Fotos: Ochsenfoto

medi bayreuth sichert mit 89:79 Sieg über die GIESSEN 46ers Tabellenplatz 4

21. Saisonsieg bringt Heroes Of Tomorrow das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale

Die bisher schon atemberaubende Saison von medi bayreuth ist um ein weiteres Highlight reicher: Nach dem Sieg der Heroes Of Tomorrow am 32. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga über die GIESSEN 46ers, ist der Mannschaft von Head Coach Raoul Korner nicht nur die Teilnahme an den Playoffs, sondern auch das Heimrecht in der ersten Runde nicht mehr zu nehmen.

3.228 Zuschauer in der prächtig gefüllten Oberfrankenhalle durften am Ende mit dem 89:79 (44:35) Sieg über die Hessen den bereits 21. Saisonerfolg der Heroes Of Tomorrow feiern, die von Beginn an hoch konzentriert und fokussiert die Mission “Heimvorteil” in Angriff nahmen. Angetrieben und dirigiert von einem sehr starken Nate Linhart übernahm medi bayreuth von Anfang an das Kommando und erarbeitete sich gegen spielstarke Gießener, dank einer im zweiten Viertel herausragenden Trefferquote von jenseits der 6,75 Meter Linie, eine solide Halbzeitführung.

Vor allem Steve Wachalski machte hier den Unterschied. Der Routinier sammelte insgesamt 14 Punkte und blieb über die gesamte Partie ohne Fehlwurf. Daneben fiel auch die Statistik von Center Assem Marei sofort ins Auge. Der Ägypter verbuchte ein weiteres Double-Double mit 15 Punkten und 14 Rebounds.

Trotz dieser herausragenden Statistiken war der Sieg der Heroes Of Tomorrow insgesamt das Resultat einer geschlossene Mannschaftsleistung. In der Verteidigung stimmte die Intensität wieder von Anfang an und im Angriff wurde der Ball über weite Strecken auf der Suche nach dem besser postierten Mitspieler gut bewegt, worüber Head Coach Raoul Korner nach Spielende sichtlich zufrieden war.

Das sagt Nate Linhart

“Wir waren heute von Beginn an fokussiert und haben die richtige Einstellung mitgebracht. Daher haben wir verdient gewonnen. Nachdem wir in Oldenburg nicht so gut gespielt haben, war es für uns wichtig, heute passend zu antworten. Wir haben es fast das gesamte Spiel über geschafft, die Konzentration hoch zu halten. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, wenn man 20 Punkte macht, hat man normalerweise immer gut gespielt. Aber viel wichtiger war heute der Sieg. Heute war ein guter Abend für das Team und für mich.”

Die Partie kurz zusammengefasst

In den ersten Minuten hatten die Heroes Of Tomorrow, vor allem durch Punkte von Nate Linhart, die Nase leicht vorne. Mitte des Viertels kamen die Gäste aus Hessen dann durch Justin Sears zum 7:6 (5.) und lagen nun meist in Führung. Erst durch den kurz zuvor eingewechselten Steve Wachalski drehten die Hausherren per Dreier das Spiel wieder zum 16:14 (8.). Assem Marei und ein Dreier von Trey Lewis brachten das 21:16.

Nach zwei weiteren Wachalski-Dreiern hieß es in der elften Minute 27:16, die erste zweistellige Führung. Gießen steckte aber nicht auf und verkürzte nach einem Bowlin-Dreier in der 16. Minute auf 30:36 - Auszeit Bayreuth. Es dauerte etwas, bis das Besprochene umgesetzt wurde. Nach einem Floater von Nate Linhart stand es in der 19. Minute 44:33, bis zur Pause verkürzten die Gäste um zwei weitere Zähler.

Zurück auf dem Parkett bauten die Heroes Of Tomorrow ihre Führung langsam aber sicher weiter aus. In den ersten Minuten schien dabei alles zu klappen. Unter anderem sahen die Fans in der Oberfrankenhalle den ersten Dreier von Assem Marei (53:39, 24.). Nach einem 14:7 Lauf hatte Gästetrainer Denis Wucherer genug und nahm beim 42:60 (26.) eine Auszeit. Über zwei Minuten gab es anschließend keine Punkte, dann verkürzte Gießen auf 48:61 (30.). Ein Dreier von Kyan Anderson bildete dann den Schlusspunkt des Viertels.

