Fotos: Marcus Förster

medi zeigt großes Herz und erarbeitet sich wichtigen Sieg im Playoff-Rennen

Heroes Of Tomorrow bezwingen FRAPORT SKYLINERS nach starkem Schlussviertel 69:62

Im Kampf um die Playoffs in der easyCredit Basketball Bundesliga hat medi bayreuth am Freitagabend eine ganz wichtigen Sieg verbuchen können. Mit 69:62 (26:26) besiegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am 28. Spieltag die FRAPORT SKYLINERS und zog in der Tabelle, dank des besseren direkten Vergleichs, wieder an den Telekom Baskets Bonn vorbei auf Rang fünf. Gegenüber den auf Rang sieben platzierten Frankfurtern sind die Heroes Of Tomorrow nun einen Sieg sowie ebenfalls den direkten Vergleich voraus.

Beeindruckend mit welcher Ruhe, Überzeugung und mit welchem großen Vertrauen in die eigene Mannschaft medi bayreuth diesen enorm wichtigen Sieg gegen die FRAPORT SKYLINERS am Ende im wahrsten Sinne der Wortes herausgearbeitet hat.

Dass es nicht einfach werden würde, zwei Tage nach dem großen Fight im Champions League-Viertelfinale gegen Ludwigsburg, war jedem klar, auch wenn es zunächst überhaupt nicht so schwierig aussah. medi bayreuth spielte in der Offensive seine Angriffe extrem geduldig herunter. Der Ball wurde gut bewegt und man erarbeitete sich freie Würfe, die anfangs, vor allem von jenseits der 6,75 Meter Linie, allerdings nicht fallen wollten. Das fiel zunächst aber nicht besonders ins Gewicht, denn in der Verteidigung standen die Heroes Of Tomorrow exzellent und gestatteten dem Gegner im ersten Viertel nur ganze zehn Zähler. Die Intensität im Spiel der Bayreuther stimmte, vor allem da mit Nate Linhart einer unermüdlich voran ging. Mehrere Male warf sich der Amerikaner im Kampf um den Ball auf den Boden und gab seinem Team so unmissverständlich die Marschroute vor.

Und das war auch gut so, denn die Würfe der Heroes Of Tomorrow aus der Distanz wollten auch weiterhin nicht fallen. Wie so mancher medi-Fan unter den insgesamt 3.004 Zuschauern in der Oberfrankenhalle hätte hier durchaus nachvollziehbar auch das Team um Kapitän Bastian Doreth an der miserablen Trefferquote verzweifeln können.

Die Heroes Of Tomorrow blieben aber auf Kurs. Ein ums andere Mal von Head Coach Raoul Korner motiviert und angetrieben, kämpfte man sich durch die erneut sehr anstrengende Partie und wurde letztlich belohnt.

Zunächst brachte John Cox im Dritten Viertel wieder einmal wertvolle Impulse von der Bank, ehe vier Minuten vor dem Ende James Robinson Feuer fing. Mit einem Dreier brachte der Point Guard sein Team in Front. In den folgenden nicht einmal zwei Minuten ließ er sechs weitere Zähler folgen und führte sein Team damit zu diesem im Kampf um die Playoff-Plätze immens wichtigen Sieg.

Das sagt Bastian Doreth:

“Man hat recht schnell gemerkt, was heute hier für beide Mannschaften auf dem Spiel stand. Die Partie war sicherlich nicht schön anzuschauen schon aufgrund der viele Turnover. Am Ende aber denke ich, dass wir auch aufgrund unserer sehr engagierten Verteidigung verdient gewonnen haben und darauf lässt sich jetzt aufbauen.

Ich hoffe, dass wir jetzt alle gemerkt haben, dass wir durch Verteidigung Spiele gewinnen können und das sollten wir auch so fortsetzen. Dass die Mannschaft Herz hat, hat man heute wieder gesehen und natürlich hat uns die großartige Atmosphäre hier in der Oberfrankenhalle am Ende zum Sieg getragen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Zwei Tage nach dem schweren Champions League-Spiel gegen Ludwigsburg hatten die Heroes Of Tomorrow einen relativ guten Start. Einem frühen unsportlichen Foul der Gäste folgten Robinson-Freiwürfe und ein erster York-Dreier. Das US-Duo war auch an einem der schönsten Spielzüge beteiligt, als James Robinson durch die Beine nach hinten zu Gabe York abspielte, der zum 11:3 (4.) einnetzen konnte. Nach einer Frankfurter Auszeit waren die Heroes Of Tomorrow  weiter hellwach, forcierten gegnerische Fehler und nutzten Ballgewinne zum 17:10 nach zehn Minuten.

Nach dem 21:12 von John Cox hakte es erstmals in der Bayreuther Offensive. Gute Chancen wurden vergeben, aber auch die SKYLINERS hatten ihre Probleme und konnten vier Minuten ohne medi-Punkte nur zum 16:21 nutzen. Die Hessen spielten jetzt jedoch bissiger und kamen nach einem 5:0 Lauf durch Tai Webster an der Freiwurflinie bis auf 21:23 (18.) heran. Das Team von Gäste Coach Gordon Herbert verstand es nun besser, die Fehler im medi-Spiel besser auszunutzen und so konnte man erneut an der Freiwürfe zum 26:26 Pausenstand ausgleichen.

