Fotos: Basketball Champions League

Heroes Of Tomorrow ziehen in die Playoffs der Champions League ein

medi bayreuth beschließt die Gruppenphase nach 81:83 Niederlage bei AEK auf Platz 4

Wer hätte das nach der Gruppen-Auslosung in der Basketball Champions League Mitte Juli letzten Jahres überhaupt für möglich gehalten? Nach dem 14. Spieltag zieht medi bayreuth mit einer Bilanz von acht Siegen und sechs Niederlagen als Tabellenvierter in die Playoffs ein.

Hier bekommen es die Heroes Of Tomorrow Anfang März dann mit einem der Sieger der anderen drei Gruppen, also entweder dem AS Monaco (FRA), Iberostar Teneriffa (ESP) oder Besiktas Sompo Japan Istanbul (TUR) zu tun. Die Auslosung der einzelnen Playoff-Partien findet am 14. Februar statt.

Die Gefühle im Lager von medi bayreuth waren nach dem letzten Spiel der Gruppenphase jedoch recht gespalten. Bei den meisten war zunächst nicht einmal ein Funke von Freunde über den Einzug in die Playoffs zu spüren. Zu groß war die Enttäuschung über die unnötigen 81:83 (40:33) Niederlage im letzten Gruppenspiel bei AEK Athen. Mit bis zu 14 Zählern hatte das Team von Head Coach Raoul Korner in Griechenlands Hauptstadt schon geführt, ehe die Gastgeber das Spiel quasi auf der Zielgerade noch drehen konnten und so als Tabellendritter ebenfalls den Einzug in die Playoffs feiern durften. Zudem qualifizierten sich aus Gruppe C SIG Strasbourg und Banvit BK für die nächste Runde.

Das sagt Gabe York:

"Wir haben heute gegen eine Mannschaft gespielt, die vom Jump an bereit war und genau wusste, was sie heute machen muss, um zu gewinnen. Ich denke aber, wir hätten das Spiel heute gewinnen müssen. Wir hatten einige Turnover, vor allem in den letzten Minuten, die es Athen ermöglicht haben, wieder ins Spiel zurück zu kommen. Das muss man anerkennen, denn sie haben das ganze Spiel über gekämpft. Am Ende des Tages sind wir aber für die Playoffs qualifiziert und wir freuen uns schon sehr auf die nächste Runde.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Nach der ersten, schnellen Führung von AEK konterte medi. Nach knapp vier Minuten sorgte De’Mon Brooks per Dreier für das 11:5. Die Partie war im ersten Viertel sehr schnell und die Heroes Of Tomorrow profitierten zunächst von der Abschlussschwäche der Athener. Offensiv nutzte medi bayreuth vor allem in der Schlussphase des ersten Viertels den sich unter dem Korb bietenden Platz zu zweiten Chancen. So konnte das zwischenzeitliche 18:17 durch Freiwürfe von Mike Green schnell wieder gedreht werden. Nate Linhart und Robin Amaize stellten das 21:18 für medi nach den ersten zehn Minuten her.

Eng blieb die Partie auch zu Beginn des zweiten Abschnitts, wobei AEK den besseren Start hatte. Dank eines 6:0-Laufs machten die Griechen aus dem 22:25 eine 28:25-Führung. Nach einer  Auszeit von Raoul Korner (12.) entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und wieder hatten die Heroes Of Tomorrow beim Rebounding klare Vorteile. Dem 33:31 durch Steve Wachalski (17.) folgte eine AEK-Auszeit. medi gab jedoch bis zur Pause weiter Gas und nach einem weiteren Dreier von De’Mon Brooks zum 38:32 gingen die Bayreuther mit einer 40:33-Führung in die Kabine.

Nach dem Wechsel trug sich Gabe York erstmals aus dem Feld als Scorer auf dem Spielberichtsbogen ein. Zwei schnelle Dreier trugen zur 49:37-Führung (23.) seines Teams bei. Von den enthusiastischen Fans nach vorne getriebenen Athener wurde nun vor allem in der Defensiv stärker. Dennoch verstand es medi den Vorsprung auf 14 Zähler ausbauen. Mit einem 9:2-Lauf verkürzten die Griechen bis zur 28. Minute dann auf 49:56. Dusan Sakota traf hier nach schwachem Beginn aus der Distanz von der Dreierlinie. Doch auch auf der Gegenseite fiel ein wichtiger Distanzwurf. Kapitän Bastian Doreth erhöhte wieder auf elf Zähler Vorsprung.

Mit neun Punkten Vorsprung starteten die Heroes Of Tomorrow in den letzten Abschnitt, doch dieser schmolz schnell. Zwei Dreier (Sakota, Xanthopoulos) und ein Drei-Punkt-Spiel von Delroy James brachten AEK auf 68:69 (34.) heran. medi bayreuth konterten jedoch erneut. Der dritte Brooks-Dreier, über Brett, bedeutete fast zur Hälfte des Viertels wieder sechs Zähler Vorsprung. Die sehr agile Athener Defensive mit insgesamt zehn geblockten Würfen brachte medi nun allerdings ein ums andere Mal zur Verzweiflung und verursachte Bayreuther Ballverluste. Auf der anderen Seite übernahmen Manny Harris und Dusan Sakota nun das Geschehen und verkürzten bis auf 77:78. Nach drei erfolgreichen Linhart-Freiwürfen zum 81:77 drehte ein Dreier von Panagiotis Vasilopoulos sowie ein weiterer von Dusan Sakota sieben Sekunden vor der Schlusssirene zum 83:81 Endstand doch noch zu Gunsten der Griechen.

