Fotos: Ulf Duda

medi bayreuth verliert sein Gastspiel bei den EWE Baskets Oldenburg

Heroes Of Tomorrow leisten sich 19 Ballverluste und unterliegen 64:83

Auf der Jagd um Tabellenplatz vier hat medi bayreuth am 31. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga gegenüber der Konkurrenz aus Bonn und Berlin nicht vorlegen können. In der ausverkauften EWE-Arena verloren die Heroes Of Tomorrow ihr Gastspiel bei den EWE Baskets Oldenburg mit 64:83 (32:34) und müssen somit nun abwarten, ob ALBA BERLIN (Sonntag in Bamberg) beziehungsweise die Telekom Baskets Bonn (Montag in Braunschweig) den Abstand verringern können.

Vor 6.000 Zuschauern erwischten die Oldenburger den besseren Start und gingen schnell in Führung. Mitte des ersten Viertels kamen die Heroes Of Tomorrow aber wieder heran und es entwickelte sich eine bis zur Pause ausgeglichene Partie.

Was den Heroes Of Tomorrow im Hinspiel gelungen war, nämlich die Partie nach dem Seitenwechsel an sich zu reißen und das Spielgeschehen zu beherrschen, gelang diesmal den Gastgebern. Angeführt von Rickey Paulding, dem die Partie gegen medi bayreuth aufgrund seiner bereits zehnten Saison im Oldenburger Dress gewidmet war, setzten sich die Donnervögel Punkt um Punkt ab und gewannen das dritte Viertel mit 26:13. Diesen Elan nahmen die Oldenburger auch in den Schlussabschnitt mit hinüber, in dem medi nichts mehr entgegenzusetzen hatte und so spätestens beim 47:68 knapp sieben Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung gefallen war. 

Das sagt Andreas Seiferth

“Wir waren bis zur Halbzeit gut dabei und haben gerade in der Defense gute Arbeit gemacht. Offensiv haben wir aber die ganze Partie über nicht ins Spiel gefunden und wir konnten nicht unser Spiel aufziehen. Die Niederlage geht in der Höhe auch in Ordnung, denn wir waren nicht als Mannschaft auf dem Feld. Wir haben den Gegner nicht laufen lassen wie wir es können, zu viele überhastete Würfe genommen und zu viel eins-gegen-eins gespielt. Das können wir besser und das hätten wir heute besser machen müssen. Daran müssen wir jetzt wieder arbeiten!” 

Die Partie kurz zusammengefasst

Wie schon am Donnerstag gegen Frankfurt eröffneten die Heroes Of Tomorrow das Spiel mit einem Dreier von Trey Lewis - und erneut sollte es erst einmal die einzige Führung bleiben. Oldenburg antwortete schnell und zog, unter anderem durch zwei Schwethelm-Dreier, auf 15:6 (5.) davon. Doch auch medi antwortete jetzt passend mit einem 10:0 Lauf, der von Andreas Seiferth zum 16:15 (10.) beendet wurde. Ein 3-Punkt-Spiel von Brian Qvale sorgte nochmals für den Führungswechsel.

Die Heroes Of Tomorrow hatten den besseren Start ins zweite Viertel und lagen nach einem Amaize-Dreier sowie Anderson-Freiwürfen wieder mit 23:21 (12.) in Front. Dann aber sorgte ein 6:0 der Donnervögel für das 27:23 und das Momentum war wieder auf Seiten der Gastgeber. medi blieb jedoch auf Schlagdistanz und konnte zweimal an der Freiwurflinie auf 30:30 (18., Lewis) und 32:32 (20., Marei) ausgleichen. Dass Oldenburg zur Pause dennoch knapp vorne lag, lag an Vaughn Duggins, der eine Sekunde vor der Sirene zum 34:32 einnetzte.

Schon in der ersten Halbzeit leisteten sich die Heroes Of Tomorrow ungewöhnlich viele Turnover, konnten sich aber immer wieder von einem Rückstand erholen - nicht so in der zweiten Hälfte. Zwar glich De’Mon Brooks früh aus, dann aber spielte erst einmal nur Oldenburg und vor allem Rickey Paulding. Der Jubilar erzielte die ersten sechs Punkte eines 12:0 Laufs zum 46:34 (25.). Zwei Dreier von Steve Wachalski waren aus Bayreuther Sicht die Höhepunkte des Viertels, das die EWE Baskets allerdings klar mit 26:13 gewannen.

Im letzten Abschnitt schwanden auf Bayreuther Seite die Kräfte und die Konzentration im Abschluss ließ nach. So hatte Oldenburg in den finalen zehn Minuten leichtes Spiel und konnte die Führung nicht nur verwalten sondern auch noch ausbauen. Bis auf 22 Punkte wuchs der Vorsprung, am Ende siegten die Niedersachsen klar mit 83:64.

