Fotos: Ochsenfoto

medi bayreuth mit tollem Kampf im Heimfinale gegen den Pokalsieger

Emotionaler Abschied von Steve Wachalski nach 79:90 gegen Bamberg

Drei Tage nach dem katastrophalen Auftreten in der Partie gegen s.Oliver Würzburg wollten die HEROES OF TOMORROW im letzten Heimspiel der Saison nochmals ihr wahres Gesicht zeigen. Und das gelang dem Team von Head Coach Raoul Korner in der mit 3.400 Zuschauern ausverkauften Oberfrankenhalle ganz ausgezeichnet, auch wenn es am Ende nicht zu einem Sieg in der 78. Auflage des Oberfrankenderbys gereicht hat. 

Mit 79:90 (31:43) unterlagen die HEROES OF TOMORROW dem amtierenden deutschen Pokalsieger aufgrund eines etwas schwächeren zweiten Viertels, dass der Tabellenfünfte der easyCredit Basketball Bundesliga mit 30:12 für sich entscheiden konnte. Zwar kam medi bayreuth in der Schlussphase des Spiels nochmal richtig stark auf und hatte 88 Sekunden vor dem Ende sogar die Chance, auf vier Zähler Rückstand zu verkürzen, doch letztlich nutzte der Champions League Halbfinalist seine ganze Routine sowie die vielen sich ergebenden Freiwurfchancen (insgesamt 17 von 17) eiskalt aus.

Nach der doch recht intensiven Schlussphase der Partie wurde es im Anschluss des Spiels auf dem Parkett dann richtig emotional, als Steve Wachalski von den Fans nach insgesamt fünf Jahren in Bayreuth (2010 bis 2011 & 2015 bis 2019) mit großem Jubel und Beifall sowie vielen “Steeeeeeeeeeve”-Rufen verabschiedet wurde.

Der Spielverlauf:

Für das Oberfrankenderby schickte Head Coach Raoul Korner die selbe Starting Five auf das Parkett der Oberfrankenhalle wie schon am vergangenen Dienstag gegen Würzburg. Allerdings mussten diesmal Adonis Thomas und Kyan Anderson zuschauen während Hassan Martin sowie Gregor Hrovat in den Kader zurück kehrten. Anders als zuletzt verschlief medi den Start in diese Partie diesmal nicht. Zwar erzielte Bamberg die ersten fünf Zähler, aber die HEROES OF TOMORROW konterten postwendend mit einem eigenen 7:0 Lauf und eroberten somit schnell selbst die Führung. Bis zum Viertelende baute man den Vorsprung auf sechs Punkte aus und gewann den ersten Spielabschnitt mit 19:13.

In den zweiten zehn Minuten änderte sich das Spielgeschehen rapide. Die Gäste eroberten sich mit einem 7:0 Lauf die Führung schnell zurück. Die HEROES OF TOMORROW konnten die Begegnung bis Mitte des Viertels noch ausgeglichen gestalten, doch dann zog Brose immer weiter davon. Hauptgrund war der eklatante Unterschied in der Dreipunktequote. Während medi in der gesamten ersten Halbzeit keinen einzigen Wurf von jenseits der 6,75m Linie traf, verwandelte die Mannschaft von Federico Perego starke 7/11 Dreier allein im zweiten Viertel, womit auch der Halbzeitstand von 31:43 aus Bayreuther Sicht schnell erklärt ist. Besonders erwähnenswert war noch die Reboundausbeute der drei(!) Bayreuther Center. Eric Mika, Andreas Seiferth und Hassan Martin hatten bis zu diesem Zeitpunkt nicht einen einzigen Rebound geholt.

Nach der Pause schraubten die Gäste ihren Vorsprung bis auf 16 Punkte in die Höhe. In dieser Phase gab es auch bereits das fünfte Foul gegen Eric Mika durch die insgesamt unglücklich agierenden Unparteiischen. Erst Mitte des Viertels fing sich medi allmählich und war jetzt immer wieder durch Hassan Martin erfolgreich, der hier neun Zähler beisteuern konnte. Durch den ersten erfolgreichen Dreier, erzielt von David Stockton, verkürzte medi bis zur Viertelpause auf 51:61.

