Fotos: Basketball Champions League

HEROES OF TOMORROW unterliegen bei Filou Oostende mit 62:82

medi-Traum von den Champions League Playoffs damit ausgeträumt

Am 12. Spieltag in der Basketball Champions League hat medi bayreuth sein Gastspiel bei Filou Oostende verloren und somit seine achte Niederlage in der diesjährigen BCL-Saison hinnehmen müssen. Vor 1.200 Zuschauern im Versluys Dôme zogen die HEROES OF TOMORROW am Dienstagabend letztlich mit 62:82 (38:42) gegen den belgischen Serienmeister den Kürzeren.

Die vor der Partie durchaus noch existente Chance, den Sprung in die Playoffs der BCL auch in dieser Saison noch schaffen zu können, ist nach der Niederlage in Belgien auf nahe null Prozent gesunken, zumal es utopisch erscheint, dass weder SIG Strasbourg (gegen Bologna und in Oostende) noch Besiktas Sompo Japan Istanbul (in Bologna, gegen Oostende und in Ljubljana) kein einziges ihren letzten Spiele mehr gewinnen werden.

Nichts desto trotz heißt es für das Team von Head Coach Raoul Korner in den beiden noch verbleibenden Partien dieser BCL-Saison am 30.1. gegen Ljubljana und dann am 6. Februar in Klaipeda nochmals richtig Gas zu geben, um als Tabellenfünfter oder -sechster zumindest den Einzug in die Playoffs des FIBA Europe Cups zu schaffen.

Das sagt Bastian Doreth:

“Zunächst erst einmal Glückwunsch an Oostende, sie haben ein gutes Spiel abgeliefert. Ich bin jedoch der Meinung, dass unsere Leistung nicht die Differenz von 20 Punkten widerspiegelt, aber wir haben dennoch so hoch verloren. Meiner Meinung nach war es ein sehr intensives Spiel in der Verteidigung. Letztendlich haben wir zu viele leichte Punkte zugelassen. Nochmals meinen Glückwunsch an Filou Oostende.”

Der Spielverlauf:

Das Auswärtsspiel in der Basketball Champions League bei Filou Oostende begann für medi bayreuth mit einer veränderten Starting Five. Lukas Meisner kam anstelle von Adonis Thomas zu seinem ersten Einsatz von Beginn an. Mit einem Dreier war er auch gleich offensiv präsent. Ansonsten taten sich die HEROES OF TOMORROW jedoch sehr schwer ihren Rhythmus im Angriff zu finden. Selbst offene Würfe fanden kaum den Weg in den Korb. Da medi aber am defensiven Ende sehr aufmerksam war und gut verteidigte, ließ man die Belgier nicht weit davonziehen. Dementsprechend ging es nur mit einem vier Punkte Rückstand (14:18) in die erste Viertelpause.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts verkürzte medi den Rückstand durch De’Mon Brooks schnell bis auf einen Zähler. Aber immer wenn man drauf und dran war, die Führung zu übernehmen, verhinderten die bescheidenen Wurfquoten aus allen Bereichen oder ein Turnover genau dies. So reichten Oostende ein paar wenige gelungene Offensivaktionen, um die HEROES OF TOMORROW weiter auf Distanz zu halten. Da ihre Wurfquoten aber auch nicht wirklich gut waren, konnten sich die Belgier nicht entscheidend absetzen. Folglich war beim Halbzeitstand von 32:38 aus Bayreuther Sicht noch alles möglich.

Im dritten Viertel erwischten die Gastgeber, insbesondere in Person von Dusan Djordjevic, den besseren Start. Beim Zwischenstand von 46:36 nach gut zwei Minuten war der Vorsprung erstmals zweistellig. Jetzt begann aber die stärkste Phase von medi bayreuth in diesem Spiel. Endlich konnten einmal mehrere Angriffe erfolgreich abgeschlossen werden, so dass die HEROES OF TOMORROW durch Eric Mika knapp drei Minuten vor dem Viertelende wieder bis auf zwei Zähler an Oostende herangerückt waren. Aber wie schon im zweiten Viertel wollte die Wende nicht gelingen. Wieder waren es Turnover oder nicht getroffene Würfe, die ein besseres Resultat verhinderten. Trotzdem war die Mannschaft von Kapitän Bastian Doreth nach dem dritten Spielabschnitt weiter in Schlagdistanz (52:56).

