Fotos: Ochsenfoto

medi bayreuth geht auch im zweiten Aufeinandertreffen mit Jena leer aus

Heroes Of Tomorrow unterliegen im Bundesliga-Gastspiel bei Science City mit 90:107

Am 25. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga hat medi bayreuth auch das zweite Aufeinandertreffen in dieser Saison mit Science City Jena verloren. Vor 2.234 Zuschauern in der Sparkassen-Arena unterlagen die Heroes Of Tomorrow drei Tage nach dem Einzug in die Runde der letzten acht Teams in der Basketball Champions League bei Science City Jena mit 90:107 (43:53).

In der Tabelle bleibt medi bayreuth weiterhin auf Position vier. Der Vorsprung auf die Verfolgerteams aus Bonn und Oldenburg (am 24. März nächster Gegner in der Oberfrankenhalle) beträgt nun jedoch nur noch einen Sieg.  

Schon im ersten Viertel gerieten die Heroes Of Tomorrow in Thüringen auf die Verliererstraße. Mit 26:7 gingen die ersten zehn Minuten klar an die Gastgeber, die von Beginn an im Kopf schneller und wacher wirkten. Zudem war das Team von Trainer Björn Harmsen über die gesamte Spielzeit mit guten Trefferquoten unterwegs, während bei medi bayreuth vor allem im ersten Abschnitt kein Wurf fallen wollte. Im zweiten Abschnitt bäumte sich die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner zwar nochmals auf und konnte den Rückstand bis zur Pause auch auf zehn Zähler verkürzen, doch unmittelbar mit dem Start der zweiten Hälfte schalteten die Jenaer wieder einen Gang höher und ließen sich die Kontrolle über das Spiel nicht mehr nehmen.

Das Spiel kurz zusammengefasst

Nach einem ausgeglichenen Start, De’Mon Brooks erzielte an der Freiwurflinie das 4:4 (3.), mussten die Heroes Of Tomorrow zusehen, wie sich Jena schnell in einen Rausch spielte. Ein ums andere Mal kam Science City durch Schnellangriffe zu Punkten. Auch eine Auszeit in der sechsten Minute brachte keine Änderung, denn offensiv fanden die Bayreuther ihren Wurfrhythmus nicht. Ganze sechs Minuten blieben die Gäste ohne Treffer, erst ein Wachalski-Dreier stoppte beim 7:22 (9.) einen 18:0 Lauf der Hausherren, die im ersten Viertel den Ball sechs Mal klauten und von sieben medi-Turnovern profitierten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts machte Jena weiter viel Druck, doch die Heroes Of Tomorrow fanden über das Inside-Spiel in die Partie. Vor allem Andreas Seiferth wurde gesucht und der Center lieferte ab. Er blieb im zweiten Viertel ohne Fehlwurf und sorgte mit 15 Punkten dafür, dass man wieder näher kam. Nach einem 3-Punkt-Spiel des Big Man zum 25:41 (16.) holte Jena-Coach Björn Harmsen sein Team in einer Auszeit an die Seitenlinie. In der Folge waren die Hausherren wieder etwas wacher, ließen dann aber medi nach einem unsportlichen Foul von Julius Wolf herankommen. James Robinson verwandelte die Freiwürfe und mit dem Pausenpfiff einen Dreier zum 43:53. Nur ein Bayreuther Foul und zwei weitere Ballverluste ließen Hoffnung im mitgereisten Fanlager aufkommen.

Die Hoffnung währte allerdings nicht lange, denn Jena startete mit einem 8:0 Lauf in die zweite Halbzeit. Vor allem einer war im dritten Abschnitt nicht zu stoppen: Routinier Julius Jenkins. In seinem 402. Erstligaspiel sorgte er mit mehreren Dreiern dafür, dass die Jenaer ihren Vorsprung wieder ausbauen konnten. Über das 67:47 (24.) und 73:50 (25.) bis zum 81:55 (29.) riss Jenkins sein Team und die heimischen Fans mit. Was immer die Heroes Of Tomorrow versuchten, der 37-Jährige antwortete und sorgte, natürlich mit einem erfolgreichen Distanzwurf und dem 84:59 drei Sekunden vor der letzten Pause für den Schlusspunkt.

Nachdem Immanuel McElroy mit dem 91:61 in der 32. Minute den Bayreuther Rückstand auf 30 Punkte schraubt, ließ es Jena etwas langsamer angehen, ohne jedoch die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Das gedrosselte Tempo kam medi bayreuth zugute. Dreier von Steve Wachalski und Bastian Doreth bedeuteten das 69:95 (34.), doch wirklich eng wurde es nicht mehr.

