Fotos: Basketball Champions League

Jubel in Ljubljana! medi gewinnt auch 3. Champions League-Spiel

Heroes Of Tomorrow bezwingen slowenischen Serienmeister mit 90:77

Auch nach dem dritten Spieltag in der Basketball Champions League hat die Siegesserie von medi bayreuth weiter Bestand. Im Gastspiel beim slowenischen Serienmeister Petrol Olimpija Ljubljana siegten die Heroes Of Tomorrow am Mittwochabend mit 90:77 (50:40) und bleiben somit weiter ungeschlagen. Nach der gleichzeitigen Niederlage von Estudiantes Madrid bei SIG Strasbourg führt das Team von Head Coach Raoul Korner die BCL-Gruppe C somit alleine an.

Die 1.100 Zuschauer in der Arena Stožice sahen eine von Beginn an konzentriert zu Werke gehende Bayreuther Mannschaft, die sich bereits Mitte des ersten Viertels absetzen konnte. Während man in der Verteidigung im Kollektiv diesmal mit dem zuletzt etwas vermissten Biss agierte, trat in der Offensive vor allem Gabe York immer wieder in Erscheinung. Schon bis zur Pause hatte der US-Amerikaner 19 Punkte auf sein Konto verbuchen können, am Ende waren es 25 für den Topscorer des Spiels.

Obwohl medi bayreuth fast über die gesamte Spielzeit, teilweise sogar sehr deutlich, in Führung lag, gaben sich die Slowenen nie auf und kamen gegen Ende des Dritten Viertels noch einmal besorgniserregend nahe heran. Im Schlussabschnitt übernahm in der Offensive dann auf Bayreuther Seite jedoch Steve Wachalski. Mit insgesamt zehn Punkten in knapp vier Minuten setzte er den Slowenen mächtig zu und ebnete seinem Team so den Weg zum dritten Sieg im dritten Champions League Spiel.

Das sagt Steve Wachalski

“Ich freue mich natürlich, dass ich dazu beitragen konnte, dass wir heute gewonnen haben. Wichtig war für uns, dass wir nach den letzten Bundesligaspielen wieder mit der richtigen Einstellung und der richtigen Energie auf dem Feld unterwegs waren. Es war ganz wichtig, dass wir das heute von Anfang an hinbekommen haben und deren Defensive unter Druck gesetzt haben. Dazu haben wir den Ball gut bewegt und so uns einen großen Vorsprung herausgespielt. Natürlich ist Ljubljana kein schlechtes Team und es war auch klar, dass wir hier nicht mit 30 Punkten Differenz gewinnen und sie noch einmal herankommen. Letztlich aber haben wir das Ding durchgezogen und unseren Gameplan umgesetzt.

Ich habe mich heute beim Warmspielen eigentlich gar nicht so gut gefühlt und war überhaupt nicht gut drauf. Zum Glück aber kommt es oft anders als man denkt!”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Erstmals in dieser Saison nahm Raoul Korner eine Veränderung in der Starting Five vor und startete auf der Centerposition mit Andreas Seiferth in die Partie. medi bayreuth begann die Partie konzentriert und mit der vom Head Coach eingeforderten Energie. Zudem hatte seine Mannschaft an diesem Abend ein gutes Händchen von der Dreipunktelinie. De’Mon Brooks und Gabe York trafen früh von jenseits der 6,75 Meter und nach sechs Minuten betrug der Vorsprung beim 19:9 erstmals zehn Punkte. Mit sechs Zählern in Folge konnte Jordan Morgan für Ljubljana jedoch auf 20:26 nach dem ersten Viertel verkürzen.

Ein weiterer York-Dreier eröffnete das zweite Viertel, in dem der Tabellenführer der Gruppe C seine Führung auf 37:20 (13.) ausbauen konnte. In der Offensive wiesen die Heroes Of Tomorrow dabei hohe Quoten auf und holten zudem auch mehr Rebounds als der slowenische Serienmeister. Ein Mini-Lauf mit fünf Zählern von Domen Lorbek sorgte für Hoffnung bei den Gastgebern, doch der in dieser Phase das Bayreuther Spiel lenkende Bastian Doreth setzte dagegen und verteilte in acht Minuten Einsatzzeit vier Assists. Mit über 60 Prozent Trefferquote innerhalb und über 41 Prozent außerhalb des Dreipunkte-Bogens ging medi mit einer Führung von zehn Punkten in die Kabine.

Im dritten Viertel kam aus Sicht der Gäste dann jedoch der kritischste Punkt der Partei. Zunächst lief es für medi, mit einem nahezu aus allen Lagen treffenden Gabe York, weiterhin gut. Der Vorsprung wurde bis Mitte des Viertels bei zehn Punkten gehalten, ehe Ljubljana durch einen 6:0 Lauf wieder auf Schlagdistanz kam. Zwei unsportliche Fouls gegen die Heroes Of Tomorrow konnten die Slowenen zum Glück aber nur bedingt nutzen und so schrumpfte der Rückstand nie auf weniger als fünf Zähler Differenz. Nach einem ganz wichtigen Dreier von Mannschaftskapitän Bastian Doreth wuchs die Führung wieder auf 66:58 (29.) an.

