Heroes Of Tomorrow verlieren beim italienischen Meister in letzter Sekunde

medi bayreuth kassiert 0,2 Sekunden vor dem Ende den spielentscheidenden Dreier

Am 6. Spieltag in der Basketball Champions League hat medi bayreuth am Dienstagabend seine dritte Niederlage hinnehmen müssen. Im Gastspiel beim italienischen Meister Umana Reyer Venezia unterlagen die Heroes Of Tomorrow buchstäblich in letzter Sekunde durch eine Dreier der Gastgeber mit 67:70 (30:41).

Bereits in den ersten Minuten des Spiels hatte sich medi bayreuth in eine extrem ungünstige Ausgangssituation gebracht. 4:54 Minuten brauchte das Team von Head Coach Raoul Korner, um im mit 3.285 Zuschauern gut gefüllten Palasport Taliercio in Venezia-Mestre die ersten eigenen Zähler auf die Anzeigetafel zu bekommen. Die Gastgeber standen zu diesem Zeitpunkt bereits bei zwölf Punkten.

Dann brachten jedoch die Bankspieler von medi den notwendigen Schwung in die Partie der Bayreuther. Allen voran Robin Amaize, der von der italienischen Abwehr kaum zu kontrollieren war, drehte nun auf und nahm sein Team buchstäblich auf seine Schultern. Punkt um Punkt kämpfte man sich zurück und konnte die Partie tatsächlich kurz vor Ende nochmals ausgleichen. Die zu diesem Zeitpunkt noch auf der Spieluhr verbliebenen sechs Sekunden genügten dem italienischen Meister jedoch, um nochmals zu antworten und den siegbringenden Wurf anzubringen.

Für die doch recht zahlreichen Bayreuther Fans in der Halle war es eine nach verschlafenen Anfang noch recht spannende Partie, in der ihre Mannschaft einmal wieder Charakter zeigte und sich toll zurück kämpfte. Auch wenn mit etwas Glück am Ende ein Happy End für medi bayreuth sicherlich drin gewesen wäre, hatten sich die Italiener den Sieg letztlich absolut verdient.

Das sagt Robin Amaize:

“Es ist sehr ärgerlich, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben und das wird sicherlich auch noch ein bisschen weh tun. Wenn man morgen mit etwas Abstand noch einmal über das Spiel nachdenkt, dann wird man erkennen, dass wir das Spiel nicht wegen des letzten Wurfs verloren haben. Der Anfang des Spiels und auch einige unglückliche Situationen, wo wir in der Offensive einfach Pech mit einigen Korblegern hatten, die auch hätten reinfallen können, haben uns das Spiel gekostet. Dennoch sind wir aber wieder zurückgekommen und gegen diesen guten, wenn auch ein wenig glücklichen Wurf, kann man nichts machen. Ich persönlich bin wieder bei 100 Prozent, fühle mich gut und bin bereit, dem Team zu helfen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Einmal mehr verschlafen die Heroes of Tomorrow den Start in die Partie. Erst nach 4:54 Minuten erzielte der von der Bank gekommene Robin Amaize die ersten Bayreuther Punkte. Dieser Korberfolg war jedoch glücklicherweise eine Art “Hallo wach” für die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner. Die Bankspieler, allen voran Robin Amaize, der in seinen ersten vier Minuten auf dem Spielfeld bereits neun Punkte erzielt hatte, brachten neue Energie. So holte medi bayreuth auf und verkürzte in einem in der Folge ausgeglichenen Viertel bis auf 17:23.

Und auch im zweiten Viertel spielte Robin Amaize stark weiter. Ihm gelang das 21:23 (11.) ehe Venedig nach einem Orelik-Dreier einen 6:0 Lauf starten und wieder etwas durchschnaufen kann. Obwohl der Druck von Seiten der Heroes Of Tomorrow erhöht wurde und nun auch die Hausherren Fehler machten, vergab medi offensiv immer einmal wieder vermeintlich leichte Würfe. Zudem hatte man im Abschluss teilweise aber auch einfach Pech, wodurch die Lagunenstädter ihren Vorsprung wieder ausbauen konnten. Dank wichtiger Offensivrebounds und erfolgreich abgeschlossener zweiter Chancen zogen sie bis zur Pause erneut zweistellig davon.

Der Start in die zweite Halbzeit gehörte medi bayreuth. Zwar konnten die Heroes Of Tomorrow keinen Run wie die Gastgeber zu Beginn des Spiel hinlegen, aber nach einem Dreier von John Cox zum 42:47 (25.) war man wieder in Schlagdistanz. Mit teilweise vier deutschen Akteuren auf dem Parkett entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Venedig jedoch immer wieder durch Rebounds unter dem offensiven Brett zu Punkten kam und so ihren Vorsprung behaupten konnten.

