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medi bayreuth kann beim Gastspiel in Weißenfels nicht nachlegen

HEROES OF TOMORROW unterliegen dem Mitteldeutschen BC mit 90:108

Der Saisonverlauf in der easyCredit Basketball Bundesliga bleibt bei medi bayreuth weiterhin ein Wechselbad der Gefühle. Den letzten beiden sehr starken Spielen mit Siegen gegen die Telekom Baskets Bonn und ALBA BERLIN folgte am 30. Spieltag eine ernüchternde Niederlage. Mit 90:108 (43:53) unterlagen die HEROES OF TOMORROW im Gastspiel beim Mitteldeutschen BC und mussten damit die 16. Saisonniederlage hinnehmen.

In der mit 2.450 Zuschauern gefüllten Stadthalle in Weißenfels startete medi bayreuth wie schon zuletzt schwach in die Partie und lag wie auch gegen Bonn und Berlin schnell zweistellig zurück. Hatte man in den Heimspielen im zweiten Abschnitt jedoch dann besser zu seinem Spiel gefunden, bestimmten am Sonntagnachmittag weiterhin die Weißenfelser das Geschehen. Vor allem Andrew Warren, der bereits zur Pause 24 seiner letztlich insgesamt 30 Zähler auf dem Konto hatte, trug die Wölfe bis zur Pause nahezu im Alleingang.

Diesen Schwung nahm das Team von Silvano Poropat auch in den dritten Abschnitt mit und hielt auch weiterhin seinen Vorsprung. Vier Minuten vor dem Ende, medi hatte sich wieder herangearbeitet, dann die Möglichkeit für Kassius Robertson, mit einem freien Dreier sein Team nochmals auf sechs Zähler Rückstand heranzubringen. Der Wurf des Kanadiers ging jedoch nicht in den Korb der Wölfe, die in den folgenden 90 Sekunden ihrerseits ordentlich nachlegten und wieder mit 14 Punkten davon zogen und einen letztlich hoch verdienten Sieg feiern durften.

Der Spielverlauf:

Nach zwei erfolgreichen Spielen, behielt Head Coach Raoul Korner seine Starting Five bei. Der Start in die Partie gehörte, mittlerweile fast schon gewohnt, dem Gegner. Erst beim 2:8 (2.) konnte Adonis Thomas die ersten Zähler für sein Team markieren. Davon ließ sich der MBC aber nicht beeindrucken, sondern setzte sich Mitte des ersten Viertels bis auf 15:4 ab. Erst danach kamen die HEROES OF TOMORROW etwas besser ins Spiel. Da allerdings von jenseits der 6,75m-Linie noch gar nichts fallen wollte, betrug der Rückstand nach den ersten zehn Minuten neun Punkte (16:25).

Im zweiten Viertel kämpfte medi verbissen um den Anschluss an die Wölfe. So richtig in Schlagdistanz kam man jedoch nie. Insbesondere Andrew Warren war nicht zu kontrollieren. Immer wenn die HEROES OF TOMORROW im Begriff waren, einen Lauf zu starten, war der Shooting Guard des MBC zur Stelle. Gefühlt jeder Wurf fiel durch die Reuse, auch wenn er noch so gut verteidigt war. Nach der ersten Halbzeit standen allein für den US-Amerikaner 24 Punkte auf der Anzeigetafel. medi bayreuth war am erfolgreichsten, wenn man den Ball in Korbnähe brachten. Folglich hießen die Bayreuther Topscorer Eric Mika (8), Andreas Seiferth (8) und De’Mon Brooks (9). Die weiterhin bescheidene Dreierquote stand aber einer Aufholjagd im Weg, so dass es mit einem 43:53 Rückstand in die Kabinen ging.

