Fotos: Ochsenfoto

Nicht schön, aber erfolgreich! Heroes Of Tomorrow schlagen ROSA Radom 90:85

medi bayreuth nach fünftem Champions League-Sieg wieder auf Playoff-Platz

Sage und schreibe vier Teams führen nach dem 8. Spieltag in der Basketball Champions League gemeinsam mit der exakt identischen Punktausbeute die Tabelle der Gruppe C an. Auch die Heroes Of Tomorrow zählen nach dem 90:85-Arbeitssieg am Mittwochabend gegen den polnischen Vertreter ROSA Radom zu diesem Quartett. Durch diesen mittlerweile fünfte Sieg in der BCL bringt es das Team von Head Coach Raoul Korner, ebenso wie die Mannschaften aus Venedig, Bandirma und Straßburg, auf 13 Zähler. Doch auch die Konkurrenz im Kampf um eben diese ersten vier für die Playoffs berechtigenden Plätze ist in dieser extrem ausgeglichenen Gruppe ist nach wie vor groß, denn der Abstand von Platz eins bis Rang sieben beträgt lediglich zwei Zähler. 

Head Coach Raoul Korner konnte dem 90:85 (46:48) Sieg in der Pressekonferenz nach Spielende nur wenig Positives abgewinnen. Egal, denn am Ende zählen ausschließlich die extrem wichtigen Punkte, die man sich gegen unbekümmert stark aufspielende Gäste, härter als von vielen erwartet, erkämpfen musste. Beispielhaft wurde den 2.337 Zuschauer in der Oberfrankenhalle erneut gezeigt, warum diese Liga zurecht Champions League heißt: schwache Teams gibt es im Starterfeld nämlich keine.

Einen Lichtblick hatte die Partie für alle Fans der Heroes Of Tomorrow aber dennoch: medi Center Assem Marei feierte nach sechseinhalb-wöchiger Verletzungspause sein Comeback und erzielte in 13:26 Minuten Einsatzzeit 13 Punkte und holte fünf Rebounds.

Das sagt Assem Marei:

“Wir haben heute etwas schlampig gespielt. Wir hatten einige gute Läufe, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Aber wir hatten auch einige schlechte Läufe. Es war ein hässlicher Sieg. Am Ende haben wir natürlich gewonnen, wir hätten aber besser spielen können. Ich habe mich heute sehr gut gefühlt, der Coach hat mir meine Minuten sehr bedacht gegeben. Ich war zu keinem Zeitpunkt müde und hatte keine Schmerzen. Das war schon ganz gut.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Im Gegensatz zum Hinspiel entwickelte sich in der ersten Hälfte des Auftaktviertels ein offenes Spiel. Bereits nach knapp fünfeinhalb Minuten, beim Stand von 11:11, mussten die Heroes Of Tomorrow  ihr fünftes Teamfoul hinnehmen. Mit dem Comeback von Assem Marei wurde medi bayreuth jetzt besser. Mit einem 3-Punkt-Spiel brachte De’Mon Brooks sein Team in der achten Minute mit 19:14 in Führung. Diesen Vorsprung hielt das Team auch bis zum Viertelende.

Mit einem 4-Punkt-Spiel von Kevin Punter und einem 6:0 Lauf begann das zweite Viertel für die Gäste aus Polen optimal. Nach einer schnellen Auszeit von Raoul Korner verflachte die Partie ein wenig, da beide Teams ihre zunächst hohen Wurfquoten nicht halten konnten. Mitte des Abschnitts übernahm ROSA Radom wieder die Führung, doch medi bleib vor allem durch Dreier (Gabe York, Nate Linhart) im Spiel. Mit sieben Punkten in Folge drehte Gabe York die Partie dann zum 39:32 (17.), doch nach einer Auszeit holten die Polen wieder auf: Schnelle Dreier von Ryan Harrow und Michal Sokolowski ließen die Gäste den Rückstand wieder aufholen, ehe drei Sekunden vor der Pause erneut Ryan Harrow sogar die 48:46 Führung gelang.

Stark verbessert starteten die Heroes Of Tomorrow in die zweite Halbzeit. Ein 11:4 Lauf in den ersten vier Minuten brachte den 57:52 Zwischenstand. Als dann Assem Marei wieder ins Spiel kam, sorgte der Ägypter für viele wichtige Aktionen unter beiden Körben. In der Folge verpasste es medi bayreuth, aufgrund leichter Fehler den Vorsprung weiter zu vergrößern. Es dauerte bis zur 28. Minute, ehe John Cox mit einem Distanzwurf zum 68:57 für die erste zweistellige Führung des Spiels sorgte.

Mit einem sicheren 76:63 ging es in den letzten Abschnitt, in dem medi seinen Vorsprung nun weiter ausbauen konnte. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Robin Amaize leuchtete ein klares 86:69 (37.) auf der Anzeigetafel auf. Dann allerdings unterliefen dem Team wieder leichte Fehler, die vom Gast aus Polen eiskalt ausgenutzt wurden. Letztendlich hielt aber die Bayreuther Führung, obwohl die letzten Minuten doch klar mit 16:4 an die Gäste aus Radom gingen.