Die spielentscheidenden Faktoren

Dusan Sakota: Wie schon im Hinspiel (19 Punkte, acht Rebounds) war Power Forward Dusan Sakota einer der Schlüssel zum Sieg der Griechen. Diesmal verzeichnete der Routinier zwar nur drei Rebounds, konnte aber am Ende 20 Punkte für sich verbuchen. Eminent wichtig waren dabei vor allem seine drei erfolgreichen Dreier in der zweiten Halbzeit. In den ersten 20 Minuten war er noch ohne Treffer aus der Distanz geblieben. Dazu gelangen ihm zwei Blocks.

Ballverluste: Wie schon in München erlaubten sich die Heroes Of Tomorrow in der Crunch Time zu viele Fehler und gaben so den möglichen Sieg noch aus der Hand. In der ersten Hälfte unterliefen der Mannschaft von Raoul Korner nur drei Turnover. Am Ende waren es zehn,  wovon allein drei in der Crunch Time zu verzeichnen waren.

Rebounds: Vor allem in der ersten Halbzeit war medi unter beiden Körben das dominierende Team. 33 gegenüber 22 lautete das Verhältnis nach 20 gespielten Minuten, gleich 14 Offensivrebounds konnten verzeichnet werden. In der zweiten Halbzeit kamen nur noch 15 weitere Rebounds, darunter neun unter dem eigenen Korb hinzu. Auf Seiten der Griechen verbesserte sich das Rebounding hingegen deutlich. Neun Offensivrebounds halfen dabei, die Partie am Ende zu drehen und das Verhältnis auf 41:48 anzugleichen.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Aktuell habe ich gemischte Gefühle. Ich weiß nicht, ob ich glücklicher über das Erreichen der Playoffs sein soll, was in so einer starken Gruppe für unsere Organisation historisch ist, oder ob ich sauer über die Niederlage sein soll, denn wir waren für 38 Minuten das bessere Team. Ich habe für mich entschieden, dass ich Ersteres bin, ich freue mich sehr über das Erreichen der nächsten Runde. Aktuell habe ich noch keine Idee, wie die Konstellation sein wird, das ist aber momentan auch egal. Ich gratuliere meinen Spielern und der Organisation für das, was wir geleistet haben. Als wir die Auslosung gesehen haben, war nicht klar, ob wir mit diesen Teams mithalten können. Aber wir haben es gemacht und wir haben es verdient, unter den ersten vier Mannschaften zu sein. Gratulation an AEK Athen und seine Fans zum Sieg, ich habe gehört, sie sind auch weiter. Das ist also eine Win-Win-Situation für uns beide.”

Dragan Sakota (AEK Athen): “Das war bisher unser wichtigster Sieg in Europa. Wir haben es verdient, in die nächste Runde einzuziehen. Wenn ich mir ein Team aussuchen könnte, gegen das ich nicht spielen wollen würde, wäre es Bayreuth. Die Art, wie sie die Transition spielen und dann werfen, bereitet uns Probleme. Es ist schwer, das zu kontrollieren und die Mannschaft in den Griff zu bekommen. Das müsste eigentlich unser Vorteil sein. Aber manchmal haben wir zu schnell gespielt und haben Fehler gemacht, dann hat Bayreuth einen Lauf gestartet. Es ist unglaublich, dass ein Team 33 Rebounds in einer Halbzeit machen kann, 14 davon in der Offensive. Ich frage mich, ob diese Statistik stimmt. Wir haben zu viele einfache Punkte im Insidespiel zugelassen. Wir haben dann unsere Defensive umgestellt, das geht aber nur über zehn Minuten und nicht über das gesamte Spiel. Dadurch konnten wir das Spiel drehen. Durch die anderen Ergebnisse war das Glück auf unserer Seite und wir sind weiter mit dabei.”

AEK Athen vs. medi bayreuth 83:81 (20:21 - 13:19 - 24:26 - 26:15)

AEK Athen:

HARRIS 23 (4 Steals), Sakota 20, JAMES 11 (9 Rebounds, 3 Blocks), HUNTER 9, Mavroeidis 6, Vasilopoulos 5, GREEN 5 (7 Assists), Xanthopoulos 3, Kavvadas 1, LARENTZAKIS 0, Barlow 0, Maraitis.

Dreier: Sakota 3, James 1, Harris 1, Xanthopoulos 1, Vasilopoulos 1.

medi bayreuth:

YORK 18, BROOKS 14 (9 Rebounds), SEIFERTH 12, LINHART 11 (9 Rebounds), Marei 8, Amaize 7, Wachalski 4, Doreth 2, ROBINSON 2 (5 Assists), Cox 2.

Dreier: York 4, Brooks 3, Doreth 1.

Ausblick:

Vor dem TOP FOUR in Ulm stehen noch zwei weitere Partien in der easyCredit Basketball Bundesliga auf dem Programm der Heroes Of Tomorrow. Am Samstag, 10. Februar, kommt es in der heimischen Oberfrankenhalle zum Duell mit dem Tabellenletzten, den WALTER Tigers Tübingen. Jump hier ist um 20:30 Uhr, ehe am Valentinstag, 14. Februar, um 19:00 Uhr die Telekom Baskets Bonn in Bayreuth zu Gast sein werden. Karten für beide Spiele gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de.