Die spielentscheidenden Faktoren

Erstes Viertel: Die Reise nach Istanbul mit zwei Flügen, Zeitverschiebung und einem anstrengenden Spiel gegen das türkische Top-Team von Besiktas forderten offensichtlich ihren Tribut. medi bayreuth war noch nicht richtig im Spiel angekommen, da war die Partie nach dem 18:0 Lauf schon fast entschieden. Jena nutzte jeden Leichtsinnsfehler, schnappte den Gegenspielern die Bälle vor der Nase weg und war immer einen Gedanken schneller. Viele Fast Breaks schraubten den Spielstand schnell in die Höhe. Alle Versuche der Heroes Of Tomorrow, über den Kampf in die Partie zu finden, wurden dann im dritten Viertel durch einen Dreierregen im Keim erstickt. So wurden aus zehn Punkten Rückstand zur Pause schnell wieder über 20 Zähler Differenz.

Jenaer Treffsicherheit: Egal, von welcher Position - in dieser Partie schien jeder Wurf von Science City Jena den Weg in den Korb zu finden. Nach 40 Minuten waren es starke 59% aller Versuche, die passten. Bei 68 Würfen gelangen den Thüringern 40 Treffer. Sicher im Fast Break, routiniert in der Zone oder manchmal mit Glück im Abschluss von jenseits der 6,75 Meter-Linie, es gelang fast alles. 62% aller Zweier und 54% aller Dreier gingen in den Bayreuther Korb und auch von der Freiwurflinie verpassten Jena nur drei der 16 Versuche.

Julius Jenkins: Einer der Routiniers im Team der Thüringer zeigte auch diesmal, wie wertvoll er mit 37 Jahren noch ist. Julius Jenkins hatte Spaß an der Partie und er hatte reichlich Zielwasser getrunken. Vor allem im dritten Viertel waren es seine Dreier, die medi jede Chance am Comeback raubten. Vier seiner sieben Distanzwürfe erzielte Jenkins im dritten Abschnitt, mit sieben Treffern aus neun Versuchen blieb er nur knapp hinter seiner persönlichen Bestmarke von acht verwandelten Dreiern, die er im Februar 2010 noch für ALBA BERLIN spielend einnetzte. Mit insgesamt 25 Punkten stellte der Shooting Guard zudem eine neue persönliche Saisonbestmarke auf.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch an Björn und seine Mannschaft zu einem verdienten Sieg. Science City hat extrem gut gespielt und wir extrem schwach. Insofern geht das Ergebnis vollkommen in Ordnung. Spieler, die uns in den letzten Spielen getragen haben, haben heute nicht das zeigen können. Ich möchte unser Spiel am Dienstag in Istanbul nicht dazu verwenden, um die großartige Jenaer Leistung heute zu schmälern.“

Björn Harmsen (Science City Jena): “Wir haben mit der Intensität gespielt wie wir das geplant haben. Nachträglich mein Glückwunsch zum Einzug von Raouls Mannschaft ins Viertelfinale der Champions League. Wir hatten sehr viel Zeit, um uns auf dieses Duell entsprechend vorzubereiten. Die Bayreuther hatten Vorbereitungszeit nicht oder nur eingeschränkt. Mir tut es leid, dass ich die Auszeit zum Ende noch genommen habe, aber ich hatte aus der Erfahrung des Hinspiels sehr viel Respekt vor der Mannschaft. Im letzten Spiel hatten sie uns am Ende noch einmal mit der Pressverteidigung in Bedrängnis gebracht. Das wollten wir heute vermeiden. Ich bin unglaublich stolz auf die tolle Leistung meiner Mannschaft.”

Science City Jena vs. medi bayreuth 107:90 (26:7 - 27:36 - 31:16 - 23:31)

Science City Jena:

JENKINS 25, BOWLIN 14, Wolf 14 (5 Rebounds), ALLEN 12, WEAVER 12 (6 Assists), UGRAI 10, Clay 7, Mazeika 7, McElroy 6, Reyes-Napoles 0, Mackeldanz 0, Heber 0.

Dreier: Jenkins 7, Bowlin 3, Wolf 3, Mazeika 1,

medi bayreuth:

ROBINSON 19, SEIFERTH 19 (9 Rebounds), Wachalski 16, Amaize 10, Marei 8, LINHART 6 (4 Assists), Doreth 5, BROOKS 4, YORK 3, Cox 0.

Dreier: Wachalski 4, Robinson 2, Doreth 1, York 1.

Ausblick

Endlich Pause! Nach den beiden englischen Wochen in der Basketball Champions League liegen nun ganze acht Tage vor den Heroes Of Tomorrow, ehe mit den EWE Baskets Oldenburg der nächste Gegner in der Oberfrankenhalle auftritt. Erst am Samstag der kommenden Woche, dem 24. März, geht es wieder um wichtige Punkte in der easyCredit Basketball Bundesliga. Bis dahin hat das Team ausreichend Zeit, um zu neuen Kräften zu kommen.