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Letztes Viertel macht den Unterschied: medi besiegt GIESSEN am Ende klar

Kapitän Doreth führt seine HEROES OF TOMORROW zum 95:80 gegen die 46ers

Mit einem Sieg gegen die GIESSEN 46ers hat sich medi bayreuth am 23. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga wieder an die Playoff-Plätze herangespielt. Vor 3.121 Zuschauern in der Oberfrankenhalle besiegte das Team von Head Coach Raoul Korner am Freitagabend die Hessen mit 95:80 (42:46) und erspielte sich somit den elften Saisonsieg und Tabellenposition neun.

In den ersten drei Vierteln hatten beide Mannschaften ihre starken Phasen, doch so richtig entscheidend absetzen konnte sich keines der beiden Teams. Hatte medi nach dem ersten Viertel geführt, lagen die Gäste aus Gießen zur Pause mit vier Zählern in Führung. Nach dreißig Minuten war dann erneut alles ausgeglichen und es ging mit 67:67 in die letzten zehn Minuten des Spiels.

Nun aber übernahm der medi-Kapitän: Großartig führte Bastian Doreth in dieser Phase seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Während der Nationalspieler auch selbst immer wieder als Scorer in Erscheinung trat, ging den Gästen aus Hessen nun so langsam die Luft aus und medi wurde für das intensive Spiel in den ersten dreißig Minuten belohnt.

Neben Bastian Doreth (12 Punkte) hatten die HEROES OF TOMORROW mit Gregor Hrovat (16 Punkte) und Andreas Seiferth (10)  noch zwei weitere Spieler, die von der Bank kommend sehr ordentlich produzierten. Auf Gießener Seite belief sich das sogenannte Bench-Scoring insgesamt nur auf zehn Zähler (Agva 7, Chambers 3), was auch der kurzen Rotation der Hessen (Lischka fehlte aufgrund einer Fußverletzung und auch Max Landis konnte aufgrund von Übelkeit kurzfristig nicht spielen) geschuldet war.

Mit 28:13 überrollte medi bayreuth so im Schlussabschnitt die 46ers und kam am Ende zu einem verdienten 95:80 Sieg.

Getrübt wurde der Bayreuther Erfolg jedoch durch die Verletzung von De’Mon Brooks. Der Power Forward konnte nach einem Schlag auf die Hand nicht weiterspielen und wurde zu genaueren Untersuchungen noch am Abend ins Bayreuther Klinikum gebracht.

Das sagt Bastian Doreth:

„In der ersten Halbzeit sind wir eigentlich ganz gut ins Spiel gekommen, haben dann aber defensiv etwas den Faden verloren und leider wieder 46 Punkte in den ersten 20 Minuten zugelassen. Das ist natürlich, vor allem zu Hause, viel zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir das deutlich besser gemacht. Wir haben mit viel mehr Intensität gespielt und deshalb, denke ich, haben wir das Spiel am Ende auch verdient gewonnen.”

Der Spielverlauf:

Das dritte Heimspiel innerhalb von acht Tagen begann für medi bayreuth mit der schon gewohnten Starting Five, bestehend aus Eric Mika, Adonis Thomas, Kassius Robertson, Kyan Anderson und De’Mon Brooks. Neu war dagegen, dass die HEROES OF TOMORROW gut in die Partie des 23. Spieltages gegen die GIESSEN 46ers starteten. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Heimspielen gegen Jena und Ludwigsburg zeigte man sich vor allem defensiv stark verbessert. Aber auch offensiv wusste das Team um Kapitän Bastian Doreth zu gefallen. Dank schönem Teambasketball konnten sich bereits sieben Spieler in den ersten zehn Minuten in die Scorerliste eintragen. Somit gewann man, durch einen erfolgreichen Wurf von Gregor Hrovat in letzter Sekunde, sogar den ersten Spielabschnitt mit 23:21. 

Im zweiten Viertel konnten die HEROES OF TOMORROW ihre knappe Führung zunächst verteidigen. Andreas Seiferth und Nik Raivio leisteten hier, von der Bank kommend, wichtige Beiträge. Erst nach einer Auszeit durch Gästetrainer Ingo Freyer, Mitte des Viertels, kam die medi Offensive ins Stocken. Gleichzeitig war dies die stärkste Phase der Gäste aus Hessen. Angeführt von Brandon Thomas, Larry Gordon und John Bryant erzielten die 46ers elf Punkte in Folge und verzeichneten beim 43:36 ihren größten Vorsprung im gesamten Spiel. Dass medi zur Halbzeit aber weiter gut in der Partie war, verdankten sie in der Schlussphase De’Mon Brooks. Mit zwei wichtigen Offensivrebounds und daraus folgenden Punkten, verkürzte er den Rückstand auf 42:46.

Die HEROES OF TOMORROW starteten furios in die zweite Halbzeit. Durch schnelle Körbe von Kyan Anderson und Kassius Robertson holte man sich die Führung zurück und zwang die Gäste, die nächste Auszeit zu nehmen. Danach entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es keine Mannschaft schaffte, sich abzusetzen. Auffällig auf Bayreuther Seite waren die sehr wenigen Turnover (insgesamt nur sechs), während Gießen besser reboundete und mehr Assists verteilte. Kurz vor Ende des Viertels lagen die 46ers wieder mit sechs Zählern in Führung, als Gregor Hrovat und Bastian Doreth durch zwei Dreier das Ergebnis zum Viertelende beim 67:67 ausgleichen konnten. 

