Fotos: Marcus Förster

Historisch! medi bayreuth zieht im FIBA Europe Cup ins Halbfinale ein

HEROES OF TOMORROW besiegen im Geisterspiel U-BT Cluj Napoca mit 100:87

medi bayreuth hat das Halbfinale im FIBA Europe Cup erreicht. Im Viertelfinalrückspiel besiegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am Mittwochabend U-BT Cluj Napoca mit 100:87 (46:48) und zog so in Addition beider Spiele (182:170) in die nächste Runde ein. Aufgrund der durch die bayerische Staatsregierung verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, fand die Partie gegen den rumänischen Pokalsieger in der Bayreuther Oberfrankenhalle vor leeren Rängen statt.

Im Halbfinale treffen die HEROES OF TOMORROW nun auf den Topfavoriten dieses Wettbewerbs, Pinar Karsiyaka. Souverän gewannen die Türken auch ihr Rückspiel gegen Kiew und stehen neben den Bakken Bears (DEN) und Bahcesehir College (TUR) in der Runde der letzten vier Mannschaften.

Das sagt Lukas Meisner (medi bayreuth):

“Es ist super für uns, super für den Verein und auch super für die Stadt Bayreuth Geschichte geschrieben zu haben. Natürlich war es ein ganz komisches Spiel hier vor leeren Rängen spielen zu müssen, aber umso besser ist es, dass wir es als Team geschafft haben, so eine Leistung aufs Feld zu bringen.

Das dritte Viertel war heute unsere Stärke. Jeder hat seinen Beitrag zu diesem Sieg geleistet, obwohl es mit den Schiedsrichtern und dem doch ein wenig härterem Spiel nicht immer einfach war. Jeder bei uns hat letztlich dazu beigetragen, dass wir am Ende das bessere Team waren.”

Warum es so lief, wie es lief:

Die erste Halbzeit war ein wenig das Spiegelbild des Hinspiels. Während die Rumänen immer wieder für einfache Punkte den Weg direkt unter den Bayreuther Korb fanden, mussten die HEROES OF TOMORROW hart für jeden Korb arbeiten. Als dann auch die Würfe nicht so recht fallen wollten, zogen die Gäste auf 22:15 (9.) davon. Das Team von Head Coach Raoul Korner fightete jedoch und Bryce Alford konnte mit drei erfolgreichen Freiwürfen zum 20:22 den Anschluss nach dem ersten Viertel wieder herstellen.

Der zweite Abschnitt verlief dann völlig ausgeglichen. Kein Team konnte sich mit mehr als drei Zählern absetzen und so ging es mit 46:48 in die Kabinen. Deutlich mehr Probleme offenbarte zur Pause der Blick auf die Anzeigetafel auf Bayreuther Seite, wo hinter den Namen Seiferth, Travis und auch Linhart bereits drei Foullämpchen leuchteten.

Doch auch durch die hohe Foulbelastung ließen sich die HEROES OF TOMORROW zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht stoppen. Nachdem er gegen die Bayern noch krankheitsbedingt passen musste, gab Kapitän Bastian Doreth erneut den Takt an. Sein Dreier zum Start in die zweite Hälfte brachte medi bayreuth mit 49:48 in Führung (die man bis zum Spielende nicht mehr abgeben sollte) und startete einen 10:0 Lauf (56:48/23.). Bis auf 79:63 (29.) baut das Team von Raoul Korner den Vorsprung aus und sah dank eines überragenden dritten Viertels (36:20) nach dreißig Minuten beim 82:68 schon so gut wie der sichere Sieger aus.

Doch auch die Rumänen verstanden es zu kämpfen. Mit einem 7:0 Lauf starteten sie in den Schlussabschnitt und waren von jetzt auf gleich wieder im Rennen. Als fünf Minuten vor dem Ende nach Andreas Seiferth auch Reid Travis mit Foulhöchstzahl das Feld verlassen musste, wurde es noch einmal richtig eng. Darryl Peak verwandelte zwei Freiwürfe und Cluj war 3:29 Minuten vor dem Ende auf fünf Punkte wieder dran (82:87). medi bayreuth, oder genauer gesagt Evan Bruinsma, hatte hier zum Glück jedoch die perfekte Antwort parat. Sein Dreier im direkten Gegenzug zum 90:82 sowie der Defensivrebound 47 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 90:85 für medi waren letztlich die beiden Big Plays, die den Sieg und den Einzug ins Halbfinale sicherstellten. 

