medi bayreuth muss sich 6. Saisonsieg in Bremerhaven hart erarbeiten

Heroes Of Tomorrow kämpfen Eisbären mit 103:99 nach Verlängerung nieder

Der 8. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga hatte für medi bayreuth nicht nur die weiteste Auswärtsfahrt parat, sondern auch das bislang längste Spiel der Saison. Im Gastspiel bei den Eisbären Bremerhaven musste das Team von Head Coach Raoul Korner in die Verlängerung, wo es am Ende mit 103:99 (46:51, 86:86) einen weiteren Auswärtssieg einfahren konnte.

Zunächst sah es jedoch nicht gut aus für die Heroes Of Tomorrow. In der gesamten ersten Halbzeit wirkten die Eisbären spritziger und medi lief permanent einem Rückstand hinterher. Erst der Dreier von James Robinson, den der Point Guard von weit hinter der Dreierlinie buchstäblich in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit im Korb unterbrachte, schien die Bayreuther wachgerüttelt zu haben.

Den berüchtigten Schalter im Spiel von medi bayreuth konnte dieser Wurf jedoch noch nicht umlegen. Nate Linhart & Co. schienen allerdings verstanden zu haben, dass der Weg zum Sieg an der Nordseeküste nur über harte Arbeit an beiden Enden des Feldes führen konnte. Und so krempelten die Heroes Of Tomorrow die Ärmel hoch, erlaubten sich in der gesamten zweiten Halbzeit keinen einzigen Ballverlust mehr und fighteten sich in diese Partie. Bremerhaven erwies sich jedoch als starker Gegner, denn immer wenn man auf Schlagdistanz herangekommen war, konterten die Hausherren. Es dauert bis knapp vier Minuten vor dem Ende, ehe Gabe York sein Team erstmals in Führung bringen konnte. Der US-Amerikaner hatte am Ende der regulären Spielzeit auch die Möglichkeit zum entscheidenden Korberfolg. Sein Wurf ging jedoch daneben und das Spiel somit in die Verlängerung.

Hier gelang es den Heroes Of Tomorrow dann tatsächlich noch, das Spiel zu drehen und den Sieg aus der mit 2.085 Fans besetzten Stadthalle in Bremerhaven zu entführen.

Das sagt De’Mon Brooks:

„Es fühlt sich sehr gut an hier gewonnen zu haben. Bremerhaven ist ein sehr gutes Team. Ihre aktuelle Bilanz sagt nichts darüber aus, welch hohe Qualität diese Mannschaft hat und wie schwer es ist, hier zu spielen und eben auch hier zu gewinnen. Viele Spieler in ihrer Mannschaft haben heute echt stark gespielt, ich sage nur Jordan Hulls. Für uns ist es riesig, diesen Sieg hier eingefahren zu haben, denn genau das sind die Spiele, die man gewinnen muss, um am Ende in die Playoffs einzuziehen.

Für uns war es wichtig, im Spielverlauf gelassen zu bleiben und einfach immer weiter zu kämpfen. Wir waren ja schon zuvor einmal in einer solchen Situation und wussten, je schwieriger es werden würde, desto enger müssen wir als Mannschaft zusammenrücken und unserem System und uns untereinander einfach vertrauen."

Das Spiel kurz zusammengefasst

Durch einen schnellen 7:2 Start binnen zwei Minuten hatte Bremerhaven den besseren Start ins Spiel und mit Carl Baptiste einen Akteur, der gleich für fünf Punkte verantwortlich war. Den frühen Vorsprung bauten die Gastgeber schnell auf 12:6 aus, medi bot zunächst defensiv nicht viel Gegenwehr. Kaum zu stoppen war im ersten Abschnitt Johnny Berhanemeskel, der nach einem Dreier zehn der bis dato 19 Punkte der Eisbären in sieben Minuten erzielt hatte. Nach dem ersten Foul der Partie konnte De’Mon Brooks an der Freiwurflinie auf 17:21 (8.) verkürzen, doch die Hausherren bauten ihren Vorsprung zum 29:22 nach dem ersten Viertel wieder aus.

Nach 51 Punkten in zehn Minuten dauerte es im zweiten Viertel fast drei Minuten, ehe Steve Wachalski per Dreier die ersten Zähler einnetzte. In der Defensive stand medi bayreuth nun zunächst besser, geriet aber nach einem unsportlichen Foul von Andreas Seiferth in der 14. Minute beim 35:25 erstmals zweistellig in Rückstand. Eine Minute später startete James Robinson die erste Bayreuther Aufholjagd. Zunächst traf er dreimal von der Freiwurflinie und nach einem Steal sorgte er mit dem And One für das 31:37. Die Heroes Of Tomorrow kamen weiter heran, musste aber die Gastgeber nach einem Dreier des Ex-Bayreuthers David Brembly wieder auf sieben Punkte davonziehen lassen. Sehenswert war der letzte Korb der ersten Halbzeit, in der beide Teams über 60% Wurfquote für sich verbuchen konnten: James Robinson sorgte mit einem Dreier von weit hinter der Dreierlinie für das 46:51 aus Bayreuther Sicht.

Auch im dritten Viertel konnten die Bremerhavener den Vorsprung verteidigen und blieben meist mit um die sechs Zähler in Führung. Ab der 26. Minute wurde die Defensivarbeit auf Bayreuther Seite jedoch intensiver. Mit einem 6:0 Lauf verkürzte man zum 61:63. Dreier von Ivan Elliott und Jordan Hulls hielten medi jedoch weiter auf Distanz.