Nach der Pause setzte sich das muntere Offensivspiel fort. Zunächst setzten sich die Weißenfelser noch etwas weiter ab, dann konnten die HEROES OF TOMORROW wieder verkürzen. Sie schafften es aber nicht, Druck aufzubauen. Vor allem defensiv stoppten die Burschen von Head Coach Raoul Korner die Wölfe zu selten. Gelang es doch einmal, wurden die offensiven Möglichkeiten nicht konsequent genug genutzt und so blieb es im gesamten dritten Viertel bei einem Rückstand, der sich immer um die zehn Punkte bewegte. Vor dem letzten Spielabschnitt hieß es 65:76 aus Bayreuther Sicht.

Auch im Schlussviertel war die Intensität in der Verteidigung nicht hoch genug, um die Gastgeber ernsthaft in Gefahr zu bringen. Nur einmal gelang es noch, den Rückstand unter zehn Zähler zu bringen. Nik Raivio verkürzte Mitte des Viertels mit einem Dreipunktspiel auf 79:88. Danach legte der MBC aber noch einmal zu und ließ keinen Zweifel mehr an einem verdienten Sieg aufkommen.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Glückwunsch Silvano, an dich und deine Mannschaft zum verdienten Sieg. Spiele wie heute sind genau der Grund, warum wir zurecht dort stehen, wo wir stehen. Wir schaffen es nicht, uns für solch ein Spiel am Riemen zu reißen und die Intensität zu bringen, die man braucht, um auswärts zu gewinnen. Wir erlauben 108 Punkte, das ist ein Witz. Andrew Warren hat in der ersten Halbzeit ausgesehen, wie ein junger Michael Jordan. Es ist nicht gelungen, die nötige Energie aufs Feld zu bringen. Wenn man das zum wiederholten Mal nicht hinkriegt, dann ist man nicht in den Playoffs und verdient es auch nicht da zu sein. Irgendwann müssen wir das zur Kenntnis nehmen.”

Silvano Poropat  (Head Coach Mitteldeutscher BC): “Danke für die Glückwünsche. Man könnte jetzt viel Gutes sagen, aber wir haben jetzt noch drei Spiele vor uns. Wir müssen uns konzentrieren und dürfen uns jetzt nicht ausruhen. Wir haben die ganze Partie diktiert, vom Anfang bis zum Ende. Wir haben in der Offensive hervorragend gespielt, aber auch in den wichtigen Momenten, als es nötig war den Vorsprung zu halten, waren wir zur Stelle. Immer, wenn Bayreuth etwas versucht hat, haben wir zulegen können. Es war ein richtig tolles Spiel mit einer guten Kulisse. Ich hatte heute das Gefühl, dass dies das Weißenfels ist, was ich kenne. Es hilft uns enorm, wenn die Zuschauer voll da sind und nicht ständig hinterfragen, sondern einfach glücklich sind hier zu sein und mit uns kämpfen. Ich hoffe, dass es weiter so geht bis zum Ende der Saison.”

Mitteldeutscher BC vs. medi bayreuth 108:90 (25:16 - 28:27 - 23:22 - 32:25)

Mitteldeutscher BC: Moore 10, FARR 11 (6 Rebounds), DARDEN 20 (6 Rebounds), Brembly 5, Kerusch 4, Niedermanner 0, Zylka 0, Gille 0, RELEFORD 4, NOVAK 19 (11 Assists), WARREN 30, Turudic 5. 

medi bayreuth: MIKA 16 (8 Rebounds), THOMAS 12, ROBERTSON 9, Anderson 3 (4 Assists), DORETH 9, Seiferth 8, Wachalski, Hrovat 7, Meisner 0, BROOKS 15, Raivio 11, Krug.

Der Ausblick:

Nachdem die Partie des 31. Spieltages gegen s.Oliver Würzburg auf Grund der Finalteilnahme der Unterfranken im FIBA Europe Cup auf den 7. Mai (19:00 Uhr) verschoben werden musste, haben die HEROES OF TOMORROW etwas Zeit, sich auf die nächste Herausforderung vorzubereiten. Am kommenden Samstag, 4. Mai, müssen die Burschen von Head Coach Raoul Korner um 18:00 Uhr in der ratiopharm arena in Ulm antreten.