Fotos: Ochsenfoto

Offensivfeuerwerk schon zwei Tage vor Silvester! medi schlägt Gießen mit 115:99

Reid Travis (30) und James Woodard (26) sind die Topscorer der HEROES OF TOMORROW

Mit einem ganz wichtigen Heimsieg hat medi bayreuth das Jahr 2019 abgeschlossen. Am 14. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga besiegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am Sonntag Abend die JobStairs GIESSEN 46ers mit 115:99 (54:50) und verbesserte sich mit einer Bilanz von nun fünf Siegen und acht Niederlagen auf Position elf der Tabelle.

Nach der enttäuschenden Vorstellung im vorangegangenen Heimspiel gegen die BG Göttingen, wollten die 3.400 Zuschauer in der ausverkauften Oberfrankenhalle eine Reaktion der HEROES OF TOMORROW im Match gegen die Hessen sehen. Zwar dauerte es ein Viertel, ehe medi bayreuth auf Touren kam, doch ab Mitte des zweiten Viertels gingen Bastian Doreth & Co. mit großer Leidenschaft und dem in solchen Spielen notwendigen Kampfgeist zu Werke.

Ein fulminanter Start in die zweite Halbzeit, als medi bis auf 21 Punkte Vorsprung davonziehen konnte, legte den Grundstein zum fünften Saisonsieg, den die HEROES OF TOMORROW im vierten Viertel, gegen nochmals sehr stark bis auf 90:84 aufkommende Gießener, jedoch letztlich mit viel Nervenstärke verteidigen konnten.

Am Ende stand ein verdienter 115:99 Heimerfolg für das Team von Head Coach Raoul Korner, das den Zuschauern zum Abschluss des Jahres ein wahres Offensivfeuerwerk auf das Parkett der Oberfrankenhalle zauberte.

Das sagt Evan Bruinsma (medi bayreuth):

“Es war ein wichtiger Sieg für uns, denn nach dem letzten Spiel mussten wir eine Reaktion zeigen, was wir zum Glück auch getan haben! Es war ein harter Kampf, über alle vier Viertel hinweg und ich bin extrem froh, dass wir am Ende das Spielfeld als Sieger verlassen konnten!“

Warum es so lief, wie es lief:

Mit dem Start seines Teams ins Spiel konnte Raoul Korner nicht zufrieden sein. In der Pressekonferenz nach der Partie setzte er die Leistung aus Viertel Nummer eins sogar mit der aus dem letzten Abschnitt im Spiel gegen Göttingen gleich. Vor allem die beiden pfeilschnellen Aufbauspieler Teyvon Myers und Stephen Brown, sowie der von der Bank ins Spiel gekommene Jordan Barnett, bereiteten medi immer wieder Probleme und so lagen die Hessen nach dem ersten Abschnitt mit 32:23 vorne.

Auch zu Beginn des zweiten Viertels änderte sich zunächst nichts und die Gäste brachten beim 37:25 (12.) ihre größte Führung des Abends auf die Anzeigetafel. Jetzt endlich ging ein Ruck durch die medi-Verteidigung und die Intensität steil nach oben. Ein 13:2 Lauf in nur drei Minuten brachte das Team von Head Coach Raoul Korner wieder auf 38:39 heran und es schien, als hätten Bastian Doreth & Co. jetzt den richtigen Schwung gefunden. Vier Zähler des erneut bärenstarken James Woodard kurz vor der Pause brachten medi eine 54:50 Halbzeitführung.

Es kam jedoch noch besser, denn die HEROES OF TOMORROW legten einen Blitzstart in die zweite Halbzeit hin. Nach einem 10:0 Run in nur zwei Minuten, zwang man Gäste Coach Ingo Freyer bereits zu seiner ersten Auszeit in Durchgang zwei. Diese zeigte aber kaum Wirkung. medi bayreuth spielte in dieser Phase extrem stark auf und beim 78:57 (25.) war es Zeit für die nächste Timeout der 46ers. Nun schlugen die Hessen ihrerseits mit einem 10:0 Run zurück. Evan Bruinsma mit zwei Freiwürfen und Bryce Alford per Dreier hatten aber eine Antwort parat und medi lag nach 30 Minuten mit 85:72 in Führung. 

In den letzten zehn Minuten sollte es dann nochmals knapp werden. Nach einem Dreier von Brandon Thomas und zwei Freiwürfen von Stephen Brown waren die Gießener beim 84:90 (33.) plötzlich wieder zurück im Spiel. medi aber bewies Nervenstärke und traf die richtigen Entscheidungen. Fünf der insgesamt 30 Punkte von Reid Travis brachten die HEROES OF TOMORROW wieder mit 95:84 in Front und letztlich auf die Siegerstraße.

