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Heroes Of Tomorrow unterliegen im Oberfrankenderby beim Meister

medi bayreuth verliert bei Brose Bamberg mit 65:83 (34:46)

Der Traum aller Bayreuther Basketballfans von einem Sieg im Oberfrankenderby gegen Bamberg bleibt auch weiterhin ein Traum. Auch am 29. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga gab es für die Heroes Of Tomorrow im Gastspiel beim deutschen Meister nichts zu holen. Vor 6.150 Zuschauer in der Brose Arena unterlag medi bayreuth am Ende dem aktuellen Tabellenzweiten mit 65:83 (34:46).

Das sagt De’Mon Brooks

“Es war ein hartes Spiel. Natürlich haben wir gewusst, dass du wenn du hier nach Bamberg kommst, dein perfektes Spiel spielen musst und zwar direkt vom Sprungball an. Wir haben heute aber den Ball ganz einfach nicht so bewegt, wie war das gewöhnlich machen. Bamberg hingegen hat unsere Verteidigung gut unter Druck gesetzt. Sie haben ihre Bank von vorne bis hinten ausgenutzt, gut als Mannschaft gespielt und sich gute Würfe herausgearbeitet.

Natürlich ist das nicht das Resultat, was wir uns heute hier vorgestellt haben, aber es ist sicher, dass wir als Team zurückkommen werden und zwar schnell - schon am Donnerstag gegen Frankfurt und dann am Samstag in Oldenburg.” 

Das sagt Trey Lewis

“Das Spiel war wirklich tough! Für uns als Mannschaft ist es ein Lernprozess. Um eine Mannschaft wie Bamberg zu schlagen, muss man großartig spielen. Das haben wir heute nicht geschafft. Wir haben viele für uns untypische Sachen auf dem Spielfeld gemacht und genau daraus müssen wir unsere Lehren ziehen. Wir haben jetzt zwei ganz wichtige Spiele vor uns und ich glaube, dass uns das Spiel heute hier in Bamberg dabei helfen wird, uns auf die beiden bevorstehenden Spiele vorzubereiten und besser zu fokussieren.”

Die Partie kurz zusammengefasst

Die Anfangsphase des 74. Oberfrankenderbys gehörte den Heroes Of Tomorrow, die nach einem Linhart-Dreier mit 5:2 (2.) sowie nach Punkten von Assem Marei mit 9:5 (4.) führten. Dann kam Bamberg ins Spiel - und drehte die Partie mit einem 10:0 Lauf. Ein Drei-Punkt-Spiel des gebürtigen Bayreuthers Leon Kratzer bedeutete das 15:9 (7.), nach zehn Minuten hieß es 28:18.

Im zweiten Abschnitt legten die Domstädter zunächst fünf Punkte nach, doch medi gab nicht auf. Nach zwei Dreiern von Robin Amaize und Nate Linhart hieß es in der 18. Minute nur noch 32:40 - Auszeit Bamberg. Hier fand Trainer Andrea Trinchieri die passenden Worte, denn sein Team legte nochmals nach und ging mit einer 46:34-Führung in die Kabine.

Waren die ersten 20 Minuten sehr unterhaltsam, so flachte das Spiel im zweiten Abschnitt etwas ab. Bamberg verstand es clever, den Vorsprung zu halten und profitierte auch vom Bayreuther Abschlusspech. Die Führung wuchs weiter, auf bis zu 19 Punkte - erzielt von Leon Radosevic zum 58:39 (26.). Am Ende des dritten Viertels betrug sie noch 17 Zähler, 67:50 hieß es nach Dreiern in den letzten 24 Sekunden, erzielt von Nate Linhart für die Gäste sowie Louis Olinde für die Gastgeber.

Ein Dreier von Bambergs Rückkehrer und Topscorer der Partie, Janis Strelnieks, sorgte in der 35. Minute beim Stand von 75:54 für die größte Differenz des Abends. Obwohl das Spiel längst entschieden war, gaben die Heroes Of Tomorrow nicht auf und verkürzten nochmals, auch durch zwei schnelle Wachalski-Dreier, zum 65:79 (38.).