Ein weiterer Dreier von Bastian Doreth eröffnete den letzten Spielabschnitt und damit einen viertelübergreifenden 13:0-Lauf der HEROES OF TOMORROW. Die damit zurückeroberte Führung gaben man nicht mehr ab, sondern bauten diese immer weiter aus. Nach vier Gießener Punkten folgte ein noch beeindruckenderer 15:0-Lauf von medi bayreuth. In dieser Phase überzeugte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner vor allem mit ihrer aggressiven Verteidigung, die die Gäste zu insgesamt 17 Turnovern zwang. Schließlich gewann medi verdient, dank der tieferen Bank und einer äußerst geschlossenen Teamleistung, mit 95:80.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Head Coach GIESSEN 46ers): “Zunächst Glückwunsch an Bayreuth. Sie haben, vor allem bedingt durch das letzte Viertel, verdient gewonnen. In den ersten drei Vierteln haben wir ganz stark gespielt, natürlich mit dem Hintergrund, dass wir nur so eine kurze Bank hatten. Wenn die Spieler von der Bank dann die Aggressivität nicht ins Spiel bringen, die ich mir von ihnen erhoffe, dann war das gepaart ein Grund, weshalb uns vielleicht im letzten Viertel die Luft ein wenig ausging und wir auch mental kaum noch präsent waren. Dies belegen vor allem die Turnover gegen die Presse, die uns im Normalfall nicht passieren. Das war der Grund, weshalb wir verloren haben. Angefangen hat es natürlich mit dem Pfiff, der sehr komisch war. Bayreuth wirft einen Dreier und abseits des Balles wird irgendwo ein Spieler umgeworfen, ob das nun ein Offensiv- oder Defensivfoul war ist egal, es war auf jeden Fall der Zeitpunkt, in dem das Spiel kippte und natürlich auch die vier Dreier von Doreth. Glückwunsch an Bastian Doreth, denn wir haben uns wirklich gut auf ihn und Robertson vorbereitet, da wir wissen, dass er vielleicht 2/8 von der Zweipunktelinie trifft, aber ungefähr 35/64 Dreiern. Wir wussten also genau, was wir zu tun haben und dann schießt er sie trotzdem, dann ist das ganz stark. Er ist ja aber auch nicht umsonst Nationalspieler. Das war eben genau in der Phase, in der das Spiel kippte und das war der Punkt am Ende, der es ausmachte. David Bell hat Robertson ganz stark verteidigt. Er kam in den ersten drei Vierteln nicht gut in die Partie. Wir haben wirklich viel richtig gemacht, aber dann kam der Punkt, wo wir das Spiel am Ende aus der Hand gegeben haben.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Zunächst vielen Dank für die Glückwünsche. Wir haben ein sehr intensives und gutes Spiel erlebt. Wir hatten uns einige Punkte vorgenommen. Alle hatten im Endeffekt mit der Defensive zu tun. Wir wollten Gießen durch aggressives, frühes Aufnehmen ins Halbfeld zwingen. Ich glaube, dass uns das den ein oder anderen Ballbesitz extra gebracht hat und wir dadurch den ein oder anderen Turnover erzwingen konnten. Wir wollten Bryant aus dem Spiel nehmen. Wenn man so das Spiel reflektiert, könnten man meinen, es wäre uns gut gelungen. Schaut man sich jedoch das Scouting an, hat er 16 Punkte und 17 Rebounds geholt. Ich glaube, dass er der einzige Spieler in der Liga ist, von dem man bei solchen Statistiken sagen kann, dass man ihn gut verteidigt hat. Der Typ ist wirklich unfassbar. Was er in dieser Saison leistet, ist echt unglaublich. Zudem wollten wir das Tempo hochhalten, denn wir wussten, dass Gießen nicht die Bank hat, die wir haben und so hat letztendlich wohl die Zeit für uns gesprochen. Bis dahin hieß es jedoch aggressiv sein und bleiben, an sich zu glauben und sich nicht verunsichern zu lassen. Auch wenn der Gegner Würfe trifft oder einfach gut spielt, da sie eine gute und sehr routinierte Mannschaft haben. Einerseits spielen sie schnell und strahlen Aggressivität von der Dreierlinie aus und zum anderen können sie einen John Bryant nutzen, der einer der besten Spieler in dieser Liga ist. Kompliment an meinen Kollegen, wie da die Balance gelingt. Das ist richtig stark. Ich freue mich, dass wir heute eine sehr gute Mannschaft geschlagen haben und ich freue mich auch, dass wir das letztendlich am defensiven Ende bewerkstelligen konnten.”

medi bayreuth vs. GIESSEN 46ers  95:80 (23:21 - 19:25 - 25:21 - 28:13)

medi bayreuth: MIKA 13, THOMAS 8, ROBERTSON 9 (4 Assists), ANDERSON 10, Doreth 12, Seiferth 10, Hrovat 16, Meisner 0, BROOKS 13 (8 Rebounds), Raivio 4, Krug 0. 

GIESSEN 46ers: Chambers 3, Kraushaar 0, Agva 7, Landis, Uhlemann 0, GORDON 21, JORDAN 12, THOMAS 13, BELL 8, BRYANT 16 (17 Rebounds, 6 Assists).

Der Ausblick:

Am kommenden Samstag müssen die HEROES OF TOMORROW den nicht allzu weiten Weg nach Jena antreten. Dort möchte das Team von Head Coach Raoul Korner den Erfolg vom Spiel in der Oberfrankenhalle natürlich wiederholen und so braucht die Mannschaft von Kapitän Bastian Doreth auch in der Sparkassen-Arena jede Unterstützung, um das Spiel auch in Thüringen erfolgreich gestalten zu können. Spielbeginn in Jena ist am Samstag, 16. März um 20:30 Uhr.