Der in den letzten Wochen auffällige Andreas Obst brachte die Gäste mit sechs Zählern wieder auf 56:70 (32.) heran. medi konterte durch einen Anderson-Dreier sowie das 75:56 von De’Mon Brooks - in der 34. Minute war die höchste Führung des Abends perfekt. Erst nach einem Dreier von Skyler Bowlin zum 67:81 (37.) konnten die Hessen zum Endspurt ansetzen und noch für Ergebniskorrektur sorgen. Am Bayreuther Sieg änderte dies allerdings nichts mehr.

Drei Fakten zum Spiel

Assem Marei: Der ägyptische Center von medi bayreuth war, wenn er auf dem Parkett stand, scheinbar überall. Auch bedingt durch den Ausfall von Gießens Dwayne Evans hatte Marei viel Platz unter beiden Körben, was ihm 14 Rebounds einbrachte - persönliche Bestleistung in der easyCredit BBL. Darüber hinaus sammelte er 15 Punkte und erzielte sogar seinen ersten Dreier, der die Fans begeisterte.

Steve Wachalski: Mister 100 Prozent! Der Routinier im Team der Heroes Of Tomorrow kam einmal mehr mit viel Energie von der Bank und bot gegen die 46ers ein fehlerfreies Spiel. 14 Punkte erzielte der 34-Jährige ohne jeden Fehlwurf. Viermal nahm er dabei von jenseits der 6,75 Meter Maß. Dazu sammelte Wachalski sieben Rebounds und hatte den besten Plus-Minus-Wert im Team: +26!

Justin Sears: Vor allem in der ersten Halbzeit war der Power Forward der GIESSEN 46ers kaum zu stoppen. In seinem bislang längsten Einsatz für die Hessen kam Sears auf 20 Zähler, 15 davon sammelte er bereits vor der Pause. Mit einer Effektivität von 20 hatte er neben Cameron Wells den besten Effektivitätswert seines Teams.

Trainerstimmen

Denis Wucherer (GIESSEN 46ers): “Glückwunsch an den Coach und die Bayreuther für den verdienten Sieg und ich gratuliere zu einer bislang starken Saison. Ich wünsche in den Playoffs mit Heimrecht alles Gute. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Unterschied nicht so groß war. Andererseits hatten wir keinen Steve Wachalski, der von der Bank kommt, vier Dreier rein wirft und aussieht wie ein Allstar. Wir waren zu naiv, ihm das wegzunehmen, was er kann. Wenn man mit acht oder zehn Punkten führt, dann spielt es sich deutlich einfacher. Dann fallen auch Würfe rein, von der Mittellinie oder mit Brett, die eben nicht fallen würden, wenn man es schafft, lange dran zu bleiben und das Spiel eng zu halten. Wir waren nicht nah genug dran und sind somit immer einem Rückstand hinterher gelaufen. Im Endeffekt hatten wir keine Chance mehr, das Spiel noch zu drehen.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Danke für die Glückwünsche. Ein riesen Kompliment an Gießen, es ist immer sehr beeindruckend, was Denis mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus der Mannschaft holt. Zum Spiel: Es war ein sehr solider Sieg von unserer Seite. Wir haben überall eine gute Wurfquote, die daraus resultiert, dass wir den Ball bis zuletzt bewegt haben. Wir haben das Spiel ganz gut kontrolliert. Im letzten Viertel war es auf beiden Seiten dann ein Preisschießen. Ich glaube, wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht und ich gratuliere meinem Team zum vierten Platz. Das ist für uns eine tolle Sache, die nur dann etwas wert ist, wenn wir den Heimvorteil auch nutzen. Darauf zielt unser Fokus jetzt in den Trainings und den letzten beiden Spielen. Wir wollen einen Playoff-Rhythmus aufbauen und zur wichtigsten Zeit des Jahres unseren besten Basketball spielen.”

medi bayreuth vs. GIESSEN 46ers 89:79 ( 21:16 - 23:19 - 20:13 - 25:31 )

medi bayreuth: LINHART 20, MAREI 15 (14 Rebounds), ANDERSON 15 (3 Assists), Wachalski 14, LEWIS 10, BROOKS 8, Amaize 4, Doreth 3, Seiferth 0, Gonzalvez, Trieb, Adler.

Dreier: Wachalski 4, Anderson 3, Linhart 2, Lewis 2, Marei 1, Doreth 1.

GIESSEN 46ers: SEARS 20 (3 Assists), WELLS 15 (8 Rebounds, 3 Assists), BOWLIN 14 (3 Assists), Obst 9, Manigat 9, Pluskota 4, VÖLLER 3, SAIBOU 3, Lischka 2, Evans.

Dreier: Bowlin 2, Manigat 2, Obst 2, Saibou 1, Wells 1.

Schiedsrichter: Panther, Bejaoui, Arik.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-04-22-bay-gie