Fotos: Ochsenfoto

medi bayreuth gibt Spiel gegen Ulm nach der Halbzeit aus der Hand

HEROES OF TOMORROW unterliegen nach starker erster Halbzeit mit 79:88

Déjàvu, so bezeichnet man in der Psychologie eine Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben. Von Erinnerungstäuschung kann bei der Partie des 6. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga aus Sicht von medi bayreuth jedoch leider nicht die Rede sein, denn das Heimspiel der HEROES OF TOMORROW gegen ratiopharm ulm ähnelte doch gewaltig der Partie am vorangegangenen Bundesligaspieltag in Würzburg.

Wieder spielten die HEROES OF TOMORROW eine extrem starke erste Halbzeit. Wieder beherrschte man das Geschehen auf dem Parkett und wieder erarbeitete man sich eine solide Führung. Wie schon in Würzburg betrug der Vorsprung zur Pause auch am Sonntagnachmittag beim 48:35 gegen Ulm 13 Zähler.

Doch auch diesmal kam der Gegner zurück und drehte in der 2. Halbzeit das Spiel. Mit 79:88 (48:35) ging die Partie vor 3.021 Zuschauern in der Oberfrankenhalle am Ende verloren und somit musste medi im fünften BBL-Saisonspiel die dritte Niederlage quittieren, während sich die Ulmer über ihren ersten Saisonsieg freuen konnten.

Die zwei, wieder einmal extremst unterschiedlichen Gesichter seines Teams, veranlassten medi Head Coach Raoul Korner nach dem Spiel in der Pressekonferenz zu deutlichen Worten. Es könne ja nicht sein, dass man jedes Mal, wenn der Gegner anpresst, den Ball wie ein U14 Team wegschmeiße, so der Österreicher. Er sei der Meinung gewesen, dass man mit dem Personal in der Lage wäre, auch gegen stärker werdenden Druck, individuell im Angriff zu kreieren. Dies müsse er jedoch widerrufen, denn aktuell sei man eben nicht in der Lage, gegen Druck ein Spiel zu organisieren und müsse daher jetzt ernsthaft die Konstellation der Mannschaft hinterfragen, so Korner weiter.

Das sagt Bastian Doreth:

“Es ist eine harte Niederlage, die sehr weh tut. Trotzdem haben wir, vor allem in der ersten Halbzeit, ein sehr gutes Spiel gemacht. Wie so oft sind wir in der zweiten Halbzeit eingebrochen. Die Gründe dafür kann ich leider nicht nennen, denn wenn ich sie kennen würde, könnten wir sie ja direkt abstellen. Wir werden das Spiel analysieren und ich hoffe, dass wir daraus lernen und unsere tollen Fans bald wieder mit einem Sieg beglücken dürfen.”

Der Spielverlauf:

Das zweite Heimspiel der HEROES OF TOMORROW in der easyCredit BBL begann sehr vielversprechend. Wie schon in der Vorwoche in Würzburg starteten die Burschen von Head Coach Raoul Korner mit aggressiver Defense und schönem Offensivspiel in die Partie. Besonders auffällig war einmal mehr Hassan Martin (acht Punkte bei 100%iger Wurfquote sowie drei Blocks), der von den Ulmern nicht in den Griff zu bekommen war. Somit ging man bereits mit einer neun Punkte Führung in die erste Viertelpause.

Im zweiten Viertel wuchs der Vorsprung auf über zehn Punkte an. Erst nach einer Auszeit von Thorsten Leibenath kamen die Donaustädter kurzfristig besser ins Spiel. Schnelle sieben Punkte veranlassten Raoul Korner seinerseits die erste Auszeit zu nehmen. Von da an lief es wieder deutlich besser für medi bayreuth. Immer wieder war Kassius Robertson zur Stelle, der sein bislang bestes Spiel im medi-Dress ablieferte. Da man zudem den Rebound kontrollierte und die Ulmer Probleme von der Dreipunktelinie hatten (1/11 bis zur Halbzeit), ging es mit 48:35 in die Halbzeit.

