Fotos: Ochsenfoto

Nach zunächst schlechtem Start wird medi bayreuths toller Kampf nicht belohnt

HEROES OF TOMORROW unterliegen gegen den BK Ventspils knapp mit 80:84

Auch wenn es am Ende nicht ganz zum Sieg gereicht hat, haben die HEROES OF TOMORROW am 4. Spieltag im FIBA Europe Cup eine weitere starke Leistung gezeigt. Gegen den weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer der Gruppe C, den BK Ventspils, unterlag das Team von Head Coach Raoul Korner am Mittwochabend vor 1.955 Zuschauern in der Bayreuther Oberfrankenhalle mit 80:84 (42:47).

Wie schon im Hinspiel legten die Letten einen Traumstart aufs Parkett und führten in der 8. Spielminute beim 25:7 bereits deutlich. medi bayreuth aber kämpfte sich zurück in die Partie und ging Ende des dritten Viertels sogar wieder in Führung. Kleinigkeiten sowie der ein oder andere Fehler zuviel verhinderten letztlich aber den dritten Heimsieg im FIBA Europe Cup.

Während die Letten mit dem Erfolg in Bayreuth den Einzug in die nächste Gruppenphase bereits perfekt machen konnten, steht den HEROES OF TOMORROW am kommenden Mittwoch quasi ein Endspiel ums Weiterkommen bevor. Dann gastiert man bei Sigal Prishtina, die man in der heimischen Oberfrankenhalle vor zwei Wochen mit 97:89 bezwingen konnte.

Das sagt Bastian Doreth (medi bayreuth):

“Wir hatten sicherlich einen holprigen Start, man muss aber auch sagen, dass Ventspils eine sehr gute Mannschaft ist, die perfekt auf uns eingestellt war. Wie Coach Korner schon gesagt hat, sind es oftmals Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben. Ventspils hatte letztendlich zehn Rebounds mehr als wir, was ihnen zum Sieg verhalf, da sie daraus natürlich auch mehr Ballbesitze hatten. Bei einem knappen Spiel, wie es dies eines war, ist das ein wichtiger Faktor. Trotzdem können wir stolz auf unsere Mannschaft sein und sind mit dem Charakter des Teams zufrieden. Hoffentlich können wir daran jetzt weiter anknüpfen und lassen uns nicht vom schweren Spiel am Sonntag in München entmutigen oder uns das Selbstvertrauen rauben, denn dieses benötigen wir für das Do-or-Die Spiel in Prishtina.”

Warum es so lief, wie es lief:

Mit einem ähnlich schlechten Start wie schon im Hinspiel (7:25), machten es sich die HEROES OF TOMORROW gleich zu Beginn gegen den zweifelsohne stärksten Gruppengegner zusätzlich schwer und mussten so den Letten auch auf eigenem Parkett von Beginn an hinterherlaufen. Mit den wieder einmal tollen Fans im Rücken arbeitete sich medi dann aber Stück für Stück wieder heran und es gelang dem Team um Topscorer Bastian Doreth sogar, die Führung wieder zurückzuerobern.

Doch auch die Letten ließen nicht locker und zeigten ihre Klasse, so dass sich im letzten Viertel ein echter Krimi entwickelte, in dem die HEROES OF TOMORROW am Ende aufgrund des ein oder anderen kleinen Fehlers zu viel das Nachsehen hatten.

In der Schlussphase fehlte dem Team von Head Coach Raoul Korner zudem ein wenig das nötige Glück im Abschluss. Exemplarisch sei hier zunächst der Korbleger von Nate Linhart 4:27 Minuten vor dem Ende genannt. Anstelle, dass der Ball zum 72:73 in den Korb fiel, rollte die Kugel eine Runde auf dem Ring herum und ging dann ebenso daneben, wie der Hakenwurf von Andreas Seiferth, mit dessen starker linken Hand, 3:26 Minuten vor der Schlusssierene, beim Stand von 73:77.

Waren es im Spiel gegen Braunschweig noch die HEROES OF TOMORROW, die sich die freien Bälle immer wieder erkämpfen konnten, landeten am Mittwochabend die sogenannten 50:50-Bälle nahezu ausnahmslos bei den Gästen aus Lettland.

