine vor allem in der Verteidigung herausragende Vorstellung. Die nur 30 zugelassenen Zähler zur Pause für eines der Top Teams der easyCredit BBL legte den Grundstein für den siebten medi-Saisonsieg im neunten Spiel. Über die gesamte Spielzeit agierte die Mannschaft von Raoul Korner an beiden Enden des Spielfeldes auf sehr hohem Niveau. Sowohl kämpferisch als auch taktisch diszipliniert zeigten die Heroes Of Tomorrow eine Topleistung, weshalb der Head Coach die Partie seines Teams als eine der besten überhaupt benannte.

Neben Topscorer Nate Linhart und dem überragenden Andreas Seiferth konnte auch Robin Amaize in seinem Comeback nach überstandener Fußverletzung überzeugen und im Team nicht nur im Hinblick auf die Rotation für Entlastung, sondern in seinen fast 12 Minuten Einsatzzeit auch für viele spielerische Akzente sorgen.

Das sagt Bastian Doreth:

„Wie man gesehen hat, hatten wir uns für heute viel vorgenommen. Es hat und sehr gewurmt, dass wir gegen Madrid einen so schlechten Start hatten. Die erste Halbzeit war katastrophal. So wie wir in der zweiten Halbzeit in diesem Spiel dann aber zurückgekommen waren, war es schon sehr ärgerlich, dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben. So eine Aufholjagd kostet dann eben immer sehr viel Kraft und wir wollten uns heute nicht wieder so ein Loch buddeln, sondern von Anfang an konzentriert an die Sache gehen. Ich denke, das haben wir auch ganz gut gemacht. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen und deshalb kann man heute stolz auf die gesamte Mannschaft sein!”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Von Beginn an boten beide Teams den 3.300 Fans ein packendes Spitzenspiel, in dem eine Frage im Vordergrund stand: Wie kommen die Heroes Of Tomorrow diesmal ins Spiel? Die Antwort: Hervorragend! Zwei Dreier von Gabe York und Nate Linhart eröffneten die Partie, erst zur Mitte des Viertels fand ALBA besser ins Spiel und durch Spencer Butterfield von der 6,75 Meter-Linie zum 10:10. Die Berliner spielten sehr körperbetont und hatten zunächst unter den Körben bei den Rebounds die Nase vorne. Nur zweimal gingen die Gäste in Führung, das letzte mal beim 14:15 (8.) von Bogdan Radosavljevic, der kurz danach umknickte und nicht mehr weiterspielen konnte. Mit drei Freiwürfen brachte James Robinson sein Team erneut in Führung, beim 17:15 blieb es auch nach zehn Minuten.

Eine lange Durststrecke mussten die Berliner Fans im zweiten Abschnitt verkraften. Nach einem Saibou-Dreier zum 23:21 (12.) blieb ALBA über vier Minuten ohne Korb. Auch, weil die Bayreuther Defensive Beton angerührt hatte und die Gäste mehrfach dazu zwang, die 24 Sekunden-Uhr ohne Wurf herunterlaufen zu lassen. Erst in der 17. Minute wurde es nochmals eng, als Akeem Vargas auf 26:27 verkürzte. Doch schon im Gegenzug erhöhte Nate Linhart nach einer Bayreuther Auszeit erneut. Es folgten weitere Dreier vom US-Duo York/Linhart und medi lag nach dem zweiten Viertel sogar mit 38:30 in Führung.

Seine wohl beste Phase hatte das Berliner Team zu Beginn der zweiten Halbzeit, als man durch einen 10:5 Lauf auf nur noch drei Punkte Differenz verkürzen konnte. Die Heroes Of Tomorrow zeigten sich aber auch in dieser heißen Phase unbeeindruckt und antworteten passend. Ein eigener Run sorgte für das 53:45 (17.) und hielt ALBA wieder auf Distanz. Nach 30 Minuten führte medi mit 60:51.

Andreas Seiferth sorgte in der 32. Minute beim 64:53 für die höchste Bayreuther Führung. Kurz darauf sicherte der Bayreuther Center mit einem weiteren Defensivrebound sein Double Double. Seiferth und auch der wieder genesene Robin Amaize setzten zu Beginn des letzten Viertels die Akzente, in dem der Vorsprung zunächst konstant blieb. Es sollte jedoch nochmals eng werden. Großen Anteil am 71:67, vier Minuten vor dem Ende, hatte Marius Grigonis, der fünf Punkte in Folge für ALBA erzielte, darunter einen Dreier mit Bonus-Freiwurf. Doch an der Freiwurflinie behielt Andreas Seiferth die Nerven und zwei Minuten später konnte Nate Linhart beim 77:69 wieder auf acht Punkte Differenz stellen - die Vorentscheidung war gefallen.