Während Ljubljana im letzten Viertel fast ausschließlich durch die US-Amerikaner Devin Oliver und Jordan Morgan korbgefährlich wurde, lief in Reihen der Heroes Of Tomorrow auf dem Weg zum dritten Sieg in der Champions League ein Spieler richtig heiß: Steve Wachalski! Als der Vorsprung in der 32. Minute auf 70:65 geschmolzen war, sorgte der Routinier mit sieben Punkten in Serie dafür, dass sein Team fünfeinhalb Minuten vor dem Ende wieder mit zwölf Zählern voraus lag. Eine Minute später netzte Steve Wachalski einen weiteren Dreier ein und beim 84:68 war die Gegenwehr der Slowenen endgültig gebrochen.

Die spielentscheidenden Faktoren

Gabe York: Wie schon beim Heimsieg über SIG Straßburg avancierte der US-Guard auch bei Olimpija Ljubljana zum Topscorer. Vor allem in der ersten Halbzeit, in der der Shooting Guard 19 seiner insgesamt 25 Punkte markierte, war er für die Defense der Slowenen so gut wie nie zu stoppen. Am Ende verbuchte York sieben Dreier für sich, fünf davon in den ersten 20 Minuten. Mit bislang im Wettbewerb erzielten 13 Dreiern und durchschnittlich 19,7 Zählern führt Gabe York in der Basketball Champions League die medi-Teamwertung an.

Bastian Doreth & Steve Wachalski: Die beiden Routiniers sorgten einmal wieder für wichtige Akzente im Team der Heroes Of Tomorrow. In der ersten Halbzeit brachte Mannschaftskapitän Bastian Doreth viel Energie von der Bank und glänzte mit vier Assists in acht Minuten. Auch wenn er am Ende auf “nur” fünf Punkte kam, sein Dreier zum 66:58 kurz vor Ende des dritten Viertels war ein erster und wichtiger Dämpfer für das Spiel der Gastgeber. Auch Steve Wachalski bewies einmal mehr seine Kaltschnäuzigkeit. Zehn seiner zwölf Punkte, darunter zwei Dreier, verwandelte der Power Forward im letzten Abschnitt. Damit sorgte er in der letzten Druckphase der Slowenen stets für die passenden Antworten.

Trainerstimme

Raoul Korner (medi bayreuth): “Ich gratuliere meinen Spielern. Sie haben einen großartigen Job gemacht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wussten, dass es entscheidend sein wird, uns gegen die Physis von Ljubljana zu stemmen. In den letzten Spielen hatten sie einen schwachen Start, haben sich dann aber durch Intensität und Physis zurück ins Spiel gekämpft. Auch wenn wir nicht den besten Start hatten, wussten wir, dass wir auf den Ball aufpassen und offensiv gut abschließen müssen. Unter dem Strich haben wir es verstanden, immer dann, wenn es nötig war, den Druck zu erhöhen oder einen wichtigen Wurf zu treffen. Aus Trainersicht war heute nicht alles perfekt, aber es war gut genug, um einen wichtigen Sieg zu holen. Diesen Sieg haben wir gebraucht, denn es ist wichtig, in diesem Wettbewerb auswärts zu gewinnen.”

Petrol Olimpija Ljubljana vs. medi bayreuth 77:90 (20:26 - 20:24 - 20:18 - 17:22)

Petrol Olimpija Ljubljana:

OLIVER 20 (10 Rebounds, 5 Assists, 2 Blocks), Morgan 18, Lorbek 14, Badzim 10, SPAN 6, KASTRATI 5, RADULOVIC 2, Hrovat 2 (3 Steals), Bubnic 0, Scekic, Jurcek.

Dreier: Lorbek 3, Oliver 1, Span 1, Badzim 1, Kastrati 1.

medi bayreuth:

YORK 25, Wachalski 12, BROOKS 12, ROBINSON 10, LINHART 5 (6 Assists), SEIFERTH 8, Marei 6 (8 Rebounds), Doreth 5 (3 Steals), Amazie 3, Adler.

Dreier: York 7, Wachalski 2, Brooks 1 Doreth 1, Amaize 1.

Ausblick

Nach der Rückkehr aus Ljubljana beginnt für Head Coach Raoul Korner und sein Team die Vorbereitung auf das nächste Bundesliga-Heimspiel. Am Sonntag, 29. Oktober, gastieren die GIESSEN 46ers in der Oberfrankenhalle. Obwohl die Hessen mit drei Niederlagen in die Saison gestartet sind, konnten sie zuletzt mit drei Siegen am Stück für Aufmerksamkeit sorgen. Karten für das um 17:30 Uhr beginnende Spiel gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de.