Fotos: Basketball Champions League / Ochsenfoto

Individuelle Klasse gab den Ausschlag zugunsten von Virtus Bologna

medi bayreuth unterliegt den Italienern trotz großem Kampf mit 83:93

Was wäre gewesen wenn? Ja, was wäre gewesen, wenn die Würfe von medi bayreuth am 11. Spieltag in der Basketball Champions League gegen Segafredo Virtus Bologna nur ein wenig besser gefallen wären?

Sicherlich wäre die Partie noch spannender gewesen, doch wahrscheinlich hätte trotzalledem der Tabellenführer der Gruppe D das Spiel gewonnen, denn mit Kevin Punter und Tony Taylor hatten die Gäste aus Bologna an diesem Abend in der Bayreuther Oberfrankenhalle zwei echte Go-to-Guys in ihren Reihen, die immer dann zur Stelle waren, wenn die Norditaliener einen Korberfolg brauchten.

So unterlag das Team von Head Coach Raoul Korner vor 2.521 Zuschauern am Ende mit 83:93 (36:48), verlangte der Mannschaft des Ex-Bayreuthers Brian Qvale aber vor allem in der zweiten Spielhälfte wirklich alles ab.

Während die Italiener mit dem Sieg ihr Ticket für die Champions League Playoffs lösten, beträgt der Rückstand von medi bayreuth auf einen Playoffplatz vor den letzten drei noch verbleibenden Spielen jetzt zwei Siege. Einen davon könnten Bastian Doreth & Co. bereits am kommenden Dienstag aufholen, wenn es zum direkt vor ihnen platzierten und an diesem Spieltag siegreichen Team von Filou Oostende (71:69 in Ljubljana) nach Belgien geht.

Das sagt Eric Mika:

“Ich denke, dass es unser Trainer in der Kabine gerade auf den Punkt gebracht hat. Es lässt sich auf ein paar Dinge reduzieren. Wir waren vor allem am Anfang nicht aggressiv genug. Bologna hingegen war sofort nach dem Jump voll im Spiel. Sie sind ein sehr gutes Team, das wenn es erst einmal das nötige Selbstvertrauen hat, auch über das komplette Spiel hinweg gut treffen kann. Genau das haben wir gesehen. Sie haben auch viele sehr schwere Würfe, kurz vor Ablauf der 24 Sekunden Uhr, getroffen. Das sind Würfe, die einem dann weh tun, aber wir haben uns nicht aufgegeben und uns immer wieder zurückgekämpft. Wir hätten natürlich viel aggressiver, vor allem zu Beginn jedes Viertels, sein müssen. Abgesehen davon, haben wir einfach nichts getroffen. Würfe, die wir eigentlich im Training immer treffen, Würfe, von denen ich sicher bin, dass sie jeder aus der Mannschaft treffen kann. Aber so ist es eben. Ab morgen beschäftigen wir uns wieder mit dem nächsten Spiel. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass wir nicht aggressiv genug waren und Würfe nicht getroffen haben, die wir eigentlich sonst machen.”

Der Spielverlauf:

Das schwere Heimspiel in der Basketball Champions League gegen den Tabellenführer der Gruppe D, Segafredo Virtus Bologna, begann für medi bayreuth mit einer veränderten Starting Five. Gregor Hrovat ersetzte den für dieses Spiel gesperrten Kassius Robertson. In der Anfangsphase entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. medi kam vor allem durch Andreas Seiferth am Brett zu Punkten, während Bologna vorwiegend durch Kevin Punter erfolgreich war. Mitte des Viertels konnten sich die Italiener erstmals etwas deutlicher absetzen als sie eine acht Punkte Führung vorlegten. Neuzugang Eric Mika war es dann, der seine Mannschaft zum Ende der ersten zehn Minuten wieder auf 18:22 heranbrachte.

Im zweiten Spielabschnitt konnte sich das Team von Stefano Sacripanti, durch schön herausgespielte Würfe, die auch hochprozentig verwandelt wurden, schnell einen zweistelligen Vorsprung erarbeiten. Bei den HEROES OF TOMORROW wollten zu diesem Zeitpunkt vor allem die Dreipunktwürfe überhaupt nicht fallen, so dass kaum ein offensiver Rhythmus aufkommen konnte. Da man zudem beim Rebound unterlegen war, setzte sich Bologna zwischenzeitlich bis auf 46:30 ab. Ausgerechnet zwei Dreier von De’Mon Brooks und Gregor Hrovat, zum Ende des zweiten Viertels, ließen aber das Zwischenergebnis zur Halbzeit, mit 36:48, wieder etwas freundlicher aussehen.

Nach der Halbzeit taten sich die HEROES OF TOMORROW weiter schwer ihr Offensivspiel richtig in Schwung zu bringen. Selbst gut herausgespielte Würfe wollten teilweise einfach nicht durch die Reuse fallen. Auf Seiten von Segafredo Virtus Bologna dagegen war genau das Gegenteil der Fall. Sie trafen weiter hochprozentig aus allen Lagen. Demzufolge bauten die Gäste ihren Vorsprung bis auf 60:41 aus. Jetzt aber erwachte das Bayreuther Kämpferherz. Die Verteidigung wurde aggressiver und in der Offensive wurden mehrere Angriffe hintereinander erfolgreich abgeschlossen. Da Bologna die Teamfoulgrenze bereits überschritten hatte, konnten die HEROES OF TOMORROW auch immer wieder einfache Punkte an der Freiwurflinie mitnehmen. So konnte medi den Rückstand schnell wieder unter zehn Zähler bringen. Mit einem Buzzer Beater von Eric Mika zum 62:69 ging es in das Schlussviertel.