Zu Beginn der finalen zehn Minuten drehte Paul Biligha auf Seiten der Italiener plötzlich auf. Aufgrund seiner acht Zähler lagen die Italiener weiter mit sieben Punkten in Front (64:57/34.). Doch erneut war es Robin Amaize, der die Heroes Of Tomorrow mit vier schnellen Punkten im Spiel hielt (61:64/35.). Nach zwei weiteren Körben von Andreas Seiferth betrug der Rückstand zweieinhalb Minuten vor dem Ende nur noch zwei Punkte. Gleich drei Angriffe in Folge hatte das Team von Head Coach Raoul Korner die Möglichkeit auszugleichen, doch es dauerte bis sechs Sekunden vor dem Ende, ehe John Cox zum 67:67 verwandeln konnte. Der letzte Wurf gehörte jedoch dem italienischen Meister und nach einer Auszeit war es Gediminas Orelik, der quasi mit der Schlusssirene einen schwierigen Dreier zum alles in allem verdienten Sieg für Umana Reyer Venezia verwandeln konnte.

Die spielentscheidenden Faktoren

Der Spielauftakt: Wie leider schon häufiger in dieser Saison gesehen, gehörte auch in Venedig der Start in die Partie dem Gegner der Heroes Of Tomorrow. Erst nach knapp fünf Minuten gelang der erste Korb. Zudem verschafften sich die Hausherren auch Vorteile aus sechs Rebounds, die in dieser Phase in ihren Händen landeten. medi holte hingegen nur drei Rebounds, konnte seine ersten fünf Würfe nicht verwandeln und hatte zudem zwei Ballverluste.

Robin Amaize: Nach viereinhalb Minuten wurde der Shooting Guard eingewechselt und mit ihm spielte medi bayreuth nach dem Fehlstart plötzlich wie ausgewechselt. Der 23-Jährige war der Energizer, den die Heroes Of Tomorrow in Venedig dringend brauchten. Über 25 Minuten Spielzeit erhielt er von Head Coach Raoul Korner und nahm mit 18 Würfen die meisten Schüsse seines Teams. Zehn davon gingen in den Korb, dazu verwandelte er zwei Freiwürfe. Somit avancierte Amaize mit 22 Punkten zum Topscorer. Zudem holte er drei Rebounds und gab zwei Assists.

Dreier: Am Ende waren die Quoten von der 6,75 Meter-Linie annähernd gleich. Venedig traf 26%, medi bayreuth 22% der Würfe aus der Distanz. Ausschlaggebend waren nicht zwingend die acht (von 31) gegenüber der vier (von 18) verwandelten Dreier, sondern vielmehr der Zeitpunkt: Zwei Dreier fielen beim 12:0 Start-Lauf, drei Minuten vor Ende verdoppelte Dominique Johnson die Führung auf 67:61 und mit dem Schlusspfiff traf Gediminas Orelik zum fünften Sieg der Lagunenstädter in der Champions League.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Gratulation an Venedig zum Sieg. Wir haben es geschafft, am Ende ein umkämpftes Spiel zu haben, wonach es im ersten Viertel nicht ausgesehen hatte. Wir haben nachlässig begonnen und waren zunächst nicht richtig auf dem Feld. Die zweite Fünf hat von der Bank kommend einen großartigen Job gemacht, sie haben den Energielevel nach oben gebracht und alle aufgeweckt. Schritt für Schritt haben wir dann unseren Weg ins Spiel gefunden. Wir haben es geschafft, das Spiel wenige Sekunden vor Ende auszugleichen, dann hat Orelik, von dem wir wussten, dass er ein hervorragender Schütze ist, getroffen. Nun wissen wir, dass er ein fantastischer Schütze ist. Das war ein schwerer Wurf. Über 40 Minuten gesehen war es ein verdienter Sieg, aber wir wissen nun, wie wir antworten müssen.”

Gianluca Tucci (Co-Trainer Umana Reyer Venezia): “Es war ein sehr schweres Spiel für uns. Wir wussten, dass Bayreuth vor allem in der Zone sehr intensiv spielt. Unter den Brettern war das Spiel daher sehr ausgeglichen. Unser Ziel war es, besser ins Spiel zu starten. Das haben wir auch mit der Arbeit unter dem Korb und den Rebounds geschafft. Wir haben unser Talent gut eingesetzt und uns den Sieg verdient.”

Umana Reyer Venezia vs. medi bayreuth 70:67 (23:17 - 18:13 - 15:21 - 14:16)

Umana Reyer Venezia:

Orelik 12, Biligha 12 (2 Blocks), WATT 11, Johnson 8, PERIC 7 (8 Rebounds), JENKINS 6, HAYNES 5, BRAMOS 3, Ress 3, Cerella 2, de Nicolao 1 (5 Assists), Bolpin.

Dreier: Orelik 3, Johnson 2, Haynes 1, Bramos 1, Jenkins 1.

medi bayreuth:

Amaize 22, SEIFERTH 14 (10 Rebounds), LINHART 8, Wachalski 7, BROOKS 6 (2 Blocks), Cox 5 (3 Assists), Robinson 5, McCrea 0, YORK 0, DORETH 0.

Dreier: Linhart 2, Cox 1, Wachalski 1.

Ausblick

Vor der Länderspielpause geht es in der easyCredit Basketball Bundesliga noch einmal um zwei wichtige Punkte. Am Sonntag, 19. November, reisen die Heroes Of Tomorrow zum einzig verbliebenen NRW-Club der ersten Basketball Bundesliga, den auf Platz acht rangierenden Telekom Baskets Bonn. Jump im Telekom Dome ist um 15 Uhr.