Fotos: Ochsenfoto

Nach toller 1. Halbzeit wird medi bayreuth beim Meister noch überrollt

Heroes Of Tomorrow verlieren in Bamberg nach 43:35 Pausenführung mit 73:88

Mit einer Niederlage hat für medi bayreuth die Nachholpartie des 18. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga bei Brose Bamberg geendet. Im Gastspiel beim amtierenden Meister unterlagen die Heroes Of Tomorrow vor 6.150 Zuschauern in der Brose Arena mit 73:88 (43:35) unter verloren somit nicht nur die Partie, sondern auch noch den direkten Vergleich.

Der Spielausgang dieses 76. Oberfrankenderbys war für medi bayreuth extrem ärgerlich, hatte man die Partie in der ersten Halbzeit klar im Griff und sich zur Pause eine solide Führung herausgespielt. Die Bamberg aber kamen wie verwandelt aus der Kabine und holten sich in weniger als drei Minuten mit einem 9:0-Lauf die Führung wieder zurück. Vor allem Augustine Rubit, der 24 seiner insgesamt 29 Punkten in der zweiten Halbzeit erzielte, war nicht in den Griff zu bekommen. Mit seiner überragenden Vorstellung setzte der US-Amerikaner neue Energie in seinem Team frei, das die Heroes Of Tomorrow Im Schlussabschnitt mit 30:13 buchstäblich überrollte.

Das sagt Steve Wachalski:

“Bamberg hat in der zweiten Halbzeit die Intensität hoch geschraubt. Unter den Körben waren wir heute unterlegen und Augustine Rubit hat 29 Punkte gemacht. Gekillt wurden wir aber unter den Körben. Dass wir den direkten Vergleich verloren haben, tut natürlich weh. Bamberg ist nun punktgleich mit uns. Es kommen für uns nun nur noch wichtige Spiele für die Qualifikation zu den Playoffs. Wir fahren am Sonntag nach Erfurt und müssen dort einen besseren Job machen.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Viel Nervosität auf beiden Seiten sahen die 6.150 Zuschauer zunächst in der Brose Arena. Das 76. Oberfrankenderby brauchte Zeit, um auf Touren zu kommen. Nach dem 5:0 Start der Hausherren kamen die Heroes Of Tomorrow nach etwas mehr als drei Minuten durch De’Mon Brooks zu ihren ersten Punkten. Ab Mitte des Viertels lief es nach dem zwischenzeitlichen 10:5 von Dorell Wright besser. Wie schon gegen Frankfurt arbeitete man sich über die Verteidigung ins Spiel und auf einmal fielen auch die Würfe. Im ersten Viertel waren es zwei Dreier von Nate Linhart, der in dieser Phase wieder einmal mustergültig voran ging und sein Team so beim 13:12 (8.) erstmals in Führung brachte. 17:14 hieß es nach zehn Minuten für medi bayreuth.

Das zweite Viertel verlief zur Freude der vielen mitgereisten Bayreuther Fans nahezu ideal. Durch einen Wright-Freiwurf kamen die Gastgeber in der 12. Minute auf 18:19 heran, doch dann drückte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner der Partie vor der Pause ihren Stempel auf. Ein ganz weiter Dreier von Robin Amaize läutete einen 18:9-Lauf ein, in dessen Verlauf Bambergs Trainer Luca Banchi zwei Auszeiten brauchte, um sein Team neu auszurichten. Je zweimal nahmen Steve Wachalski und Robin Amaize von jenseits der 6,75 Meter Maß und trafen. Nach dem dritten Amaize-Dreier hieß es so in der 17. Minute bereits 41:29. Mit dieser Leistung kompensierte die Bank eindrucksvoll den Umstand, dass Gabe York zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei Fouls den Platz an der Seitenlinie einnehmen musste.

Der Start in die zweite Halbzeit, die mit einer 43:35 Führung der Heroes Of Tomorrow begann, war eine Blaupause der Anfangsminuten. Erneut dauerte es über drei Minuten, bis Andreas Seiferth an der Freiwurflinie den 44. Bayreuther Punkt erzielte. Nach einem starken Bamberger Auftakt war es der 44:44 Ausgleich. Es entwickelte sich eine offene Partie, in der die Domstädter vorlegten, medi aber immer wieder nachziehen konnte. In der 17. Minute war es dann einmal mehr Nate Linhart, der mit einem Pass über das gesamte Spielfeld James Robinson mustergültig bediente. Der Point Guard sorgte hier für das 50:48 und die nächste Bamberger Auszeit. In der Schlussphase des dritten Abschnitts hatte zunächst der Meister die Nase wieder vorne, zwei weitere Bayreuther Dreier - erzielt von Steve Wachalski und Sekunden vor dem Ende Nate Linhart - drehten die Partie dann nochmals zur 60:58 Führung für medi nach 30 Minuten.