Insgesamt bot medi bayreuth eine großartige Mannschaftsleistung. Sieben Spieler punkteten am Ende zweistellig. Die wohl beeindruckendste Statistikzeile im Team von medi hatte Nate Linhart, der mit 15 Punkten, 6 Rebounds, 7 Assists und 3 Steals einen Effektivitätswert von 25 auf dem Papier stehen hatte. 

Die Trainerstimmen:

Mihai Silvasan (Head Coach U-BT Cluj Napoca): “Zunächst einmal Glückwunsch an Bayreuth für den Einzug ins Halbfinale. Sie haben in beiden Spielen guten Basketball gezeigt. Am Ende des Spiels habe ich so reagiert, da ich der Meinung bin, dass zwei der drei Schiedsrichter dann doch, sagen wir, ein wenig gegen uns gepfiffen haben. Als wir fünf Punkte zurück waren, waren es es mindestens zwei oder drei Situationen, in denen wir zwei Freiwürfe hätten bekommen müssen und das Spiel dann sicherlich auch anders gelaufen wäre. 

Es tut mir leid, dass wir heute hier ohne Zuschauer spielen mussten. Basketball verliert sehr viel, wenn keine Zuschauer bei den Spielen dabei sein können. Auch in unserer Liga müssen wir ohne Fans spielen. Insgesamt ist es eine schlechte Situation für den Basketball und den Sport im allgemeinen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Ich bin sehr glücklich und sehr stolz auf meine Mannschaft. Nachdem wir diesen Wettbewerb ja komplett unglücklich begonnen hatten, haben wir durch den FIBA Europe Cup unseren Rhythmus gefunden und stehen jetzt verdient unter den letzten vier Mannschaften. Natürlich ist auch ein wenig Wehmut dabei, denn wir hätten diesen für Bayreuth historischen Moment natürlich sehr gerne mit unseren Fans zusammen gefeiert. Jetzt harren wir der Dinge, was die Zukunft bringt. Aktuell ist ja alles noch sehr unsicher, aber wir freuen uns natürlich über diesen Sieg.

Insgesamt war es eine tolle Mannschaftsleistung. Wir haben Foulprobleme auf der großen Position bekommen, aber Lukas und Evan haben das sehr souverän zu Ende gespielt. Nach der Pause haben wir dann angefangen zu treffen und so den Funken bekommen, der mit unseren Fans im Rücken sicherlich schon eher auf unser Spiel übergesprungen wäre. Umso glücklicher bin ich, dass es aber auch so geklappt hat.”

medi bayreuth vs. U-BT Cluj Napoca 100:87 (20:22 - 26:26 - 36:20 - 18:19)

medi bayreuth: Robinson 3, WOODARD 15, DORETH 14, SEIFERTH 15, MEISNER 10, Alford 10, Perschnick, Travis 7, Bruinsma 11, Pryszcz, LINHART 15 (6 Rebounds / 7 Assists).

U-BT Cluj Napoca: PEAK 23 (10 Rebounds), TAROLIS 13, JOHNSON 17, Lungoci, Rotaru, Zganec 2, PLANINIC 8, Ate 9, Vida, KUTI 2, Richard 13 (5 Assists), Uta.

Die weiteren Ergebnisse der Rückspiele im Playoff Viertelfinale:

BK Ventspils (LAT) vs. Bahcesehir College (TUR) 90:112

Damit ist Bahcesehir College (TUR) im Halbfinale. 

Tsmoki - Minsk (BLR) vs. Bakken Bears (DEN) 87:93

Damit sind die Bakken Bears (DEN) im Halbfinale.

Pinar Karsiyaka (TUR) vs. BC Kyiv Basket (UKR) 88:67

Damit ist Pinar Karsiyaka (TUR) im Halbfinale.

Der Ausblick:

Der Blick auf den Spielplan hat für medi bayreuth am kommenden Samstag das Gastspiel in der easyCredit Basketball Bundesliga bei der BG Göttingen parat (Tip-Off: 18:00 Uhr). Jüngsten Presseberichten zufolge steht die Austragung der Partie jedoch noch auf dem Prüfstand. 

Die easyCredit BBL verfolgt natürlich intensiv die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus intensiv. Mit Blick auf den bevorstehenden Spieltag werden die Liga und die Clubs am Donnerstag, 12. März, tagen, um über die aktuelle Lage, die Szenarien und Optionen für den weiteren Verlauf der Saison und daraus resultierende Konsequenzen zu beraten.