Interview mit Trey Lewis

Ballhandling à la Trey

Interview mit Trey Lewis, unserem Wirbelwind aus Cleveland, Ohio

Vom Swagman, dem Piano spielen und der Liebe zum Basketball

Tolles Spiel letztes Wochenende! Wie hast du dich dabei gefühlt?

Ach das fühlt sich einfach großartig an! Aber ohne den Sieg wäre es am Ende auch nichts wert gewesen. Also ein rundum klasse Spiel!

Du wurdest daraufhin zum Hero of the Game gewählt. Hast du das mitbekommen? Und bedeuten dir solche Sachen etwas?

Das habe ich gar nicht mitbekommen. Klar bedeutet das etwas, die Fans geben ihren Input und wählen mich zum Hero of the Game...das fühlt sich klasse an! Danke an euch alle!

Du bist hier ja in null Komma nichts angekommen. 30 Punkte im ersten Spiel, jetzt 31. Wie lief der Übergang nach Deutschland für dich?

Das ist ja sozusagen das erste Mal, dass ich alleine bin, so ganz auf mich gestellt, also war ich natürlich nervös. Es lief aber alles super einfach! Hier ist jeder einfach super freundlich und hilfsbereit, ich habe spitzen Mannschaftskameraden und ein klasse Trainerteam. Das mir hilft, mich zu verbessern. Im Großen und Ganzen bin ich hier ziemlich glücklich.

Du wirst von den Fans für dein emotionales Auftreten gefeiert. Du schreist nach Siegen vor Freude. Du heizt das Publikum an, lauter zu sein. Man könnte fast glauben, du wärst aus Bayreuth. Oft ist genau diese Identifizierung mit einem fremden Verein schwierig. Dir scheint das aber keine Probleme zu bereiten. Wie kommts?

Also erst mal: der Grund, warum ich Basketball spiele, wie ich spiele ist, weil ich eine Leidenschaft für diesen Sport habe. Ich liebe Basketball einfach! Mir ist auch bewusst, nichts ist einem versprochen, man kann sich jederzeit verletzen, es kann alles passieren. Das Ganze kann einem einfach weggenommen werden und ich nehme nichts als selbstverständlich. Ich spiele jedes Spiel, als wäre es mein letztes Spiel! Außerdem macht man es mir auch sehr leicht mit diesen Fans. Die sind einfach super und auch super laut bei jedem Spiel, deren Energie schwappt schon auf mich über.

Hast du Lieblingsplätze in Bayreuth?

Ich geh gerne im Sinnopoli essen, also besser gesagt, ich frühstücke da fast jeden Tag. Abends hänge ich am liebsten mit den anderen medi Jungs rum. Wir gehen oft zu Blue Bowl und bowlen, spielen Dart, Billard oder Ping Pong. Wir genießen unsere Zeit.

Bei vielen Deutschen sorgt das schlechte Wetter momentan für genauso schlechte Laune. Wie ist das für dich? Immernoch besser als in Cleveland?

Es ist auf jeden Fall besser hier. Es ist nicht so viel Schnee! Die Winter, die ich aus Ohio, Cleveland gewöhnt bin, haben viel mehr Schnee, ansonsten fühlt es sich an wie immer, die kalte Luft und alles ist nichts neues für mich. Kyan, der aus Texas kommt, sieht das ganz anders! Aber für den ist alles kalt! (kichert)

10 Spiele noch. Unter anderem geht es gegen Bamberg und Berlin. Was hast du für ein Gefühl für den Rest der Saison?

Ich hab ein gutes Gefühl! Aber meine Philosophie ist es, ein Spiel nach dem anderen anzugehen, sprich mein Fokus liegt jetzt auf Göttingen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir einen Playoff Platz sichern können und in den Playoffs ist dann vieles möglich.

Wie hat das mit Basketball bei dir begonnen?

Da war ich noch zu jung, um mich daran zu erinnern. Ich hatte immer einen Basketball bei mir, es gibt schon Babyfotos von mir mit Basketball. Ich wollte schon immer spielen! Mein Dad hat schon gespielt ... aber wann es genau losging, ganz ehrlich, keine Ahnung!

Wer waren deine Vorbilder?

Ich bin mit Michael Jordan, Allen Iverson und Kobe Bryant groß geworden. Das waren meine Vorbilder, meine Lieblingsspieler, als ich aufwuchs. Heute würde ich sagen Stephen Curry. Also im Bereich Basketball. Der größte Athlet wird für mich wird immer Muhammad Ali sein! Für alles, was er im und außerhalb des Ringes geleistet hat. Er war unglaublich! Und er kommt auch aus Louisville! (lacht)

Ist dir deine Trikotnummer wichtig?

Ich habe immer die 3 getragen, wegen meinem Namen Trey und ich war der Drittgeborene der Familie und und und. Es gibt eine Menge Gründe, warum es immer so war. Auch jetzt trage ich die 12 wegen der 3. 1 und 2. Du verstehst schon. (lacht) Aber jetzt habe ich mich damit angefreundet. Ich trage sie zwar zum ersten Mal, aber ich mag es sehr! Ich liebe unsere Grünen Trikots! Ich habe gleich 6 Paar Schuhe gefunden, die perfekt dazu passen. Die Weihnachtstrikots, die wir leider nur ein paar Spiele getragen haben, fand ich auch wirklich gut. Statt einem i hatte ich eine Kerze im Namen. Das war irgendwie cool.