Die spielentscheidenden Faktoren

Andreas Seiferth: Beim klaren 96:48 über Braunschweig im Oktober 2016 durfte sich der Center von medi bayreuth zum bislang letzten Mal über ein Double Double freuen, gegen ALBA gelang ihm dies zum dritten Mal. Mit 17 Punkten, 13 Rebounds sowie je zwei Steals und Blocks sorgte er für viel Zählbares. Doch in über 33 Minuten auf dem Parkett leistete Seiferth noch viel mehr: In der Verteidigung gab er ALBAs Big Men, Dennis Clifford (7 Punkte / 6 Rebounds) und Luke Sikma (9 Punkte / 9 Rebounds) kaum Freiräume.

Mit seinen 13 Rebounds gab der 28-Jährige in seinem 56. Spiel für medi auch unter den Brettern den Ton an und sorgte dafür, dass das Reboundverhältnis von 5:11 nach dem ersten Viertel letztendlich mit 36:33 an die Heroes Of Tomorrow ging.

Bayreuther Verteidigung: Vor allem in der ersten Halbzeit mussten die Albatrosse Schwerstarbeit in der Offensive verrichten. Die extrem gut eingestellte und bewegliche Bayreuther Abwehr gestattete den Berlinern keinerlei leichte Abschlüsse. Ganz im Gegenteil: mehrfach mussten die Gäste den Ball wieder abgeben, ohne überhaupt auf den Korb geworfen zu haben, da ihnen die erlaubten 24 Sekunden Angriffszeit nicht ausreichten.

Trainerstimmen

Alejandro Garcia Reneses (ALBA BERLIN): “Wir haben in diesem Spiel zu Beginn weder in der Defensive noch in der Offensive die Kontrolle gehabt. Außerdem hatten wir einige Ballverluste. Wenn man merkt, dass es läuft und man konzentriert spielt, geht es einfacher. Das haben wir in der Vergangenheit gemerkt und das hatte unser Gegner heute. Sie haben einen guten Beginn gehabt und heute das Maximum gezeigt. Als wir im Spiel waren und die Möglichkeit hatten, es zu drehen, waren wir nicht gut gestanden und haben nicht die passende Energie gehabt.”

Raoul Korner (medi bayreuth): "Ich muss zunächst einmal meinen Spielern ein großes Kompliment machen für das, was sie heute hier gebracht haben. Wir haben gewusst, dass ALBA auf beiden Enden des Feldes guten Basketball spielt. Für uns war der Start wichtig, ich denke, das habe ich hier an dieser Stelle in der letzten Woche deutlich gesagt. Wir wollten mit viel Energie starten und das war, Coach Aito hat es gesagt, einer der Schlüssel im Spiel. Ich habe die Starting Five etwas geändert und das hat ein wenig wachgerüttelt. Es war nicht beabsichtigt, einen Spieler an den Pranger zu stellen. Ich wollte nur ein Zeichen setzen und den Spieler mit dem höchsten Energielevel starten lassen - und das ist nun mal Basti. Wir sind gut in die Partie gestartet und haben eigentlich über 40 Minuten offensiv wie defensiv ein sehr diszipliniertes Spiel gemacht. Wir haben auch heute nicht großartig von Außen getroffen, aber wir haben auf beiden Seiten des Feldes den Job gemacht, den wir uns vorgenommen haben. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft und unsere wohl bisher beste Performance gezeigt. Ich lobe nicht gerne einzelne Spieler und das auch nicht oft, aber heute muss ich Andi Seiferth hervorheben. Was der Bursche heute gemacht hat war dem Nationalteam würdig. Er war mit ein Grund, warum wir heute gewonnen haben.”

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN 83:76 (17:15 - 21:15 - 22:21 - 23:25)

medi bayreuth:

LINHART 23, SEIFERTH 17 (13 Rebounds), YORK 16, BROOKS 10, Robinson 8, Amazie 3, Wachalski 3, DORETH 3 (6 Assists), McCrea 0, Cox 0.

Dreier: York 3, Linhart 2, Wachalski 1, Robinson 1.

ALBA BERLIN:

SIVA 20 (8 Assists), BUTTERFIELD 18, SIKMA 9 (9 Rebounds), Grigonis 8, CLIFFORD 7, Saibou 5, Schneider 4, Radosavljevic 3, VARGAS 2, Peno 0, Hundt.

Dreier: Butterfield 4, Siva 3, Grigonis 2, Saibou 1.

Ausblick

Vor der Länderspielpause geht es für die Heroes Of Tomorrow noch einmal in beiden Wettbewerben auf Reisen. Am Dienstag, 14. November, kommt es auswärts in der Basketball Champions League zum Spitzenspiel Erster gegen Zweiter, Umana Reyer Venedig gegen medi bayreuth. Sprungball ist um 20:30 Uhr. Am Sonntag, 19. November, steht dann um 15 Uhr das Spiel bei den Telekom Baskets Bonn an.