Im finalen Spielabschnitt versuchten die HEROES OF TOMORROW noch einmal alles. Die Verteidigung wurde intensiver und im Angriff fanden sie verschiedene Lösungen, um zu Punkten zu kommen. Aber immer wenn das Team von Kapitän Bastian Doreth im Begriff war, in unmittelbare Schlagdistanz zu kommen, vergaben sie die Big Plays. Insbesondere von der 6,75m Linie wollten die Würfe einfach nicht fallen. Ganz anders dagegen der Tabellenfünfte. Die Gäste trafen die wichtigen Würfe und hielten medi auf Distanz. Somit wurde der Kampf von medi bayreuth nicht belohnt und Brose Bamberg gewann schließlich mit 90:79.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Federico Perego (Head Coach Brose Bamberg): “Wir freuen uns sehr über diesen Sieg, denn er sichert uns den fünften Platz. Hier zu gewinnen, nachdem wir so viele Spiele hatten und zurzeit nicht gerade in der besten Phase sind, dann das ganze Spiel zu kämpfen, war super. Ich denke, dass heute das gesamte Team gut aufgetreten ist. Wir hatten alle die richtige Einstellung, genauso wie im Spiel gegen Oldenburg. Natürlich haben wir Phasen, bei denen wir besser oder schlechter sind. Wir haben Fehler gemacht, aber am Ende hatten wir 14 Offensivrebounds. Wir sind sehr glücklich und jetzt bereiten wir uns auf das letzte Spiel gegen Würzburg vor und dann natürlich auf die Playoffs.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Glückwunsch an Bamberg zum Sieg. Es gibt Niederlagen und Niederlagen. Auch wenn es ein sehr emotionaler Abend war, ist das kein Vergleich zum Dienstag. Natürlich hätten wir gerne Bamberg geschlagen und unseren Fans zum Abschied einen Heimsieg im Derby geschenkt, aber ich glaube nicht, dass man heute der Mannschaft in irgendeiner Weise einen Vorwurf machen kann. Wir haben gekämpft. Letztendlich haben wir das Spiel verloren, da Bamberg den Ball jenseits der Dreipunktelinie getroffen hat und wir eben nicht. Im zweiten Viertel ist uns Bryce Taylor etwas heiß gelaufen und wir haben mit 25 % von der Dreipunktelinie eben nicht unseren besten Tag erwischt. Damit kann ich aber als Coach leben und auch jeder Spieler wird damit besser umgehen können, als wenn man sich selbst den Vorwurf machen muss, nicht alles gegeben zu haben, denn das war heute definitiv nicht der Fall.”

medi bayreuth vs. Brose Bamberg 79:90 (19:13 - 12:30 - 20:18 - 28:29)

medi bayreuth: MIKA 2, ROBERTSON 5, Stockton 7 (5 Assists), DORETH 3, Seiferth 8, Martin 19, Hrovat 15, Meisner 2, BROOKS 8 (8 Rebounds), RAIVIO 10, Krug 0.

Brose Bamberg: RICE 11, ZISIS 9 (6 Assists), STUCKEY 8, Schmidt 3, OLINDE 0, Harris 11, Rubit 15, ALEXANDER 8 (9 Rebounds), Heckmann 0, Taylor 19, Kullamäe, Kulboka 6.

Der Ausblick:

Am letzten Spieltag muss medi bayreuth nun noch einmal auswärts antreten. Für die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner geht es an seine alte Wirkungsstätte nach Braunschweig, wo man es mit den Basketball Löwen zu tun bekommt. Die Niedersachsen um Korners Landsmann Thomas Klepeisz brauchen unbedingt einen Sieg, um doch noch den Sprung in die Playoffs zu schaffen. Sprungball in der Volkswagen Halle in Braunschweig ist am Sonntag um 18:00 Uhr.