Drei Fakten zum Spiel

Brian Qvale & Chris Kramer: Unter beiden Brettern kaum zu stoppen war Bayreuths Ex-Center Brian Qvale, der am Abend mit 21 Punkten - wie schon im Hinspiel, als er 22 Zähler erzielte - bester Werfer auf dem Parkett war. Immer wieder kam “Q” zu leichten Abschlüssen und verwandelte neun seiner zwölf Würfe. Dazu blieb er bei drei Freiwürfen fehlerfrei und holte fünf Rebounds. Neben dem Centerspieler gab Chris Kramer die Schlagzahl bei den Oldenburgern vor. Immer wieder ging der Shooting Guard mit viel Kraft und Einsatz zu Werke und war, was auch seine Statistik von sechs Punkten, elf Rebounds und neun Assists eindrucksvoll belegt, nahezu an jeder Aktion beteiligt.

Turnover: Ungewohnt hoch war die Anzahl der Turnover auf Bayreuther Seite. Vor allem in der zweiten Hälfte nutzen die EWE Baskets nahezu jeden Fehler der Oberfranken und rissen die Partie früh an sich. Am Ende stand nicht nur eine deutliche Niederlage zu Buche, sondern auch 19 Turnover - das Saisonmittel beträgt lediglich 12,9.

Rickey Paulding: Two more years - die Aussage bei den Feierlichkeiten zum “Rickey Day” nach Spielende sorgte bei den Fans der EWE Baskets für Entzücken. Doch auch für die easyCredit BBL ist der 34-Jährige eines der Gesichter. Auch in seinem 390. Spiel für Oldenburg war Paulding einmal mehr der Motor. Durch seine sechs Punkte zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde der Grundstein für den Sieg gelegt. Am Ende bestätigte der Small Forward seinen Saisonschnitt von 16 Punkten, dazu schnappte er den Bayreuthern dreimal den Ball vor der Nase weg.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Bis zur Halbzeit haben wir einen ganz guten Job gemacht, das Spiel eng zu halten. Wir haben in der Defensive unsere Arbeit erledigt. Im dritten Viertel sind wir in einen Modus verfallen, der uns in letzter Zeit öfter passiert: Wir haben aufgehört Team-Basketball zu spielen. Wir bewegen den Ball nicht, spielen Hero Ball. In dem Moment, wo wir aufhören als Mannschaft zu spielen, sind wir nicht mehr als ein durchschnittliches Team. Das ist nicht der Grund dafür, dass wir auf Platz vier stehen. Wir stehen auf Platz vier, weil wir ein starkes Kollektiv sind. Da müssen wir wieder hinkommen.”

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): “Ich denke, jeder kann nachvollziehen, unter welchem Druck wir standen und auch noch weiterhin stehen. Das könnte vielleicht das letzte Heimspiel in dieser Saison gewesen sein. Dieser Sieg heute gegen Bayreuth, ist der Grundstein dafür, dass wir weiterhin im Rennen um die Playoff-Plätze dabei sind. In der ersten Halbzeit waren einige Spieler nervös und konnten nicht ihre volle Leistung abrufen. In der zweiten Hälfte haben sich die Jungs deutlich gesteigert und den Ball besser bewegt. Es ist extrem wichtig für uns, dass die Achse Kramer, Paulding und Qvale funktioniert, damit wir als Mannschaft gut spielen können. Frantz Massenat hat heute endlich mal gezeigt, was er kann. Nun wollen wir diese Effektivität, diesen Stil in den letzten drei Spielen in fremder Halle zeigen.”

EWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth 83:64 ( 18:16 - 16:16 - 26:13 - 23:19 )

EWE Baskets Oldenburg: QVALE 21, PAULDING 16, MASSENAT 11 (9 Assists), SCHWETHELM 11, De Zeeuw 9, Duggins 7, C. Kramer 6 (11 Rebounds, 9 Assists), D. Kramer 1, Lockhart 1, Mädrich 0, Wimberg 0, Freese.

Dreier: Schwethelm 3, Massenat 2, De Zeeuw 1, Duggins 1.

medi bayreuth: Seiferth 12, LEWIS 11, BROOKS 11, Anderson 6, LINHART 6 (7 Rebounds, 7 Assists), Wachalski 6, Amazie 6, MAREI 6, Gonzalvez 0, Doreth 0.

Dreier: Lewis 2, Wachalski 2, Amazie 1, Brooks 1.

Schiedsrichter: Krause, Reiter, Bänsch.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-04-15-old-bay