Mit 7:0 startete Brose in die letzten zehn Minuten und legte dabei den Grundstein für den Sieg. Nach einer frühen Bayreuther Auszeit in der 32. Minute blieb es bis zur 34. Minute, als Kapitän Bastian Doreth einen Dreier zum 68:69 einnetzte, weiter spannend. Dann schlug die große Stunde von Augustine Rubit, der die nächsten sieben Punkte zur 76:71 (37.) Führung erzielte. Zudem stand sein Team nun defensiv besser, holte entscheidende Rebounds und profitierte davon, dass viele einfache Bayreuther Würfe nicht durch die Maschen gingen. Zwei Minuten vor Spielende erzielte der Flügelspieler das 80:71 und sorgte dafür, dass die Bamberger nicht nur vor dem Sieg, sondern auch vor dem Gewinn des direkten Vergleichs standen. Diesen sicherte dann nach der letzten medi-Auszeit Routinier Nikos Zisis, dessen Dreier zum 85:71, 47 Sekunden vor dem Ende, für die endgültige Entscheidung sorgte.

Die spielentscheidenden Faktoren:

Augustine Rubit: Matchwinner auf Seiten von Brose Bamberg war definitiv Augustine Rubit. Bis zur Pause blieb der Forward mit fünf Punkten relativ blass, dabei aber ohne Fehlwurf. Sein Potential ließ er dann im dritten Abschnitt erahnen, wo in sechs Minuten weitere acht Punkte folgten - nur einen Wurf ließ Rubit dabei liegen. Das Spiel an sich riss der 28-Jährige dann im letzten Viertel an sich, in dem er weitere sieben Minuten auf dem Parkett stand. Auch in dieser Phase leistete sich der US-Amerikaner keinen Fehlwurf und sammelte 16 weitere Zähler.

Das letzte Viertel: Die letzten zehn Minuten gehörten nicht nur Augustine Rubit, sondern dem Bamberger Team. In fast allen Bereichen dominierte nun der Meister. Bamberg holte neun Rebounds und ließ nur noch drei der Heroes Of Tomorrow zu. Drei der insgesamt 15 Bayreuther Turnover wurden zu Punkten genutzt und das Team aus der Domstadt trat wieder geschlossen auf, was durch fünf Assist belegbar ist. Neben Rubit waren Daniel Hackett und Nikos Zisis im letzten Viertel die Garanten des Bamberger Sieges.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch an Bamberg. Unser Gameplan ging in der ersten Halbzeit auf. Wir haben es geschafft Bamberg vor der Penetration zum Korb zu stoppen und zu 18 Dreipunktwürfen gezwungen. In der zweiten Halbzeit hat Bamberg dann nur noch vier Dreier genommen und mehr den Korb attackiert. Wir sind schlecht in die zweite Hälfte gestartet und haben am Ende das Momentum aus der Hand gegeben. Bamberg spielte seine Erfahrung aus und wir haben mit unserem jugendlichen Leichtsinn, schlechte Entscheidungen getroffen und dadurch auch den direkten Vergleich verloren.”

Luca Banchi (Brose Bamberg): “Glückwunsch an Bayreuth für das gezeigte Spiel. Sie haben uns zu Beginn sehr in Schwierigkeiten gebracht, unseren Zug zum Korb durch gute Verteidigung verhindert und uns zu Würfen von außen gezwungen, die leider nicht gefallen sind. Wir sind sehr fokussiert in diese Partie gegangen und wollten unbedingt gewinnen. Leider haben wir es nicht geschafft, diesen Willen aufs Spielfeld zu bringen. In der zweiten Halbzeit haben wir besser getroffen und uns die Wege zum Korb durch bessere Ballbewegung erarbeitet. Bayreuth hat nur noch zwei Fastbreak-Punkte erzielt. Wir haben am Ende unsere Erfahrung ausgespielt, richtige Entscheidungen getroffen und somit das Spiel gewonnen.“

Brose Bamberg vs. medi bayreuth 88:73 (14:17 - 21:26 - 23:17 - 30:13)

Brose Bamberg:

Rubit 29, Zisis 16, WRIGHT 15, HACKETT 10 (8 Rebounds, 8 Assists), Lo 9, NIKOLIC 6, RADOSEVIC 3, Staiger 0, OLINDE 0, Musli 0, Wolf, Edigin.

Dreier: Lo 3, Wright 2, Nikolic 2, Rubit 1, Zisis 1, Hackett 1,

medi bayreuth:

Wachalski 17, LINHART 13 (7 Rebounds), Amaize 11, SEIFERTH 8, Marei 6, BROOKS 6, YORK 5, ROBINSON 4, Doreth 3 (4 Assists), Cox 0, Perschnick, Adler.

Dreier: Wachalski 5, Amaize 3, Linhart 3, Doreth 1.

Ausblick

Am kommenden Sonntag, 15. April, beschließen die Heroes Of Tomorrow den 29. Spieltag, wenn es ab 20:15 Uhr in Erfurt in die Partie bei den Rockets geht. Für beide Teams geht es dabei um viel: medi will beim Tabellenvorletzten zwei Punkte im Kampf um die Playoffs holen, die Thüringer wollen nach zuletzt zwei Siegen in Folge in der Tabelle nach Siegen zu Göttingen und Bremerhaven aufschließen.