Nach dem Seitenwechsel war das Spiel zunächst ausgeglichen, ehe die SKYLINERS auf einmal Oberwasser bekamen. Bis auf 41:34 zogen die Gäste in der 27. Minute nach Punkten von Mike Morrison davon. Doch medi bayreuth kämpfte sich wieder zurück. Diesmal war es der eingewechselte John Cox, der mit sechs Zählern, darunter der erst zweiten medi-Dreier des Abends, zum 41:41 (29.) wieder ausgleichen konnte. Dennoch hatten die Gäste aus Hessen am Ende des dritten Abschnitts mit 45:42 die Nase vorne.

Spannend sollten die letzten zehn Minuten werden, in denen erst Gabe York von jenseits der 6,75 Meter-Linie und dann von der Freiwurflinie traf. Dabei nutzte der Shooting Guard ein unsportliches Foul der Gäste, um zum 51:51 (35.) zu treffen. Die letzten Minuten gehörten dann James Robinson, der medi per Dreier mit 54:53 (36.) und kurz darauf im Fallen das 60:56 (38.) erzielte. Nicht nur der Sieg, sondern auch der direkte Vergleich waren nun zum Greifen nah und erneut war es James Robinson, der sich für die wichtigen Punkte verantwortlich zeichnete. An der Freiwurflinie netzte er 23 Sekunden vor dem Ende zum 66:60 ein. Der Steal von Andreas Seiferth im darauf folgenden Angriff bedeutet den Sieg und auch den gewonnenen direkten Vergleich.

Der spielentscheidende Faktor

James Robinson: Mit zwei Freiwürfen eröffnete James Robinson das Spiel gegen die FRAPORT SKYLINERS, dann trat der Point Guard der Heroes Of Tomorrow in den Hintergrund, zumindest was das Scoring betraf. In der Folge kümmerte er sich um den Spielaufbau, gab teils sehenswerte Assists und wartete auf seine Chance. Diese kam 4:45 Minuten vor dem Ende der Partie, als Robinson beim Stand von 51:51 für Bastian Doreth eingewechselt wurde. Es folgten neun Punkte am Stück zum 60:56 und weitere drei Freiwurfzähler in den letzten 23 Sekunden. Mit diesen zwölf Zählern riss er das Team mit sich und war der Garant für den Erfolg über die Hessen.

Trainerstimmen

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): “Zunächst möchte ich Raoul und seinem Team für die hervorragende Leistung in der Champions League gratulieren. Es ist immer gut, wenn ein deutsches Team so gut spielt. Schade, dass zwei deutsche Teams gegeneinander um den Einzug in das Final Four spielen mussten. Das Spiel heute war nicht so schön, beide Mannschaften haben hart kämpfen müssen. Am Ende haben es York und Robinson in den letzten fünf, sieben Minuten herumgerissen. Sie haben die wichtigen Würfe getroffen und das Spiel entschieden. Ich muss Bayreuth ein Lob aussprechen, sie haben Mittwoch gespielt, alle hatten viel Spielzeit und in den letzten Minuten hat die Mannschaft Charakter gezeigt.“

Raoul Korner (medi bayreuth): “Zunächst einmal vielen Dank für die Glückwünsche. Ich muss meiner Mannschaft nach dem Spiel heute ein riesen Kompliment aussprechen. Ich denke, das war in vielerlei Hinsicht vielleicht einer der beeindruckendsten Siege für mich. Vor allem die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist. Ich bin absolut d’accord mit Coach Herbert, dass es kein basketballerischer Leckerbissen war. Dafür war die Partie vielleicht auch einfach zu wichtig. Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir mit 69 gescorten Punkten den direkten Vergleich holen würden, hätte ich das nicht geglaubt. Wir haben heute gezeigt, dass wir ein Spiel am defensiven Ende gewinnen können, dass wir ein Spiel gewinnen können, in dem offensiv nicht viel geht. 21% der Dreier sind nicht die Welt, auch nicht 63% der Freiwürfe. Da waren viele Sachen dabei, die ohne Not verworfen wurden. Aber die Mannschaft hat sich nicht hängen lassen. Mit Minus drei ins letzte Viertel zu gehen, wo wir vor zwei Tagen erst ein extrem forderndes Spiel - körperlich wie mental - hatten, und dann noch einmal so einen Energieschub zu bekommen, verdient allerhöchsten Respekt. Heute hat jeder Einzelne seinen Teil dazu beigetragen, dass wir dieses extrem wichtige Spiel auch in dieser Höhe gewinnen konnten.”

medi bayreuth vs. FRAPORT SKYLINERS 69:62 (17:10 - 9:16 - 16:19 - 27:17)

medi bayreuth:

YORK 20, ROBINSON 14 (4 Assists), BROOKS 9, Cox 8, LINHART 6 (6 Rebounds, 4 Assists), SEIFERTH 6 (4 Steals), Marei 4, Amaize 2, Doreth 0, Wachalski 0, Adler, Perschnick.

Dreier: York 2, Robinson 1, Cox 1.

FRAPORT SKYLINERS:

SCRUBB 17 (5 Assists), HUFF 17, ROBERTSON 10, Morrison 8, WEBSTER 6 (9 Rebounds), Völler 2, WOHLFARTH-BOTTERMANN 2, Freudenberg 0, Bonga 0, Sibert 0, Zeeb.

Dreier: Huff 3, Robertson 1, Scrubb 1.

Ausblick

Schon am Freitagabend ist das Pflichtspiel-Wochenende für die Heroes Of Tomorrow beendet. Nun können die Heroes Of Tomorrow beobachten, was die Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze machen. Für das Team von Head Coach Raoul Korner geht es am kommenden Mittwoch nach Bamberg, wo das Nachholspiel beim amtierenden deutschen Meister ansteht. Jump in der Brose Arena ist um 20:30 Uhr.