FOtos: Jacob Schroeter

medi bayreuth macht nach 82:65 Sieg in Erfurt großen Schritt Richtung Playoffs

Heroes Of Tomorrow jetzt wieder punktgleich mit Oldenburg, Bonn und Bamberg

Der Vierkampf um den vierten Tabellenplatz in der easyCredit Basketball Bundesliga geht weiter. Nach dem den 29. Spieltag abschließenden 82:65 (40:36) Auswärtssieg von medi bayreuth bei den Rockets in Erfurt finden sich mit den Heroes Of Tomorrow, den Telekom Baskets Bonn, den EWE Baskets Oldenburg und Brose Bamberg gleich vier Mannschaften mit insgesamt 18 Saisonsiegen auf den Tabellenpositionen vier bis sieben. Ein wirklich aussagekräftiger Vierer-Vergleich dieser Teams ist aktuell nicht möglich, da die Partie zwischen Bamberg und Oldenburg (20. April) noch aussteht. Bei noch fünf verbleibenden Spielen beträgt der Vorsprung auf Platz neun und s.Oliver Würzburg jetzt drei Siege. 

Ein Krimi war die um 20:15 Uhr angesetzte Partie zwischen medi bayreuth und den Rockets nicht. Zunächst bekamen die 2.077 Zuschauer in der Messehalle Erfurt eine recht ausgeglichene erste Halbzeit zu sehen, doch das Team von Head Coach Raoul Korner verstand es immer wieder zu kontern und in Führung zu gehen. Auch die wohl stärkste Phase der Thüringer gleich nach der Pause, als das Team um Nationalspieler Andreas Obst mit 41:40 die Führung zurückerobern konnten, beantworten die von einem bärenstarken Assem Marei getragenen Bayreuther eindrucksvoll mit einem 13:2 Lauf. Im Schlussabschnitt ließ sich medi bayreuth dann nicht mehr in Bedrängnis bringen und erspielte sich verdient den 18. Saisonsieg.

Das sagt Andreas Seiferth:

“Wir wussten, dass wir das Spiel hier dominieren können, wenn wir uns keine Fehler erlauben. Leider aber haben wir uns genau solche Fehler, nämlich Schusseligkeiten, leichte Ballverluste und auch viel zu frühe Würfe geleistet und Erfurt so in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten. Im dritten Viertel, welches heute ganz klar der Schlüssel zum Sieg war, haben wir dann aber den Hebel doch recht schnell umlegen können und so konnten wir das letzte Viertel mehr oder weniger runterspielen.   

Für Assem freue ich mich, dass er heute mal wieder ein richtig tolles Spiel rausgehauen hat. Das ist auch für sein Selbstvertrauen ganz wichtig. Er hat unter dem Korb richtig aufgeräumt, wie man so schön sagt und hat uns damit immer einen Push gegeben, wenn wir ihn gebraucht haben.

Vom vierten bis zum siebten Tabellenplatz sind jetzt alle Mannschaften punktgleich. Unser Ziel ist es natürlich, uns so hoch wie möglich in der Tabelle für die Playoffs zu qualifizieren. Jetzt haben wir es auch wieder in der eigenen Hand. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Ulm und Bremerhaven sollen für uns richtungsweisend sein. In eigener Halle wollen wir die Playoffs klar machen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner begann das Gastspiel in Erfurt konzentriert und zunächst über das Spiel unter den Korb, wo Andreas Seiferth für vier frühe Punkte sorgte. Auf der Gegenseite lief zunächst viel über den nachverpflichteten Jerome Randle, dessen elf Zähler im ersten Abschnitt die Rockets im Spiel hielten. Er war dafür verantwortlich, dass medi trotz erfolgreicher Dreier von Gabe York, De’Mon Brooks und Steve Wachalski nur mit 15:12 (7.) in Front lagen. Auf den 16:16 Ausgleich durch Sava Lesic ließ der nur 1,75 Meter große Point Guard der Erfurter sechs Zähler zur 22:20 Führung nach zehn Minuten folgen.

Zu Beginn des zweiten Viertels boten beide Teams zunächst Basketball-Schonkost, bis Assem Marei aufdrehte. Der Ägypter holte wertvolle Rebounds und konnte sein Team durch sieben Punkte in Serie bis auf 31:26 (16.) in Front bringen. Es folgten ein York-Dreier und eine Erfurter Auszeit, ehe sich beide Mannschaften in der Folge leichte und teils unnötige Ballverluste leisteten. Die Heroes Of Tomorrow verstanden es aber, den Vorsprung zu halten. Daran hatte auch John Cox großen Anteil, unter anderem durch seinen Dreier zum 40:32 (19.). Die letzten 60 Sekunden gehörten jedoch dem Aufsteiger, der durch Punkte von Sava Lesic und Daniel Schmitt wieder auf 36:40 verkürzen konnte.

Der Beginn der zweiten Halbzeit ging an die Hausherren, die nach einem Fast Break von Andreas Obst das Spiel zum 41:40 (22.) drehen konnten. Die Freude bei den meisten der knapp 2.100 Zuschauern währte allerdings nicht lange, denn nach einer Bayreuther Auszeit läutete James Robinson mit fünf Punkten - einem Dreier und zwei Freiwürfen - einen 11:2 Lauf ein, den der Point Guard selbst mit dem 51:43 (25.) krönte. Nun war es Rockets-Trainer Ivan Pavic, der sein Team um sich versammelte. Zurück auf dem Spielfeld sorgte jedoch John Cox für die erste zweistellige medi-Führung des Abends, die auch vor dem letzten Wechsel beim 59:48 noch Bestand hatte. Weniger Turnover und mehr Rebounds im Vergleich zu den Erfurtern sorgten im  dritten Viertel für den angewachsenen Vorsprung.