Drei Fakten zum Spiel

Bamberger Defense: Wieder einmal bewiesen die Domstädter, warum sie die beste Defense der Liga haben. Keine Mannschaft der easyCredit BBL kassiert so wenig Punkte wie der Meister: Im Schnitt 68,5. Diesen konnte die Trinchieri-Mannschaft somit am frühen Samstagabend nochmals drücken, denn die harte Verteidigung, vor allem unter den Körben aber auch an der Dreierlinie, machte es medi beim Abschluss schwer: Nur 34% aller Würfe fanden den Weg in den Bamberger Korb.

Bayreuther Moral: Auch wenn nicht jede Bayreuther Aktion am Abend so abgeschlossen wurde, wie sie geplant war - aufgegeben hat das Team von medi zu keinem Zeitpunkt. Nicht, als Bamberg Mitte des ersten Viertels das Spiel durch einen 10:0 Run drehte und auch nicht, als die Partie Anfang des Schlussabschnitts schon entschieden war. Und auch diesmal bewiesen die Spieler von der Bank, wie wichtig sie sind. Robin Amaize und Steve Wachalski steuerten je zehn Punkte bei und sorgten damit dafür, dass die Derbyniederlage sich am Ende in Grenzen hielt.

Bamberger Inside-Play: Nur ein Team, der FC Bayern München, trifft aus dem Feld und innerhalb des Perimeters besser als Brose Bamberg. Es ist beeindruckend, das Passspiel der Domstädter zu beobachten. Oft kreist der Ball zweimal oder mehr durch die Zone, an die Dreierlinie und wieder zurück unter den Korb, bis der freie Spieler gefunden wird. Und so wurden 19 der 31 Würfe mehr oder weniger leicht versenkt. Drei Spieler, Nikos Zisis, Leon Kratzer und Maodo Lo, blieben dabei sogar ohne Fehlwurf. Lo erwischte ein perfektes Spiel, er verwandelte vier Feld- und zwei Freiwürfe und machte daraus zwölf Zähler.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch an Bamberg zum klaren und verdienten Sieg. Wir waren heute nicht in der Lage unseren besten Basketball zu spielen. Bamberg hat sehr konsequent unsere beiden besten Offensivspieler Kyan Anderson und Trey Lewis aus dem Spiel genommen. Wir hatten zu viele individuelle Aktionen und sind in Einzelaktionen verfallen. Mich stört heute nicht die Niederlage mit 18 Punkten, sondern unsere Körpersprache, der Frust war uns zu sehr im Gesicht gestanden.”

Andrea Trinchieri (Brose Bamberg): “Glückwunsch nach Bayreuth für diese tolle Saison, sie sind das besten Dreierteam der Liga. Ich bin heute wirklich zufrieden mit unserer Verteidigung, wir haben über 40 Minuten ordentliche Defense gespielt. Auch als Nate Linhart einige Dreier getroffen hat, haben wir nie unsere Geduld und unsere Aggressivität verloren. Wir haben mit einer langen Rotation gespielt, jeder war ein wichtiger Teil des Spiels. Wir haben Bayreuth bei 35 % Zweier und 32 % Dreier gehalten, wir haben einen echt guten Job gemacht. Das ist jetzt ein neues Kapital für uns nach der Euroleague, wir bereiten uns auf die Playoffs vor.”

Brose Bamberg vs. medi bayreuth 83:65 ( 28:18 - 18:16 - 21:16 - 16:15 )

Brose Bamberg: Strelnieks 17, MELLI 13 (7 Rebounds, 3 Blocks), ZISIS 12, Lo 12 (4 Assists), Theis 7, Kratzer 7, Olinde 5, CAUSEUR 5 (7 Rebounds), RADOSEVIC 5, Miller 0, Heckmann 0.

Dreier: Melli 3, Strelnieks 2, Lo 2, Olinde 1, Causeur 1.

medi bayreuth: LINHART 17, MAREI 12, Wachalski 10, Amaize 10, BROOKS 9, ANDERSON 3, Seiferth 2, LEWIS 2, Doreth 0, Gonzalvez 0, Trieb.

Dreier: Linhart 4, Wachalski 2, Amaize 2, Brooks 1.

Schiedsrichter: Barth, Kovacevic, Kindervater.

Alle Statistiken unter http://www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-04-09-bam-bay