Fotos: Ochsenfoto

HEROES OF TOMORROW verlieren Heimspiel gegen die BG Göttingen mit 75:78

medi bayreuth leistet sich in der Schlussphase zu viele Ballverluste

Mit einer Niederlage gegen die BG Göttingen hat für medi bayreuth der 27. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga geendet. Vor 3.136 Zuschauern in der Oberfrankenhalle unterlag die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am Samstagabend den Veilchen mit 75:78 (35:42) und musste so die dritte Niederlage in Serie hinnehmen.

Über die gesamte Spielzeit schenkten sich beide Mannschaften nichts. Während die Gäste aus Niedersachsen zunächst in spielerischer Hinsicht vor allem durch ihren vor Spielfreude nur so strotzenden Aufbauspieler, Michael Stockton, Vorteile hatten, kamen die HEROES OF TOMORROW durch den Kampf ins Spiel.

Knapp vier Minuten vor dem Ende ging medi bayreuth nach langer Zeit wieder in Führung  (72:71) und schien nun auch das Momentum auf seiner Seite zu haben. Doch es war wie verhext. Plötzlich machte sich Verunsicherung breit in Reihen der HEROES OF TOMORROW und man leistete sich in der Schlussphase vier extrem ärgerliche Ballverluste, welche die Göttinger ihrerseits nutzten, um wieder selbst vorzulegen.

Mit der Schlusssirene hatte medi, durch Kassius Robertson, mit dem insgesamt 32. Dreier zwar noch die Möglichkeit auf die Verlängerung, doch wie schon 21 Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie zuvor, wollte auch dieser nicht in den Göttinger Korb und so durften die Veilchen ihren achten Saisonsieg feiern.

Durch die nunmehr dritte Niederlage in Serie verpasste es medi bayreuth in der Tabelle zu den auf Rang neun platzierten Basketball Löwen aus Braunschweig (13 Siege und 13 NIederlagen) aufzuschließen und bleibt somit auf Position elf.

Das sagt Nik Raivio:

“Ich bin natürlich über den Spielausgang sehr enttäuscht, denn das war mit Sicherheit nicht das Resultat, das wir erreichen wollten. Wir haben es leider erneut nicht geschafft das Spiel zu gewinnen. Am Ende hatten wir es sogar noch in der Hand und führten mit einem Punkt, aber das Ergebnis zum Schluss ist ernüchternd.”

Der Spielverlauf:

medi bayreuth begann das Heimspiel gegen die BG Göttingen mit derselben Starting Five der letzten Spiele. Nach den vorangegangenen Niederlagen merkte man dem Bayreuther Spiel etwas die Verunsicherung an. Dies nutzten die Gäste, um sich eine erste kleine Führung zu erspielen. Doch die HEROES OF TOMORROW kämpften sich nach und nach in die Partie hinein, so dass am Ende des ersten Viertels, nach einem Dreier von Kyan Anderson, sogar eine 20:19 Führung auf der Anzeigetafel stand.

Der erste Angriff des zweiten Spielabschnitts brachte aber sogleich wieder den Führungswechsel, diesmal war Mihajlo Andric von jenseits der 6,75-Meter-Linie erfolgreich. Und diesen Vorsprung behaupteten die Niedersachsen über das gesamte Viertel. Michael Stockton führte geschickt Regie und kam auch immer wieder selbst zum Abschluss. medi kämpfte weiter verbissen, ohne dass jedoch der richtige Spielrhythmus aufkommen wollte. Zwar wuchs der Rückstand nie bedrohlich an, aber man schaffte es auch nicht, selbst einmal in Führung zu gehen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurde der Rückstand größer, als man durch eigene Ballverluste den Gegner etwas enteilen ließ. Mit 35:42 ging es in die Kabinen.

Der Start in die zweite Hälfte gehörte dann ganz klar den HEROES OF TOMORROW. De’Mon Brooks mit einem Dreier und zweimal Hassan Martin egalisierten bereits nach zwei Spielminuten das Ergebnis. Sogar die Möglichkeit zur Führung bestand in dieser Phase, aber wieder war es ein Ballverlust, der die Göttinger zurück ins Spiel brachte. So konnten die Niedersachsen ihren Vorsprung bis auf 63:55 ausbauen und medi auf Distanz halten. Am Viertelende hieß es, nach zwei erfolgreichen Körben von Andreas Seiferth, 57:63 und es war weiter alles möglich.