Die Heroes Of Tomorrow legten nochmals eine Schippe drauf und mit acht Punkten in Serie holte man sich durch einen Dreier von Gabe York beim 79:76 (36.) die erste Führung. Mit zwei Dreiern (Carl Baptiste, David Brembly) drehten die Eisbären die Partie erneut. Allerdings gingen die Heroes Of Tomorrow nach einem unsportlichen Foul von Geoffrey Groselle wieder in Front, die Hausherren mussten nun nachlegen. 21 Sekunden vor dem Ende sorgte Gabe York für das 86:84, das Johnny Berhanemeskel 15 Sekunden später ausgleichen konnten: Verlängerung!

In der Overtime mussten zunächst Geoffrey Groselle und dann Nate Linhart mit dem jeweils fünften persönlichen Foul vom Feld. Ein Steal von John Cox leitete das 91:88 durch Gabe York ein und brachte medi bayreuth in der 42. Minute auf die Siegerstraße. Das Momentum war nun auf Seiten der Mannschaft von Head Coach Raoul Korner, die sich auch von einem weiteren Brembly-Dreier zum 93:93 nicht mehr verunsichern ließen. Nur Sekunden später sorgte De’Mon Brooks für die erneute Führung, die Gabe York mit sicheren Freiwürfen in den vierten Auswärtssieg der Saison verwandelte.

Die spielentscheidenden Faktoren

Freiwürfe: An der Freiwurflinie hatte medi bayreuth wieder einmal keinen guten Tag. Am Ende war die Quote mit 70% (21/30) zwar ganz okay, doch erst in der Overtime wurde dieser Wert durch sieben Treffer bei acht Versuchen ordentlich nach oben korrigiert. Auf der Gegenseite gelangen den Eisbären in der Verlängerung nur drei von sieben Freiwürfen. Alleine Carl Baptiste konnte dreimal nicht verwandeln. In der regulären Spielzeit waren es bei den Eisbären noch acht Treffer bei neun Versuchen. Während die insgesamte Freiwurfquote von medi bayreuth in der Verlängerung also deutlich nach oben ging, fiel die der Bremerhavener letztlich sogar noch unter die von medi auf 69%.

Turnover: In der ersten Halbzeit profitierten die Hausherren von acht Ballverlusten, die sich medi leistete. Elf Punkte konnte das Team von Sebastian Machowski, das sich seinerseits sieben Ballverluste leistete, durch die Turnover erzielen. Ein ganz anderes Bild bot sich in der zweiten Hälfte, in der medi bayreuth kein einziges Mal den Ball verlor und somit in 25 weiteren Minuten keine Turnover mehr verursachte. Auf der Gegenseite ließ Bremerhaven neun weitere Ballverluste zu, die zu acht Bayreuther Zählern führten. Zwei dieser Turnover brachten medi in der Verlängerung entscheidend in Führung.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): "Dieses Spiel zu analysieren, fällt mir nicht leicht. Es war ein Duell auf Augenhöhe, aber Bremerhaven hat uns alles abverlangt und die Partie über weite Strecken sogar kontrolliert. Meiner Mannschaft muss ich das Kompliment machen, dass sie in einer für uns nicht einfachen Situation wieder zurückgekommen ist und das Spiel noch gedreht hat. Am Ende haben Kleinigkeiten, wie unsere Stopps und die erfolgreichen Freiwürfe, die Partie zu unseren Gunsten entschieden. ”

Sebastian Machowski (Eisbären Bremerhaven): “Diese Niederlage ist schmerzhaft, keine Frage. Man hat meiner Mannschaft angemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollte. Leider konnten wir uns für eine gute und intensive Trainingswoche nicht belohnen. Die Chance, das Spiel noch in der regulären Spielzeit für uns zu entscheiden, war absolut da. Ein, zwei Ballverluste und die vergebenen Freiwürfe haben in der Verlängerung den Unterschied ausgemacht. Ich bin mir aber sicher, dass wir, wenn wir gegen Göttingen mit dem selben Fokus und noch mehr Energie zu Werke gehen, den zweiten Saisonsieg einfahren können.”

Eisbären Bremerhaven vs. medi bayreuth 99:103 n.V. (29:22 - 22:24 - 20:21 - 15:19 - 13:17)

Eisbären Bremerhaven:

HULLS 21 (7 Assists), BERHANEMESKEL 20, BAPTISTE 13, Kessens 11, Brembly 9, GROSELLE 8 (7 Rebounds), Elliott 7 (7 Rebounds), BLECK 6, Wendt 2, Johnson 2, Hundt, Breitlauch.

Dreier: Berhanemeskel 4, Hulls 3, Baptiste 3, Brembly 3, Elliott 1.

medi bayreuth:

ROBINSON 23, YORK 21, SEIFERTH 17 (8 Rebounds), BROOKS 17 (2 Blocks), LINHART 11 (6 Assists), Wachalski 8, Cox 6, Doreth 0, McCrea 0, Adler.

Dreier: Cox 2, Wachalski 2, York 2, Linhart 1, Robinson 1.

Ausblick

Nach der Rückkehr nach Bayreuth beginnt für die Heroes Of Tomorrow die Vorbereitung auf zwei Heimspiele binnen fünf Tagen: Zunächst gastiert am Dienstag, 7. November, ab 20:30 Uhr Movistar Estudiantes aus Madrid in der Basketball Champions League in der Oberfrankenhalle, am Samstag, 11. November, kommt es dann ab 20:30 Uhr zum Spitzenspiel der easyCredit BBL gegen ALBA BERLIN.