Durch vier weitere Punkte von John Cox wuchs der Bayreuther Vorsprung im letzten Abschnitt schnell an. 64:48 hieß es nach zwei Freiwürfen und rund zwei gespielten Minuten. Für den größten Vorsprung des Abends sorgte dann in der 23. Minute Robin Amaize, dessen Dreier das 67:50 bedeutete. Zwar antworteten die Thüringer mit einem 5:0 Lauf, der allerdings jäh durch einen Wachalski-Dreier gestoppt wurde. Negativer Höhepunkt aus Sicht der Rockets war zwei Minuten vor dem Ende das verletzungsbedingte Aus von Johannes Richter, der beim Aufkommen unglücklich auf dem Fuß von De’Mon Brooks umknickte. Auf dem Spielfeld hielten die Heroes Of Tomorrow in der Schlussphase routiniert die Führung und feierten letztendlich einen weiteren verdienten Erfolg.

Die spielentscheidenden Faktoren:

Assem Marei: Der Center der Heroes Of Tomorrow bot eines seiner besten Spiele nach seiner langen Verletzungspause. Mit 17 Zählern und 13 Rebounds war der Ägypter der dominierende Akteur auf dem Parkett und das in nicht einmal 18 Minuten Einsatzzeit. Sein drittes Double Double der Saison hatte er dabei bereits nach dem dritten Viertel unter Dach und Fach. Mit zwei Blocks verhinderte er Erfurter Punkte, durch vier Offensivrebounds kreierte er zweite Chancen.

Punkte aus zweiten Chancen: 15 Punkte konnte medi bayreuth nach insgesamt zehn Offensivrebounds bei seinem 18. Saisonsieg erzielen. Unter dem eigenen Korb gestatteten die Heroes Of Tomorrow den Rockets nur ganze viermal einen zweiten Anlauf zum Punkten, was allerdings kein einziges Mal von Erfolg gekrönt war. Insgesamt war das Reboundduell mit 37:28 eine klare Bayreuther Angelegenheit.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Wir sind mit sehr viel Respekt nach Erfurt gereist. Dieser Respekt wurde bestätigt. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die kämpft und eine gute Chance hat, den Klassenerhalt zu schaffen. Für uns ging es darum, unsere Negativserie bei Auswärtsspielen zu beenden. Wir haben uns oft defensiv nicht mit Ruhm bekleckert und wollten das heute unbedingt beenden. Ich denke, das ist uns über weite Strecken gelungen. Wir konnten Randle in einer kurzen Phase nicht kontrollieren, ansonsten hatten wir die Spieler ganz gut im Griff. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie sich nicht hat aus der Ruhe bringen lassen. Vor allem nach dem schlechten Start ins dritte Viertel. Dann haben wir die restliche Zeit aber sehr souverän über die Bühne gebracht und haben gegen ein stark kämpfendes Erfurt einen für uns sehr wichtigen Sieg eingefahren. Meinem Kollegen wünsche ich für den Klassenerhalt alles Gute, ich drücke ihnen die Daumen.”

Ivan Pavic (Rockets): “Glückwunsch an Bayreuth zum letzten Endes verdienten Sieg. Ab der im dritten Viertel angesprochenen Auszeit hat Bayreuth sehr souverän agiert und verdient gewonnen. Ich denke, dass wir es nicht geschafft haben, dem Spiel unser Tempo aufzudrücken. Durch das Switchen in der Verteidigung haben sie uns ins Stocken gebracht. Wir haben den Rhythmus verloren. Die zehn Offensivrebounds der Bayreuther und die vielen Ballverluste haben uns sehr wehgetan.“

Rockets vs. medi bayreuth 65:82 (22:20 - 14:20 - 12:19 - 17:23)

Rockets:

RANDLE 22, LESIC 17 (8 Rebounds), OBASOHAN 11 (4 Assists), Schmidt 7, OBST 4, STANIC 2, Taylor 1, Richter 1, Wimberg 0, Dizdarevic 0, Zylka 0, Watts.

Dreier: Randle 3, Obasohan 1, Schmidt 1.

medi bayreuth:

Marei 17 (13 Rebounds), BROOKS 15, ROBINSON 14, Cox 11, SEIFERTH 6, Wachalski 6, YORK 6, Amaize 4, LINHART 3 (5 Assists), Doreth 0, Adler 0, Perschnick.

Dreier: Wachalski 2, York 2, Brooks 1, Robinson 1, Cox 1, Amaize 1, Linhart 1.

Ausblick

Nach zwei Auswärtsspielen in Folge dürfen sich die Fans von medi bayreuth nun auf zwei Heimspiele an einem Wochenende freuen: Am kommenden Freitag gastiert ab 19 Uhr die Mannschaft von ratiopharm ulm in der Oberfrankenhalle, am Sonntag sind die Eisbären Bremerhaven zu Gast in Bayreuth. Jump ist - wie in der Partie bei den Rockets - um 20:15 Uhr.