Allen voran durch Reid Travis (30) und Bryce Alford (11) kam auf Seiten von medi bayreuth viel Offensiv-Power von der Bank (insgesamt 48 Punkte / Gießen 31). Zudem sorgte Joanic Grüttner Bacoul für viele positive Impulse. Mit einem Wert von +29 hatte er am Ende bei einer Spielzeit von 20:10 Minuten die beste +/- Statistik aller Akteure auf dem Feld.

Neben in allen Bereichen besseren Wurfquoten, gewann medi bayreuth auch das Rebound-Duell gegen die Hessen mit 29:24, leistete sich mit 9:16 weniger Ballverluste und verteilte stolze 33 Assists (Gießen 22).

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Head Coach JobStairs GIESSEN 46ers): “Wir sind sehr gut in die Partie gekommen und waren mental stärker als Bayreuth, dann waren jedoch in der Mitte des zweiten Viertels ein paar Situationen, die das Spiel kippen ließen. Es fing alles mit einer an, wo man nicht mehr so hart agierte, wie man es vorher tat und zum Beispiel einen einfachen Lay-Up eher wieder nach außen gibt, als ihn selbst zu verwandeln, da man den Kontakt aus dem Weg gehen will. Auf einmal werden Dinge gemacht, die wir so auf keinen Fall vor hatten und schließlich kommt es dann zum Turnover, der Bayreuth so wieder ins Spiel bringt. Wir müssen daraus lernen, dass wenn der Gegner so einen Lauf hat, jeder Spieler agieren muss und in der Lage sein sollte, das zu tun, was in dieser Situation richtig ist, nämlich wieder daran denken, härter als der Gegenspieler zu spielen. Das macht am Ende aus, ob man einen Sieg oder eine Niederlage einfährt. Die stärkere Mannschaft, bzw. die, die härter spielt, wird am Ende so eine Partie gewinnen und das war leider, vor allem auch Anfang der zweiten Hälfte, Bayreuth und deshalb haben sie am Ende verdient gewonnen.“

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Ich muss natürlich genau das Gegenteil von Ingo sagen. Wir kamen extrem schlecht ins Spiel und haben sehr lange gebraucht, bis wir in die Partie kamen. Vor allem in der Defensive hatten wir unsere Probleme. Offensiv war es durchaus in Ordnung, denn mit 23 Punkten kann ich leben, aber 32 in der Defensive ist zu viel. Wir haben zu Beginn kein Mittel gefunden, um sie zu stoppen, nicht im Eins-gegen-Eins, nicht in der Transition, wir waren im Pick’n’Roll viel zu spät, zu passiv… Wir haben viele Fehler wiederholt, die wir im letzten Spiel gemacht hatten, so gesehen kann man uns mangelnde Konstanz absolut nicht vorwerfen. Wir haben aber dann zum Glück im zweiten Viertel defensiv einen Zahn zugelegt. Die Offensive war nie ein Problem, das haben wir ganz gut gemacht und ich glaube auch, dass wir Bryant gut verteidigen und die Dinge umsetzen konnten, die wir uns vorgenommen hatten. Wir haben dann auch endlich begonnen, den ein oder anderen Stopp zu generieren und das war letztendlich auch der Schlüssel, die Partie zum Kippen zu bringen. Wir hatten noch einmal eine schwache Phase nach dem sehr guten Start in die zweite Halbzeit, die letzten fünf Minuten des dritten Viertels verfielen wir wieder etwas in alte Muster und erlaubten Gießen ein paar Würfe, die nicht da sein dürften. Letztendlich waren wir aber in der Lage über eine starke Offensive das Spiel zu biegen. Ich bin sehr froh, dass wir gewinnen konnten. Wir haben noch viel zu tun, vor allem in der Defensive, aber es war ein wichtiger Sieg. An dieser Stelle wünsche ich allen Fans einen guten Rutsch ins neue Jahr!“

medi bayreuth vs. JobStairs GIESSEN 46ers 115:99 (23:32 - 31:18 - 31:22 - 30:27)

medi bayreuth: Wenzl, Robinson 2 (7 Assists), WOODARD 26, DORETH 13, SEIFERTH 13, Alford 11, Travis 30 (6 Rebounds), BRUINSMA 9, Pryszcz, LINHART 6, Grüttner Bacoul 5.

JobStairs GIESSEN 46ers: BROWN 24 (7 Assists), Kraushaar 3, MYERS 15, Köpple 0, Pjanic 0, Uhlemann 0, TIBY 8, Okpara 0, Gray 4, Barnett 24, THOMAS 14, BRYANT 7 ( 8 Rebounds).

Der Ausblick:

Jetzt bleibt den Burschen von Head Coach Raoul Korner erstmal etwas Zeit, um sich auf die nächste Partie vorzubereiten.  Diese findet dann im neuen Jahr, am Samstag, 4. Januar, in Weißenfels statt. Die HEROES OF TOMORROW sind am 15. Spieltag zu Gast beim SYNTAINICS MBC. Jump in der Stadthalle Weißenfels ist um 20:30 Uhr.