Auch in den letzten zehn Minuten gaben sich die HEROES OF TOMORROW nie auf. Zwar fanden die Gäste durch einen Dreier von Pendarvis Williams gut in den letzten Spielabschnitt hinein, aber die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner konnte in der Folge ihren Rückstand immer weiter verkürzen. Ein 7:0 Lauf, abgeschlossen durch einen Dreier von Kassius Robertson, bescherte medi knapp vier Minuten vor dem Ende die 72:71 Führung. Im Anschluss hatte man es mehrfach in den eigenen Händen, den Vorsprung weiter auszubauen. Aber vier Ballverluste in kurzer Folge waren schließlich zu viel, so dass Göttingen mit zwei erfolgreichen Angriffen die entscheidende Wende herbeiführte. Ein letzter Dreier von Adonis Thomas reichte nicht mehr, da auf der Gegenseite Michael Stockton mit einem Korbleger erfolgreich war und der Dreier von Kassius Robertson zur Verlängerung wieder aus dem Korb heraussprang. So gewann die BG Göttingen schließlich mit 78:75.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Johan Roijakkers (Head Coach BG Göttingen): “Ich freue mich natürlich sehr für meine Mannschaft und für meinen Staff, die wirklich täglich in der Halle stehen und unglaublich hart arbeiten. Sie verdienen natürlich einen Sieg, aber es ist oft schwierig mit dem Kader, den wir haben. Wir haben immer vor, 40 Minuten durchzuhalten. Heute war es wieder sehr knapp am Ende, aber Michael Stockton hat einige Big Plays für uns gemacht. Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben, denn wir haben besser auf den Ball aufgepasst und außerdem bin ich der Meinung, dass wir als Mannschaft cleverer gespielt haben in vielen Momenten und damit meine ich nicht nur Stockton.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Glückwunsch an Johan und seine Mannschaft zum Sieg. Bei uns merkt man die Verunsicherung an allen Ecken und Enden. Von den 32 Dreiern, die wir genommen haben, war nur einer wirklich hart verteidigt. Dennoch fallen sie nicht. Letztendlich haben wir dann doch irgendwie das Momentum, indem wir uns in die Partie hinein kämpfen und gehen mit einem Punkt in Führung. Dann folgen fünf Ballverluste in Serie.

Man spürt förmlich die Verkrampfung und letztendlich werden wir ein Opfer davon. Vielleicht hilft es uns, dass wir jetzt dieses leidige Playoff–Thema ad acta legen können. Jetzt geht es im Endeffekt darum, wieder irgendwie diese Verkrampfung zu lösen und uns da wieder herauszuarbeiten. Wir haben alles andere vor, als diese Saison abzuschenken und wenn am Ende Playoffs stehen, dann freuen wir uns natürlich riesig darüber, aber wir sind uns alle dessen bewusst, dass wir im Moment ganz andere Sorgen haben, als dieses Thema. Ich glaube man hat heute gesehen, dass die Mannschaft als solche funktioniert und dass sie kämpft, aber wir spielen einfach nicht gut und wir haben die Konstanz im Moment nicht. Es ist immer so ein wenig eine Überraschung, welcher Spieler heute gut spielt. Heute war es Adonis, der uns über weite Strecken getragen hat. Am Ende hatten wir eine Line-Up auf dem Feld, die das Spiel komplett gedreht hat, um es dann doch wieder wegzuschmeißen. Es ist im Moment für uns extrem schwierig einen Rhythmus zu finden, an den wir uns anhalten können. Es sind jetzt noch acht Spiele Zeit und es ist nun mehr eine Frage des Stolzes, als eine Frage der Playoffs.”

medi bayreuth vs. BG Göttingen 75:78 ( 20:19 - 15:23 - 22:21 - 18:15)

medi bayreuth: THOMAS 17 , ROBERTSON 10, ANDERSON 9, Doreth 3, Seiferth 8, MARTIN 9, Wachalski,, Hrovat 3 (5 Assists), Meisner 0, BROOKS 9, Raivio 7 (7 Rebounds), Krug.

BG Göttingen: Lockhart 11, Albrecht, Kramer 6, WILLIAMS 11, CARTER 4 (5 Rebounds), Andric 7, MÖNNINGHOFF 8, STOCKTON 18 (7 Assists), Larysz, Willis 8, HAUKOHL 2, Grüttner Bacoul 3.   

Der Ausblick:

Bis zum Ende der regulären Saison sind es jetzt noch acht Spiele die vor den HEROES OF TOMORROW liegen. Das nächste findet am kommenden Samstag in der EWE Arena in Oldenburg statt, wo man um 20:30 Uhr Gast der Donnervögel um Rickey Paulding und Raoul Korners Landsmann Rasid Mahalbasic sein wird.