Nichtsdestotrotz geht der Sieg des BK Ventspils völlig in Ordnung. Die Letten boten eine starke Leistung und gewannen das Rebound-Duell mit 40:30 insgesamt doch klar. Zudem erspielten sie sich 22 Freiwürfe (18 Treffer), während es medi nur auf zehn Versuche brachte (7 Treffer).

Die Trainerstimmen:

Arturs Visockis-Rubenis (Head Coach BK Ventspils): „Das war heute ein sehr schwieriges Spiel für uns, die Stimmung in dieser Halle war super und es war extrem laut. Zu Beginn des Spiels trafen wir beinahe alles, aber im Laufe der Partie waren wir nicht mehr so gut, wie wir es uns vorgenommen hatten. Bayreuth kam jetzt besser ins Spiel, punktete und war präsenter, da sie auf einmal sehr aggressiv waren. Wie ich jedoch meinen Spielern schon gesagt habe, manchmal macht man als Spieler oder als Team nicht sein bestes Spiel, aber wenn letztendlich doch am Ende einen Sieg dabei herausspringt, entsteht dieser durch den Einsatz, den man auf dem Feld gibt. Es war ein hervorragender Einsatz der kompletten Mannschaft. Jeder kämpfte bis zum Schluss und keiner verlor trotz der lautstarken Atmosphäre seinen Kopf, auch wenn es mal zu Fehlern kam. Am Ende machte wahrscheinlich ein Wurf, ein Rebound oder eine andere Kleinigkeit den Unterschied aus.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Zunächst Glückwunsch an Ventspils zum hart umkämpften Sieg. Letztendlich haben wir zu spät in die Partie gefunden, das erste Viertel etwas verschlafen und mit der Physis Probleme gehabt, so dass es zu lange gedauert hat, bis wir uns darauf eingestellt hatten. Offensiv fiel es uns zunächst schwer Lösungen zu finden und der Defensivrebound stellte uns vor Probleme. Dementsprechend liefen wir einem Rückstand hinterher. Das zweite und dritte Viertel konnten wir für uns entscheiden und gingen sogar mit einer Führung in den letzten Spielabschnitt. Wie ich beim Braunschweig - Spiel schon gesagt hatte, sind es oft Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben. Auch heute war dies der Fall, leider jedoch in die andere Richtung. Es waren ein paar Turnover, die unnötig waren, ein paar verlegte Korbleger und Würfe, die wieder rausgerollt sind, vielleicht auch ein Foul, das zu viel oder keines war. All diese Faktoren entschieden letztendlich die Partie zu Gunsten von Ventspils. Dennoch bin ich der Meinung, dass man die Entwicklung der Mannschaft im Vergleich zum ersten Spiel ganz deutlich gesehen hat. Gerade die Art und Weise, wie wir uns nach dem ersten Viertel zurück in die Partie gekämpft haben war in Ordnung. Wir müssen jetzt das Spiel nächsten Mittwoch in Prishtina gewinnen, um weiterzukommen.”

medi bayreuth vs. BK Ventspils  80:84 (13:25 - 29:22 - 21:14 - 17:23)

medi bayreuth: ROBINSON 2, Jones 3, WOODARD 4, Doreth 15 (7 Assists), SEIFERTH 4, Meisner 8, Alford 14, TRAVIS 12, Raffington, Bruinsma 6 (8 Rebounds), LINHART 12, Grüttner Bacoul.

BK Ventspils: SHORTS 15, Grinbergs 0, Luther 15, Kaufmanis 13 (5 Assists), Vitols, Cavars 4, JAUNZEMS 2, ZAKIS 11 (8 Rebounds), BERZINS 13, KILPS 11.

Der Ausblick:

Erneut bleibt dem Trainerteam von medi bayreuth wenig Zeit, um die Mannschaft auf die nächste Partie vorzubereiten und diese hat es in der Tat in sich. Der amtierende deutsche Meister, der FC Bayern München Basketball, wird am Sonntag Gastgeber der HEROES OF TOMORROW sein. Jump im Audi Dome zum 8. Spieltag der easyCredit BBL ist um 15:00 Uhr.