War die erste Halbzeit ein Spiegelbild der ersten Hälfte in Würzburg, so war es die zweite leider auch. Die Ulmer kamen mit einer Ganzfeldpresse auf das Parkett zurück und stellten den Bayreuther Spielaufbau damit vor große Probleme. Selbst eine schnelle Auszeit änderte daran wenig. Lange Zeit war ein Korb von Andreas Seiferth der einzige Eintrag auf dem Scoreboard. Erst zwei Dreier von De’Mon Brooks und wieder Kassius Robertson sorgten für ein zehn Punkte Polster. Angeführt von Javonte Green kämpften sich die Schwaben aber Punkt um Punkt wieder heran und konnten sogar, durch einen Floater von Per Günther, kurzzeitig die Führung übernehmen. Ein Schlussspurt sicherte allerdings den HEROES OF TOMORROW eine knappe fünf Punkte Führung zum Ende des Viertels.

Im vierten Viertel stabilisierte sich medi bayreuth zunächst und es wurden wieder schön herausgespielte Korberfolge erzielt. Bei noch 5:40 Minuten zu spielen, hatten die Mannen um Kapitän Bastian Doreth einen sieben Punkte Vorsprung behauptet und mehrfach die Möglichkeit diesen sogar noch auszubauen. Aber jetzt sollte nichts mehr gelingen. Zum einen waren es zu viele Ballverluste, zum anderen kontrollierte Ulm nun klar den Rebound. Zwei Freiwurfpunkte von De’Mon Brooks waren das einzig Zählbare in der restlichen Spielzeit. Da die Ulmer im gleichen Zeitraum jedoch noch ganze 18 Punkte erzielen konnten, ging dieses Bundesligaspiel letztlich sogar noch deutlich verloren.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): “Die Erleichterung ist natürlich enorm, bei einem 0:4 Start ist der Druck entsprechend groß, schließlich ist Bayreuth auch eine der unangenehmeren Hallen, wenn es darum geht, Siege einzufahren. Man hat gemerkt, dass es nicht leicht war. Es war ein harter Kampf. Großes Kompliment an die komplette Mannschaft. Wir haben in der zweiten Halbzeit Fullcourt Presse gespielt und damit das Momentum auf unserer Seite gebracht. Wir haben mit einer enormen Energieleistung gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen können. Wir haben es heute in der Defense, nicht in der Offense gewonnen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Zunächst Glückwünsche an Thorsten. Ich habe keine Lust mehr dazu, Plattitüden rauszuhauen. Ich bin es leid, jede Woche den gleichen Bullshit zu erzählen. Fakt ist, es reicht nicht! Wir zeigen phasenweise, dass wir gut Basketball spielen können. Wir wissen, wo unsere Baustellen sind und die müssen wir beheben. Es kann nicht sein, dass Basti Doreth das Spiel alleine richten muss. Das reicht für unsere Ansprüche nicht aus. Ich glaube, dass wir ein Problem beim Ballhandling haben. Wir sind im Moment nicht in der Lage bei starkem Druck zu agieren. Mit diesem Personal sind wir nicht fähig zu gewinnen.”

medi bayreuth vs. ratiopharm ulm ( 23:16 - 25:19 - 17:25 - 14:28 )

medi bayreuth: THOMAS 4 (6 Rebounds), Robertson 19, STOCKTON 0 (4 Assists), Doreth 3 (4 Assists), Seiferth 11, MARTIN 17 (6 Rebounds, 5 Blocks), HROVAT 7 (4 Assists, 3 Steals), Meisner 8, BROOKS 10 (3 Steals), Raivio, Krug.

ratiopharm ulm: Reinhardt 0, MILLER 19, EVANS 11 (8 Rebounds), GREEN 22 (8 Rebounds, 4 Steals), Günther 5 (4 Assists), Thompson 2, AKPINAR 7, Radosavljevic 14 , Ugrai 3, FOTU 5 (8 Rebounds), Krämer 0.

Der Ausblick:

Nach dem Bundesligamatch gegen Ulm müssen sich die HEROES OF TOMORROW nun auf die nächste Aufgabe vorbereiten, die am kommenden Mittwoch erneut in der Bayreuther Oberfrankenhalle auf Bastian Doreth & Co. wartet. In der Basketball Champions League ist man dann am 5. Spieltag gegen Filou Oostende gefragt. Karten für die Partie gegen die Belgier gibt es online unter tickets.medi-bayreuth.de, im Fanshop in der Brunnenstraße oder natürlich am Spieltag an der Abendkasse. Spielbeginn am Mittwoch ist um 20:00 Uhr.