Die spielentscheidenden Faktoren

Das dritte Viertel: Zehn Minuten lang boten die Heroes Of Tomorrow den bislang bei den Fans so beliebten Bayreuther Basketball. Im dritten Viertel wurde durch konzentrierten Teambasketball ein 30:15 herausgespielt. Mit Beginn der zweiten Halbzeit riss das Team von Head Coach Raoul Korner das Spiel mit einem 11:4 Lauf an sich. Die Führung  wurde weiter ausgebaut und endete mit einem sehenswerten Buzzer Beater von John Cox beim Stand von 76:63 nach 30 Minuten.

Rebounds: Auch wenn am Ende beim Vergleich 41:33 nur acht Rebounds mehr auf dem Konto der Heroes Of Tomorrow standen, war der Gewinn dieser Statistik ein entscheidender Faktor. Konkreter verdeutlichen dies die 15 Offensivrebounds, die medi unter dem polnischen Brett abgriff. Oftmals gelangen aus den zweiten Chancen wichtige Punkte, mehrfach sogar dank eines Fouls sogar noch mit Bonusfreiwurf. Neben Assem Marei (5 Rebounds) fielen in der Partie gegen Radom auch Kapitän Bastian Doreth (5) und Gabe York (6) unter den Körben als wichtige Rebounder auf.

Trainerstimmen

Wojciech Kami?ski (ROSA Radom): “Gratulation an das siegreiche Team und Trainer Korner. Es war ein sehr schweres Spiel für uns. Ausschlaggebend heute waren meiner Meinung nach die Offensivrebounds. Bayreuth hat unser Brett dominiert und sie kamen oft nach Offensivrebounds zu Punkten. Das war der Schlüssel zum Sieg.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg. Das ist es, was man als Trainer nach so einem Spiel sagt. Die zwei wichtigsten Aspekte heute waren dass wir gewonnen haben und sich niemand verletzt hat. Ich denke nicht, dass wir gut gespielt haben. Ich habe den Energielevel, auf dem wir normalerweise spielen, nicht gesehen. Was ich heute gesehen habe und was mich zum nachdenken bringt, ist die Art und Weise, wie wir mit Fehlern umgehen. Es sah so aus, als ob wir das perfekte Spiel suchen und sobald ein Fehler passiert ist, hat er einen Folgefehler nach sich gezogen. Das ist nicht die Art, wie wir normalerweise damit umgehen. Normal können wir unseren Level auch trotz Fehlern hoch halten. Heute hat jeder Fehler einen neuen Fehler verursacht, warum auch immer. Deswegen haben wir kaum so gespielt, wie wir es in der Regel tun. Ich hoffe, wir lernen schnell draus, denn unser nächstes Spiel ist gegen ein Team, das von den Fehlern des Gegners lebt. Wenn wir das nicht besser umsetzen, wird es ein langer Abend in Ludwigsburg werden. Die Spieler müssen das verstehen, ich hoffe, ich habe das deutlich ausgedrückt. Und falls nicht, werde ich es noch einmal klar ausdrücken. Ansonsten wird Ludwigsburg das für uns übernehmen. Der Sieg heute war aber natürlich wichtig für uns.”

medi bayreuth vs. ROSA Radom 90:85 (23:16 - 23:32 - 30:15 - 14:22)

medi bayreuth:

YORK 20 (6 Rebounds), Marei 13, BROOKS 11 (2 Blocks), ROBINSON 10, Cox 9, SEIFERTH 8, Wachalski 5, LINHART 5 (4 Assists), Amaize 4, Doreth 3, McCrea 2, Adler.

Dreier: Brooks 2, York 2, Robinson 1, Cox 1, Linhart 1, Doreth 1, Wachalski 1.

ROSA Radom:

AUDA 22 (7 Rebounds), PUNTER 21, Harrow 13, ZAYTSEV 10 (3 Blocks), Piechowicz 8, SOKOLOWSKI 5, Zegzula 2, Szymanski 2, SZYMKIEWICZ 2 (4 Assists), Bojanowski 0, Witka.

Dreier: Punter 3, Harrow 2, Sokolowski 1.

Ausblick:

Nach vier Heimspielen in Serie geht es für das Team von Head Coach Raoul Korner nun wieder zweimal auf Reisen. Zunächst treffen die Heroes Of Tomorrow am Samstag auf die MHP RIESEN Ludwigsburg, die nach Niederlagen hinter Tabellenführer Bayern München zweitbestes Team der Liga sind. Jump in Schwaben ist um 20:30 Uhr. Am Mittwoch kommender Woche geht es dann zum punktgleichen Nachbarn in der Basketball Champions League, SIG Strasbourg. Spielbeginn im Elsass ist ebenfalls um 20:30 Uhr.