Fotos: Ochsenfoto

Oldenburger lassen medi bayreuth im Kampf um Platz vier abblitzen

HEROES OF TOMORROW unterliegen starken EWE Baskets mit 70:90

Es war im Vorfeld als das Spiel um Platz vier benannt worden, doch nach der Partie des 12. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga zwischen medi bayreuth und den EWE Baskets Oldenburg belegt keines der beiden Teams diese Tabellenposition. Während sich die HEROES OF TOMORROW nach der 70:90 (36:50) Heimniederlage gegen die Donnervögel nicht in der Tabelle von Platz fünf nach vorne verbessern konnten, zogen die Niedersachsen hingegen durch den Erfolg sogar an Brose Bamberg auf Platz drei in der Tabelle vorbei.

Schnell war den Zuschauern in der mit 3.400 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkauften Oberfrankenhalle klar, mit welchen Absichten die Niedersachsen nach Bayreuth gekommen waren. Hochkonzentriert und mit einer unglaublich guten Trefferquote legten Philipp Schwethelm & Co. gleich mit dem ersten Angriff los wie die Feuerwehr. Der 29-jährige Small Forward versenkte einen Dreier nach dem nächsten, brachte sein Team so nach nicht einmal 4:30 Minuten bereits zweistellig in Front und sorgte damit für mächtig Selbstvertrauen im Spiel der EWE Baskets, welches sich in Kombination mit der spielerischen Klasse der Oldenburger an diesem Abend für medi bayreuth als unlösbare Aufgabe herausstellen sollte.

Egal was die Mannschaft von Raoul Korner auch probierte, die Gäste waren einfach gesagt besser und hatten die Partie über die gesamte Spielzeit stets im Griff, weshalb man auch von einem hochverdienten Sieg der EWE Baskets sprechen kann.

Für medi bayreuth gilt es nun nicht lange zurückzublicken, denn mit dem Heimspiel gegen Crailsheim wartete bereits am morgigen Samstag die nächste Aufgabe.

Das sagt Gregor Hrovat:

“Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr schlecht verteidigt und ihnen damit viele offene Dreier gestattet. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas aggressiver und hatten ein wenig mehr Geduld in der Offensive. Wir versuchten uns zurück ins Spiel zu kämpfen. Am Ende waren aber 90 Punkte einfach zu viel. Deshalb Glückwunsch an Oldenburg, sie waren heute das bessere Team.”

Der Spielverlauf:

Das vorletzte Pflichtspiel des Jahres begann medi bayreuth mit seiner altbewährten Starting Five vor 3.400 Fans in der ausverkauften Oberfrankenhölle. Besonders einen Spieler schien diese Kulisse aber richtig zu beflügeln: Philipp Schwethelm. Der Oldenburger Flügelspieler markierter stolze 14 Punkte in den ersten zehn Minuten (4/5 Dreier). Überhaupt war die Trefferquote der EWE Baskets im ersten Viertel jenseits der 6,75-Meter-Linie  schlicht überragend. Ganze 21 ihrer 30 Zähler erzielten sie von dort. Da die HEROES OF TOMORROW eine ähnlich gute Quote von Downtown hatten, sah es anfänglich auch gar nicht so schlecht aus. Allerdings waren sechs Turnover zu viel, so dass Oldenburg den ersten Abschnitt mit 30:20 für sich entscheiden konnte.

Die Bayreuther starteten denkbar schlecht in das zweite Viertel. Vier aufeinanderfolgende Ballverluste ermöglichten den Niedersachsen einen viertelübergreifenden 14:0 Lauf zur höchsten Führung des Abends (42:20). Selbst eine Auszeit von Head Coach Raoul Korner änderte daran nichts. Erst als der Trainer einen kompletten Wechsel aller fünf Spieler vornahm, stabilisierte sich das medi Spiel wieder. Mit David Stockton, Adonis Thomas, Gregor Hrovat, De’Mon Brooks und Hassan Martin konnte man den Rückstand bis zur Halbzeit auf 14 Zähler verkürzen (36:50).

Nach der Pause waren die HEROES OF TOMORROW gewillt, den Schwung der letzten Minuten vor der Pause mitzunehmen. Und die Chancen, den Abstand weiter zu verringern, waren durchaus vorhanden. Aber selbst beste Gelegenheiten wurden nicht genutzt, was ein Spitzenteam wie Oldenburg dann nicht ungestraft ließ und seinerseits wieder auf über 20 Punkte davon zog. Wie schon gegen Straßburg kämpfte die Mannschaft um Kapitän Bastian Doreth trotz aller Widrigkeiten weiter und konnte das dritte Viertel ausgeglichen gestalten. Somit ging es mit einem 51:65 Rückstand in den Schlussabschnitt.