Zunächst hatten wieder die Nordseestädter den besseren Beginn in das Viertel. Doch dank Gregor Hrovat konnte medi den Rückstand nach dreieinhalb Minuten bei vier Punkten halten. Während es Filou Oostende jetzt allerdings zunehmend schaffte, spielerische Linie in sein Angriffsspiel zu bekommen, wollte auf Bayreuther Seite so gut wie nichts mehr gelingen. Selbst gute Wurfpositionen wurden nicht genutzt, so dass die ohnehin schon schwache Wurfquote noch weiter in den Keller rutschte. Mit TJ Williams hatten die Belgier jetzt auch den Spieler der Partie in ihren Reihen. Immer wieder zog er erfolgreich zum Korb oder war nur durch Fouls zu stoppen. medi bayreuth hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen und zog letztlich noch deutlich mit 62:82 den Kürzeren.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Zunächst auch von meiner Seite herzlichen Glückwunsch an Oostende zum Sieg. Ich denke, wir müssen das Spiel unterteilen und zwar in die ersten 35 Minuten und dann in die letzten fünf Minuten, in denen wir einfach unsere Gelassenheit verloren haben. Anstatt das Spiel bis in die letzten Minuten eng zu halten, haben wir eine unnötig hohe Niederlage einstecken müssen. Dementsprechend werde ich mich jetzt auf die ersten 35 Minuten konzentrieren und über diesen Spielabschnitt sprechen:

Es war ein sehr intensives Spiel, in dem wir in der Offensive unsere Probleme hatten. Wir sind eine Mannschaft mit starken Quoten von der Dreipunkte- und Freiwurflinie. Die Zahlen in der Statistik heute sind doch sehr ungewöhnlich.

Ich denke, dass wir trotzdem die offenen Würfe bekommen haben, die wir wollten, konnten sie aber nicht in Punkte ummünzen. Oostende war sowohl in der Defensive als auch in der Offensive sehr stark, so dass wir unseren Rhythmus nicht finden konnten, den wir gebraucht hätten, um unsere schlechte Wurfstatistik zu kompensieren.

Wir haben gekämpft und ich denke, dass wir bei dem geblieben sind, was wir eigentlich wollten, aber immer wenn wir das Momentum mal auf unserer Seite hatten, haben wir wieder leichte Punkte abgegeben und genau das hat uns das Genick gebrochen.

Wie ich schon gesagt habe, möchte ich hier einen Strich ziehen und eigentlich nicht über die letzten fünf Minuten sprechen. Das war wirklich nicht schön anzusehen, was wir gemacht haben.

Nochmals Glückwunsch an Filou Oostende, ich wünsche ihnen viel Erfolg für die kommenden Spiele und hoffe, dass sie den Sprung in die Playoffs schaffen.”

Dario Gjergja (Head Coach Filou Oostende): “Ich denke, dass meine Mannschaft heute mit der richtigen Einstellung in die Partie gegangen ist. Während wir am Samstag unserem Gegner noch viele leichte Würfe zugelassen hatten, haben wir genau das heute gegen eines der besser werfenden Teams limitiert.

Im ersten Viertel hatten wir wieder erhebliche Probleme beim Offensivrebound. Im zweiten Spielabschnitt konnten wir uns etwas absetzen, hatten dann aber, vor allem auf den großen Positionen, Probleme mit Fouls und ich musste in dieser Situation mit zwei Vierern spielen und Lambrecht auf die fünf stellen, da unsere Großen bereits je zwei Fouls hatten. Das war ein Problem, aber meine Mannschaft hat hier großartig reagiert.

Der Start ins dritte Viertel war dann ganz ordentlich, aber wir wussten, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen, die sehr gut gecoacht ist. Insofern war uns klar, dass sie ihr Momentum haben würde und so war es auch. Sie kamen noch einmal ins Spiel und waren dann bis auf zwei Punkte ran, aber wir haben uns davon nicht einschüchtern lassen. Wir wussten, dass wir den Ball besser bewegen mussten, da sie sehr aggressiv verteidigten.

Ich denke, dass wir schließlich gewonnen haben, lag vor allem an der guten Verteidigung der Dreier und der Tatsache, dass wir ihnen vor allem in der zweiten Halbzeit kaum noch Offensivrebounds gestattet haben.”  

Filou Oostende vs. medi bayreuth  82:62 (18:14 - 20:18 - 18:20 - 26:10)

Filou Oostende: Williams 21, Lambrecht 6, LASISI 5, Schwartz 4 (7 Assists), Buza, Mwema 8 (9 Rebounds), Desiron 4, DJORDJEVIC 8, KESTELOOT 4, FIELER 9, MARIC 8, Djurisic 5.

medi bayreuth: Mika 11 (6 Rebounds), Thomas 13, ROBERTSON 7 (7 Assists),  STOCKTON 0, Doreth 4, SEIFERTH 6, Wachalski 0, Hrovat 4, MEISNER 3, BROOKS 14, Raivio 0, Krug 0.

Der Ausblick:

Bereits in fünf Tagen wartet schon der nächste schwere Gegner auf die HEROES OF TOMORROW. Am kommenden Sonntag ist der amtierende Deutsche Meister und Pokalsieger, der FC Bayern München, zu Gast in die Oberfrankenhalle. Spielbeginn gegen den bis dato nach wie vor ungeschlagenen Tabellenersten ist um 15:00 Uhr. Stehplatzkarten für das Spitzenspiel können online noch unter tickets.medi-bayreuth.de oder im Fanshop in der Brunnenstraße 7 in Bayreuth gebucht werden.