Fotos: Ochsenfoto

HEROES OF TOMORROW verpassen nächste Sensation nur ganz knapp

medi bayreuth verliert im Spitzenspiel beim FC Bayern erst nach Verlängerung

Die HEROES OF TOMORROW hatten den amtierenden deutschen Meister am Rande einer Niederlage. Buchstäblich in letzter Sekunde konnte der somit auch weiterhin ungeschlagene Tabellenführer der easyCredit Basketball Bundesliga aber nochmals den Kopf aus der Schlinge ziehen und das Spitzenspiel des 15. Spieltages nach Verlängerung für sich entscheiden.

Mit 95:101 (40:47, 84:84) unterlag medi bayreuth am Sonntagnachmittag vor 5.828 Zuschauern im Audi Dome dem FC Bayern München letztlich zwar knapp, zeigte jedoch, wie schon im Oberfrankenderby, erneut eine bärenstarke Teamleistung.

Natürlich hätten Bastian Doreth & Co. die Punkte gerne aus München mitgenommen, doch ein kaum zu stoppender Derrick Williams sowie der ein oder andere einfach unnötige Ballverlust verhinderten am Ende die nächste Sensation der HEROES OF TOMORROW.

Das sagt Andreas Seiferth:

“Trotz der Niederlage nehmen wir viel Positives mit aus diesem Spiel heute hier in München. Bis auf die Anfangsphase haben wir wieder ein sehr starkes Spiel abgeliefert. Letztlich hat uns ein Wurf gefehlt, um nach dem Oberfrankenderby auch hier das Spiel zu gewinnen, was sicherlich noch eine größere Sensation gewesen wäre. Natürlich waren wir alle nach dem Spiel zunächst einmal niedergeschlagen, wir dürfen aber auch aus diesem Spiel wieder viel Selbstvertrauen mitnehmen.

Der Plan ist jetzt natürlich genau diese Form in die kommenden Spiele in Patras und in Ludwigsburg mitzunehmen. Das lässt sich leicht sagen, aber ich hoffe ganz einfach, dass wir den Schwung mitnehmen. Wenn es uns gelingt, mit dem gleichen Fokus an die kommenden Aufgaben heranzugehen, dann haben wir auch da gute Chancen die Spiele zu gewinnen.”

Der Spielverlauf:

Mit einer großen Überraschung begann das Spiel des 15. Bundesligaspieltags in der easyCredit Basketball Bundesliga gegen den FC Bayern München Basketball. Head Coach Raoul Korner beorderte Steve Wachalski anstelle des verletzten Hassan Martin in die Starting Five. Der erhoffte Überraschungseffekt blieb allerdings aus, denn die Münchner starteten hochkonzentriert in diese Begegnung und zogen den HEROES OF TOMORROW, dank gutem Mannschaftsspiel (10 Assists im ersten Viertel), schnell davon. Nach knapp vier Minuten war der Vorsprung bereits zweistellig. Mitte des Viertels fing sich medi bayreuth aber und konnte zumindest verhindern, dass der Rückstand bis zum Viertelende noch größer wurde. Mit 18:29 ging es in die erste Pause.

Im zweiten Viertel bestätigte medi seinen Aufwärtstrend vom Ende der ersten zehn Minuten. Insbesondere Nik Raivio wurde in dieser Phase immer wieder zu einem wertvollen Faktor in der Offensive. Da gleichzeitig die Bayern ihre gute Wurfquote vom Anfang nicht halten konnten, verkürzten die HEROES OF TOMORROW ihren Rückstand Mitte des Viertels bis auf zwei Zähler. Zum Führungswechsel reichte es aber noch nicht, da die Münchner jetzt im Stile eines Tabellenführers konterten. 7:0 Punkte bescherten ihnen wieder einen etwas beruhigenderen Vorsprung. Trotzdem gewann das Team von Head Coach Raoul Korner das zweite Viertel mit 22:18 und lag zur Halbzeit nur mit 40:47 zurück.

Auch nach der Pause bot medi bayreuth dem haushohen Favoriten weiter stark Paroli. Nach dreieinhalb gespielten Minuten war man wiederum durch Punkte von Nik Raivio bis auf drei Zähler herangerückt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bayern aber immer eine Antwort parat. Vor allem wenn Nihad Djedovic und Maodo Lo auf dem Parkett standen, hatten die HEROES OF TOMORROW Probleme. Drei Minuten vor Ende des Viertels waren eben jene beiden, zusammen mit Vladimir Lucic, für einen Zwischenspurt verantwortlich, der den Bayern einen 13 Punkte Vorsprung bescherte. Aber auch davon ließen sich Bastian Doreth & Co. nicht nachhaltig beeindrucken. In den verbleibenden Minuten konnten sie das Viertel fast noch ausgeglichen gestalten und lagen vor dem letzten Spielabschnitt mit 58:66 weiter in Schlagdistanz.