Hier zeigte sich dann die ganze Routine und Abgeklärtheit des Teams von Gäste Coach Mladen Drijencic. Egal was die HEROES OF TOMORROW auch versuchten, die Oldenburger hatten stets die richtige Antwort parat. Immer wieder waren es erfolgreiche Dreipunktwürfe oder auch clever genommene Auszeiten, die einen möglichen medi Lauf sofort unterbanden. Stattdessen gelang es den Oldenburgern ihren Vorsprung wieder auf 20 Zähler auszubauen und das Spiel verdient mit 90:70 zu gewinnen.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Mladen Drijencic (Head Coach EWE Baskets Oldenburg): “Ich kann nur immer wieder diese Atmosphäre hier bewundern. Bei unseren Heimspielen ist die Stimmung auch sehr gut und es ist sehr hart für die gegnerische Mannschaft bei uns zu spielen, aber hier ist die Halle kleiner und kompakter. Ich habe das Gefühl, dass es hier sehr viel lauter ist als bei uns und genau deshalb schätze ich die Leistung meiner Mannschaft noch mehr. Sie musste 40 Minuten sehr hart und extrem physisch arbeiten und gleichzeitig auch Gegenwehr leisten, sowohl mental als auch physisch. Ich bin sehr stolz darauf, wie sie das geschafft hat. Auch unseren Gameplan hat meine Mannschaft sehr gut umgesetzt. Wir haben uns in jeder Situation auf dem Spielfeld sowohl defensiv als auch offensiv als Team präsentiert. Ich kann nur Chapeau vor der Leistung meiner Mannschaft sagen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): „Zuerst Glückwunsch an Mladen und sein Team zum äußerst verdienten Sieg. Auch ich möchte mich meinem Kollegen anschließen und mich bei unseren Fans bedanken. Wir waren heute leider nicht in der Lage auf dem Level eines Top 4 Teams zu spielen. Wir wussten, dass Oldenburg ein Top 4 Team ist und uns diesen Platz nicht kampflos überlassen wird. Ich denke man hat gesehen, dass uns heute ein großes Stück gefehlt hat. Die Qualität und Erfahrung, über die Oldenburg verfügt, konnten wir nicht beantworten. Wir hätten ein außergewöhnlich gutes Spiel von allen Akteuren gebraucht und das war heute leider nicht der Fall. Wir haben zu viele Fehler gemacht und letztendlich in der Offensive zu unpräzise versucht, Chancen zu erzwingen. Wir haben zu viel forciert und zu wenige Vorteile aus der Offensive kreiert. Auch in der Defensive haben wir zu viele Fehler begangen. All das aneinandergereiht, reicht leider nicht gegen eine Mannschaft von dieser Qualität. Wir haben heute gesehen, dass wir noch (?) kein Top 4 Team sind. Jetzt geht es darum den Schalter möglichst schnell umzulegen und in zwei Tagen ein Team zu empfangen, das ums Überleben kämpft und das uns hier eine gehörige Aufgabe geben wird. Wir werden uns steigern müssen, um in zwei Tagen das Spiel zu gewinnen.”

medi bayreuth vs. EWE Baskets Oldenburg 70:90 (20:30 - 16:20 - 15:15 - 19:25)

medi bayreuth: THOMAS 13, ROBERTSON 0, STOCKTON 8 (3 Assists), Doreth 6, Seiferth 6, MARTIN 11 (8 Rebounds), Wachalski 0, Hrovat 11 (3 Assists), Meisner 4, BROOKS 9, Raivio 2, Krug.

EWE Baskets Oldenburg: CUMMINGS 18 (4 Assists), Hujic, TADDA 4, Massenat 10, Bacak 0, Keßen 0, Isemann, Stojanovski 4, PAULDING 5 (4 Assists), MAHALBASIC 11(6 Rebounds / 4 Assists), SCHWETHELM 19, Boothe 19.

Der Ausblick:

Einmal müssen die HEROES OF TOMORROW jetzt im Jahr 2018 noch ran. Genauer gesagt ist das bereits am morgigen Samstag, wenn man die HAKRO Merlins Crailsheim in der Oberfrankenhalle empfängt. Spielbeginn gegen den aktuellen Tabellenletzten der easyCredit Basketball Bundesliga ist erneut um 20:30 Uhr. Tickets sind im Fanshop in der Brunnenstraße sowie online noch buchbar.