Angefeuert vom wieder einmal lautstarken Bayreuther Publikum, ging medi bayreuth mit viel Rückenwind in die letzten zehn Minuten. Bologna wurde in dieser Phase durch eine Zonenverteidigung vermehrt zu schweren Würfen gezwungen. Die HEROES OF TOMORROW konnten diesen Umstand aber nur bedingt nutzen, da sich auf ihrer Seite das richtige Wurfglück einfach nicht einstellen wollte. Bis auf 71:76 kam man an die Italiener heran. Die entscheidende Wende sollte aber nicht mehr gelingen. Vor allem Kevin Punter und Tony Taylor übernahmen immer wieder die Verantwortung für ihre Mannschaft und wurden dieser auch gerecht. Auf Bayreuther Seite wollten die wichtigen Würfe zum Schluss nicht mehr fallen, so dass man sich schließlich einer individuell sehr starken Mannschaft aus Bologna mit 83:93 geschlagen geben musste.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Stefano Sacripanti (Head Coach Segafredo Virtus Bologna): “Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, um den ersten Platz in der Tabelle zu verteidigen. Ich denke, wir haben über 40 Minuten lang eine gute Partie abgeliefert.
In manchen Momenten, wenn wir eigentlich den Sack hätten zu machen können, haben wir es leider nicht geschafft den Deckel drauf zu machen, aber dennoch hatten wir stets die Kontrolle über das Spiel. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mit meinen Spielern gut durchrotieren konnte. Alles in allem haben wir ein gutes Spiel abgeliefert.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Wenn man einen Spieler hat, der ein Spiel so wie Eric analysieren kann, muss man als Trainer nicht mehr viel dazu sagen. Zunächst Glückwunsch an Virtus Bologna zum Sieg. Wie Eric es schon gesagt hat, waren wir am Anfang nicht so aggressiv, wie wir es hätten sein können. Wir waren ein wenig zögerlich, mussten ja ohne Kassius spielen und haben zuletzt drei Spiele verloren. Bologna ist ein Spitzenteam, folglich haben sie genau daraus einen Vorteil gezogen. Allerdings haben wir nie aufgegeben. Nach den ersten fünf Minuten haben wir uns zurück ins Spiel gekämpft, aber dann haben sie alles getroffen und wir leider nicht.

Wir wussten, dass wir den Ball sehr gut werfen mussten, um ihnen einen harten Kampf zu liefern. Obwohl wir nicht gut geworfen haben, konnten wir ihnen trotzdem ein hartes Duell liefern. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen haben wir in der Offensive gut gereboundet. Natürlich bekommt man nur Offensivrebounds, wenn man auch daneben wirft, insofern wäre es mir ehrlich gesagt lieber gewesen, wir hätten weniger Offensivrebounds, dafür aber besser treffen. Trotzdem zeigt es, dass der Einsatz gestimmt hat. Und zweitens, haben wir gut auf den Ball aufgepasst. Wir wussten noch genau vom ersten Spiel, als sie sogar noch aggressiver als heute waren, dass dies eine Mannschaft ist, die wahnsinnigen Druck auf den Basketball ausüben kann. Da Kassius ja nicht spielen durfte, hatten wir zudem noch einen Ballhandler weniger. Das war eine große Aufgabe, aber die Burschen haben gut auf den Ball aufgepasst und sie waren diszipliniert genug, um gute Würfe auszuarbeiten. Man kann keinem einen Vorwurf machen, wenn man nicht trifft. Wir haben gute Würfe genommen und gut herausgespielt. Wir sind eine Mannschaft, die eine gute Wurfquote hat. Heute haben wir gute Würfe genommen, sie aber einfach nicht getroffen und das ist der Grund, weshalb wir verloren haben. Damit kann ich leben. Also nochmal, Glückwunsch an Bologna. Wir müssen einfach akzeptieren, dass sie mit Punter und Taylor zwei herausragende Spieler haben. Sie sind in der Lage zu treffen, wenn sie gebraucht werden.  Die beiden haben den Unterschied ausgemacht. Das ist eine Tatsache, mit der man als Trainer und auch als Mannschaft leben muss. Wir werden uns im nächsten Spiel wieder zurückkämpfen.“

medi bayreuth vs. Segafredo Virtus Bologna 83:93 (18:22 - 18:26 - 26:21 - 21:24)

medi bayreuth: Mika 13, THOMAS 17, Wenzl,  STOCKTON 7, Doreth 0, SEIFERTH 14 (9 Rebounds), Wachalski, HROVAT 12 (7 Assists), Meisner 4, BROOKS 16, Raivio 0, Krug.

Segafredo Virtus Bologna: PUNTER 22 (5 Rebounds), Martin 8, Moreira 6, Pajola 2, TAYLOR 17 (6 Assists), Baldi Rossi 6 (5 Rebounds), Cappelletti 6, Kravic 1 (5 Rebounds), ARADORI 2, Berti, M’BAYE 15, QVALE 8.

Der Ausblick:

Nach einem spielfreien Wochenende, müssen unsere HEROES OF TOMORROW am Dienstag erneut in der Basketball Champions League antreten. Dann ist medi bayreuth zu Gast beim derzeitigen Tabellensechsten, Filou Oostende. Spielbeginn im Versluys Dome ist um 20:30 Uhr.