Hast du eine Routine, um dich auf Spiele vorzubereiten?

Ich bete und dann höre ich Musik, albere ein wenig herum. Ich versuche auf jeden Fall, Spaß zu haben und gut gelaunt aufs Feld zu laufen.

Was war dein witzigster Moment im Sport?

Mit diesen Jungs passieren jeden Tag so viele lustige Sachen, es ist hart da eins herauszunehmen. Aber Gonzo, ich meine David, wir nennen ihn Gonzo, unser neuster Mitspieler, trainiert gerne in Sweatpants und langem T-Shirt. Aber irgendwann war seine Hose nach dem Training total durchgeschwitzt und er wollte seine Ersatzhose anziehen, hatte diese aber vergessen. Also ist er in Unterwäsche nach Hause gelaufen. Wir, als gute Teamkameraden, haben natürlich jede Menge Fotos gemacht.

Was treibst du wenn du nicht trainierst oder spielst?

Genau genommen ist das fast alles an Zeit. Aber sonst geh ich gern mit den Jungs los, lese daheim ein Buch oder spreche mit meiner Familie. Das mache ich jeden Tag! Dank geht hier raus an Facetime. Ach ja, ich schau auch viele Filme und Serien.

Hast du Talente ,von denen wir nichts wissen?

Ich spiele Piano, das mach ich auch gern in meiner Freizeit. Nate und ich haben mal zusammen auf einem Piano gespielt. Vielleicht machen wir mal was mit Gonzo. Er und ich haben unsere eigene kleine Rap Battle Fehde laufen. Wir rappen immer mal wieder in der Kabine oder im Bus, wenn es zum Spiel geht.

Als du nach Deutschland gekommen bist, hattes du Erwartungen? Lauter steife Deutsche ohne jeden Humor?

Mir wurde erzählt, dass es hier quasi ist wie in den USA. Als dann klar war, ich würde hier herkommen, habe ich schon auch Geschichten von den Deutschen gehört. Ich habe nur gegenteilige Erfahrungen gemacht. Hier sind jede Menge Menschen, die sehr liebevoll sind und sehr bemüht sind. Das ist glaube ich überall auf der Erde so.

Sprichst du schon ein wenig deutsch?

Ja, aber das sollte ich nicht in der Öffentlichkeit benutzen. (lacht)

Wenn du zum Held würdest, welche Superkraft hättest du? Und unter welchem Namen würde man dich kennen?

Ich wäre der SWAGMAN! Ich hätte mehr Swag als jeder ander. Wenn ich komme, würde man nur flüstern "Schau, da kommt SWAGMAN!" (lacht ewig)

Hattest du in der Schule Lieblingsfächer?

Mathematik und Naturwissenschaften. Das war meins, als ich aufgewachsen bin, ich war einfach schon immer gut mit Zahlen. An den Naturwissenschaften hat mich immer alles rund um die Sterne interessiert, mich hat das einfach fasziniert. Gerade in jungen Jahren hat mich Geschichte und Sozialkunde und so was gar nicht interessiert. Jetzt wo ein Interesse aufkommt, bereut man ein bisschen, dass man als Kind nicht mehr Lust zu lernen hatte.

Hast du eine große Familie?

Meine Mutter, mein Dad und meine zwei Schwestern mit jeweils zwei Kindern. Dann kommen noch die ganzen Cousins dazu. Es ist ne riesen Familie, die sind alle noch in Cleveland.

Wie war es, als "der Kleinste" aufzuwachsen?

Bittersüß war das. Ich wollte eigentlich immer einen Bruder in meinem Alter zum Spielen. Meine Schwestern haben immer mit den Barbiepuppen gespielt und mit ihrem Puppenhaus. An Spielzeug hat es mir nicht gemangelt und auch nicht an Ideen, meinen Schwestern Streiche zu spielen. Ich war ein böser Bruder (lacht). Die wollten es mir auch immer wieder heimzahlen, aber ich war einfach zu gewitzt. (lacht noch mehr)

Wo soll es mit Basketball für dich hingehen?

In die NBA! Davon träume ich, seit ich ein kleiner Junge war. Dafür stehe ich jeden Tag auf und trainiere, dafür stecke ich all diese Stunden rein. Ich habe ein klares Ziel! Klar wäre es dann am schönsten in meiner Heimatstadt zu spielen, doch ganz ehrlich, egal wo ich spielen werde, ich werde Gott dafür danken und glücklich sein.

Und wo soll es im Leben für dich hingehen?

Langsam. Ich bin erst 24. Ich hab noch keine Ahnung. Menschen helfen und in einer Position sein, in der ich das auch wirklich kann. Noch keine Ahnung, wie das funktionieren wird, aber ich finde das bestimmt raus.

 

Zum englischen Interview

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