Ohne Hassan Martin (trotzdem gewann man das Reboundduell mit +4!) musste jeder einzelne nochmal eine Schippe drauflegen, um die Sensation tatsächlich schaffen zu können. Und genau das taten die HEROES OF TOMORROW. Noch bissiger in der Defensive und wie schon im Spiel gegen Bamberg abgeklärt in der Offensive, gelang Mitte des Viertels durch Gregor Hrovat der Ausgleich. Jetzt ließ man die Bayern nicht mehr davonziehen und ging 2:42 Minuten vor Schluss durch einen Dreier von Kassius Robertson sogar erstmalig mit 78:76 in Führung. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Beide Mannschaften hatten in den Schlusssekunden die Möglichkeit, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Auf Bayreuther Seite vergab Kassius Robertson 19 Sekunden vor dem Ende den vielleicht vorentscheidenden Dreipunktwurf, so dass im Gegenzug die Münchner ihrerseits die Chance zur Entscheidung bekamen. Ihr bester Spieler, Derrick Williams, traf seinen Wurf jedoch ebenfalls nicht. Somit ging es beim Stand von 84:84 in die Verlängerung.

In diesen fünf Zusatzminuten spielten die Mannen von Dejan Radonjic ihre ganze individuelle Klasse aus. Beim Stand von 96:90, gut eine Minute vor Ende der Overtime, sahen sie schon wie der sichere Sieger aus. Doch zwei Freiwurfpunkte von De’Mon Brooks und ein weiterer Dreier von Kassius Robertson brachten medi bayreuth 14 Sekunden vor Schluss wieder bis auf einen Zähler heran und ließen die HEROES OF TOMORROW ein letztes Mal an der Sensation schnuppern. Schließlich brachte der FC Bayern Basketball den hart erkämpften 101:95 Sieg an der Freiwurflinie ins Ziel.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Glückwunsch an den FC Bayern und ihren Coach zum hart umkämpften Sieg. So weh diese Niederlage auch tut, so stolz bin ich über die Leistung, die wir in den vergangenen Tagen ohne unseren statistisch gesehen besten Spieler gezeigt haben. Die Mannschaft verdient allergrößten Respekt dafür, wie wir mit der personellen Situation umgehen, wie wir kämpfen, wie wir heute sogar das Rebound-Duell gewinnen konnten. Wir waren einen Wurf von der großen Sensation entfernt, haben vielleicht in der entscheidenden Phase etwas zu früh die Brechstange ausgepackt. Da hat uns die Souveränität gefehlt, die Bayern heute in Person von Derrick Williams hatte.”

Dejan Radonjic (Head Coach FC Bayern München): “Zu Beginn der Partie haben wir offensiv wie defensiv seriös agiert. Doch je länger das Spiel dauerte, desto schwankender waren unsere Aktionen: ein paar Minuten gut, ein paar Minuten schlecht. Bayreuth hat eine starke Leistung gezeigt, zu der man ihnen nur gratulieren kann. Am Ende war es ein sehr enges Spiel, das wir glücklicherweise gewinnen konnten. Das ist das Wichtigste heute.”

FC Bayern München vs. medi bayreuth n.V. 101:95 (29:18 - 18:22 - 19:18 - 18:26 - 17:11)

FC Bayern München: Dangubic 0, Hobbs 0, King 3, Koponen 5, Radosevic 4, LUCIC 17, LO 14 (5 Assists), DJEDOVIC 17, Amaize 2, BARTHEL 12, Williams 27 (7 Rebounds), OGUNSIPE 0.

medi bayreuth: THOMAS 5, ROBERTSON 22, STOCKTON 2 (5 Assists), Doreth 6, Seiferth 10, WACHALSKI 0, Hrovat 13, Meisner 3, BROOKS 21 (9 Rebounds), Raivio 13, Krug.

Der Ausblick:

Nach dem Gastspiel in München bleibt den HEROES OF TOMORROW nur ein einziger Tag, ehe man am Dienstagmorgen bereits zum nächsten Auswärtsspiel aufbrechen wird. Dann geht es nach Griechenland, denn am kommenden Mittwoch (9. Januar) steht in der Basketball Champions League das erste Spiel des Jahres 2019 auf dem Programm. In Patras ist man am Mittwochabend um 18:30 Uhr (deutscher Zeit) zu Gast bei Promitheas.